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SUMMARY:"die Brombeeren so schwarz, daß sie die Nacht beneidet hat" / "jeżyny tak czarne, że noc była zazdrosna o nie"
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DESCRIPTION:Er wurde ein flanierender Weltbürger genannt, ein weltlicher Mystiker
(obwohl er auf dem Gebiet der Mystik ein bekennender Anfänger blieb).
Getrieben wurde Zagajewski von einer, wie er es selbst nannte,
„vertikalen Sehnsucht“. Zwischen 1972 und 2019 legte er 14
Gedichtbände vor, dazu fast ebenso viele Bücher mit Essays. Seine Heimat
liebte er, blieb aber ein Skeptiker. Das Polen in den Gedichten der
Deutschen und Russen erkannte er nicht wieder, er verglich es mit einem
Einhorn, das sich von der Wolle der Gobelins nährt. In den eigenen
Gedichten erzählt er von der Täuschung, die „im milden Geschmack der
langen Sommerabende“ liegt, vom dunklen Esperanto der Bäche, von Jesus
im „Sonntagsanzug aus Dornen“ und von der Nichtunterscheidbarkeit von
Lebenden und Toten. Manchmal weisen seine Texte einen Zug ins Resignative
auf. Einmal heißt es: „Wirklich leben können wir nur in der
Niederlage.“ Am Ende desselben Gedichts: „Daß uns nur ja nicht der
Sieg überrascht.“ In zahlreichen Gedichten pflegt Zagajewski Umgang mit
den großen Künstlern der Vergangenheit: Die Leser:innen begegnen Franz
Schubert auf einer Pressekonferenz, werden Zeug:innen eines weinenden
Schopenhauers, dessen Einsamkeit wie niederländisches Leinen zittert.
Zagajewski schrieb eine „Ode der Vielheit“ und eine „Elektrische
Elegie“ über einen geerbten „Volksempfänger“, über dessen
Lautsprechern sich der Stoff zu Chopins Walzer hebt. Wie Rilke liebte er
die einfachen Wörter, die aus dem Dunkel steigen und ihre Namen verraten:
Tisch, Stuhl, Salzstreuer. In dem Gedicht „Selbstbildnis“ sagt er über
sich, er sei ein Kind der Luft, der Minze und des Cellos. In seinen letzten
Gedichten schrieb Zagajewski über die Unschuld eines Museums für Imkerei
und über windstille Tage, an denen die Götter dösen.
Marzanna Kielar und der deutsche Dichter Michael Krüger sprechen über
Adam Zagajewskis Bedeutung damals und heute und lesen seine Gedichte.
Marzanna Kielar ist Lyrikerin und Philosophin. 1992 debütierte sie mit
dem Band „Sacra conversazione", für den sie den renommierten
Kościelski-Preis erhielt. Auf Deutsch erschien 2020 im Hanser Verlag der
Gedichtband „Lass uns die Nacht“. 2024 wurde sie für ihr Gesamtwerk
mit dem Breslauer Poesie-Preis Silesius ausgezeichnet. Sie lebt in
Warschau.
 
Michael Krüger ist Schriftsteller, Dichter und Übersetzer, Mitglied der
Akademie der Künste. Zuletzt erschienen »Das Strandbad. Szenen einer
Kindheit« (2022) und »Verabredung mit Dichtern. Erinnerungen und
Begegnungen« (2023).
 
Matthias Weichelt ist Literaturwissenschaftler und Autor, seit 2013
Chefredakteur der von der Berliner Akademie der Künste herausgegebenen
Literaturzeitschrift SINN UND FORM. 2018 erschien „Peter Huchel. Leben in
Bildern“, 2020 „Der verschwundene Zeuge. Das kurze Leben des Felix
Hartlaub“.
Die Veranstaltung wird polnisch-deutsch gedolmetscht.Eine gemeinsame
Veranstaltung des Polnischen Instituts Berlin mit dem Haus für Poesie.
In Lesung &amp; Gespräch: Marzanna Kielar und Michael KrügerModeration:
Matthias Weichelt
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut Berlin, Burgstraße 27, 10178 Berlin
 
Das Zitat aus dem Titel stammt aus: Adam Zagajewski, Die Wiesen von
Burgund. Ausgewählte Gedichte. Aus dem Polnischen von Karl Dedecius ©
2003 Carl Hanser Verlag GmbH &amp; Co. KG, München.
 
Das polnische Gedicht „Siostry miłosierdzia“ erschien 1999 im Band
„Pragnienie“, Verlag a5, Kraków.Foto © Dirk Skiba
 
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