{"id":11544,"date":"2026-01-09T13:36:08","date_gmt":"2026-01-09T12:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/?p=11544"},"modified":"2026-01-15T12:16:12","modified_gmt":"2026-01-15T11:16:12","slug":"andrzej-wajda-jahr-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/","title":{"rendered":"Andrzej-Wajda-Jahr 2026"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrzej_Wajda\">Andrzej Wajda<\/a>\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in den Technischen Sammlungen Dresden (2017) oder in den Vortr\u00e4gen \u201eWajda und die anderen\u201c (2016 in S\u0142ubice) und \u201eWajda und seine Erben\u201c (2022 in Halle\/Saale).<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Andrzej Wajda<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_17337\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17337 img-fluid\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/leipzig\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2025\/12\/Wajda-in-Gdynia_sw.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"268\" aria-describedby=\"caption-attachment-17337\" \/>\n<p id=\"caption-attachment-17337\" class=\"wp-caption-text\">Andrzej Wajda 2016 in Gdynia, drei Wochen vor seinem Tod<\/p>\n<\/div>\n<p>Wajda wurde am 6. M\u00e4rz 1926 in Suwa\u0142ki geboren, wo er auch seine Kindheit und fr\u00fche Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom, wo sein Vater Jakub Wajda \u2013 Berufsoffizier der polnischen Armee \u2013 stationiert war. In Radom besuchte er als Teenager geheime Kurse und lernte kurzzeitig an einer privaten Malereischule, w\u00e4hrend er gleichzeitig als Lagerist, Tr\u00e4ger, K\u00fcfer, Schlosser und Zeichner im Eisenbahnb\u00fcro arbeitete.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda 1946\u20131950 Malerei an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w und anschlie\u00dfend Regie an der neu gegr\u00fcndeten Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a. 1955 begann er mit seinem Kinodeb\u00fct \u201ePokolenie\u201d (Eine Generation), nach einem Weg zu suchen, um eines seiner wichtigsten k\u00fcnstlerischen und ethischen Ziele zu verwirklichen \u2013 f\u00fcr diejenigen zu sprechen, welche den Zweiten Weltkrieg nicht \u00fcberlebt hatten. Seine n\u00e4chsten Filme \u201eKana\u0142\u201c (Der Kanal) und \u201ePopi\u00f3\u0142 i diament\u201c (Asche und Diamant, nach einem Roman von Jerzy Andrzejewski) machten den damals 32-j\u00e4hrigen K\u00fcnstler zu einem der wichtigsten Regisseure der jungen Generation in Europa und begr\u00fcndeten eine \u201epolnische Filmschule\u201c genannte Str\u00f6mung, welche die polnische martyrologische Tradition und und den romantischen Heroismusin Frage stellte.<\/p>\n<p>In \u00fcber 60 Jahren vielseitiger kreativer T\u00e4tigkeit, die auch Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterst\u00fccke, Zeichnungen, Gem\u00e4lde und Drehb\u00fccher hervorbrachte, drehte Wajda \u00fcber 40 Langspielfilme. Viele davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen Kinos gez\u00e4hlt. Von der internationalen Filmwelt gesch\u00e4tzt, wurde Wajda betitelt als \u201eS\u00e4nger der schwierigen polnischen Geschichte, der ihr eine universelle Dimension zu verleihen wusste\u201c, als \u201eFilmpoet verlorener Dinge\u201c, als \u201ewichtigster Filmregisseur Polens der Nachkriegszeit\u201c, als \u201eChronist seines Landes, moralische Instanz, Gesellschaftskritiker mit der Kamera\u201c oder als \u201eeiner der gro\u00dfen Regisseure der Welt, dank denen das 20. Jahrhundert zu einem gro\u00dfen Jahrhundert des Kinos wurde\u201c.<\/p>\n<p>Wajda gilt als Regisseur, der mit seinen Filmen in die polnische Geschichte eingreifen wollte, indem er Asche, Verbitterung und historische Qualen in Filme verwandelte, die wie Diamanten gl\u00e4nzten \u2013 und als ein K\u00fcnstler, der sich bis zum Ende f\u00fcr Freiheit und Demokratie in Polen engagierte.<\/p>\n<p><strong>Inhalt<br \/><\/strong><\/p>\n<p>1 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#regisseur\">Filmregisseur<\/a><br \/>2 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#theater\">Theaterregisseur<\/a><br \/>3 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#buerger\">B\u00fcrger<\/a><br \/>4 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#lehrer\">Lehrer<\/a><br \/>5 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#preistraeger\">Preistr\u00e4ger<\/a><br \/>6 \/ <a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#filmografie\">Filmografie<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-17343 img-fluid\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/leipzig\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2025\/12\/Andrzej-Wajda-Unterschrift-Wikipedia-Public-Domain-1024x544.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"425\" \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><a id=\"regisseur\"><\/a>1 \/ FILMREGISSEUR<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Abschluss eines Studiums an der Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a arbeitete Andrzej Wajda bei Alexander Ford an dessen Filmen \u201eChopins Jugend\u201c (1952) und \u201eDie F\u00fcnf aus der Barskastra\u00dfe\u201c (1954) mit.<\/p>\n<p>Seine Laufbahn als Regisseur begann er in der \u00c4ra des sog. sozialistischen Realismus, widersetzte sich jedoch dessen Leitlinien. Stattdessen verhandelte er in seinen ersten drei Filmen bewegende und ethisch komplexe Themen. Seine Trilogie zeigte das Drama junger Menschen, die vom Krieg gezeichnet und in ein neues System hineingeworfen wurden, welches sie auseinander treibt und vor ungewollte Herausforderungen stellt, die vielleicht noch schwieriger sind als der \u00dcberlebenskampf. \u201e<strong>Eine Generation<\/strong>\u201c (1955), \u201e<strong>Der Kanal<\/strong>\u201c (1957) und \u201e<strong>Asche und Diamant<\/strong>\u201c (1958), beschrieben die Qualen und Spaltungen Polens im Zweiten Weltkrieg sowie der Nachkriegszeit und brachten Wajda internationale Anerkennung. Bereits in seinen ersten Filmen erwies sich der Regisseur als K\u00fcnstler, der die Realit\u00e4t genau beobachtete und die Zeit mit ihren Widerspr\u00fcchen und Herausforderungen einfing \u2013 als ein Sch\u00f6pfer, der sehr sensibel f\u00fcr Form und Symbolik war und einen originellen Filmstil entwickelte.<\/p>\n<p>Wajda kehrte immer wieder zum Thema \u201eKrieg\u201c zur\u00fcck, welches seine Generation tief gepr\u00e4gt hatte \u2013 in \u201e<strong>Lotna<\/strong>\u201c (1959), \u201e<strong>Samson<\/strong>\u201c (1961), \u201e<strong>Landschaft nach der Schlacht<\/strong>\u201c (1970), \u201e<strong>Liebe zwischen den Fronten<\/strong>\u201c (1993), \u201e<strong>Korczak<\/strong>\u201c (1990), \u201e<strong>Die Karwoche<\/strong>\u201c (1995) und \u201e<strong>Das Masaker von Katyn<\/strong>\u201c (2007). Der letztgenannte Titel war auch eine R\u00fcckkehr zu einem pers\u00f6nlichen Trauma, mit dem Wajda sein ganzes Leben lang gerungen hatte \u2013 in Katyn war der Vater des Regisseurs ermordet worden. In seinem Drang, vergangene Ereignisse zu beschreiben, ihre tragische Erinnerung zu bewahren und Figuren dem Vergessen zu entrei\u00dfen, war Wajda \u2013 mit seinem Imperativ, den Verstorbenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen \u2013 ein Geistesverwandter Maria Janions, der Autorin des Buchs \u201eDo Europy tak, ale z naszymi umar\u0142ymi\u201c (Ja nach Europa, aber mit unseren Toten).<\/p>\n<p>Ein eigenes Kapitel in Andrzej Wajdas Schaffen bilden seine Literaturverfilmungen \u2013 vision\u00e4re Adaptionen unter anderem von Stefan \u017beromskis \u201e<strong>Zwischen Feuer und Asche<\/strong>\u201c (1965), Jaros\u0142aw Iwaszkiewiczs \u201e<strong>Das Birkenw\u00e4ldchen<\/strong>\u201c (1970) und \u201e<strong>Die M\u00e4dchen von Wilko<\/strong>\u201c (1979), \u201e<strong>Die Hochzeit<\/strong>\u201c (1973) von Stanis\u0142aw Wyspia\u0144ski, das als Meisterwerk des Weltkinos gefeierte Epos \u201e<strong>Das gelobte Land<\/strong>\u201c (1975) nach einem Roman von Stanis\u0142aw Reymont, die Klassiker \u201e<strong>Die Rache<\/strong>\u201c (2002) nach Aleksander Fredro und \u201e<strong>Pan Tadeusz<\/strong>\u201c (1999) nach Adam Mickiewicz, der in Frankreich gedrehte \u201e<strong>Danton<\/strong>\u201c (1983) nach einem Drama von Stanis\u0142awa Przybyszewska und die Joseph-Conrad-Verfilmung \u201e<strong>Die Schattenlinie\u201c <\/strong>(1976). Durch seine Besch\u00e4ftigung mit Literaturklassikern pr\u00e4gte Wajda im Laufe seiner gesamten Karriere das Bild Polens in der Vorstellung und kollektiven Identit\u00e4t seiner Landsleute \u2013 mit all seinen Klassenunterschieden, seinen Archetypen und Symbolen sowie seiner immer noch pr\u00e4senten, von nationalen D\u00e4monen gepr\u00e4gte Vergangenheit. In Zeiten versch\u00e4rfter Zensur w\u00e4hlte Wajda literarische Texte als Vorlagen, um Polen weiterhin auf eindringliche und kritische Weise thematisieren zu k\u00f6nnen. Mit jeder dieser kritischen Reflexionen der Vergangenheit war f\u00fcr ihn aber auch die Aufforderung verbunden, in die Zukunft zu schauen, nationale Schemata zu durchbrechen und Verantwortung \u00fcbernehmen.\u00a0<\/p>\n<p>Andrzej Wajda begleitete mit seinen Filmen ebenso die polnische Zeitgeschichte \u2013 mehr noch, die Filme selbst spielten eine wichtige Rolle bei den politischen Umw\u00e4lzungen der 70er- und 80er-Jahre. Seine Arbeiten \u201e<strong>Der Mann aus Marmor<\/strong>\u201c (1977), \u201e<strong>Der Mann aus Eisen<\/strong>\u201c (1981) und \u201e<strong>Wa\u0142\u0119sa \u2013 Der Mann der Hoffnung<\/strong>\u201c (2013), die \u2013 wie der Regisseur einr\u00e4umte \u2013 teilweise \u201eim Auftrag\u201d der am Solidarno\u015b\u0107-Aufstand beteiligten Arbeiter gedreht worden waren und von der westlichen Presse als \u201eCitizen Kane des Ostblocks\u201d bezeichnet wurden, portr\u00e4tierten die Gewerkschaften als eine Bewegung des Widerstands gegen die Regierung und des romantischen Patriotismus. In \u201e<strong>Ohne Bet\u00e4ubung<\/strong>\u201c (1978) \u2013 einem der bedeutendsten Werke des sog. \u201eKinos der moralischen Unruhe\u201c \u2013 machte Wajda auf staatliche Mechanismen zur Zerst\u00f6rung au\u00dfergew\u00f6hnlicher Individuen aufmerksam. Zu diesem Thema kehrte er in seinem letzten Werk \u201e<strong>Afterimages<\/strong>\u201c (2016) noch einmal zur\u00fcck, das zu einem von Sorge um die politische Zukunft Polens gepr\u00e4gten Verm\u00e4chtnis des Regisseurs wurde.<\/p>\n<p>Eine eigene Kategorie in Wajdas Schaffen bilden pers\u00f6nliche, subjektiv gepr\u00e4gte Filme. Sie setzten sich zusammen aus Fragmenten genial beobachteter Realit\u00e4t, Emotionen und dem Versuch, dem Unaussprechlichen Form zu verleihen. Wajda webte seine Sprache und filmische Empfindsamkeit aus Erinnerungen an einst gesehene Bilder, Lichtfragmenten, ungew\u00f6hnlichen Landschaften und abgelauschten Dialogen sowie \u00fcberraschend treffenden Metaphern. Wie kein anderer konnte er vom Prozess des Abschiednehmens erz\u00e4hlen (\u201e<strong>Der Kalmus<\/strong>\u201c 2009) oder von den Versuchen, sich mit einer pl\u00f6tzlichen Abwesenheit zu arrangieren und mit einem Leben, das seine Substanz in einen leeren, scheinbar unf\u00fcllbaren Raum gie\u00dft (\u201e<strong>Alles zu verkaufen<\/strong>\u201c 1968). Als Werke, welche vom Geist eines gesellschaftlichen Umbruchs und von einer fieberhaften Suche nach sich selbst in dieser neuen Realit\u00e4t erz\u00e4hlen, sind Filme wie \u201e<strong>Die unschuldigen Zauberer<\/strong>\u201c (1960) oder \u201e<strong>Fliegenjagd<\/strong>\u201c (1969) in Erinnerung geblieben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11580\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-1024x889.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"608\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-1024x889.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-300x260.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-768x667.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-1536x1333.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Popiol_opr-2048x1777.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p><strong><a id=\"theater\"><\/a>2 \/ THEATERREGISSEUR<\/strong><\/p>\n<p>Im Theater machte sich Andrzej Wajda als versierter und aufmerksamer Interpret von Dostojewski, Wyspia\u0144ski und Shakespeare einen Namen. Sein B\u00fchnenwerk mit fast 50 Inszenierungen pr\u00e4gte die Geschichte des polnischen Theaters.<\/p>\n<p>Wajda arbeitete h\u00e4ufig zwischen den Dreharbeiten zu seinen Filmen f\u00fcr das Theater. Seine Begegnungen mit B\u00fchnen-Schauspieler*innen f\u00fchrten gelegentlich zur weiteren Zusammenarbeit \u2013 diesmal auf der Leinwand; gelegentlich war es auch umgekehrt. Seine erste B\u00fchnenproduktion, bei der er instinktiv beschloss, das Talent von Zbigniew Cybulski zu nutzen, mit dem er kurz zuvor am Set von \u201eAsche und Diamant\u201c zusammengearbeitet hatte, war \u201e<strong>Kapelusz pe\u0142en deszczu<\/strong>\u201c (Ein Hut voller Regen, 1959) im Teatr Wybrze\u017ce in Gda\u0144sk. Es folgten Inszenierungen von \u201e<strong>Hamlet<\/strong>\u201c (viermal), \u201e<strong>Die Hochzeit<\/strong>\u201c, \u201e<strong>Die D\u00e4monen<\/strong>\u201c, \u201e<strong>Danton<\/strong>\u201c, \u201e<strong>Nastasja Filipowna<\/strong>\u201c, \u201e<strong>Schuld und S\u00fchne<\/strong>\u201c, \u201e<strong>Der Dibbuk<\/strong>\u201c und \u201e<strong>Macbeth<\/strong>\u201c (zweimal). Die R\u00fcckkehr zu bereits inszenierten Werken war f\u00fcr Wajda keine Wiederholung fr\u00fcherer Inszenierungen, sondern eine neue szenische Lesart, abh\u00e4ngig von Personen und Gegebenheiten, neu aufgegriffen aus der Perspektive aktueller Erfahrungen des Regisseurs und des Publikums. Wajda inszenierte auch im Ausland \u2013 unter anderem in Stockholm, Weimar, Berlin, Tokio, Moskau, Yale und Budapest.<\/p>\n<p>Dostojewski betrachtete er als seinen gr\u00f6\u00dften Lehrer in den F\u00e4chern Dramatik und menschliche Natur. Wajda sagte \u00fcber ihn: \u201eEr war ein Vision\u00e4r und Prophet der schlechten Nachrichten. Er sah die Anspannung der Sehnen, er sah die dunklen Seiten unserer Pers\u00f6nlichkeit und leider stellte sich heraus, dass er mit seiner Beurteilung anderer Menschen weitgehend Recht hatte. Raskolnikow schreibt, bevor er die Alte mit einer Axt t\u00f6tet, einen ganzen Artikel, in dem er dieses Verbrechen gewisserma\u00dfen erkl\u00e4rt. Viele Jahre sp\u00e4ter, als die ganze Welt in Blut versank, stellte sich heraus, dass auch diese Verbrechen ideologisch motiviert waren, in Nazi-Deutschland oder in der Sowjetunion. Dostojewski hat auch diese Morde vorhergesehen. Verbrechen, die zuerst gerechtfertigt und dann begangen wurden.\u201c Andrzej Wajda war vor allem mit Theatern in Gda\u0144sk, Warschau und Krak\u00f3w verbunden und auch k\u00fcnstlerischer Leiter des Teatr Powszechny in Warschau.<\/p>\n<p><strong><a id=\"buerger\"><\/a>3 \/ B\u00dcRGER<\/strong><\/p>\n<p>Andrzej Wajda war gesellschaftlich au\u00dferordentlich engagiert \u2013 nicht nur mit seinen Filmen, sondern auch durch die Initiierung vieler wichtiger Veranstaltungen, Traditionen und Projekte, welche die polnische Kulturlandschaft nachhaltig ver\u00e4ndert haben und deren Wirkung oft weit \u00fcber die Grenzen des Landes hinausreichte.<\/p>\n<p>In der Volksrepublik Polen sammelte die Geheimpolizei \u00fcber 1.000 Seiten verschiedener Materialien (Denunziationen, Protokolle privater und \u00f6ffentlicher Treffen, Berichte, Empfehlungen usw.) \u00fcber den mit der \u201eSolidarno\u015b\u0107\u201d verbundenen Regisseur.\u00a0 Aus ihrem Register wurde Wajda erst im Juli 1989 gestrichen, als er bereits offiziell Senator der Republik Polen war, gew\u00e4hlt in den ersten freien Wahlen seit Kriegsende. Die Film-Trilogie \u201eDer Mann aus Marmor\u201c, \u201eDer Mann aus Eisen\u201c und \u201eWa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung\u201c war eine Hommage an das Ph\u00e4nomen Solidarno\u015b\u0107 und ihren Anf\u00fchrer Lech Wa\u0142\u0119sa. Sie half der Welt, dieses Ph\u00e4nomen und seine Funktionsweise zu verstehen.<\/p>\n<p>Nachdem Andrzej Wajda 1987 den renommierten Kyoto-Preis \u2013 auch als \u201ejapanischer Nobelpreis\u201c bekannt \u2013 erhalten hatte, gr\u00fcndete der f\u00fcr seine Liebe zur japanischen Kunst bekannte K\u00fcnstler in Krak\u00f3w das Museum f\u00fcr japanische Kunst und Technik Manggha. Es beherbergt die \u201eheimatlose\u201d Sammlung japanischer Kunst von Feliks \u201eManggha\u201d Jasie\u0144ski \u2013 einem Reisenden und Sammler, der seine Kollektion 1920 der Stadt Krak\u00f3w schenkte. Diese Sammlung begeisterte Wajda als jungen Studenten der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w. Es war das erste Museum in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Bau vollst\u00e4ndig aus privaten Mitteln finanziert wurde, und ist heute der gr\u00f6\u00dfte Schatz der japanischen Kultur in Mitteleuropa. Es umfasst \u00fcber 10.000 Exponate japanischer Kunst und Kunsthandwerks.<\/p>\n<p>Wajda initiierte auch die Errichtung der Stanis\u0142aw-Wyspia\u0144ski- und J\u00f3zef-Czapski-Pavillons in Krak\u00f3w, in denen mit Hilfe von Krystyna Zachwatowicz-Wajdowa und dem Nationalmuseum Krak\u00f3w \u2013 dem Kuratorium beider Einrichtungen \u2013 Werke und Exponate zusammengestellt wurden, die mit dem Leben, Schaffen und Erbe dieser f\u00fcr die polnische Kultur bedeutenden K\u00fcnstler in Verbindung stehen.<\/p>\n<p>Andrzej Wajda schob zahlreiche weitere kulturelle und museale Initiativen an, darunter das Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst \u201eElektrownia\u201c in Radom, das der Regisseur gemeinsam mit seiner Frau unterst\u00fctzte, indem er dem Zentrum viele wertvolle Exponate und Kunstwerke aus seiner eigenen Sammlung schenkte. Dar\u00fcber hinaus organisierte er in Polen und im Ausland zahlreiche Ausstellungen und Initiativen zur F\u00f6rderung polnischer K\u00fcnstler und ihres \u0152uvres.<\/p>\n<p>Wajda bekleidete viele verantwortungsvolle und prestigetr\u00e4chtige \u00c4mter und widmete darin seine Zeit dem Wohl der Gesellschaft, mit der er sich ideell verbunden f\u00fchlte. Als Vorsitzender des Verbandes Polnischer Filmemacher verhandelte er mit Beh\u00f6rden \u00fcber neue Regeln f\u00fcr die Kinematografie in Polen \u2013 insbesondere \u00fcber Fragen der Unabh\u00e4ngigkeit der Filmproduktion und der Einschr\u00e4nkung von Zensur. Er war an Lech Wa\u0142\u0119sas Vorbereitungen auf die Wahlkampf-Rededuelle beteiligt und unterst\u00fctzte w\u00e4hrend des Wahlkampfs vor den ersten freien Wahlen 1989 die Kandidaten der Opposition inhaltlich und bei der Imageberatung. Bei diesen Wahlen wurde Wajda auch selbst zum Senator gew\u00e4hlt. Er setzte sich aktiv f\u00fcr freie Medien ein \u2013 in seinem Haus im Warschauer Stadtteil \u017boliborz wurde der Vertrag \u00fcber die Gr\u00fcndung der Firma Agora unterzeichnet, dem Herausgeber der \u201eGazeta Wyborcza\u201d \u2013 der ersten unabh\u00e4ngigen Tageszeitung im freien Polen. Wajda war einer der drei Unterzeichner des Vertrags.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11579\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-1024x946.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"646\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-1024x946.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-300x277.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-768x709.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-1536x1418.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-Album_opr-2048x1891.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p><strong><a id=\"lehrer\"><\/a>4 \/ LEHRER<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger T\u00e4tigkeitsbereich von Andrzej Wajda war die P\u00e4dagogik. In den 1960er-Jahren war er Dozent an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Regie der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a. Er war Initiator und k\u00fcnstlerischer Leiter des von 1972 bis 1983 bestehenden Filmstudios \u201eX\u201d. 2002 gr\u00fcndete er in Warschau die Andrzej-Wajda-Meisterschule f\u00fcr Filmregie, die bis heute erfolgreich t\u00e4tig ist und zahlreiche f\u00fcr das polnische Kino bedeutende Dokumentar- und Spielfilmregisseur*innen hervorgebracht hat. Die <em>Wajda School<\/em> hat inzwischen mehrere hundert Kurzfilme produziert, die auf den gr\u00f6\u00dften Filmfestivals gezeigt wurden. Mit ihrem offenen, interdisziplin\u00e4ren und kollegialen Ansatz \u2013 \u00e4hnlich wie einst die Filmstudios vor 1989 \u2013 erm\u00f6glicht sie es Kandidat*innen mit vielversprechenden Leistungen, die nicht unbedingt aus Filmkreisen stammen m\u00fcssen, ihre Projekte umzusetzen \u2013 unter Aufsicht erfahrener und angesehener P\u00e4dagog*innen, die selbst als Filmschaffende t\u00e4tig sind. In seinem Testament \u00e4u\u00dferte Andrzej Wajda den Wunsch, dass aus den Tantiemen seiner filmischen Werke Stipendien f\u00fcr begabte junge Menschen finanziert werden sollen.<\/p>\n<p><strong><a id=\"preistraeger\"><\/a>5 \/ PREISTR\u00c4GER<\/strong><\/p>\n<p>Andrzej Wajda wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen und Auszeichnungen geehrt und erhielt Orden f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen ebenso wie f\u00fcr sein soziales Engagement.<\/p>\n<p>Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen im Rahmen mit seiner Teilnahme an renommierten Festivals geh\u00f6ren die Silberne und Goldene Palme in Cannes, FIPRESCI-Preise, Goldene L\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals in Gda\u0144sk, vier Oscar-Nominierungen und ein Oscar f\u00fcr das Lebenswerk, C\u00e9sars, der Europ\u00e4ische Filmpreis Felix, der Goldene L\u00f6we der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, die Platinl\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals von Gdynia f\u00fcr das Lebenswerk, der Goldene B\u00e4r der Berlinale, Preise f\u00fcr sein Lebenswerk bei den Internationalen Filmfestspielen von Sevilla und dem Festival Plus Camerimage, der Preis des Polnischen Filmverbandes und die Goldene Ente des Fachmagazins \u201eFilm\u201c.<\/p>\n<p>Zu den h\u00f6chsten staatlichen Auszeichnungen, die Wajda verliehen wurden, geh\u00f6ren unter anderem das Gro\u00dfkreuz des Ordens Polonia Restituta, der japanische Orden der Aufgehenden Sonne, der bulgarische Kyrill-und-Method-Orden, das Komturkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das franz\u00f6sische Komturkreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz des Ordens f\u00fcr Kunst und Literatur und Offizierskreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Ungarn, der ukrainische Orden des F\u00fcrsten Jaroslaw des Weisen, die Goldmedaille Gloria Artis, der Orden des Wei\u00dfen Adlers, der Kyoto-Preis der japanischen Inamori-Stiftung f\u00fcr Verdienste um die Entwicklung von Wissenschaft, Technik und menschlichem Denken und der Gro\u00dfe Preis der polnischen Kulturstiftung. Der Regisseur erhielt au\u00dferdem Ehrendoktorw\u00fcrden zahlreicher Hochschulen, darunter der Kunstakademie Warschau, der American University in Washington, der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a, der Jagiellonen-Universit\u00e4t in Krak\u00f3w, der Filmakademie Moskau, der Belarusischen Kunstakademie und der P\u00e4dagogischen Universit\u00e4t in Krak\u00f3w. Au\u00dferdem war er Ehrenmitglied der Franz\u00f6sischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste.<\/p>\n<p><strong><a id=\"filmografie\"><\/a>6 \/ FILMOGRAFIE<\/strong><\/p>\n<p>Andrzej Wajda hat fast 60 Filme gedreht \u2013 Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme sowie zahlreiche Fernsehproduktionen. Im Vorwort zum Album, das der Gesamtausgabe seiner Werke beiliegt und dem Meister zu seinem 90. Geburtstag feierlich \u00fcberreicht wurde, schrieb er: \u201eMeine Filme entstanden \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Epochen des Kinos. Ich habe versucht, an den politischen Ereignissen nicht nur unseres Landes teilzunehmen \u2013 ich war in diesen Jahren auch Teil der gesamteurop\u00e4ischen Ver\u00e4nderungen in der Filmkunst. In \u201eAsche und Diamant\u201c habe ich dank Cybulski auf amerikanische Schauspiel-Vorbilder zur\u00fcckgegriffen. Ich war kein Einzelg\u00e4nger, deshalb gab es polnische Filme weltweit und sie konnten andere erreichen, unabh\u00e4ngig von Sprache und von unserer Vergangenheit, die auf der Leinwand nicht leicht darzustellen war. [\u2026] Ich m\u00f6chte den Menschen, die solche Bedingungen f\u00fcr das polnische Kino erk\u00e4mpft haben, meinen Dank aussprechen. Unsere Filmwelt hat seit den ersten Nachkriegsjahren Schritt f\u00fcr Schritt am Prozess der Erlangung politischer und k\u00fcnstlerischer Freiheit teilgenommen. Sie hat diese Freiheiten konsequent erweitert \u2013 von Aleksander Ford und Wanda Jakubowska \u00fcber Jerzy Kawalerowicz und Jerzy Bossak bis hin zum Kampf um das \u00dcberleben des Kinos w\u00e4hrend des Kriegszustands in den 1980er-Jahren. Ich bin gl\u00fccklich, dass auch ich an diesem Prozess teilnehmen durfte \u2013 mit meinen Filmen und meiner k\u00fcnstlerischen Autorit\u00e4t als Regisseur.\u201c<\/p>\n<p>1955 <strong>Pokolenie \/<\/strong> <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eine_Generation\">Eine Generation<\/a><br \/><\/strong>1957 <strong>Kana\u0142 \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Kanal\">Der Kanal<\/a><br \/><\/strong>1958 <strong>Popi\u00f3\u0142 i diament \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asche_und_Diamant\">Asche und Diamant<\/a><br \/><\/strong>1959 <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lotna\">Lotna<\/a><br \/><\/strong>1960 <strong>Niewinni czarodzieje \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_unschuldigen_Zauberer\">Die unschuldigen Zauberer<\/a><br \/><\/strong>1961 <strong>Powiatowa Lady Makbet \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blut_der_Leidenschaft\">Blut der Leidenschaft<\/a><br \/><\/strong>1961 <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Samson_(Film)\">Samson<\/a><br \/><\/strong>1962 <strong>Mi\u0142o\u015b\u0107 dwudziestolatk\u00f3w \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liebe_mit_zwanzig\">Liebe mit zwanzig<\/a> \/ L\u2019Amour \u00e0 vingt ans<br \/><\/strong>1965 <strong>Popio\u0142y \/ Legion\u00e4re | Zwischen Feuer und Asche \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Ashes_(film)\">The Ashes<\/a><br \/><\/strong>1968 <strong>Bramy raju \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Pforten_des_Paradieses\">Die Pforten des Paradieses<\/a><br \/><\/strong>1968 <strong><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Przek%C5%82adaniec\">Przek\u0142adaniec<\/a> \/ Rollkuchen<br \/><\/strong>1968 <strong>Wszystko na sprzeda\u017c \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alles_zu_verkaufen\">Alles zu verkaufen<\/a><br \/><\/strong>1969 <strong>Polowanie na muchy \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenjagd\">Fliegenjagd<\/a><br \/><\/strong>1970 <strong>Krajobraz po bitwie \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landschaft_nach_der_Schlacht\">Landschaft nach der Schlacht<\/a><br \/><\/strong>1970 <strong>Brzezina \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Birkenw%C3%A4ldchen\">Das Birkenw\u00e4ldchen<\/a><br \/><\/strong>1972 <strong>Pi\u0142at i inni \/ Pilatus und andere \u2013 Ein Film f\u00fcr Karfreitag\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pilate_and_Others\">Pilate and Others<\/a><br \/><\/strong>1973 <strong>Wesele \/ Die Hochzeit\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Wedding_(1972_film)\">The Wedding<\/a><br \/><\/strong>1975 <strong>Ziemia obiecana \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_gelobte_Land_(1975)\">Das gelobte Land<\/a><br \/><\/strong>1976 <strong><a href=\"https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Smuga_cienia_(film)\">Smuga cienia<\/a> \/ Die Schattenlinie<br \/><\/strong>1976 <strong><a href=\"https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Umar%C5%82a_klasa._Seans_T._Kantora\">Umar\u0142a klasa<\/a> \/ Die tote Klasse<br \/><\/strong>1977 <strong>Cz\u0142owiek z marmuru \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Mann_aus_Marmor\">Der Mann aus Marmor<\/a><br \/><\/strong>1978 <strong>Bez znieczulenia \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohne_Bet%C3%A4ubung\">Ohne Bet\u00e4ubung<\/a><br \/><\/strong>1979 <strong>Panny z Wilka \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_M%C3%A4dchen_von_Wilko\">Die M\u00e4dchen von Wilko<\/a><br \/><\/strong>1980 <strong>Dyrygent \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Dirigent\">Der Dirigent<\/a><br \/><\/strong>1981 <strong>Cz\u0142owiek z \u017celaza \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Mann_aus_Eisen\">Der Mann aus Eisen<\/a><br \/><\/strong>1983 <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Danton_(1983)\">Danton<\/a><br \/><\/strong>1983 <strong>Mi\u0142o\u015b\u0107 w Niemczech \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eine_Liebe_in_Deutschland\">Eine Liebe in Deutschland<\/a><br \/><\/strong>1986 <strong>Kronika wypadk\u00f3w mi\u0142osnych \/ Chronik von Liebesunf\u00e4llen\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/A_Chronicle_of_Amorous_Accidents\">A Chronicle of Amorous Accidents<\/a><br \/><\/strong>1988 <strong>Biesy \/ Die D\u00e4monen \/ Les Poss\u00e9d\u00e9s\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Possessed_(1988_film)\">The Posessed<\/a><br \/><\/strong>1990 <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korczak_(Film)\">Korczak<\/a><br \/><\/strong>1993 <strong><a href=\"https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Pier%C5%9Bcionek_z_or%C5%82em_w_koronie\">Pier\u015bcionek z or\u0142em w koronie<\/a> \/ Liebe zwischen den Fronten<br \/><\/strong>1994 <strong>Nastazja \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nastasja\">Nastasja<\/a><br \/><\/strong>1995 <strong>Wielki tydzie\u0144 \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Karwoche_(1995)\">Die Karwoche<\/a><br \/><\/strong>1996 <strong>Panna Nikt \/ Fr\u00e4ulein Niemand\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Miss_Nobody_(1996_film)\">Miss Nobody<\/a><br \/><\/strong>1999 <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pan_Tadeusz_(1999)\">Pan Tadeusz<\/a> \/ Sir Thaddeus<br \/><\/strong>2000 <strong><a href=\"https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Wyrok_na_Franciszka_K%C5%82osa_(film)\">Wyrok na Franciszka Klosa<\/a> \/ Die Verurteilung des Franciszek K\u0142os<br \/><\/strong>2002 <strong>Zemsta\u00a0\/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Revenge_(film)\">Die Rache<\/a><br \/><\/strong>2007 <strong>Katy\u0144 \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Massaker_von_Katyn\">Das Massaker von Katyn<\/a><br \/><\/strong>2009 <strong>Tatarak \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Kalmus\">Der Kalmus<\/a><br \/><\/strong>2013 <strong>Wa\u0142\u0119sa \u2013 Cz\u0142owiek z nadziei \/ <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wa%C5%82%C4%99sa._Cz%C5%82owiek_z_nadziei\">Wa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung<\/a><br \/><\/strong>2016 <strong>Powidoki \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Afterimage_(film)\">Afterimage<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11581\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-1024x819.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-300x240.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-768x614.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-1536x1228.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2026-Rok-Andrzeja-Wajdy-DVDs_Ziemia_opr-2048x1637.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Texte: <a href=\"https:\/\/ckf.waw.pl\/andrzej-wajda\/zyciorys\/\">Wajda Film Centre<\/a><br \/><\/em><em>\u00dcbersetzung &amp; Bearbeitung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin \u2013 Filiale Leipzig)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong> <a href=\"https:\/\/wajda.pisf.pl\/\">wajda.pisf.pl<\/a>, <a href=\"https:\/\/ckf.waw.pl\/en\/andrzej-wajda-en\/bio\/\">https:\/\/ckf.waw.pl\/en\/andrzej-wajda-en\/bio<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<pre>Titelbild \u00a9 Wajda Film Centre<\/pre>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0Andrzej Wajda\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":78,"featured_media":11545,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[14,18,10,116],"tags":[100,99,324],"class_list":["post-11544","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-andere","category-film","category-programm","category-spezial","tag-film","tag-kino","tag-programm-de"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Andrzej-Wajda-Jahr 2026 - Instytut Polski w Berlinie<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"pl_PL\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Andrzej-Wajda-Jahr 2026 - Instytut Polski w Berlinie\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0Andrzej Wajda\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Instytut Polski w Berlinie\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2026-01-09T12:36:08+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-01-15T11:16:12+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"3111\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1451\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"mw\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Napisane przez\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"mw\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Szacowany czas czytania\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"19 minut\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"event\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/\",\"name\":\"Andrzej-Wajda-Jahr 2026\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#primaryimage\"},\"image\":[\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona-300x140.png\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona-1024x478.png\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\"],\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\",\"datePublished\":\"2026-01-09T12:36:08+02:00\",\"dateModified\":\"2026-01-15T11:16:12+02:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/3343fb63f02034c515fcf9c00d8ad9e4\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/\"]}],\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"startDate\":\"2026-01-01\",\"endDate\":\"2026-12-31\",\"eventStatus\":\"EventScheduled\",\"eventAttendanceMode\":\"OfflineEventAttendanceMode\",\"location\":{\"@type\":\"place\",\"name\":\"\",\"address\":\"\",\"geo\":{\"@type\":\"GeoCoordinates\",\"latitude\":\"\",\"longitude\":\"\"}},\"description\":\"Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0Andrzej Wajda\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in den Technischen Sammlungen Dresden (2017) oder in den Vortr\u00e4gen \u201eWajda und die anderen\u201c (2016 in S\u0142ubice) und \u201eWajda und seine Erben\u201c (2022 in Halle\/Saale).\\n\u00dcber Andrzej Wajda\\nAndrzej Wajda 2016 in Gdynia, drei Wochen vor seinem Tod\\nWajda wurde am 6. M\u00e4rz 1926 in Suwa\u0142ki geboren, wo er auch seine Kindheit und fr\u00fche Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom, wo sein Vater Jakub Wajda \u2013 Berufsoffizier der polnischen Armee \u2013 stationiert war. In Radom besuchte er als Teenager geheime Kurse und lernte kurzzeitig an einer privaten Malereischule, w\u00e4hrend er gleichzeitig als Lagerist, Tr\u00e4ger, K\u00fcfer, Schlosser und Zeichner im Eisenbahnb\u00fcro arbeitete.\\nNach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda 1946\u20131950 Malerei an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w und anschlie\u00dfend Regie an der neu gegr\u00fcndeten Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a. 1955 begann er mit seinem Kinodeb\u00fct \u201ePokolenie\u201d (Eine Generation), nach einem Weg zu suchen, um eines seiner wichtigsten k\u00fcnstlerischen und ethischen Ziele zu verwirklichen \u2013 f\u00fcr diejenigen zu sprechen, welche den Zweiten Weltkrieg nicht \u00fcberlebt hatten. Seine n\u00e4chsten Filme \u201eKana\u0142\u201c (Der Kanal) und \u201ePopi\u00f3\u0142 i diament\u201c (Asche und Diamant, nach einem Roman von Jerzy Andrzejewski) machten den damals 32-j\u00e4hrigen K\u00fcnstler zu einem der wichtigsten Regisseure der jungen Generation in Europa und begr\u00fcndeten eine \u201epolnische Filmschule\u201c genannte Str\u00f6mung, welche die polnische martyrologische Tradition und und den romantischen Heroismusin Frage stellte.\\nIn \u00fcber 60 Jahren vielseitiger kreativer T\u00e4tigkeit, die auch Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterst\u00fccke, Zeichnungen, Gem\u00e4lde und Drehb\u00fccher hervorbrachte, drehte Wajda \u00fcber 40 Langspielfilme. Viele davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen Kinos gez\u00e4hlt. Von der internationalen Filmwelt gesch\u00e4tzt, wurde Wajda betitelt als \u201eS\u00e4nger der schwierigen polnischen Geschichte, der ihr eine universelle Dimension zu verleihen wusste\u201c, als \u201eFilmpoet verlorener Dinge\u201c, als \u201ewichtigster Filmregisseur Polens der Nachkriegszeit\u201c, als \u201eChronist seines Landes, moralische Instanz, Gesellschaftskritiker mit der Kamera\u201c oder als \u201eeiner der gro\u00dfen Regisseure der Welt, dank denen das 20. Jahrhundert zu einem gro\u00dfen Jahrhundert des Kinos wurde\u201c.\\nWajda gilt als Regisseur, der mit seinen Filmen in die polnische Geschichte eingreifen wollte, indem er Asche, Verbitterung und historische Qualen in Filme verwandelte, die wie Diamanten gl\u00e4nzten \u2013 und als ein K\u00fcnstler, der sich bis zum Ende f\u00fcr Freiheit und Demokratie in Polen engagierte.\\nInhalt\\n1 \/ Filmregisseur2 \/ Theaterregisseur3 \/ B\u00fcrger4 \/ Lehrer5 \/ Preistr\u00e4ger6 \/ Filmografie\\n\u00a0\\n\u00a0\\n\u00a0\\n1 \/ FILMREGISSEUR\\nNach dem Abschluss eines Studiums an der Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a arbeitete Andrzej Wajda bei Alexander Ford an dessen Filmen \u201eChopins Jugend\u201c (1952) und \u201eDie F\u00fcnf aus der Barskastra\u00dfe\u201c (1954) mit.\\nSeine Laufbahn als Regisseur begann er in der \u00c4ra des sog. sozialistischen Realismus, widersetzte sich jedoch dessen Leitlinien. Stattdessen verhandelte er in seinen ersten drei Filmen bewegende und ethisch komplexe Themen. Seine Trilogie zeigte das Drama junger Menschen, die vom Krieg gezeichnet und in ein neues System hineingeworfen wurden, welches sie auseinander treibt und vor ungewollte Herausforderungen stellt, die vielleicht noch schwieriger sind als der \u00dcberlebenskampf. \u201eEine Generation\u201c (1955), \u201eDer Kanal\u201c (1957) und \u201eAsche und Diamant\u201c (1958), beschrieben die Qualen und Spaltungen Polens im Zweiten Weltkrieg sowie der Nachkriegszeit und brachten Wajda internationale Anerkennung. Bereits in seinen ersten Filmen erwies sich der Regisseur als K\u00fcnstler, der die Realit\u00e4t genau beobachtete und die Zeit mit ihren Widerspr\u00fcchen und Herausforderungen einfing \u2013 als ein Sch\u00f6pfer, der sehr sensibel f\u00fcr Form und Symbolik war und einen originellen Filmstil entwickelte.\\nWajda kehrte immer wieder zum Thema \u201eKrieg\u201c zur\u00fcck, welches seine Generation tief gepr\u00e4gt hatte \u2013 in \u201eLotna\u201c (1959), \u201eSamson\u201c (1961), \u201eLandschaft nach der Schlacht\u201c (1970), \u201eLiebe zwischen den Fronten\u201c (1993), \u201eKorczak\u201c (1990), \u201eDie Karwoche\u201c (1995) und \u201eDas Masaker von Katyn\u201c (2007). Der letztgenannte Titel war auch eine R\u00fcckkehr zu einem pers\u00f6nlichen Trauma, mit dem Wajda sein ganzes Leben lang gerungen hatte \u2013 in Katyn war der Vater des Regisseurs ermordet worden. In seinem Drang, vergangene Ereignisse zu beschreiben, ihre tragische Erinnerung zu bewahren und Figuren dem Vergessen zu entrei\u00dfen, war Wajda \u2013 mit seinem Imperativ, den Verstorbenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen \u2013 ein Geistesverwandter Maria Janions, der Autorin des Buchs \u201eDo Europy tak, ale z naszymi umar\u0142ymi\u201c (Ja nach Europa, aber mit unseren Toten).\\nEin eigenes Kapitel in Andrzej Wajdas Schaffen bilden seine Literaturverfilmungen \u2013 vision\u00e4re Adaptionen unter anderem von Stefan \u017beromskis \u201eZwischen Feuer und Asche\u201c (1965), Jaros\u0142aw Iwaszkiewiczs \u201eDas Birkenw\u00e4ldchen\u201c (1970) und \u201eDie M\u00e4dchen von Wilko\u201c (1979), \u201eDie Hochzeit\u201c (1973) von Stanis\u0142aw Wyspia\u0144ski, das als Meisterwerk des Weltkinos gefeierte Epos \u201eDas gelobte Land\u201c (1975) nach einem Roman von Stanis\u0142aw Reymont, die Klassiker \u201eDie Rache\u201c (2002) nach Aleksander Fredro und \u201ePan Tadeusz\u201c (1999) nach Adam Mickiewicz, der in Frankreich gedrehte \u201eDanton\u201c (1983) nach einem Drama von Stanis\u0142awa Przybyszewska und die Joseph-Conrad-Verfilmung \u201eDie Schattenlinie\u201c (1976). Durch seine Besch\u00e4ftigung mit Literaturklassikern pr\u00e4gte Wajda im Laufe seiner gesamten Karriere das Bild Polens in der Vorstellung und kollektiven Identit\u00e4t seiner Landsleute \u2013 mit all seinen Klassenunterschieden, seinen Archetypen und Symbolen sowie seiner immer noch pr\u00e4senten, von nationalen D\u00e4monen gepr\u00e4gte Vergangenheit. In Zeiten versch\u00e4rfter Zensur w\u00e4hlte Wajda literarische Texte als Vorlagen, um Polen weiterhin auf eindringliche und kritische Weise thematisieren zu k\u00f6nnen. Mit jeder dieser kritischen Reflexionen der Vergangenheit war f\u00fcr ihn aber auch die Aufforderung verbunden, in die Zukunft zu schauen, nationale Schemata zu durchbrechen und Verantwortung \u00fcbernehmen.\u00a0\\nAndrzej Wajda begleitete mit seinen Filmen ebenso die polnische Zeitgeschichte \u2013 mehr noch, die Filme selbst spielten eine wichtige Rolle bei den politischen Umw\u00e4lzungen der 70er- und 80er-Jahre. Seine Arbeiten \u201eDer Mann aus Marmor\u201c (1977), \u201eDer Mann aus Eisen\u201c (1981) und \u201eWa\u0142\u0119sa \u2013 Der Mann der Hoffnung\u201c (2013), die \u2013 wie der Regisseur einr\u00e4umte \u2013 teilweise \u201eim Auftrag\u201d der am Solidarno\u015b\u0107-Aufstand beteiligten Arbeiter gedreht worden waren und von der westlichen Presse als \u201eCitizen Kane des Ostblocks\u201d bezeichnet wurden, portr\u00e4tierten die Gewerkschaften als eine Bewegung des Widerstands gegen die Regierung und des romantischen Patriotismus. In \u201eOhne Bet\u00e4ubung\u201c (1978) \u2013 einem der bedeutendsten Werke des sog. \u201eKinos der moralischen Unruhe\u201c \u2013 machte Wajda auf staatliche Mechanismen zur Zerst\u00f6rung au\u00dfergew\u00f6hnlicher Individuen aufmerksam. Zu diesem Thema kehrte er in seinem letzten Werk \u201eAfterimages\u201c (2016) noch einmal zur\u00fcck, das zu einem von Sorge um die politische Zukunft Polens gepr\u00e4gten Verm\u00e4chtnis des Regisseurs wurde.\\nEine eigene Kategorie in Wajdas Schaffen bilden pers\u00f6nliche, subjektiv gepr\u00e4gte Filme. Sie setzten sich zusammen aus Fragmenten genial beobachteter Realit\u00e4t, Emotionen und dem Versuch, dem Unaussprechlichen Form zu verleihen. Wajda webte seine Sprache und filmische Empfindsamkeit aus Erinnerungen an einst gesehene Bilder, Lichtfragmenten, ungew\u00f6hnlichen Landschaften und abgelauschten Dialogen sowie \u00fcberraschend treffenden Metaphern. Wie kein anderer konnte er vom Prozess des Abschiednehmens erz\u00e4hlen (\u201eDer Kalmus\u201c 2009) oder von den Versuchen, sich mit einer pl\u00f6tzlichen Abwesenheit zu arrangieren und mit einem Leben, das seine Substanz in einen leeren, scheinbar unf\u00fcllbaren Raum gie\u00dft (\u201eAlles zu verkaufen\u201c 1968). Als Werke, welche vom Geist eines gesellschaftlichen Umbruchs und von einer fieberhaften Suche nach sich selbst in dieser neuen Realit\u00e4t erz\u00e4hlen, sind Filme wie \u201eDie unschuldigen Zauberer\u201c (1960) oder \u201eFliegenjagd\u201c (1969) in Erinnerung geblieben.\\n2 \/ THEATERREGISSEUR\\nIm Theater machte sich Andrzej Wajda als versierter und aufmerksamer Interpret von Dostojewski, Wyspia\u0144ski und Shakespeare einen Namen. Sein B\u00fchnenwerk mit fast 50 Inszenierungen pr\u00e4gte die Geschichte des polnischen Theaters.\\nWajda arbeitete h\u00e4ufig zwischen den Dreharbeiten zu seinen Filmen f\u00fcr das Theater. Seine Begegnungen mit B\u00fchnen-Schauspieler*innen f\u00fchrten gelegentlich zur weiteren Zusammenarbeit \u2013 diesmal auf der Leinwand; gelegentlich war es auch umgekehrt. Seine erste B\u00fchnenproduktion, bei der er instinktiv beschloss, das Talent von Zbigniew Cybulski zu nutzen, mit dem er kurz zuvor am Set von \u201eAsche und Diamant\u201c zusammengearbeitet hatte, war \u201eKapelusz pe\u0142en deszczu\u201c (Ein Hut voller Regen, 1959) im Teatr Wybrze\u017ce in Gda\u0144sk. Es folgten Inszenierungen von \u201eHamlet\u201c (viermal), \u201eDie Hochzeit\u201c, \u201eDie D\u00e4monen\u201c, \u201eDanton\u201c, \u201eNastasja Filipowna\u201c, \u201eSchuld und S\u00fchne\u201c, \u201eDer Dibbuk\u201c und \u201eMacbeth\u201c (zweimal). Die R\u00fcckkehr zu bereits inszenierten Werken war f\u00fcr Wajda keine Wiederholung fr\u00fcherer Inszenierungen, sondern eine neue szenische Lesart, abh\u00e4ngig von Personen und Gegebenheiten, neu aufgegriffen aus der Perspektive aktueller Erfahrungen des Regisseurs und des Publikums. Wajda inszenierte auch im Ausland \u2013 unter anderem in Stockholm, Weimar, Berlin, Tokio, Moskau, Yale und Budapest.\\nDostojewski betrachtete er als seinen gr\u00f6\u00dften Lehrer in den F\u00e4chern Dramatik und menschliche Natur. Wajda sagte \u00fcber ihn: \u201eEr war ein Vision\u00e4r und Prophet der schlechten Nachrichten. Er sah die Anspannung der Sehnen, er sah die dunklen Seiten unserer Pers\u00f6nlichkeit und leider stellte sich heraus, dass er mit seiner Beurteilung anderer Menschen weitgehend Recht hatte. Raskolnikow schreibt, bevor er die Alte mit einer Axt t\u00f6tet, einen ganzen Artikel, in dem er dieses Verbrechen gewisserma\u00dfen erkl\u00e4rt. Viele Jahre sp\u00e4ter, als die ganze Welt in Blut versank, stellte sich heraus, dass auch diese Verbrechen ideologisch motiviert waren, in Nazi-Deutschland oder in der Sowjetunion. Dostojewski hat auch diese Morde vorhergesehen. Verbrechen, die zuerst gerechtfertigt und dann begangen wurden.\u201c Andrzej Wajda war vor allem mit Theatern in Gda\u0144sk, Warschau und Krak\u00f3w verbunden und auch k\u00fcnstlerischer Leiter des Teatr Powszechny in Warschau.\\n3 \/ B\u00dcRGER\\nAndrzej Wajda war gesellschaftlich au\u00dferordentlich engagiert \u2013 nicht nur mit seinen Filmen, sondern auch durch die Initiierung vieler wichtiger Veranstaltungen, Traditionen und Projekte, welche die polnische Kulturlandschaft nachhaltig ver\u00e4ndert haben und deren Wirkung oft weit \u00fcber die Grenzen des Landes hinausreichte.\\nIn der Volksrepublik Polen sammelte die Geheimpolizei \u00fcber 1.000 Seiten verschiedener Materialien (Denunziationen, Protokolle privater und \u00f6ffentlicher Treffen, Berichte, Empfehlungen usw.) \u00fcber den mit der \u201eSolidarno\u015b\u0107\u201d verbundenen Regisseur.\u00a0 Aus ihrem Register wurde Wajda erst im Juli 1989 gestrichen, als er bereits offiziell Senator der Republik Polen war, gew\u00e4hlt in den ersten freien Wahlen seit Kriegsende. Die Film-Trilogie \u201eDer Mann aus Marmor\u201c, \u201eDer Mann aus Eisen\u201c und \u201eWa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung\u201c war eine Hommage an das Ph\u00e4nomen Solidarno\u015b\u0107 und ihren Anf\u00fchrer Lech Wa\u0142\u0119sa. Sie half der Welt, dieses Ph\u00e4nomen und seine Funktionsweise zu verstehen.\\nNachdem Andrzej Wajda 1987 den renommierten Kyoto-Preis \u2013 auch als \u201ejapanischer Nobelpreis\u201c bekannt \u2013 erhalten hatte, gr\u00fcndete der f\u00fcr seine Liebe zur japanischen Kunst bekannte K\u00fcnstler in Krak\u00f3w das Museum f\u00fcr japanische Kunst und Technik Manggha. Es beherbergt die \u201eheimatlose\u201d Sammlung japanischer Kunst von Feliks \u201eManggha\u201d Jasie\u0144ski \u2013 einem Reisenden und Sammler, der seine Kollektion 1920 der Stadt Krak\u00f3w schenkte. Diese Sammlung begeisterte Wajda als jungen Studenten der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w. Es war das erste Museum in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Bau vollst\u00e4ndig aus privaten Mitteln finanziert wurde, und ist heute der gr\u00f6\u00dfte Schatz der japanischen Kultur in Mitteleuropa. Es umfasst \u00fcber 10.000 Exponate japanischer Kunst und Kunsthandwerks.\\nWajda initiierte auch die Errichtung der Stanis\u0142aw-Wyspia\u0144ski- und J\u00f3zef-Czapski-Pavillons in Krak\u00f3w, in denen mit Hilfe von Krystyna Zachwatowicz-Wajdowa und dem Nationalmuseum Krak\u00f3w \u2013 dem Kuratorium beider Einrichtungen \u2013 Werke und Exponate zusammengestellt wurden, die mit dem Leben, Schaffen und Erbe dieser f\u00fcr die polnische Kultur bedeutenden K\u00fcnstler in Verbindung stehen.\\nAndrzej Wajda schob zahlreiche weitere kulturelle und museale Initiativen an, darunter das Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst \u201eElektrownia\u201c in Radom, das der Regisseur gemeinsam mit seiner Frau unterst\u00fctzte, indem er dem Zentrum viele wertvolle Exponate und Kunstwerke aus seiner eigenen Sammlung schenkte. Dar\u00fcber hinaus organisierte er in Polen und im Ausland zahlreiche Ausstellungen und Initiativen zur F\u00f6rderung polnischer K\u00fcnstler und ihres \u0152uvres.\\nWajda bekleidete viele verantwortungsvolle und prestigetr\u00e4chtige \u00c4mter und widmete darin seine Zeit dem Wohl der Gesellschaft, mit der er sich ideell verbunden f\u00fchlte. Als Vorsitzender des Verbandes Polnischer Filmemacher verhandelte er mit Beh\u00f6rden \u00fcber neue Regeln f\u00fcr die Kinematografie in Polen \u2013 insbesondere \u00fcber Fragen der Unabh\u00e4ngigkeit der Filmproduktion und der Einschr\u00e4nkung von Zensur. Er war an Lech Wa\u0142\u0119sas Vorbereitungen auf die Wahlkampf-Rededuelle beteiligt und unterst\u00fctzte w\u00e4hrend des Wahlkampfs vor den ersten freien Wahlen 1989 die Kandidaten der Opposition inhaltlich und bei der Imageberatung. Bei diesen Wahlen wurde Wajda auch selbst zum Senator gew\u00e4hlt. Er setzte sich aktiv f\u00fcr freie Medien ein \u2013 in seinem Haus im Warschauer Stadtteil \u017boliborz wurde der Vertrag \u00fcber die Gr\u00fcndung der Firma Agora unterzeichnet, dem Herausgeber der \u201eGazeta Wyborcza\u201d \u2013 der ersten unabh\u00e4ngigen Tageszeitung im freien Polen. Wajda war einer der drei Unterzeichner des Vertrags.\\n4 \/ LEHRER\\nEin wichtiger T\u00e4tigkeitsbereich von Andrzej Wajda war die P\u00e4dagogik. In den 1960er-Jahren war er Dozent an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Regie der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a. Er war Initiator und k\u00fcnstlerischer Leiter des von 1972 bis 1983 bestehenden Filmstudios \u201eX\u201d. 2002 gr\u00fcndete er in Warschau die Andrzej-Wajda-Meisterschule f\u00fcr Filmregie, die bis heute erfolgreich t\u00e4tig ist und zahlreiche f\u00fcr das polnische Kino bedeutende Dokumentar- und Spielfilmregisseur*innen hervorgebracht hat. Die Wajda School hat inzwischen mehrere hundert Kurzfilme produziert, die auf den gr\u00f6\u00dften Filmfestivals gezeigt wurden. Mit ihrem offenen, interdisziplin\u00e4ren und kollegialen Ansatz \u2013 \u00e4hnlich wie einst die Filmstudios vor 1989 \u2013 erm\u00f6glicht sie es Kandidat*innen mit vielversprechenden Leistungen, die nicht unbedingt aus Filmkreisen stammen m\u00fcssen, ihre Projekte umzusetzen \u2013 unter Aufsicht erfahrener und angesehener P\u00e4dagog*innen, die selbst als Filmschaffende t\u00e4tig sind. In seinem Testament \u00e4u\u00dferte Andrzej Wajda den Wunsch, dass aus den Tantiemen seiner filmischen Werke Stipendien f\u00fcr begabte junge Menschen finanziert werden sollen.\\n5 \/ PREISTR\u00c4GER\\nAndrzej Wajda wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen und Auszeichnungen geehrt und erhielt Orden f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen ebenso wie f\u00fcr sein soziales Engagement.\\nZu seinen wichtigsten Auszeichnungen im Rahmen mit seiner Teilnahme an renommierten Festivals geh\u00f6ren die Silberne und Goldene Palme in Cannes, FIPRESCI-Preise, Goldene L\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals in Gda\u0144sk, vier Oscar-Nominierungen und ein Oscar f\u00fcr das Lebenswerk, C\u00e9sars, der Europ\u00e4ische Filmpreis Felix, der Goldene L\u00f6we der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, die Platinl\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals von Gdynia f\u00fcr das Lebenswerk, der Goldene B\u00e4r der Berlinale, Preise f\u00fcr sein Lebenswerk bei den Internationalen Filmfestspielen von Sevilla und dem Festival Plus Camerimage, der Preis des Polnischen Filmverbandes und die Goldene Ente des Fachmagazins \u201eFilm\u201c.\\nZu den h\u00f6chsten staatlichen Auszeichnungen, die Wajda verliehen wurden, geh\u00f6ren unter anderem das Gro\u00dfkreuz des Ordens Polonia Restituta, der japanische Orden der Aufgehenden Sonne, der bulgarische Kyrill-und-Method-Orden, das Komturkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das franz\u00f6sische Komturkreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz des Ordens f\u00fcr Kunst und Literatur und Offizierskreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Ungarn, der ukrainische Orden des F\u00fcrsten Jaroslaw des Weisen, die Goldmedaille Gloria Artis, der Orden des Wei\u00dfen Adlers, der Kyoto-Preis der japanischen Inamori-Stiftung f\u00fcr Verdienste um die Entwicklung von Wissenschaft, Technik und menschlichem Denken und der Gro\u00dfe Preis der polnischen Kulturstiftung. Der Regisseur erhielt au\u00dferdem Ehrendoktorw\u00fcrden zahlreicher Hochschulen, darunter der Kunstakademie Warschau, der American University in Washington, der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a, der Jagiellonen-Universit\u00e4t in Krak\u00f3w, der Filmakademie Moskau, der Belarusischen Kunstakademie und der P\u00e4dagogischen Universit\u00e4t in Krak\u00f3w. Au\u00dferdem war er Ehrenmitglied der Franz\u00f6sischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste.\\n6 \/ FILMOGRAFIE\\nAndrzej Wajda hat fast 60 Filme gedreht \u2013 Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme sowie zahlreiche Fernsehproduktionen. Im Vorwort zum Album, das der Gesamtausgabe seiner Werke beiliegt und dem Meister zu seinem 90. Geburtstag feierlich \u00fcberreicht wurde, schrieb er: \u201eMeine Filme entstanden \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Epochen des Kinos. Ich habe versucht, an den politischen Ereignissen nicht nur unseres Landes teilzunehmen \u2013 ich war in diesen Jahren auch Teil der gesamteurop\u00e4ischen Ver\u00e4nderungen in der Filmkunst. In \u201eAsche und Diamant\u201c habe ich dank Cybulski auf amerikanische Schauspiel-Vorbilder zur\u00fcckgegriffen. Ich war kein Einzelg\u00e4nger, deshalb gab es polnische Filme weltweit und sie konnten andere erreichen, unabh\u00e4ngig von Sprache und von unserer Vergangenheit, die auf der Leinwand nicht leicht darzustellen war. [\u2026] Ich m\u00f6chte den Menschen, die solche Bedingungen f\u00fcr das polnische Kino erk\u00e4mpft haben, meinen Dank aussprechen. Unsere Filmwelt hat seit den ersten Nachkriegsjahren Schritt f\u00fcr Schritt am Prozess der Erlangung politischer und k\u00fcnstlerischer Freiheit teilgenommen. Sie hat diese Freiheiten konsequent erweitert \u2013 von Aleksander Ford und Wanda Jakubowska \u00fcber Jerzy Kawalerowicz und Jerzy Bossak bis hin zum Kampf um das \u00dcberleben des Kinos w\u00e4hrend des Kriegszustands in den 1980er-Jahren. Ich bin gl\u00fccklich, dass auch ich an diesem Prozess teilnehmen durfte \u2013 mit meinen Filmen und meiner k\u00fcnstlerischen Autorit\u00e4t als Regisseur.\u201c\\n1955 Pokolenie \/ Eine Generation1957 Kana\u0142 \/ Der Kanal1958 Popi\u00f3\u0142 i diament \/ Asche und Diamant1959 Lotna1960 Niewinni czarodzieje \/ Die unschuldigen Zauberer1961 Powiatowa Lady Makbet \/ Blut der Leidenschaft1961 Samson1962 Mi\u0142o\u015b\u0107 dwudziestolatk\u00f3w \/ Liebe mit zwanzig \/ L\u2019Amour \u00e0 vingt ans1965 Popio\u0142y \/ Legion\u00e4re | Zwischen Feuer und Asche \/ The Ashes1968 Bramy raju \/ Die Pforten des Paradieses1968 Przek\u0142adaniec \/ Rollkuchen1968 Wszystko na sprzeda\u017c \/ Alles zu verkaufen1969 Polowanie na muchy \/ Fliegenjagd1970 Krajobraz po bitwie \/ Landschaft nach der Schlacht1970 Brzezina \/ Das Birkenw\u00e4ldchen1972 Pi\u0142at i inni \/ Pilatus und andere \u2013 Ein Film f\u00fcr Karfreitag\u00a0\/ Pilate and Others1973 Wesele \/ Die Hochzeit\u00a0\/ The Wedding1975 Ziemia obiecana \/ Das gelobte Land1976 Smuga cienia \/ Die Schattenlinie1976 Umar\u0142a klasa \/ Die tote Klasse1977 Cz\u0142owiek z marmuru \/ Der Mann aus Marmor1978 Bez znieczulenia \/ Ohne Bet\u00e4ubung1979 Panny z Wilka \/ Die M\u00e4dchen von Wilko1980 Dyrygent \/ Der Dirigent1981 Cz\u0142owiek z \u017celaza \/ Der Mann aus Eisen1983 Danton1983 Mi\u0142o\u015b\u0107 w Niemczech \/ Eine Liebe in Deutschland1986 Kronika wypadk\u00f3w mi\u0142osnych \/ Chronik von Liebesunf\u00e4llen\u00a0\/ A Chronicle of Amorous Accidents1988 Biesy \/ Die D\u00e4monen \/ Les Poss\u00e9d\u00e9s\u00a0\/ The Posessed1990 Korczak1993 Pier\u015bcionek z or\u0142em w koronie \/ Liebe zwischen den Fronten1994 Nastazja \/ Nastasja1995 Wielki tydzie\u0144 \/ Die Karwoche1996 Panna Nikt \/ Fr\u00e4ulein Niemand\u00a0\/ Miss Nobody1999 Pan Tadeusz \/ Sir Thaddeus2000 Wyrok na Franciszka Klosa \/ Die Verurteilung des Franciszek K\u0142os2002 Zemsta\u00a0\/ Die Rache2007 Katy\u0144 \/ Das Massaker von Katyn2009 Tatarak \/ Der Kalmus2013 Wa\u0142\u0119sa \u2013 Cz\u0142owiek z nadziei \/ Wa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung2016 Powidoki \/ Afterimage\\n\u00a0\\n\u00a0\\n\u00a0\\nTexte: Wajda Film Centre\u00dcbersetzung &amp; Bearbeitung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin \u2013 Filiale Leipzig)\\n\u00a0\\nInfo: wajda.pisf.pl, https:\/\/ckf.waw.pl\/en\/andrzej-wajda-en\/bio\\n\u00a0\\nTitelbild \u00a9 Wajda Film Centre\"},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png\",\"width\":3111,\"height\":1451},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Andrzej-Wajda-Jahr 2026\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#website\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/\",\"name\":\"Instytut Polski w Berlinie\",\"description\":\"Instytuty Polskie\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"pl-PL\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/3343fb63f02034c515fcf9c00d8ad9e4\",\"name\":\"mw\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/5a4eeb726e07f96e3a3a64f932124c40?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/5a4eeb726e07f96e3a3a64f932124c40?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"mw\"},\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/author\/witkowskam\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Andrzej-Wajda-Jahr 2026 - Instytut Polski w Berlinie","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/","og_locale":"pl_PL","og_type":"article","og_title":"Andrzej-Wajda-Jahr 2026 - Instytut Polski w Berlinie","og_description":"Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0Andrzej Wajda\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in [&hellip;]","og_url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/","og_site_name":"Instytut Polski w Berlinie","article_published_time":"2026-01-09T12:36:08+00:00","article_modified_time":"2026-01-15T11:16:12+00:00","og_image":[{"width":3111,"height":1451,"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png","type":"image\/png"}],"author":"mw","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Napisane przez":"mw","Szacowany czas czytania":"19 minut"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"event","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/","name":"Andrzej-Wajda-Jahr 2026","isPartOf":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#primaryimage"},"image":["https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png","https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona-300x140.png","https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona-1024x478.png","https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png"],"thumbnailUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png","datePublished":"2026-01-09T12:36:08+02:00","dateModified":"2026-01-15T11:16:12+02:00","author":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/3343fb63f02034c515fcf9c00d8ad9e4"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#breadcrumb"},"inLanguage":"pl-PL","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/"]}],"@context":"https:\/\/schema.org","startDate":"2026-01-01","endDate":"2026-12-31","eventStatus":"EventScheduled","eventAttendanceMode":"OfflineEventAttendanceMode","location":{"@type":"place","name":"","address":"","geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"","longitude":""}},"description":"Am 6. M\u00e4rz 2026 w\u00e4re\u00a0Andrzej Wajda\u00a0100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als \u201eAndrzej-Wajda-Jahr\u201c ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauerg\u00e4ste \u2013 im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive \u201eMeister der Regie\u201c in den Technischen Sammlungen Dresden (2017) oder in den Vortr\u00e4gen \u201eWajda und die anderen\u201c (2016 in S\u0142ubice) und \u201eWajda und seine Erben\u201c (2022 in Halle\/Saale).\n\u00dcber Andrzej Wajda\nAndrzej Wajda 2016 in Gdynia, drei Wochen vor seinem Tod\nWajda wurde am 6. M\u00e4rz 1926 in Suwa\u0142ki geboren, wo er auch seine Kindheit und fr\u00fche Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom, wo sein Vater Jakub Wajda \u2013 Berufsoffizier der polnischen Armee \u2013 stationiert war. In Radom besuchte er als Teenager geheime Kurse und lernte kurzzeitig an einer privaten Malereischule, w\u00e4hrend er gleichzeitig als Lagerist, Tr\u00e4ger, K\u00fcfer, Schlosser und Zeichner im Eisenbahnb\u00fcro arbeitete.\nNach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda 1946\u20131950 Malerei an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w und anschlie\u00dfend Regie an der neu gegr\u00fcndeten Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a. 1955 begann er mit seinem Kinodeb\u00fct \u201ePokolenie\u201d (Eine Generation), nach einem Weg zu suchen, um eines seiner wichtigsten k\u00fcnstlerischen und ethischen Ziele zu verwirklichen \u2013 f\u00fcr diejenigen zu sprechen, welche den Zweiten Weltkrieg nicht \u00fcberlebt hatten. Seine n\u00e4chsten Filme \u201eKana\u0142\u201c (Der Kanal) und \u201ePopi\u00f3\u0142 i diament\u201c (Asche und Diamant, nach einem Roman von Jerzy Andrzejewski) machten den damals 32-j\u00e4hrigen K\u00fcnstler zu einem der wichtigsten Regisseure der jungen Generation in Europa und begr\u00fcndeten eine \u201epolnische Filmschule\u201c genannte Str\u00f6mung, welche die polnische martyrologische Tradition und und den romantischen Heroismusin Frage stellte.\nIn \u00fcber 60 Jahren vielseitiger kreativer T\u00e4tigkeit, die auch Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterst\u00fccke, Zeichnungen, Gem\u00e4lde und Drehb\u00fccher hervorbrachte, drehte Wajda \u00fcber 40 Langspielfilme. Viele davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen Kinos gez\u00e4hlt. Von der internationalen Filmwelt gesch\u00e4tzt, wurde Wajda betitelt als \u201eS\u00e4nger der schwierigen polnischen Geschichte, der ihr eine universelle Dimension zu verleihen wusste\u201c, als \u201eFilmpoet verlorener Dinge\u201c, als \u201ewichtigster Filmregisseur Polens der Nachkriegszeit\u201c, als \u201eChronist seines Landes, moralische Instanz, Gesellschaftskritiker mit der Kamera\u201c oder als \u201eeiner der gro\u00dfen Regisseure der Welt, dank denen das 20. Jahrhundert zu einem gro\u00dfen Jahrhundert des Kinos wurde\u201c.\nWajda gilt als Regisseur, der mit seinen Filmen in die polnische Geschichte eingreifen wollte, indem er Asche, Verbitterung und historische Qualen in Filme verwandelte, die wie Diamanten gl\u00e4nzten \u2013 und als ein K\u00fcnstler, der sich bis zum Ende f\u00fcr Freiheit und Demokratie in Polen engagierte.\nInhalt\n1 \/ Filmregisseur2 \/ Theaterregisseur3 \/ B\u00fcrger4 \/ Lehrer5 \/ Preistr\u00e4ger6 \/ Filmografie\n\u00a0\n\u00a0\n\u00a0\n1 \/ FILMREGISSEUR\nNach dem Abschluss eines Studiums an der Filmhochschule in \u0141\u00f3d\u017a arbeitete Andrzej Wajda bei Alexander Ford an dessen Filmen \u201eChopins Jugend\u201c (1952) und \u201eDie F\u00fcnf aus der Barskastra\u00dfe\u201c (1954) mit.\nSeine Laufbahn als Regisseur begann er in der \u00c4ra des sog. sozialistischen Realismus, widersetzte sich jedoch dessen Leitlinien. Stattdessen verhandelte er in seinen ersten drei Filmen bewegende und ethisch komplexe Themen. Seine Trilogie zeigte das Drama junger Menschen, die vom Krieg gezeichnet und in ein neues System hineingeworfen wurden, welches sie auseinander treibt und vor ungewollte Herausforderungen stellt, die vielleicht noch schwieriger sind als der \u00dcberlebenskampf. \u201eEine Generation\u201c (1955), \u201eDer Kanal\u201c (1957) und \u201eAsche und Diamant\u201c (1958), beschrieben die Qualen und Spaltungen Polens im Zweiten Weltkrieg sowie der Nachkriegszeit und brachten Wajda internationale Anerkennung. Bereits in seinen ersten Filmen erwies sich der Regisseur als K\u00fcnstler, der die Realit\u00e4t genau beobachtete und die Zeit mit ihren Widerspr\u00fcchen und Herausforderungen einfing \u2013 als ein Sch\u00f6pfer, der sehr sensibel f\u00fcr Form und Symbolik war und einen originellen Filmstil entwickelte.\nWajda kehrte immer wieder zum Thema \u201eKrieg\u201c zur\u00fcck, welches seine Generation tief gepr\u00e4gt hatte \u2013 in \u201eLotna\u201c (1959), \u201eSamson\u201c (1961), \u201eLandschaft nach der Schlacht\u201c (1970), \u201eLiebe zwischen den Fronten\u201c (1993), \u201eKorczak\u201c (1990), \u201eDie Karwoche\u201c (1995) und \u201eDas Masaker von Katyn\u201c (2007). Der letztgenannte Titel war auch eine R\u00fcckkehr zu einem pers\u00f6nlichen Trauma, mit dem Wajda sein ganzes Leben lang gerungen hatte \u2013 in Katyn war der Vater des Regisseurs ermordet worden. In seinem Drang, vergangene Ereignisse zu beschreiben, ihre tragische Erinnerung zu bewahren und Figuren dem Vergessen zu entrei\u00dfen, war Wajda \u2013 mit seinem Imperativ, den Verstorbenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen \u2013 ein Geistesverwandter Maria Janions, der Autorin des Buchs \u201eDo Europy tak, ale z naszymi umar\u0142ymi\u201c (Ja nach Europa, aber mit unseren Toten).\nEin eigenes Kapitel in Andrzej Wajdas Schaffen bilden seine Literaturverfilmungen \u2013 vision\u00e4re Adaptionen unter anderem von Stefan \u017beromskis \u201eZwischen Feuer und Asche\u201c (1965), Jaros\u0142aw Iwaszkiewiczs \u201eDas Birkenw\u00e4ldchen\u201c (1970) und \u201eDie M\u00e4dchen von Wilko\u201c (1979), \u201eDie Hochzeit\u201c (1973) von Stanis\u0142aw Wyspia\u0144ski, das als Meisterwerk des Weltkinos gefeierte Epos \u201eDas gelobte Land\u201c (1975) nach einem Roman von Stanis\u0142aw Reymont, die Klassiker \u201eDie Rache\u201c (2002) nach Aleksander Fredro und \u201ePan Tadeusz\u201c (1999) nach Adam Mickiewicz, der in Frankreich gedrehte \u201eDanton\u201c (1983) nach einem Drama von Stanis\u0142awa Przybyszewska und die Joseph-Conrad-Verfilmung \u201eDie Schattenlinie\u201c (1976). Durch seine Besch\u00e4ftigung mit Literaturklassikern pr\u00e4gte Wajda im Laufe seiner gesamten Karriere das Bild Polens in der Vorstellung und kollektiven Identit\u00e4t seiner Landsleute \u2013 mit all seinen Klassenunterschieden, seinen Archetypen und Symbolen sowie seiner immer noch pr\u00e4senten, von nationalen D\u00e4monen gepr\u00e4gte Vergangenheit. In Zeiten versch\u00e4rfter Zensur w\u00e4hlte Wajda literarische Texte als Vorlagen, um Polen weiterhin auf eindringliche und kritische Weise thematisieren zu k\u00f6nnen. Mit jeder dieser kritischen Reflexionen der Vergangenheit war f\u00fcr ihn aber auch die Aufforderung verbunden, in die Zukunft zu schauen, nationale Schemata zu durchbrechen und Verantwortung \u00fcbernehmen.\u00a0\nAndrzej Wajda begleitete mit seinen Filmen ebenso die polnische Zeitgeschichte \u2013 mehr noch, die Filme selbst spielten eine wichtige Rolle bei den politischen Umw\u00e4lzungen der 70er- und 80er-Jahre. Seine Arbeiten \u201eDer Mann aus Marmor\u201c (1977), \u201eDer Mann aus Eisen\u201c (1981) und \u201eWa\u0142\u0119sa \u2013 Der Mann der Hoffnung\u201c (2013), die \u2013 wie der Regisseur einr\u00e4umte \u2013 teilweise \u201eim Auftrag\u201d der am Solidarno\u015b\u0107-Aufstand beteiligten Arbeiter gedreht worden waren und von der westlichen Presse als \u201eCitizen Kane des Ostblocks\u201d bezeichnet wurden, portr\u00e4tierten die Gewerkschaften als eine Bewegung des Widerstands gegen die Regierung und des romantischen Patriotismus. In \u201eOhne Bet\u00e4ubung\u201c (1978) \u2013 einem der bedeutendsten Werke des sog. \u201eKinos der moralischen Unruhe\u201c \u2013 machte Wajda auf staatliche Mechanismen zur Zerst\u00f6rung au\u00dfergew\u00f6hnlicher Individuen aufmerksam. Zu diesem Thema kehrte er in seinem letzten Werk \u201eAfterimages\u201c (2016) noch einmal zur\u00fcck, das zu einem von Sorge um die politische Zukunft Polens gepr\u00e4gten Verm\u00e4chtnis des Regisseurs wurde.\nEine eigene Kategorie in Wajdas Schaffen bilden pers\u00f6nliche, subjektiv gepr\u00e4gte Filme. Sie setzten sich zusammen aus Fragmenten genial beobachteter Realit\u00e4t, Emotionen und dem Versuch, dem Unaussprechlichen Form zu verleihen. Wajda webte seine Sprache und filmische Empfindsamkeit aus Erinnerungen an einst gesehene Bilder, Lichtfragmenten, ungew\u00f6hnlichen Landschaften und abgelauschten Dialogen sowie \u00fcberraschend treffenden Metaphern. Wie kein anderer konnte er vom Prozess des Abschiednehmens erz\u00e4hlen (\u201eDer Kalmus\u201c 2009) oder von den Versuchen, sich mit einer pl\u00f6tzlichen Abwesenheit zu arrangieren und mit einem Leben, das seine Substanz in einen leeren, scheinbar unf\u00fcllbaren Raum gie\u00dft (\u201eAlles zu verkaufen\u201c 1968). Als Werke, welche vom Geist eines gesellschaftlichen Umbruchs und von einer fieberhaften Suche nach sich selbst in dieser neuen Realit\u00e4t erz\u00e4hlen, sind Filme wie \u201eDie unschuldigen Zauberer\u201c (1960) oder \u201eFliegenjagd\u201c (1969) in Erinnerung geblieben.\n2 \/ THEATERREGISSEUR\nIm Theater machte sich Andrzej Wajda als versierter und aufmerksamer Interpret von Dostojewski, Wyspia\u0144ski und Shakespeare einen Namen. Sein B\u00fchnenwerk mit fast 50 Inszenierungen pr\u00e4gte die Geschichte des polnischen Theaters.\nWajda arbeitete h\u00e4ufig zwischen den Dreharbeiten zu seinen Filmen f\u00fcr das Theater. Seine Begegnungen mit B\u00fchnen-Schauspieler*innen f\u00fchrten gelegentlich zur weiteren Zusammenarbeit \u2013 diesmal auf der Leinwand; gelegentlich war es auch umgekehrt. Seine erste B\u00fchnenproduktion, bei der er instinktiv beschloss, das Talent von Zbigniew Cybulski zu nutzen, mit dem er kurz zuvor am Set von \u201eAsche und Diamant\u201c zusammengearbeitet hatte, war \u201eKapelusz pe\u0142en deszczu\u201c (Ein Hut voller Regen, 1959) im Teatr Wybrze\u017ce in Gda\u0144sk. Es folgten Inszenierungen von \u201eHamlet\u201c (viermal), \u201eDie Hochzeit\u201c, \u201eDie D\u00e4monen\u201c, \u201eDanton\u201c, \u201eNastasja Filipowna\u201c, \u201eSchuld und S\u00fchne\u201c, \u201eDer Dibbuk\u201c und \u201eMacbeth\u201c (zweimal). Die R\u00fcckkehr zu bereits inszenierten Werken war f\u00fcr Wajda keine Wiederholung fr\u00fcherer Inszenierungen, sondern eine neue szenische Lesart, abh\u00e4ngig von Personen und Gegebenheiten, neu aufgegriffen aus der Perspektive aktueller Erfahrungen des Regisseurs und des Publikums. Wajda inszenierte auch im Ausland \u2013 unter anderem in Stockholm, Weimar, Berlin, Tokio, Moskau, Yale und Budapest.\nDostojewski betrachtete er als seinen gr\u00f6\u00dften Lehrer in den F\u00e4chern Dramatik und menschliche Natur. Wajda sagte \u00fcber ihn: \u201eEr war ein Vision\u00e4r und Prophet der schlechten Nachrichten. Er sah die Anspannung der Sehnen, er sah die dunklen Seiten unserer Pers\u00f6nlichkeit und leider stellte sich heraus, dass er mit seiner Beurteilung anderer Menschen weitgehend Recht hatte. Raskolnikow schreibt, bevor er die Alte mit einer Axt t\u00f6tet, einen ganzen Artikel, in dem er dieses Verbrechen gewisserma\u00dfen erkl\u00e4rt. Viele Jahre sp\u00e4ter, als die ganze Welt in Blut versank, stellte sich heraus, dass auch diese Verbrechen ideologisch motiviert waren, in Nazi-Deutschland oder in der Sowjetunion. Dostojewski hat auch diese Morde vorhergesehen. Verbrechen, die zuerst gerechtfertigt und dann begangen wurden.\u201c Andrzej Wajda war vor allem mit Theatern in Gda\u0144sk, Warschau und Krak\u00f3w verbunden und auch k\u00fcnstlerischer Leiter des Teatr Powszechny in Warschau.\n3 \/ B\u00dcRGER\nAndrzej Wajda war gesellschaftlich au\u00dferordentlich engagiert \u2013 nicht nur mit seinen Filmen, sondern auch durch die Initiierung vieler wichtiger Veranstaltungen, Traditionen und Projekte, welche die polnische Kulturlandschaft nachhaltig ver\u00e4ndert haben und deren Wirkung oft weit \u00fcber die Grenzen des Landes hinausreichte.\nIn der Volksrepublik Polen sammelte die Geheimpolizei \u00fcber 1.000 Seiten verschiedener Materialien (Denunziationen, Protokolle privater und \u00f6ffentlicher Treffen, Berichte, Empfehlungen usw.) \u00fcber den mit der \u201eSolidarno\u015b\u0107\u201d verbundenen Regisseur.\u00a0 Aus ihrem Register wurde Wajda erst im Juli 1989 gestrichen, als er bereits offiziell Senator der Republik Polen war, gew\u00e4hlt in den ersten freien Wahlen seit Kriegsende. Die Film-Trilogie \u201eDer Mann aus Marmor\u201c, \u201eDer Mann aus Eisen\u201c und \u201eWa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung\u201c war eine Hommage an das Ph\u00e4nomen Solidarno\u015b\u0107 und ihren Anf\u00fchrer Lech Wa\u0142\u0119sa. Sie half der Welt, dieses Ph\u00e4nomen und seine Funktionsweise zu verstehen.\nNachdem Andrzej Wajda 1987 den renommierten Kyoto-Preis \u2013 auch als \u201ejapanischer Nobelpreis\u201c bekannt \u2013 erhalten hatte, gr\u00fcndete der f\u00fcr seine Liebe zur japanischen Kunst bekannte K\u00fcnstler in Krak\u00f3w das Museum f\u00fcr japanische Kunst und Technik Manggha. Es beherbergt die \u201eheimatlose\u201d Sammlung japanischer Kunst von Feliks \u201eManggha\u201d Jasie\u0144ski \u2013 einem Reisenden und Sammler, der seine Kollektion 1920 der Stadt Krak\u00f3w schenkte. Diese Sammlung begeisterte Wajda als jungen Studenten der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Krak\u00f3w. Es war das erste Museum in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Bau vollst\u00e4ndig aus privaten Mitteln finanziert wurde, und ist heute der gr\u00f6\u00dfte Schatz der japanischen Kultur in Mitteleuropa. Es umfasst \u00fcber 10.000 Exponate japanischer Kunst und Kunsthandwerks.\nWajda initiierte auch die Errichtung der Stanis\u0142aw-Wyspia\u0144ski- und J\u00f3zef-Czapski-Pavillons in Krak\u00f3w, in denen mit Hilfe von Krystyna Zachwatowicz-Wajdowa und dem Nationalmuseum Krak\u00f3w \u2013 dem Kuratorium beider Einrichtungen \u2013 Werke und Exponate zusammengestellt wurden, die mit dem Leben, Schaffen und Erbe dieser f\u00fcr die polnische Kultur bedeutenden K\u00fcnstler in Verbindung stehen.\nAndrzej Wajda schob zahlreiche weitere kulturelle und museale Initiativen an, darunter das Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst \u201eElektrownia\u201c in Radom, das der Regisseur gemeinsam mit seiner Frau unterst\u00fctzte, indem er dem Zentrum viele wertvolle Exponate und Kunstwerke aus seiner eigenen Sammlung schenkte. Dar\u00fcber hinaus organisierte er in Polen und im Ausland zahlreiche Ausstellungen und Initiativen zur F\u00f6rderung polnischer K\u00fcnstler und ihres \u0152uvres.\nWajda bekleidete viele verantwortungsvolle und prestigetr\u00e4chtige \u00c4mter und widmete darin seine Zeit dem Wohl der Gesellschaft, mit der er sich ideell verbunden f\u00fchlte. Als Vorsitzender des Verbandes Polnischer Filmemacher verhandelte er mit Beh\u00f6rden \u00fcber neue Regeln f\u00fcr die Kinematografie in Polen \u2013 insbesondere \u00fcber Fragen der Unabh\u00e4ngigkeit der Filmproduktion und der Einschr\u00e4nkung von Zensur. Er war an Lech Wa\u0142\u0119sas Vorbereitungen auf die Wahlkampf-Rededuelle beteiligt und unterst\u00fctzte w\u00e4hrend des Wahlkampfs vor den ersten freien Wahlen 1989 die Kandidaten der Opposition inhaltlich und bei der Imageberatung. Bei diesen Wahlen wurde Wajda auch selbst zum Senator gew\u00e4hlt. Er setzte sich aktiv f\u00fcr freie Medien ein \u2013 in seinem Haus im Warschauer Stadtteil \u017boliborz wurde der Vertrag \u00fcber die Gr\u00fcndung der Firma Agora unterzeichnet, dem Herausgeber der \u201eGazeta Wyborcza\u201d \u2013 der ersten unabh\u00e4ngigen Tageszeitung im freien Polen. Wajda war einer der drei Unterzeichner des Vertrags.\n4 \/ LEHRER\nEin wichtiger T\u00e4tigkeitsbereich von Andrzej Wajda war die P\u00e4dagogik. In den 1960er-Jahren war er Dozent an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Regie der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a. Er war Initiator und k\u00fcnstlerischer Leiter des von 1972 bis 1983 bestehenden Filmstudios \u201eX\u201d. 2002 gr\u00fcndete er in Warschau die Andrzej-Wajda-Meisterschule f\u00fcr Filmregie, die bis heute erfolgreich t\u00e4tig ist und zahlreiche f\u00fcr das polnische Kino bedeutende Dokumentar- und Spielfilmregisseur*innen hervorgebracht hat. Die Wajda School hat inzwischen mehrere hundert Kurzfilme produziert, die auf den gr\u00f6\u00dften Filmfestivals gezeigt wurden. Mit ihrem offenen, interdisziplin\u00e4ren und kollegialen Ansatz \u2013 \u00e4hnlich wie einst die Filmstudios vor 1989 \u2013 erm\u00f6glicht sie es Kandidat*innen mit vielversprechenden Leistungen, die nicht unbedingt aus Filmkreisen stammen m\u00fcssen, ihre Projekte umzusetzen \u2013 unter Aufsicht erfahrener und angesehener P\u00e4dagog*innen, die selbst als Filmschaffende t\u00e4tig sind. In seinem Testament \u00e4u\u00dferte Andrzej Wajda den Wunsch, dass aus den Tantiemen seiner filmischen Werke Stipendien f\u00fcr begabte junge Menschen finanziert werden sollen.\n5 \/ PREISTR\u00c4GER\nAndrzej Wajda wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen und Auszeichnungen geehrt und erhielt Orden f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen ebenso wie f\u00fcr sein soziales Engagement.\nZu seinen wichtigsten Auszeichnungen im Rahmen mit seiner Teilnahme an renommierten Festivals geh\u00f6ren die Silberne und Goldene Palme in Cannes, FIPRESCI-Preise, Goldene L\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals in Gda\u0144sk, vier Oscar-Nominierungen und ein Oscar f\u00fcr das Lebenswerk, C\u00e9sars, der Europ\u00e4ische Filmpreis Felix, der Goldene L\u00f6we der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, die Platinl\u00f6wen des Polnischen Spielfilmfestivals von Gdynia f\u00fcr das Lebenswerk, der Goldene B\u00e4r der Berlinale, Preise f\u00fcr sein Lebenswerk bei den Internationalen Filmfestspielen von Sevilla und dem Festival Plus Camerimage, der Preis des Polnischen Filmverbandes und die Goldene Ente des Fachmagazins \u201eFilm\u201c.\nZu den h\u00f6chsten staatlichen Auszeichnungen, die Wajda verliehen wurden, geh\u00f6ren unter anderem das Gro\u00dfkreuz des Ordens Polonia Restituta, der japanische Orden der Aufgehenden Sonne, der bulgarische Kyrill-und-Method-Orden, das Komturkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das franz\u00f6sische Komturkreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz des Ordens f\u00fcr Kunst und Literatur und Offizierskreuz der Ehrenlegion, das Komturkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Ungarn, der ukrainische Orden des F\u00fcrsten Jaroslaw des Weisen, die Goldmedaille Gloria Artis, der Orden des Wei\u00dfen Adlers, der Kyoto-Preis der japanischen Inamori-Stiftung f\u00fcr Verdienste um die Entwicklung von Wissenschaft, Technik und menschlichem Denken und der Gro\u00dfe Preis der polnischen Kulturstiftung. Der Regisseur erhielt au\u00dferdem Ehrendoktorw\u00fcrden zahlreicher Hochschulen, darunter der Kunstakademie Warschau, der American University in Washington, der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Film, Fernsehen und Theater in \u0141\u00f3d\u017a, der Jagiellonen-Universit\u00e4t in Krak\u00f3w, der Filmakademie Moskau, der Belarusischen Kunstakademie und der P\u00e4dagogischen Universit\u00e4t in Krak\u00f3w. Au\u00dferdem war er Ehrenmitglied der Franz\u00f6sischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste.\n6 \/ FILMOGRAFIE\nAndrzej Wajda hat fast 60 Filme gedreht \u2013 Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme sowie zahlreiche Fernsehproduktionen. Im Vorwort zum Album, das der Gesamtausgabe seiner Werke beiliegt und dem Meister zu seinem 90. Geburtstag feierlich \u00fcberreicht wurde, schrieb er: \u201eMeine Filme entstanden \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Epochen des Kinos. Ich habe versucht, an den politischen Ereignissen nicht nur unseres Landes teilzunehmen \u2013 ich war in diesen Jahren auch Teil der gesamteurop\u00e4ischen Ver\u00e4nderungen in der Filmkunst. In \u201eAsche und Diamant\u201c habe ich dank Cybulski auf amerikanische Schauspiel-Vorbilder zur\u00fcckgegriffen. Ich war kein Einzelg\u00e4nger, deshalb gab es polnische Filme weltweit und sie konnten andere erreichen, unabh\u00e4ngig von Sprache und von unserer Vergangenheit, die auf der Leinwand nicht leicht darzustellen war. [\u2026] Ich m\u00f6chte den Menschen, die solche Bedingungen f\u00fcr das polnische Kino erk\u00e4mpft haben, meinen Dank aussprechen. Unsere Filmwelt hat seit den ersten Nachkriegsjahren Schritt f\u00fcr Schritt am Prozess der Erlangung politischer und k\u00fcnstlerischer Freiheit teilgenommen. Sie hat diese Freiheiten konsequent erweitert \u2013 von Aleksander Ford und Wanda Jakubowska \u00fcber Jerzy Kawalerowicz und Jerzy Bossak bis hin zum Kampf um das \u00dcberleben des Kinos w\u00e4hrend des Kriegszustands in den 1980er-Jahren. Ich bin gl\u00fccklich, dass auch ich an diesem Prozess teilnehmen durfte \u2013 mit meinen Filmen und meiner k\u00fcnstlerischen Autorit\u00e4t als Regisseur.\u201c\n1955 Pokolenie \/ Eine Generation1957 Kana\u0142 \/ Der Kanal1958 Popi\u00f3\u0142 i diament \/ Asche und Diamant1959 Lotna1960 Niewinni czarodzieje \/ Die unschuldigen Zauberer1961 Powiatowa Lady Makbet \/ Blut der Leidenschaft1961 Samson1962 Mi\u0142o\u015b\u0107 dwudziestolatk\u00f3w \/ Liebe mit zwanzig \/ L\u2019Amour \u00e0 vingt ans1965 Popio\u0142y \/ Legion\u00e4re | Zwischen Feuer und Asche \/ The Ashes1968 Bramy raju \/ Die Pforten des Paradieses1968 Przek\u0142adaniec \/ Rollkuchen1968 Wszystko na sprzeda\u017c \/ Alles zu verkaufen1969 Polowanie na muchy \/ Fliegenjagd1970 Krajobraz po bitwie \/ Landschaft nach der Schlacht1970 Brzezina \/ Das Birkenw\u00e4ldchen1972 Pi\u0142at i inni \/ Pilatus und andere \u2013 Ein Film f\u00fcr Karfreitag\u00a0\/ Pilate and Others1973 Wesele \/ Die Hochzeit\u00a0\/ The Wedding1975 Ziemia obiecana \/ Das gelobte Land1976 Smuga cienia \/ Die Schattenlinie1976 Umar\u0142a klasa \/ Die tote Klasse1977 Cz\u0142owiek z marmuru \/ Der Mann aus Marmor1978 Bez znieczulenia \/ Ohne Bet\u00e4ubung1979 Panny z Wilka \/ Die M\u00e4dchen von Wilko1980 Dyrygent \/ Der Dirigent1981 Cz\u0142owiek z \u017celaza \/ Der Mann aus Eisen1983 Danton1983 Mi\u0142o\u015b\u0107 w Niemczech \/ Eine Liebe in Deutschland1986 Kronika wypadk\u00f3w mi\u0142osnych \/ Chronik von Liebesunf\u00e4llen\u00a0\/ A Chronicle of Amorous Accidents1988 Biesy \/ Die D\u00e4monen \/ Les Poss\u00e9d\u00e9s\u00a0\/ The Posessed1990 Korczak1993 Pier\u015bcionek z or\u0142em w koronie \/ Liebe zwischen den Fronten1994 Nastazja \/ Nastasja1995 Wielki tydzie\u0144 \/ Die Karwoche1996 Panna Nikt \/ Fr\u00e4ulein Niemand\u00a0\/ Miss Nobody1999 Pan Tadeusz \/ Sir Thaddeus2000 Wyrok na Franciszka Klosa \/ Die Verurteilung des Franciszek K\u0142os2002 Zemsta\u00a0\/ Die Rache2007 Katy\u0144 \/ Das Massaker von Katyn2009 Tatarak \/ Der Kalmus2013 Wa\u0142\u0119sa \u2013 Cz\u0142owiek z nadziei \/ Wa\u0142\u0119sa. Der Mann aus Hoffnung2016 Powidoki \/ Afterimage\n\u00a0\n\u00a0\n\u00a0\nTexte: Wajda Film Centre\u00dcbersetzung &amp; Bearbeitung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin \u2013 Filiale Leipzig)\n\u00a0\nInfo: wajda.pisf.pl, https:\/\/ckf.waw.pl\/en\/andrzej-wajda-en\/bio\n\u00a0\nTitelbild \u00a9 Wajda Film Centre"},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/logo_ROK_WAJDY_kolor_strona.png","width":3111,"height":1451},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2026\/01\/09\/andrzej-wajda-jahr-2026\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Andrzej-Wajda-Jahr 2026"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#website","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/","name":"Instytut Polski w Berlinie","description":"Instytuty Polskie","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"pl-PL"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/3343fb63f02034c515fcf9c00d8ad9e4","name":"mw","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/5a4eeb726e07f96e3a3a64f932124c40?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/5a4eeb726e07f96e3a3a64f932124c40?s=96&d=mm&r=g","caption":"mw"},"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/author\/witkowskam\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/78"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11544"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11587,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544\/revisions\/11587"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}