{"id":6209,"date":"2023-10-31T12:52:30","date_gmt":"2023-10-31T11:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/?p=6209"},"modified":"2023-11-21T12:17:26","modified_gmt":"2023-11-21T11:17:26","slug":"filmfestival-cottbus-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/berlin\/2023\/10\/31\/filmfestival-cottbus-2023\/","title":{"rendered":"FilmFestival Cottbus 2023"},"content":{"rendered":"\n<p>Das <strong>FilmFestival Cottbus<\/strong> ist eines der weltweit f\u00fchrenden Festivals, wenn es um das aktuelle Filmschaffen in Mittel- und Osteuropa geht. Vom 7. bis 12. November gibt es wieder drei Wettbewerbe und rund 150 Filme aus 40 Produktionsl\u00e4ndern zu sehen. Viele Filme feiern in Cottbus ihre internationale, deutsche oder sogar weltweit erste Auff\u00fchrung. Nach fast jedem Film gibt es spannende Gespr\u00e4che mit den anwesenden Regisseur*innen, Produzent*innen und Schauspieler*innen. Eingebettet in das FFC findet vom 8. bis 10. November auch wieder der Co-Produktionsmarkt connecting cottbus statt, einer der \u00e4ltesten und erfolgreichsten Koproduktionsm\u00e4rkte Europas. In diesem Jahr feiert coco 25. Geburtstag. Im Zentrum des Festivals stehen drei Wettbewerbe. Von einer international besetzten Festivaljury wird der beste Spielfilm gek\u00fcrt, au\u00dferdem die beste Regieleistung und die beste darstellerische Einzelleistung. Den besten Kurzfilm sowie den Spezialpreis in dieser Kategorie pr\u00e4miert ebenfalls eine hochkar\u00e4tig besetzte Jury. Ein Hauptpreis wird ebenfalls im U18 Wettbewerb Jugendfilm vergeben. Neben den Preisgeldern gibt es die begehrte gl\u00e4serne \u201eLubina\u201c, gleicherma\u00dfen Preisskulptur wie Symbol des FFC. Der sorbische M\u00e4dchenname bedeutet \u00fcbersetzt \u201edie Liebreizende\u201c.<br \/><br \/>&gt;&gt; <a href=\"https:\/\/www.filmfestivalcottbus.de\/de\">https:\/\/www.filmfestivalcottbus.de\/de<\/a><br \/><br \/><\/p>\n<p><strong>Polnische Filme beim FilmFestival Cottbus 2023:<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>IMAGO\/ Stale niesta\u0142a<br \/><\/strong><\/em>Olga Chajdas, PL\/NL\/CZ 2023, Spielfilm, 113 Min<\/p>\n<p>Zwischen \u201cWind of Change\u201d und \u201cNo Future\u201d: Polen 1987, in den Stra\u00dfen von Gda\u0144sk protestiert die Solidarno\u015b\u0107, aber Ela interessiert sich nicht f\u00fcr Politik. Sie hat ihre eigenen Probleme. Sie schlie\u00dft sich einer psychedelischen Punkband an und wird zum Star der Underground-Szene. Ein beeindruckendes Portr\u00e4t, das sowohl den Zeitgeist der sp\u00e4ten 1980er-Jahre als auch den ewigen Kampf einer Frau um das Recht, sie selbst zu sein, einf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Name von Lech Wal\u0119sa, dem F\u00fchrer der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung, wird nur einmal erw\u00e4hnt. &#8222;Lasst sie spielen, die politischen Jungs&#8221;, sagt Ela zu ihren Zimmergenossen in der Psychiatrie, als sie pl\u00f6tzlich anfangen, \u00fcber die Nachrichten zu diskutieren. IMAGO beruht auf einer realen Geschichte, die Co-Autorin und Hauptdarstellerin Lena G\u00f3ra spielt ihre eigene Mutter. Ela G\u00f3ra war K\u00fcnstlerin und ein Star der Punk-Underground-B\u00fchnen der baltischen \u201eDreistadt\u201c Gda\u0144sk, Gdynia, Sopot. Doch sie hatte auch mit einer bipolaren St\u00f6rung zu k\u00e4mpfen und ging v\u00f6llig unvorbereitet in ihre unerwartete Mutterschaft, aus der sich ihr Partner, ein extrovertierter Maler, kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes verabschiedet. Regisseurin Olga Chajdas nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine psychedelische Reise in die Welt der Underground-Clubs, wo das Publikum in Trance zu einem neuen Song erstarrt, in verrauchte Bars und in beengte Wohnungen, in denen sich ganze Familien in v\u00f6lliger Lieblosigkeit zusammenkauern. Doch selbst, oder gerade wegen dieser Bedingungen gedeihen Kreativit\u00e4t und Freiheit, entgegen aller Widerst\u00e4nde.<br \/><br \/><strong><em>APOKAWIXA\/ IT CAME FROM THE WATER<\/em><\/strong><br \/>Xawery \u017bu\u0142awski, PL 2022, 120 Min<\/p>\n<p>Peace, Rave, Sex, jede Menge Drogen und die Rache der Natur: Der Neureichensohn Kamil l\u00e4sst kurz nach Corona in der v\u00e4terlichen Villa am Ostseestrand mal so richtig die Sau raus. Doch Papa macht seine Millionen mit der Verklappung von Giftstoffen im Meer \u2013 alle Badenden werden hier zum D\u00e4mon. Polens erster Zombie-Film ist ein furioser Popart-Fantasy-\u00d6ko-Kom\u00f6dien-Thriller.<\/p>\n<p>Nach fast zwei Jahren im Lockdown muss es mal eine richtig gro\u00dfe Party sein: Kamil l\u00e4dt zum Mega-Event im v\u00e4terlichen Palast, das Schloss ist aus dem 17. Jahrhundert, der Pool von heute. Doch der in der Ostsee verklappte D\u00fcnger l\u00e4sst die Cyanobakterien wachsen, mit Folgen f\u00fcr alle, der hier ins Wasser gehen. So wird das Fest der Liebe nicht nur von einer Gruppe rechtsextremer Hooligans und dem \u00f6rtlichen Klub-Mafiosi erschwert (er ist sauer, dass er an Kamils Party nicht mitverdient), sondern auch dadurch, dass schon bald alle Partyg\u00e4nger*innen zu Zombies werden. Bis auf sechs, die unter der F\u00fchrung des cleveren Apokalyptikers Blitz, Grunge-Rocker und selbsternannter H\u00fcter des Waldes, Menschen geblieben sind. Regisseur Xawery \u017bu\u0142awski hat sich mit seinen gekonnt ekklektizistischen filmischen Scheinehen zwischen Genre und Autorenfilm einen Namen gemacht, IT CAME FROM THE WATER ist eher kommerzielles Kino, wenn auch folgerichtig der abgedrehten Art.<br \/><br \/><em><strong>LIVE\/ Na \u017cywo<\/strong><\/em> (<span style=\"color: initial;font-size: revert\">WB Kurzfilm FFC 2023)<\/span><br \/>Mara Tamkovich, PL 2022, 13 Min<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Staatsmacht auf den Minsker Stra\u00dfen gewaltvoll gegen die Protestierenden vorgeht, berichten zwei Journalistinnen live aus der K\u00fcche einer Privatwohnung. Doch die Zeit scheint gegen sie zu arbeiten.<br \/><br \/><em><strong>AS IT WAS<\/strong><\/em> (<span style=\"color: initial;font-size: revert\">WB Kurzfilm FFC 2023)<\/span><br \/>Damian Kocur\/Anastasia Solonevych, PL\/UA 2023, 15 Min<\/p>\n<p>Nach einem Streit mit ihrem Freund f\u00e4hrt eine junge Frau nach Hause. Dort spielt sie Piano, feiert, spaziert durch den Sonnenaufgang. Alles scheint normal, aber nichts ist normal, denn zu Hause ist Kyjiw. Zarter Film \u00fcber den Versuch eines Alltagslebens inmitten des Krieges.<br \/><br \/><strong><em>SELF<\/em> <\/strong>(<span style=\"color: initial;font-size: revert\">WB Kurzfilm FFC 2023)<\/span><br \/>Konrad Kultys, PL 2023, 19 min<\/p>\n<p>Ein junges M\u00e4dchen wird aus dem Krankenhaus entlassen \u2013 ihr Gesicht emotionslos, im Arm ein Neugeborenes. W\u00e4hrend die Familie noch so tut, als w\u00e4re alles normal, schleicht sich bereits das Unbehagen in die Bilder und die Frage: Kann das gut gehen?<br \/><br \/><em><strong>BROYS\/ BRATY<\/strong><\/em> (Wettbewerb U18 Jugendfilm)<br \/>Marcin Filipowicz, PL 2022, Spielfilm 82 Min<br \/><br \/>Sinnsuche der Skateboard-Br\u00fcder im stylishen Schwarzwei\u00df-Hipster-Look. Nach dem Tod der Mutter entgleitet Bartek und Filip langsam ihr Leben. Intime und raue Irrfahrt der Gef\u00fchle durch die Wirren des Erwachsenwerdens.<br \/><br \/>Filip ist siebzehn, aber immer noch das vertr\u00e4umte Skater-Kid von damals. Sein \u00e4lterer Bruder Bartek will wegziehen, um endlich alleine zu leben. Ihr letzter gemeinsamer Sommer. Alles nicht so leicht, seitdem die Mutter gestorben ist. Die beiden versuchen noch immer, damit klarzukommen. Bartek ist ein Hitzkopf, trinkt und kifft. Filip ist sch\u00fcchtern und sensibel. Dazu kommt ihr depressiver Vater und die Drogen. Und ein M\u00e4dchen, das beiden den Kopf verdreht. In hoch\u00e4sthetischen Schwarzwei\u00df-Bildern gelingt Marcin Filipowicz ein feinf\u00fchliges und gleichzeitig hartes Portr\u00e4t zweier gegens\u00e4tzlicher Br\u00fcder, das von den letzten verwunschenen Tagen erz\u00e4hlt, bevor sich alles \u00e4ndern wird. Eine Suche nach Identit\u00e4t und dem eigenen Platz in der Welt, in der Hubert Milkowski, Polens Pendant zu Timoth\u00e9e Chalamet, als Filip brilliert.<br \/><br \/><strong><em>DANGEROUS GENTLEMEN\/ NIEBEZPIECZNI D\u017bENTELMENI<br \/><\/em><\/strong>Maciej Kawalski, PL 2022, Spielfilm, 107 Min<\/p>\n<p>Zakopane, 1914. Der Arzt und Autor Tadeusz Boy-\u017bele\u0144ski erwacht nach einer durchzechten Nacht. An die Ereignisse der letzten Stunden kann er sich nicht erinnern, und dann wird auch noch eine Leiche auf dem Sofa gefunden. Eine rasante \u201eHangover\u201c-Variante aus der Endphase der Belle Epoque zwischen Sittenbild, Klamauk und politischem Verwirrspiel, die anspielungsreich und intelligent polnische und damit europ\u00e4ische Geschichte auf die Schippe nimmt.<\/p>\n<p>Tadeusz Boy-\u017bele\u0144ski, Witkacy, Joseph Conrad und Bronis\u0142aw Malinowski stehen vor einem R\u00e4tsel: sie wissen nicht, wer der Tote in ihrem Wohnzimmer ist. Bald stellt sich heraus, es ist Marquis Boy, ein Schriftsteller mit franz\u00f6sischem Pass, der einer Verwechslung zum Opfer fiel, seine M\u00f6rder hatten es eigentlich auf den Arzt Tadeusz \u017bele\u0144ski abgesehen. Die vier bekannten Pers\u00f6nlichkeiten der Boh\u00e8me haben jedoch keine Zeit zu verlieren, denn die Polizei klopft bereits an der T\u00fcr. Was folgt, ist eine ereignisreicher Ritt durch die Berglandschaft der Tatra, inklusive Gastaufritte von Wladimir Lenin und J\u00f3zef Pi\u0142sudski. Das \u201epolnische Paris\u201c Zakopane entpuppt sich nun als Schauplatz einer riesigen Verschw\u00f6rung, in die K\u00fcnstler wie Politiker, Revolution\u00e4re wie Gangster verwickelt sind. In seinem Debutfilm zeigt Maciej Kawalski Ikonen der polnischen Kultur und Politik in einem neuen Licht. Der Arzt, Vortragsreisende und Weltverbesserer Tadeusz \u201eBoy\u201c \u017bele\u0144ski ist einer realen Figur aus der polnischen Kulturgeschichte entnommen, ebenso andere in die Handlung eingebundene Mitstreiter wie der Pianist Karol Szymanowski und der Schriftsteller Stanis\u0142aw Ignacy Witkiewicz. Eine fesselnde Geschichte voller Witz und Abenteuer, dargeboten durch mitrei\u00dfende schauspielerische Leistungen von prominenten Darstellern wie Tomasz Kot (Cold War) und Andrzej Seweryn (Im Sumpf, R\u00f3\u017cyczka).<br \/><br \/><strong><em>THE HIDDEN WEB\/ Ukryta sie\u0107<br \/><\/em><\/strong>Piotr Adamski, PL 2023, Spielfilm, 100 Min<\/p>\n<p>Wenn die J\u00e4gerin zur Gejagten wird: Bei Recherche \u00fcber den t\u00f6dlichen Autounfall eines TV-Stars kommt eine Social Media-Journalistin einem Kinderporno-Ring auf die Spur. Schon bald erh\u00e4lt sie Droh-Mails, ein Sex-Post mit ihr geht viral. Packender Hardboiled-Thriller mit Adrenalin-Effekt, bei dem die Moral st\u00e4ndig die Seiten wechselt \u2013 wenn es sie jemals gab.<\/p>\n<p>Judita hat Erfolg und will noch mehr davon. Genauso wie ihr Publikum hat sie ein Faible f\u00fcr Rei\u00dferisches und Flippiges. Vom Unfallort postet sie ein Bild des blutig entstellten Opfers \u2013 Anlass f\u00fcr dessen betuchte Familie und ihre Anw\u00e4lte, Judita \u00f6ffentlich anzugehen. Sp\u00e4testens als ein privates Sexbildchen mit Judita im Netz auftaucht, steckt sie ausweglos in einer Schlammschlacht fest, in der sie st\u00e4ndig gezwungen ist, auf das n\u00e4chste Investigations-Level zu klettern &#8211; sie wei\u00df, dass sie es mit Profis zu tun hat. Bei ihren Recherchen merkt sie zu sp\u00e4t, dass sie jemandem in die Quere kommt, der ganz andere Intentionen hat. Regisseur Piotr Adamski machte 2019 mit seinem dystopischen Arthaus-Vorstadtportrait EASTERN (FFC 2020) auf sich aufmerksam, jetzt legt er noch eine kr\u00e4ftige Schippe Action drauf. THE HIDDEN WEB steht in der Tradition polnischer Mainstream-Filme, die reale politische und gesellschaftliche Skandale zwischen Abh\u00f6raff\u00e4ren, Korruption und Kindesmissbrauch mit dramaturgischem Verve, Star-Potenzial und gekonntem Genre-Handwerk kommerziell ausbeuten &#8211; und damit gleichzeitig die Doppelmoral des gegenw\u00e4rtigen politischen Establishments in Polen herausfordern.<br \/><br \/><strong><em>MAN OF IRON\/Cz\u0142owiek z \u017celaza\/Der Mann aus Eisen<\/em><\/strong> (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)<br \/>Andrzej Wajda, PL 1981, 153 Min<\/p>\n<p>Revolte und Verrat! W\u00e4hrend an den Gdansker Werften die Arbeit ruht, bekommt ein abgehalfterter Journalist den Auftrag, belastendes Material gegen den Streikf\u00fchrer zu sammeln. Packendes Politdrama \u00fcber die Entstehung der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung.<br \/><br \/>Andrzej Wajda erkundet das Herz der polnischen Revolution von 1980, aus der die Solidarno\u015b\u0107-Bewegung hervorging. Inmitten des Streiks der Werftarbeiter in Danzig erh\u00e4lt der Journalist Winkel den brisanten Auftrag, eine Reportage \u00fcber den Streikf\u00fchrer Maciej Tomczyk anzufertigen. W\u00e4hrend der Journalist immer tiefer in Maciejs Geschichte eintaucht, entdeckt er eine komplexe Familiengeschichte und die feurige Seele des Widerstands. Wajda f\u00e4ngt nicht nur in die politischen und sozialen Umw\u00e4lzungen Polens in dieser Zeit ein, sondern skizziert auch geschickt den moralischen Konflikt, mit dem sich Winkel konfrontiert sieht. Die Erkenntnis, dass seine Arbeit instrumentalisiert wird, um gegen Tomczyk zu intrigieren, l\u00e4sst ihn am Sinn seiner Arbeit zweifeln. Denn er versteht ihn. Clever nutzte Andrzej Wajda die Ereignisse von 1980 und drehte gro\u00dfe Teile des Films w\u00e4hrend der tats\u00e4chlichen Streiks. 1981 gab es daf\u00fcr die Goldene Palme in Cannes.<br \/><br \/><strong><em>March 68\/ Marzec &#8217;68<\/em><\/strong> (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)<br \/>Krzysztof Lang, PL 2022, 122 Min<br \/><br \/>Eine Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund studentischer Unruhen und staatlichem Antisemitismus im sozialistischen Polen des Jahres 1968. Hat eine junge Liebe zwischen Hetzkampagne, B\u00fcrgermiliz und Geheimdienst-Intrige eine Chance?<br \/><br \/>Als Janek Hania auf den Stra\u00dfen des n\u00e4chtlichen Warschaus davor rettet, von einem Auto \u00fcberfahren zu werden, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Hanias Vater, ein Arzt, wurde aus fadenscheinigen Gr\u00fcnden entlassen. Er ist Jude und damit Opfer der antisemitischen Hetzkampagne, die im Zuge des Sechstagekrieges in fast allen Ostblock-Staaten gegen den \u201eZionismus\u201c und den \u201eisraelischen Imperialismus\u201c gefahren wird. Ministerpr\u00e4sident Wladys\u0142aw Gomu\u0142ka beschuldigt die in der Volksrepublik Polen verbliebenen Juden und J\u00fcdinnen zudem, als Agent_innen Israels und des Westens die Strippenzieher*innen der studentischen Proteste zu sein, die nach der Absetzung von Adam Mickiewicz\u2019 Theaterklassiker \u201eDie Ahnenfeier\u201c (\u201eDziady\u201c) wegen \u201eantisowjetischer Tendenzen\u201c im M\u00e4rz 1968 ausbrechen. Janeks Vater ist wiederum als hohes Tier im Geheimdienst ma\u00dfgeblich an Repression und Gewalt gegen die Demonstrant*innen beteiligt\u2026 Aus der Perspektive eines jungen Liebespaars erz\u00e4hlt Regisseur Krzysztof Lang, wie \u00dcberlebende von Shoah und Ghetto mit ihren Familien zur Emigration aus ihrem polnischen Heimatland gezwungen werden. Ein Film, der das Lebensgef\u00fchl junger Leute zwischen Partys, Jazz, Romantik und Aufbruchsstimmung schildert, das jedoch von der Willk\u00fcr der Staatsmacht zerst\u00f6rt wird. Historische Archivaufnahmen von Warschau im Jahr 1968 erg\u00e4nzen den Spielfilm, der ungesch\u00f6nt ein dunkles Kapitel j\u00fcngerer polnischer Geschichte aufrollt.<br \/><br \/><strong><em>Strajk \u2013 Die Heldin von Danzig\/ Strajk \u2013 bohaterka z Gda\u0144ska <\/em><\/strong>(Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)<br \/>Volker Schl\u00f6ndorff, DE\/PL 2006, 104 Min<br \/><br \/>Von der Werft zur Weltgeschichte. Packendes Biopic von Volker Schl\u00f6ndorff. Eine Kranf\u00fchrerin lehnt sich gegen das sozialistische System Polens auf und wird zur heimlichen Legende, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft f\u00fcr ihren Sohn.<br \/><br \/>In den rauchenden Hallen einer Danziger Werft ackert die alleinerziehende Mutter Agnieszka bis zur Ersch\u00f6pfung. Ihr Flei\u00df bleibt nicht unbemerkt und sie wird mehrfach als &#8222;Heldin der Arbeit&#8221; geehrt. Doch als sie Zeugin eines t\u00f6dlichen Werksunfalls wird, kann sie nicht l\u00e4nger schweigen und wird zur Stimme der Entr\u00fcsteten und zur Zielscheibe \u00fcbler Repressalien. Mit unersch\u00fctterlichem Mut konfrontiert Agnieszka die Betriebsleitung und fordert bessere Arbeitsbedingungen, w\u00e4hrend eine aufkeimende Streikbewegung bald das ganze Land erfasst. Brillant verk\u00f6rpert Katharina Thalbach die leidenschaftlich unerschrockene Agnieszka, die sich trotz aller Widrigkeiten niemals unterkriegen l\u00e4sst. Schl\u00f6ndorffs STRAJK \u2013 DIE HELDIN VON DANZIG entfaltet sich als tief bewegende Chronik \u00fcber den unersch\u00fctterlichen Willen einer Frau und eines Volkes, das sich gegen die Unterdr\u00fcckung eines korrupten Systems und f\u00fcr Gerechtigkeit auflehnt und so eine neue \u00c4ra ins Rollen bringt.<br \/><br \/><strong>POLSKIE HORIZONTY: DER WEIBLICHE BLICK<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren machten in der internationalen Festivallandschaft verst\u00e4rkt Filme von weiblichen Regisseurinnen aus Polen von sich Reden und auch die zunehmende Anzahl nationaler Auszeichnungen f\u00fcr Produktionen polnischer Regisseurinnen zeugt von einem positiven Trend in der gesamten Branche. Dennoch ist der Kampf weiblicher Filmschaffender um F\u00f6rderung und Anerkennung weiterhin von zahlreichen und unterschiedlich motivierten Hindernissen bestimmt. Das FFC zeigt beispielhaft eine Auswahl ganz unterschiedlicher Filme polnischer Regisseurinnen, in deren Zentrum denn auch meist weibliche Identifikationsfiguren stehen; mit dabei alle drei Filme von Agnieszka Smoczy\u0144ska. Mit IMAGO, dem neuen Film von Olga Chajdas, ist \u00fcbrigens ein bemerkenswerter und ungew\u00f6hnlicher Film einer weiteren renommierten polnischen Regisseurin im diesj\u00e4hrigen FFC-Wettbewerb zu sehen. Die Reihe wird unterst\u00fctzt von der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit.<br \/><br \/><strong><em>AUTUMN GIRL Bo we mnie jest seks<br \/><\/em><\/strong>Katarzyna Klimkiewicz, PL 2021, 105 Min.<\/p>\n<p>Polen in den 1960er-Jahren. Kalina J\u0119drusik gilt als die \u201eMarylin Monroe Polens\u201c \u2013 Diva und Sex-Symbol, Femme fatale und Feministin. Eine Frau, die nach ihren eigenen Regeln lebte \u2013 und damit damit nicht nur die Gesellschaft, sondern auch den Staat herausforderte, bei Partei und Fernsehen aneckte. Als Musical inszenierte Emanzipationsgeschichte.<\/p>\n<p>Katarzyna Klimkiewicz\u2018 Film setzt der fr\u00fchen \u201ePop-Ikone\u201c ein Denkmal \u2013 und erz\u00e4hlt mit hohem Ausstattungs- und Unterhaltungswert einen Teil polnischer (Pop)-Geschichte aus einem pers\u00f6nlichen Blickwinkel, der am Ende immer politischer wird. Mit ihrem Unabh\u00e4ngigkeitsdrang ist J\u0119drusik heute ein Vorbild f\u00fcr Frauen, die das machen, was normal ist: unabh\u00e4ngig sein. Eine Geschichte, die leider noch immer nicht aus der Zeit gefallen ist.<br \/><br \/><strong><em>Fugue\/ Fuga<br \/><\/em><\/strong>Agnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/CZ\/SUI 2018, 100 Min<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren war die brave Mutter aus der Gegend von Wroclaw pl\u00f6tzlich verschwunden und hatte sich ohne jegliche Erinnerung in Warschau neu erfunden. Als starke, selbstbewusste Frau hat sie sich durchs Leben geboxt, bis eine TV \u2010Sendung ihre Identit\u00e4t offenlegt Nun ist sie zur\u00fcck in den Armen ihrer Familie und k\u00f6nnte sich dort kaum fremder f\u00fchlen.<\/p>\n<p>In dunklen Bildern und mit mutigem Sounddesign entbl\u00e4ttert die Regisseurin das zerrissene Innere ihrer Hauptfigur, der sie stets dicht auf den Fersen bleibt. Dass diese nicht zwingend sympathisch, aber stets nachvollziehbar bleibt, ist neben einem gekonnten Schnitt vor allem der grandiosen Leistung der Hauptdarstellerin zu verdanken, welche Blicke tief in die Seele ihrer Figur zul\u00e4sst, ohne sie vollst\u00e4ndig zu entr\u00e4tseln. Der Film wurde mit dem Polnischen Filmpreis Or\u0142y (dt. Adler) in der Kategorie \u201eEntdeckung des Jahres&#8221; ausgezeichnet.<br \/><br \/><strong><em>HELA<br \/><\/em><\/strong>Anna Kasperska, PL 2022, 81 Min<\/p>\n<p>Die rebellische Teenagerin Hela eckt \u00fcberall an, weshalb sie schon wieder in einem Jugendheim gelandet ist. Dabei will sie eigentlich nur eins: sich um ihre kleine Schwester k\u00fcmmern. Und deshalb ist sie aus diesem Heim auch schon wieder ausgebrochen. Eindr\u00fcckliches Portrait einer jungen Frau zwischen Trotz und Verantwortungsgef\u00fchl, getragen von einer wunderbaren Hauptdarstellerin.<br \/><br \/>Die Vollwaisin Hela wird auf der Flucht aus dem Heim von zwei Cops erwischt und wieder eingefangen. Im neuen Heim wird sie von ihren Mitinsassinnen b\u00f6sartig gemobbt und verpr\u00fcgelt. Die Ordensschwestern, die die Anstalt betreiben, haben mehr Interesse daran, dass ihre Institution funktioniert und dabei wenig \u00c4rger macht, als daran, sich um ihre Schutzbefohlenen zu k\u00fcmmern. Entsprechend h\u00e4lt sich auch das Mitleid mit Hela in engen Grenzen. Die flieht erneut und schafft es, ihre kleine Schwester Zuzia aus der Pflegefamilie zu entf\u00fchren. Gemeinsam stellen die beiden fest, dass so ein Vagabundendasein auch nicht so toll ist.<br \/><br \/><em><strong>ILLUSION\/ Iluzja<br \/><\/strong><\/em>Marta Minorowicz, PL 2022, 89 Min.<\/p>\n<p>Hannas Tochter ist vor einigen Monaten spurlos verschwunden. Die Polizei ist ratlos, doch die Lehrerin gibt die Suche nach ihrem Kind nicht auf, hofft, bangt, verzweifelt und sucht sich Hilfe im \u00dcbernat\u00fcrlichen. Mit viel Talent f\u00fcr ausdrucksstarke Bilder erkundet Marta Minorowicz Seelenlandschaften unter der K\u00e4seglocke einer leisen Verzweiflung, deren Ton allm\u00e4hlich rauer wird \u2013 und immer tiefer eindringt in die Psychologie von Verschw\u00f6rungstheorien.<\/p>\n<p>Gedreht im Ostseeraum bei Gdynia, lotet der Film aus, wann Verzweiflung ins Irrationale kippt. Da die Polizei, so nimmt jedenfalls Hanna an, ihren Job nicht richtig macht, nimmt sie die Suche selber in die Hand. Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschwimmen: lag da wirklich dieser Knopf vom Mantel ihrer Tochter? Wieviel Hoffnung k\u00f6nnen die Spinner geben, die immer wieder anrufen und behaupten, das verschwundene M\u00e4dchen mal hier, mal da gesehen zu haben? Will die Polizei ihr wirklich nicht helfen, oder einfach p\u00fcnktlich in den<\/p>\n<p>Feierabend? Und warum wird, schleichend, der Glaube an das \u00dcbernat\u00fcrliche vom Trostpflaster zum Rettungsanker? Vielleicht ist Minorowicz\u2018 Beobachtung ja nicht nur auf eine Mutter anwendbar, die ihre Tochter verloren hat, sondern auch auf eine ganze Gesellschaft, die an Verzweiflungssymptomen leidet. Und sich die Fakten so hinbiegt, dass sie nicht mehr ein Weltbild st\u00f6ren, dass von dem Imperativ gebildet wird, dass doch alles \u201enormal\u201c zu bleiben hat. Eine Illusion, die Hanna an den Rand der Schizophrenie f\u00fchrt.<br \/><br \/><strong><em>SHREDS\/ Strz\u0119py<br \/><\/em><\/strong>Beata Dzianowicz, PL 2022, 98 Min<\/p>\n<p>Ein Familiendrama im Wandel der Jahreszeiten. Im Winter gehen der Ingenieur und Universit\u00e4tsprofessor Gerard und sein Sohn Adam noch gemeinsam zum Jagen. Im Fr\u00fchling hat der Vater bereits Alzheimer und verliert zunehmend den Sinn f\u00fcr die Realit\u00e4t. Beklemmende Et\u00fcde \u00fcber das schwierige Zusammenleben, wenn eine unheilbare Krankheit alles andere dominiert und das Leben der ganzen Familie auf den Kopf stellt.<\/p>\n<p>Der zweite Spielfilm der Dokumentarfilmregisseurin Beata Dzianowicz f\u00fchrt in eine schlesische Kleinstadt zur Familie der Pateroks, die alle zusammen in einer Wohnung leben. Die Stimmung unter den drei Generationen ist heiter und liebevoll. Bis bei dem etwa 60-j\u00e4hrigen Gerard Alzheimer ausbricht. Er legt pl\u00f6tzlich seine Spiegelreflexkamera in die Sp\u00fclmaschine oder uriniert vor seinen Student*innen w\u00e4hrend einer Vorlesung in einen Blumentopf. Bald wird er zunehmend zu einer Herausforderung f\u00fcr das Familienleben. Adam interessiert sich fast manisch nur noch f\u00fcr seinen Vater und setzt daf\u00fcr auch seine eigene Ehe und das Verh\u00e4ltnis zu seiner Tochter aufs Spiel. Gerard selbst wird immer mehr zu einer Gefahr f\u00fcr alle. Dzianowicz interessiert sich in SHREDS weniger f\u00fcr die Krankheit Alzheimer, als f\u00fcr die Auswirkungen auf ein bisher intaktes Familienleben. Ein Film mit therapeutischem Wiedererkennungswert f\u00fcr alle, die solche oder \u00e4hnliche Situationen hinter sich haben oder gerade durchmachen.<br \/><br \/><em><strong>SILENT LAND\/ Cicha ziemia<\/strong><\/em> (#FEATURE #DRAMA #DIVERSITY)<br \/>Aga Woszczy\u0144ska, PL\/IT 2021, 113 Min<br \/><br \/>Urlaub mit Hindernissen: Anna und Adam, gutaussehend, smart, erfolgreich, haben eine Luxusvilla in Italien gebucht. Doch der Pool ist ohne Wasser, der Ventilator funktioniert nicht, und zwischen den beiden knirscht es. Als dann vor der Haust\u00fcr noch ein Unfall passiert, l\u00e4sst sich die emotionale Kontrolle nur noch mit \u00e4u\u00dferster Disziplin aufrechterhalten.<br \/><br \/>Die Stimmung ist also eh schon distanziert. Der Pool wird von einem illegalen Arbeitsmigranten aus Nordafrika repariert, der bei den Arbeiten ums Leben kommt. Wer tr\u00e4gt die Verantwortung? Der Vermieter schaltet auf Durchzug, die Polizei ist \u00fcberfordert, Anna und Adam entscheiden sich, den Vorfall zu ignorieren, doch nat\u00fcrlich ist das nicht m\u00f6glich. Messerscharf inszenierter Konzeptfilm \u00fcber Verantwortung und das Wegducken vor Verantwortung, schlechte Kommunikation, Vorurteile und das arrogante Verh\u00e4ltnis zwischen Nord und S\u00fcd.<br \/><br \/><em><strong>The Lure \/ C\u00f3rki dancingu\/ Sirenengesang<br \/><\/strong><\/em>Agnieszka Smoczy\u0144ska, PL 2015, 92 Min<\/p>\n<p>\u201eZieht uns heraus \/ F\u00fcrchtet euch nicht \/ Wir werden euch schon nicht auffressen!&#8221; Mit diesem Gesang lenken zwei Nixen die Aufmerksamkeit einer feiernden Gesellschaft an der Weichsel auf sich. An Land gezogen, finden sie sich mitten in der bonbonbunten Welt der Achtzigerjahre wieder. In einem Tanzclub sollen sie als neue B\u00fchnenattraktion die Kassen klingeln lassen, doch die Gestalten aus dem Fluss lassen sich nicht domestizieren.<\/p>\n<p>Mit ihrem Deb\u00fct als Regisseurin und Drehbuchautorin hat Smoczy\u0144ska im Handumdrehen das Publikum erobert, aber auch irritiert und \u00fcberfordert. Das wilde Genre-Crossover aus Musical, romantischer Kom\u00f6die, modernem M\u00e4rchen, Ostalgie-Trip, Trash und Horror l\u00e4sst viele Interpretationsm\u00f6glichkeiten zu \u2013 von einer Sozialstudie der sp\u00e4ten Volksrepublik kurz vor ihrem Untergang \u00fcber eine Allegorie auf das ungez\u00fcgelte Weibliche bis hin zu einer alternativen Geschichte der Warschauer Wappenfigur, der bewaffneten Seejungfer.<br \/><br \/><em><strong>The Silent Twins<br \/><\/strong><\/em>Agnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/USA\/GB 2022, 113 min<\/p>\n<p>Die unzertrennlichen Zwillinge June und Jennifer Gibbons leben in den Siebzigerjahren mit ihren Eltern und Geschwistern in der walisischen Provinz. Die Familie kommt aus Barbados und die dunkelh\u00e4utigen Sch\u00fclerinnen erleben den \u00fcblichen Alltagsrassismus, wachsen aber im Grunde beh\u00fctet auf. Trotzdem passiert eines Tages das Unvorstellbare: Sie verstummen. Lehrer*innen, \u00c4rzt*innen und Psycholog*innen m\u00fchen sich an ihnen ab, aber kein Wort kommt mehr \u00fcber ihre Lippen. Einzelgespr\u00e4che, Schulverweis, Hausunterricht \u2013 keine Ma\u00dfnahme vermag es, sie wieder zum Sprechen zu bringen.<\/p>\n<p>Doch hinter der Mauer des Schweigens verbirgt sich eine \u00fcberbordende Fantasie. In den sch\u00fctzenden vier W\u00e4nden ihres kunterbunten Kinderzimmers entwerfen die Schwestern ihre eigene Welt aus Puppentheater, Radiosendungen, Liedern und Geschichten. Dort ist Sprache auch kein Hindernis, sie plaudern ununterbrochen miteinander \u2013 mehr noch, sie entwickeln literarische Ambitionen und beginnen, ihre Geschichten niederzuschreiben. Aus den Kindern werden Teenies, die sich von Abenteuern f\u00fcr ihre Texte inspirieren lassen \u2013 nicht immer in den Grenzen des Legalen und nach wie vor schweigend. Aus der Sicht der Gesellschaft sind solche Regelbrecherinnen nicht l\u00e4nger tragbar.<\/p>\n<p>Agnieszka Smoczy\u0144ska versucht sich nicht an einer realistischen, historisch exakten Rekonstruktion der authentischen Geschichte, sondern l\u00e4dt ein zu einer Achterbahnfahrt durch die Fantasie der M\u00e4dchen, die aus dem gesellschaftlichen Normkorsett ausbrechen. Mit \u00fcbersprudelnden visuellen Einf\u00e4llen, im Sound der Epoche und versetzt mit virtuosen Animationen von Barbara Rupik lernen wir das Paar vielleicht nicht zu verstehen, aber zumindest teilweise zu erf\u00fchlen. [Rainer Mende]<\/p>\n<p><em><strong>VIKA!<br \/><\/strong><\/em>Agnieszka Zwiefka, PL\/DE 2023, 74 Min.<\/p>\n<p>Mit 84 Jahren ist Virginia \u201eVika\u201c Szmydt die \u00e4lteste DJane Polens, wenn nicht Europas. Sie h\u00e4lt Vortr\u00e4ge in Altersheimen, legt bei Tanzabenden Rock\u2019N\u2019Roll und Swing auf und auf queeren Demos Techno. Doch die Suche nach der ewigen Jugend st\u00f6\u00dft sp\u00e4testens dann an ihre Grenzen, wenn man alleine nicht mehr aus der Badewanne kommt.<\/p>\n<p>Von ihren jugendlichen Klient*innen wird Vika als Ikone gefeiert, ist mitten drin im Leben und damit nicht nur in Seniorenwohnanlagen, sondern auch in Polens Subkultur angekommen, die f\u00fcr mehr Selbstbestimmung und weniger Tradition streitet \u2013 im Alter und anderswo. Doch wie sieht es dahinter aus? Vikas Sohn wirft ihr vor, zwar mit 30 Kilogramm Schallplatten durch halb Polen zu fahren, aber nicht um die Ecke, um sich sein Spiel in der Nationalmannschaft anzugucken. Zwischen Karriere und K\u00e4lte \u2013 auch Vika ist dieser Widerspruch bewusst, aber das Musikmachen macht einfach zu viel Spa\u00df. Am 9.11. sind 15 Sch\u00fcler aus Zielona Gora zu Besuch beim FilmFestival Cottbus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FilmFestival Cottbus ist eines der weltweit f\u00fchrenden Festivals, wenn es um das aktuelle Filmschaffen in Mittel- und Osteuropa geht. Vom 7. bis 12. November gibt es wieder drei Wettbewerbe und rund 150 Filme aus 40 Produktionsl\u00e4ndern zu sehen. Viele Filme feiern in Cottbus ihre internationale, deutsche oder sogar weltweit erste Auff\u00fchrung. 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Vom 7. bis 12. November gibt es wieder drei Wettbewerbe und rund 150 Filme aus 40 Produktionsl\u00e4ndern zu sehen. Viele Filme feiern in Cottbus ihre internationale, deutsche oder sogar weltweit erste Auff\u00fchrung. Nach fast jedem Film gibt es spannende Gespr\u00e4che mit den anwesenden Regisseur*innen, Produzent*innen und Schauspieler*innen. Eingebettet in das FFC findet vom 8. bis 10. November auch wieder der Co-Produktionsmarkt connecting cottbus statt, einer der \u00e4ltesten und erfolgreichsten Koproduktionsm\u00e4rkte Europas. In diesem Jahr feiert coco 25. Geburtstag. Im Zentrum des Festivals stehen drei Wettbewerbe. Von einer international besetzten Festivaljury wird der beste Spielfilm gek\u00fcrt, au\u00dferdem die beste Regieleistung und die beste darstellerische Einzelleistung. Den besten Kurzfilm sowie den Spezialpreis in dieser Kategorie pr\u00e4miert ebenfalls eine hochkar\u00e4tig besetzte Jury. Ein Hauptpreis wird ebenfalls im U18 Wettbewerb Jugendfilm vergeben. Neben den Preisgeldern gibt es die begehrte gl\u00e4serne \u201eLubina\u201c, gleicherma\u00dfen Preisskulptur wie Symbol des FFC. Der sorbische M\u00e4dchenname bedeutet \u00fcbersetzt \u201edie Liebreizende\u201c.&gt;&gt; https:\/\/www.filmfestivalcottbus.de\/de\\nPolnische Filme beim FilmFestival Cottbus 2023:\\nIMAGO\/ Stale niesta\u0142aOlga Chajdas, PL\/NL\/CZ 2023, Spielfilm, 113 Min\\nZwischen \u201cWind of Change\u201d und \u201cNo Future\u201d: Polen 1987, in den Stra\u00dfen von Gda\u0144sk protestiert die Solidarno\u015b\u0107, aber Ela interessiert sich nicht f\u00fcr Politik. Sie hat ihre eigenen Probleme. Sie schlie\u00dft sich einer psychedelischen Punkband an und wird zum Star der Underground-Szene. Ein beeindruckendes Portr\u00e4t, das sowohl den Zeitgeist der sp\u00e4ten 1980er-Jahre als auch den ewigen Kampf einer Frau um das Recht, sie selbst zu sein, einf\u00e4ngt.\\nDer Name von Lech Wal\u0119sa, dem F\u00fchrer der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung, wird nur einmal erw\u00e4hnt. \\\"Lasst sie spielen, die politischen Jungs\\\", sagt Ela zu ihren Zimmergenossen in der Psychiatrie, als sie pl\u00f6tzlich anfangen, \u00fcber die Nachrichten zu diskutieren. IMAGO beruht auf einer realen Geschichte, die Co-Autorin und Hauptdarstellerin Lena G\u00f3ra spielt ihre eigene Mutter. Ela G\u00f3ra war K\u00fcnstlerin und ein Star der Punk-Underground-B\u00fchnen der baltischen \u201eDreistadt\u201c Gda\u0144sk, Gdynia, Sopot. Doch sie hatte auch mit einer bipolaren St\u00f6rung zu k\u00e4mpfen und ging v\u00f6llig unvorbereitet in ihre unerwartete Mutterschaft, aus der sich ihr Partner, ein extrovertierter Maler, kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes verabschiedet. Regisseurin Olga Chajdas nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine psychedelische Reise in die Welt der Underground-Clubs, wo das Publikum in Trance zu einem neuen Song erstarrt, in verrauchte Bars und in beengte Wohnungen, in denen sich ganze Familien in v\u00f6lliger Lieblosigkeit zusammenkauern. Doch selbst, oder gerade wegen dieser Bedingungen gedeihen Kreativit\u00e4t und Freiheit, entgegen aller Widerst\u00e4nde.APOKAWIXA\/ IT CAME FROM THE WATERXawery \u017bu\u0142awski, PL 2022, 120 Min\\nPeace, Rave, Sex, jede Menge Drogen und die Rache der Natur: Der Neureichensohn Kamil l\u00e4sst kurz nach Corona in der v\u00e4terlichen Villa am Ostseestrand mal so richtig die Sau raus. Doch Papa macht seine Millionen mit der Verklappung von Giftstoffen im Meer \u2013 alle Badenden werden hier zum D\u00e4mon. Polens erster Zombie-Film ist ein furioser Popart-Fantasy-\u00d6ko-Kom\u00f6dien-Thriller.\\nNach fast zwei Jahren im Lockdown muss es mal eine richtig gro\u00dfe Party sein: Kamil l\u00e4dt zum Mega-Event im v\u00e4terlichen Palast, das Schloss ist aus dem 17. Jahrhundert, der Pool von heute. Doch der in der Ostsee verklappte D\u00fcnger l\u00e4sst die Cyanobakterien wachsen, mit Folgen f\u00fcr alle, der hier ins Wasser gehen. So wird das Fest der Liebe nicht nur von einer Gruppe rechtsextremer Hooligans und dem \u00f6rtlichen Klub-Mafiosi erschwert (er ist sauer, dass er an Kamils Party nicht mitverdient), sondern auch dadurch, dass schon bald alle Partyg\u00e4nger*innen zu Zombies werden. Bis auf sechs, die unter der F\u00fchrung des cleveren Apokalyptikers Blitz, Grunge-Rocker und selbsternannter H\u00fcter des Waldes, Menschen geblieben sind. Regisseur Xawery \u017bu\u0142awski hat sich mit seinen gekonnt ekklektizistischen filmischen Scheinehen zwischen Genre und Autorenfilm einen Namen gemacht, IT CAME FROM THE WATER ist eher kommerzielles Kino, wenn auch folgerichtig der abgedrehten Art.LIVE\/ Na \u017cywo (WB Kurzfilm FFC 2023)Mara Tamkovich, PL 2022, 13 Min\\nW\u00e4hrend die Staatsmacht auf den Minsker Stra\u00dfen gewaltvoll gegen die Protestierenden vorgeht, berichten zwei Journalistinnen live aus der K\u00fcche einer Privatwohnung. Doch die Zeit scheint gegen sie zu arbeiten.AS IT WAS (WB Kurzfilm FFC 2023)Damian Kocur\/Anastasia Solonevych, PL\/UA 2023, 15 Min\\nNach einem Streit mit ihrem Freund f\u00e4hrt eine junge Frau nach Hause. Dort spielt sie Piano, feiert, spaziert durch den Sonnenaufgang. Alles scheint normal, aber nichts ist normal, denn zu Hause ist Kyjiw. Zarter Film \u00fcber den Versuch eines Alltagslebens inmitten des Krieges.SELF (WB Kurzfilm FFC 2023)Konrad Kultys, PL 2023, 19 min\\nEin junges M\u00e4dchen wird aus dem Krankenhaus entlassen \u2013 ihr Gesicht emotionslos, im Arm ein Neugeborenes. W\u00e4hrend die Familie noch so tut, als w\u00e4re alles normal, schleicht sich bereits das Unbehagen in die Bilder und die Frage: Kann das gut gehen?BROYS\/ BRATY (Wettbewerb U18 Jugendfilm)Marcin Filipowicz, PL 2022, Spielfilm 82 MinSinnsuche der Skateboard-Br\u00fcder im stylishen Schwarzwei\u00df-Hipster-Look. Nach dem Tod der Mutter entgleitet Bartek und Filip langsam ihr Leben. Intime und raue Irrfahrt der Gef\u00fchle durch die Wirren des Erwachsenwerdens.Filip ist siebzehn, aber immer noch das vertr\u00e4umte Skater-Kid von damals. Sein \u00e4lterer Bruder Bartek will wegziehen, um endlich alleine zu leben. Ihr letzter gemeinsamer Sommer. Alles nicht so leicht, seitdem die Mutter gestorben ist. Die beiden versuchen noch immer, damit klarzukommen. Bartek ist ein Hitzkopf, trinkt und kifft. Filip ist sch\u00fcchtern und sensibel. Dazu kommt ihr depressiver Vater und die Drogen. Und ein M\u00e4dchen, das beiden den Kopf verdreht. In hoch\u00e4sthetischen Schwarzwei\u00df-Bildern gelingt Marcin Filipowicz ein feinf\u00fchliges und gleichzeitig hartes Portr\u00e4t zweier gegens\u00e4tzlicher Br\u00fcder, das von den letzten verwunschenen Tagen erz\u00e4hlt, bevor sich alles \u00e4ndern wird. Eine Suche nach Identit\u00e4t und dem eigenen Platz in der Welt, in der Hubert Milkowski, Polens Pendant zu Timoth\u00e9e Chalamet, als Filip brilliert.DANGEROUS GENTLEMEN\/ NIEBEZPIECZNI D\u017bENTELMENIMaciej Kawalski, PL 2022, Spielfilm, 107 Min\\nZakopane, 1914. Der Arzt und Autor Tadeusz Boy-\u017bele\u0144ski erwacht nach einer durchzechten Nacht. An die Ereignisse der letzten Stunden kann er sich nicht erinnern, und dann wird auch noch eine Leiche auf dem Sofa gefunden. Eine rasante \u201eHangover\u201c-Variante aus der Endphase der Belle Epoque zwischen Sittenbild, Klamauk und politischem Verwirrspiel, die anspielungsreich und intelligent polnische und damit europ\u00e4ische Geschichte auf die Schippe nimmt.\\nTadeusz Boy-\u017bele\u0144ski, Witkacy, Joseph Conrad und Bronis\u0142aw Malinowski stehen vor einem R\u00e4tsel: sie wissen nicht, wer der Tote in ihrem Wohnzimmer ist. Bald stellt sich heraus, es ist Marquis Boy, ein Schriftsteller mit franz\u00f6sischem Pass, der einer Verwechslung zum Opfer fiel, seine M\u00f6rder hatten es eigentlich auf den Arzt Tadeusz \u017bele\u0144ski abgesehen. Die vier bekannten Pers\u00f6nlichkeiten der Boh\u00e8me haben jedoch keine Zeit zu verlieren, denn die Polizei klopft bereits an der T\u00fcr. Was folgt, ist eine ereignisreicher Ritt durch die Berglandschaft der Tatra, inklusive Gastaufritte von Wladimir Lenin und J\u00f3zef Pi\u0142sudski. Das \u201epolnische Paris\u201c Zakopane entpuppt sich nun als Schauplatz einer riesigen Verschw\u00f6rung, in die K\u00fcnstler wie Politiker, Revolution\u00e4re wie Gangster verwickelt sind. In seinem Debutfilm zeigt Maciej Kawalski Ikonen der polnischen Kultur und Politik in einem neuen Licht. Der Arzt, Vortragsreisende und Weltverbesserer Tadeusz \u201eBoy\u201c \u017bele\u0144ski ist einer realen Figur aus der polnischen Kulturgeschichte entnommen, ebenso andere in die Handlung eingebundene Mitstreiter wie der Pianist Karol Szymanowski und der Schriftsteller Stanis\u0142aw Ignacy Witkiewicz. Eine fesselnde Geschichte voller Witz und Abenteuer, dargeboten durch mitrei\u00dfende schauspielerische Leistungen von prominenten Darstellern wie Tomasz Kot (Cold War) und Andrzej Seweryn (Im Sumpf, R\u00f3\u017cyczka).THE HIDDEN WEB\/ Ukryta sie\u0107Piotr Adamski, PL 2023, Spielfilm, 100 Min\\nWenn die J\u00e4gerin zur Gejagten wird: Bei Recherche \u00fcber den t\u00f6dlichen Autounfall eines TV-Stars kommt eine Social Media-Journalistin einem Kinderporno-Ring auf die Spur. Schon bald erh\u00e4lt sie Droh-Mails, ein Sex-Post mit ihr geht viral. Packender Hardboiled-Thriller mit Adrenalin-Effekt, bei dem die Moral st\u00e4ndig die Seiten wechselt \u2013 wenn es sie jemals gab.\\nJudita hat Erfolg und will noch mehr davon. Genauso wie ihr Publikum hat sie ein Faible f\u00fcr Rei\u00dferisches und Flippiges. Vom Unfallort postet sie ein Bild des blutig entstellten Opfers \u2013 Anlass f\u00fcr dessen betuchte Familie und ihre Anw\u00e4lte, Judita \u00f6ffentlich anzugehen. Sp\u00e4testens als ein privates Sexbildchen mit Judita im Netz auftaucht, steckt sie ausweglos in einer Schlammschlacht fest, in der sie st\u00e4ndig gezwungen ist, auf das n\u00e4chste Investigations-Level zu klettern - sie wei\u00df, dass sie es mit Profis zu tun hat. Bei ihren Recherchen merkt sie zu sp\u00e4t, dass sie jemandem in die Quere kommt, der ganz andere Intentionen hat. Regisseur Piotr Adamski machte 2019 mit seinem dystopischen Arthaus-Vorstadtportrait EASTERN (FFC 2020) auf sich aufmerksam, jetzt legt er noch eine kr\u00e4ftige Schippe Action drauf. THE HIDDEN WEB steht in der Tradition polnischer Mainstream-Filme, die reale politische und gesellschaftliche Skandale zwischen Abh\u00f6raff\u00e4ren, Korruption und Kindesmissbrauch mit dramaturgischem Verve, Star-Potenzial und gekonntem Genre-Handwerk kommerziell ausbeuten - und damit gleichzeitig die Doppelmoral des gegenw\u00e4rtigen politischen Establishments in Polen herausfordern.MAN OF IRON\/Cz\u0142owiek z \u017celaza\/Der Mann aus Eisen (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Andrzej Wajda, PL 1981, 153 Min\\nRevolte und Verrat! W\u00e4hrend an den Gdansker Werften die Arbeit ruht, bekommt ein abgehalfterter Journalist den Auftrag, belastendes Material gegen den Streikf\u00fchrer zu sammeln. Packendes Politdrama \u00fcber die Entstehung der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung.Andrzej Wajda erkundet das Herz der polnischen Revolution von 1980, aus der die Solidarno\u015b\u0107-Bewegung hervorging. Inmitten des Streiks der Werftarbeiter in Danzig erh\u00e4lt der Journalist Winkel den brisanten Auftrag, eine Reportage \u00fcber den Streikf\u00fchrer Maciej Tomczyk anzufertigen. W\u00e4hrend der Journalist immer tiefer in Maciejs Geschichte eintaucht, entdeckt er eine komplexe Familiengeschichte und die feurige Seele des Widerstands. Wajda f\u00e4ngt nicht nur in die politischen und sozialen Umw\u00e4lzungen Polens in dieser Zeit ein, sondern skizziert auch geschickt den moralischen Konflikt, mit dem sich Winkel konfrontiert sieht. Die Erkenntnis, dass seine Arbeit instrumentalisiert wird, um gegen Tomczyk zu intrigieren, l\u00e4sst ihn am Sinn seiner Arbeit zweifeln. Denn er versteht ihn. Clever nutzte Andrzej Wajda die Ereignisse von 1980 und drehte gro\u00dfe Teile des Films w\u00e4hrend der tats\u00e4chlichen Streiks. 1981 gab es daf\u00fcr die Goldene Palme in Cannes.March 68\/ Marzec '68 (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Krzysztof Lang, PL 2022, 122 MinEine Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund studentischer Unruhen und staatlichem Antisemitismus im sozialistischen Polen des Jahres 1968. Hat eine junge Liebe zwischen Hetzkampagne, B\u00fcrgermiliz und Geheimdienst-Intrige eine Chance?Als Janek Hania auf den Stra\u00dfen des n\u00e4chtlichen Warschaus davor rettet, von einem Auto \u00fcberfahren zu werden, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Hanias Vater, ein Arzt, wurde aus fadenscheinigen Gr\u00fcnden entlassen. Er ist Jude und damit Opfer der antisemitischen Hetzkampagne, die im Zuge des Sechstagekrieges in fast allen Ostblock-Staaten gegen den \u201eZionismus\u201c und den \u201eisraelischen Imperialismus\u201c gefahren wird. Ministerpr\u00e4sident Wladys\u0142aw Gomu\u0142ka beschuldigt die in der Volksrepublik Polen verbliebenen Juden und J\u00fcdinnen zudem, als Agent_innen Israels und des Westens die Strippenzieher*innen der studentischen Proteste zu sein, die nach der Absetzung von Adam Mickiewicz\u2019 Theaterklassiker \u201eDie Ahnenfeier\u201c (\u201eDziady\u201c) wegen \u201eantisowjetischer Tendenzen\u201c im M\u00e4rz 1968 ausbrechen. Janeks Vater ist wiederum als hohes Tier im Geheimdienst ma\u00dfgeblich an Repression und Gewalt gegen die Demonstrant*innen beteiligt\u2026 Aus der Perspektive eines jungen Liebespaars erz\u00e4hlt Regisseur Krzysztof Lang, wie \u00dcberlebende von Shoah und Ghetto mit ihren Familien zur Emigration aus ihrem polnischen Heimatland gezwungen werden. Ein Film, der das Lebensgef\u00fchl junger Leute zwischen Partys, Jazz, Romantik und Aufbruchsstimmung schildert, das jedoch von der Willk\u00fcr der Staatsmacht zerst\u00f6rt wird. Historische Archivaufnahmen von Warschau im Jahr 1968 erg\u00e4nzen den Spielfilm, der ungesch\u00f6nt ein dunkles Kapitel j\u00fcngerer polnischer Geschichte aufrollt.Strajk \u2013 Die Heldin von Danzig\/ Strajk \u2013 bohaterka z Gda\u0144ska (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Volker Schl\u00f6ndorff, DE\/PL 2006, 104 MinVon der Werft zur Weltgeschichte. Packendes Biopic von Volker Schl\u00f6ndorff. Eine Kranf\u00fchrerin lehnt sich gegen das sozialistische System Polens auf und wird zur heimlichen Legende, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft f\u00fcr ihren Sohn.In den rauchenden Hallen einer Danziger Werft ackert die alleinerziehende Mutter Agnieszka bis zur Ersch\u00f6pfung. Ihr Flei\u00df bleibt nicht unbemerkt und sie wird mehrfach als \\\"Heldin der Arbeit\\\" geehrt. Doch als sie Zeugin eines t\u00f6dlichen Werksunfalls wird, kann sie nicht l\u00e4nger schweigen und wird zur Stimme der Entr\u00fcsteten und zur Zielscheibe \u00fcbler Repressalien. Mit unersch\u00fctterlichem Mut konfrontiert Agnieszka die Betriebsleitung und fordert bessere Arbeitsbedingungen, w\u00e4hrend eine aufkeimende Streikbewegung bald das ganze Land erfasst. Brillant verk\u00f6rpert Katharina Thalbach die leidenschaftlich unerschrockene Agnieszka, die sich trotz aller Widrigkeiten niemals unterkriegen l\u00e4sst. Schl\u00f6ndorffs STRAJK \u2013 DIE HELDIN VON DANZIG entfaltet sich als tief bewegende Chronik \u00fcber den unersch\u00fctterlichen Willen einer Frau und eines Volkes, das sich gegen die Unterdr\u00fcckung eines korrupten Systems und f\u00fcr Gerechtigkeit auflehnt und so eine neue \u00c4ra ins Rollen bringt.POLSKIE HORIZONTY: DER WEIBLICHE BLICK\\nIn den letzten Jahren machten in der internationalen Festivallandschaft verst\u00e4rkt Filme von weiblichen Regisseurinnen aus Polen von sich Reden und auch die zunehmende Anzahl nationaler Auszeichnungen f\u00fcr Produktionen polnischer Regisseurinnen zeugt von einem positiven Trend in der gesamten Branche. Dennoch ist der Kampf weiblicher Filmschaffender um F\u00f6rderung und Anerkennung weiterhin von zahlreichen und unterschiedlich motivierten Hindernissen bestimmt. Das FFC zeigt beispielhaft eine Auswahl ganz unterschiedlicher Filme polnischer Regisseurinnen, in deren Zentrum denn auch meist weibliche Identifikationsfiguren stehen; mit dabei alle drei Filme von Agnieszka Smoczy\u0144ska. Mit IMAGO, dem neuen Film von Olga Chajdas, ist \u00fcbrigens ein bemerkenswerter und ungew\u00f6hnlicher Film einer weiteren renommierten polnischen Regisseurin im diesj\u00e4hrigen FFC-Wettbewerb zu sehen. Die Reihe wird unterst\u00fctzt von der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit.AUTUMN GIRL Bo we mnie jest seksKatarzyna Klimkiewicz, PL 2021, 105 Min.\\nPolen in den 1960er-Jahren. Kalina J\u0119drusik gilt als die \u201eMarylin Monroe Polens\u201c \u2013 Diva und Sex-Symbol, Femme fatale und Feministin. Eine Frau, die nach ihren eigenen Regeln lebte \u2013 und damit damit nicht nur die Gesellschaft, sondern auch den Staat herausforderte, bei Partei und Fernsehen aneckte. Als Musical inszenierte Emanzipationsgeschichte.\\nKatarzyna Klimkiewicz\u2018 Film setzt der fr\u00fchen \u201ePop-Ikone\u201c ein Denkmal \u2013 und erz\u00e4hlt mit hohem Ausstattungs- und Unterhaltungswert einen Teil polnischer (Pop)-Geschichte aus einem pers\u00f6nlichen Blickwinkel, der am Ende immer politischer wird. Mit ihrem Unabh\u00e4ngigkeitsdrang ist J\u0119drusik heute ein Vorbild f\u00fcr Frauen, die das machen, was normal ist: unabh\u00e4ngig sein. Eine Geschichte, die leider noch immer nicht aus der Zeit gefallen ist.Fugue\/ FugaAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/CZ\/SUI 2018, 100 Min\\nVor zwei Jahren war die brave Mutter aus der Gegend von Wroclaw pl\u00f6tzlich verschwunden und hatte sich ohne jegliche Erinnerung in Warschau neu erfunden. Als starke, selbstbewusste Frau hat sie sich durchs Leben geboxt, bis eine TV \u2010Sendung ihre Identit\u00e4t offenlegt Nun ist sie zur\u00fcck in den Armen ihrer Familie und k\u00f6nnte sich dort kaum fremder f\u00fchlen.\\nIn dunklen Bildern und mit mutigem Sounddesign entbl\u00e4ttert die Regisseurin das zerrissene Innere ihrer Hauptfigur, der sie stets dicht auf den Fersen bleibt. Dass diese nicht zwingend sympathisch, aber stets nachvollziehbar bleibt, ist neben einem gekonnten Schnitt vor allem der grandiosen Leistung der Hauptdarstellerin zu verdanken, welche Blicke tief in die Seele ihrer Figur zul\u00e4sst, ohne sie vollst\u00e4ndig zu entr\u00e4tseln. Der Film wurde mit dem Polnischen Filmpreis Or\u0142y (dt. Adler) in der Kategorie \u201eEntdeckung des Jahres\\\" ausgezeichnet.HELAAnna Kasperska, PL 2022, 81 Min\\nDie rebellische Teenagerin Hela eckt \u00fcberall an, weshalb sie schon wieder in einem Jugendheim gelandet ist. Dabei will sie eigentlich nur eins: sich um ihre kleine Schwester k\u00fcmmern. Und deshalb ist sie aus diesem Heim auch schon wieder ausgebrochen. Eindr\u00fcckliches Portrait einer jungen Frau zwischen Trotz und Verantwortungsgef\u00fchl, getragen von einer wunderbaren Hauptdarstellerin.Die Vollwaisin Hela wird auf der Flucht aus dem Heim von zwei Cops erwischt und wieder eingefangen. Im neuen Heim wird sie von ihren Mitinsassinnen b\u00f6sartig gemobbt und verpr\u00fcgelt. Die Ordensschwestern, die die Anstalt betreiben, haben mehr Interesse daran, dass ihre Institution funktioniert und dabei wenig \u00c4rger macht, als daran, sich um ihre Schutzbefohlenen zu k\u00fcmmern. Entsprechend h\u00e4lt sich auch das Mitleid mit Hela in engen Grenzen. Die flieht erneut und schafft es, ihre kleine Schwester Zuzia aus der Pflegefamilie zu entf\u00fchren. Gemeinsam stellen die beiden fest, dass so ein Vagabundendasein auch nicht so toll ist.ILLUSION\/ IluzjaMarta Minorowicz, PL 2022, 89 Min.\\nHannas Tochter ist vor einigen Monaten spurlos verschwunden. Die Polizei ist ratlos, doch die Lehrerin gibt die Suche nach ihrem Kind nicht auf, hofft, bangt, verzweifelt und sucht sich Hilfe im \u00dcbernat\u00fcrlichen. Mit viel Talent f\u00fcr ausdrucksstarke Bilder erkundet Marta Minorowicz Seelenlandschaften unter der K\u00e4seglocke einer leisen Verzweiflung, deren Ton allm\u00e4hlich rauer wird \u2013 und immer tiefer eindringt in die Psychologie von Verschw\u00f6rungstheorien.\\nGedreht im Ostseeraum bei Gdynia, lotet der Film aus, wann Verzweiflung ins Irrationale kippt. Da die Polizei, so nimmt jedenfalls Hanna an, ihren Job nicht richtig macht, nimmt sie die Suche selber in die Hand. Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschwimmen: lag da wirklich dieser Knopf vom Mantel ihrer Tochter? Wieviel Hoffnung k\u00f6nnen die Spinner geben, die immer wieder anrufen und behaupten, das verschwundene M\u00e4dchen mal hier, mal da gesehen zu haben? Will die Polizei ihr wirklich nicht helfen, oder einfach p\u00fcnktlich in den\\nFeierabend? Und warum wird, schleichend, der Glaube an das \u00dcbernat\u00fcrliche vom Trostpflaster zum Rettungsanker? Vielleicht ist Minorowicz\u2018 Beobachtung ja nicht nur auf eine Mutter anwendbar, die ihre Tochter verloren hat, sondern auch auf eine ganze Gesellschaft, die an Verzweiflungssymptomen leidet. Und sich die Fakten so hinbiegt, dass sie nicht mehr ein Weltbild st\u00f6ren, dass von dem Imperativ gebildet wird, dass doch alles \u201enormal\u201c zu bleiben hat. Eine Illusion, die Hanna an den Rand der Schizophrenie f\u00fchrt.SHREDS\/ Strz\u0119pyBeata Dzianowicz, PL 2022, 98 Min\\nEin Familiendrama im Wandel der Jahreszeiten. Im Winter gehen der Ingenieur und Universit\u00e4tsprofessor Gerard und sein Sohn Adam noch gemeinsam zum Jagen. Im Fr\u00fchling hat der Vater bereits Alzheimer und verliert zunehmend den Sinn f\u00fcr die Realit\u00e4t. Beklemmende Et\u00fcde \u00fcber das schwierige Zusammenleben, wenn eine unheilbare Krankheit alles andere dominiert und das Leben der ganzen Familie auf den Kopf stellt.\\nDer zweite Spielfilm der Dokumentarfilmregisseurin Beata Dzianowicz f\u00fchrt in eine schlesische Kleinstadt zur Familie der Pateroks, die alle zusammen in einer Wohnung leben. Die Stimmung unter den drei Generationen ist heiter und liebevoll. Bis bei dem etwa 60-j\u00e4hrigen Gerard Alzheimer ausbricht. Er legt pl\u00f6tzlich seine Spiegelreflexkamera in die Sp\u00fclmaschine oder uriniert vor seinen Student*innen w\u00e4hrend einer Vorlesung in einen Blumentopf. Bald wird er zunehmend zu einer Herausforderung f\u00fcr das Familienleben. Adam interessiert sich fast manisch nur noch f\u00fcr seinen Vater und setzt daf\u00fcr auch seine eigene Ehe und das Verh\u00e4ltnis zu seiner Tochter aufs Spiel. Gerard selbst wird immer mehr zu einer Gefahr f\u00fcr alle. Dzianowicz interessiert sich in SHREDS weniger f\u00fcr die Krankheit Alzheimer, als f\u00fcr die Auswirkungen auf ein bisher intaktes Familienleben. Ein Film mit therapeutischem Wiedererkennungswert f\u00fcr alle, die solche oder \u00e4hnliche Situationen hinter sich haben oder gerade durchmachen.SILENT LAND\/ Cicha ziemia (#FEATURE #DRAMA #DIVERSITY)Aga Woszczy\u0144ska, PL\/IT 2021, 113 MinUrlaub mit Hindernissen: Anna und Adam, gutaussehend, smart, erfolgreich, haben eine Luxusvilla in Italien gebucht. Doch der Pool ist ohne Wasser, der Ventilator funktioniert nicht, und zwischen den beiden knirscht es. Als dann vor der Haust\u00fcr noch ein Unfall passiert, l\u00e4sst sich die emotionale Kontrolle nur noch mit \u00e4u\u00dferster Disziplin aufrechterhalten.Die Stimmung ist also eh schon distanziert. Der Pool wird von einem illegalen Arbeitsmigranten aus Nordafrika repariert, der bei den Arbeiten ums Leben kommt. Wer tr\u00e4gt die Verantwortung? Der Vermieter schaltet auf Durchzug, die Polizei ist \u00fcberfordert, Anna und Adam entscheiden sich, den Vorfall zu ignorieren, doch nat\u00fcrlich ist das nicht m\u00f6glich. Messerscharf inszenierter Konzeptfilm \u00fcber Verantwortung und das Wegducken vor Verantwortung, schlechte Kommunikation, Vorurteile und das arrogante Verh\u00e4ltnis zwischen Nord und S\u00fcd.The Lure \/ C\u00f3rki dancingu\/ SirenengesangAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL 2015, 92 Min\\n\u201eZieht uns heraus \/ F\u00fcrchtet euch nicht \/ Wir werden euch schon nicht auffressen!\\\" Mit diesem Gesang lenken zwei Nixen die Aufmerksamkeit einer feiernden Gesellschaft an der Weichsel auf sich. An Land gezogen, finden sie sich mitten in der bonbonbunten Welt der Achtzigerjahre wieder. In einem Tanzclub sollen sie als neue B\u00fchnenattraktion die Kassen klingeln lassen, doch die Gestalten aus dem Fluss lassen sich nicht domestizieren.\\nMit ihrem Deb\u00fct als Regisseurin und Drehbuchautorin hat Smoczy\u0144ska im Handumdrehen das Publikum erobert, aber auch irritiert und \u00fcberfordert. Das wilde Genre-Crossover aus Musical, romantischer Kom\u00f6die, modernem M\u00e4rchen, Ostalgie-Trip, Trash und Horror l\u00e4sst viele Interpretationsm\u00f6glichkeiten zu \u2013 von einer Sozialstudie der sp\u00e4ten Volksrepublik kurz vor ihrem Untergang \u00fcber eine Allegorie auf das ungez\u00fcgelte Weibliche bis hin zu einer alternativen Geschichte der Warschauer Wappenfigur, der bewaffneten Seejungfer.The Silent TwinsAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/USA\/GB 2022, 113 min\\nDie unzertrennlichen Zwillinge June und Jennifer Gibbons leben in den Siebzigerjahren mit ihren Eltern und Geschwistern in der walisischen Provinz. Die Familie kommt aus Barbados und die dunkelh\u00e4utigen Sch\u00fclerinnen erleben den \u00fcblichen Alltagsrassismus, wachsen aber im Grunde beh\u00fctet auf. Trotzdem passiert eines Tages das Unvorstellbare: Sie verstummen. Lehrer*innen, \u00c4rzt*innen und Psycholog*innen m\u00fchen sich an ihnen ab, aber kein Wort kommt mehr \u00fcber ihre Lippen. Einzelgespr\u00e4che, Schulverweis, Hausunterricht \u2013 keine Ma\u00dfnahme vermag es, sie wieder zum Sprechen zu bringen.\\nDoch hinter der Mauer des Schweigens verbirgt sich eine \u00fcberbordende Fantasie. In den sch\u00fctzenden vier W\u00e4nden ihres kunterbunten Kinderzimmers entwerfen die Schwestern ihre eigene Welt aus Puppentheater, Radiosendungen, Liedern und Geschichten. Dort ist Sprache auch kein Hindernis, sie plaudern ununterbrochen miteinander \u2013 mehr noch, sie entwickeln literarische Ambitionen und beginnen, ihre Geschichten niederzuschreiben. Aus den Kindern werden Teenies, die sich von Abenteuern f\u00fcr ihre Texte inspirieren lassen \u2013 nicht immer in den Grenzen des Legalen und nach wie vor schweigend. Aus der Sicht der Gesellschaft sind solche Regelbrecherinnen nicht l\u00e4nger tragbar.\\nAgnieszka Smoczy\u0144ska versucht sich nicht an einer realistischen, historisch exakten Rekonstruktion der authentischen Geschichte, sondern l\u00e4dt ein zu einer Achterbahnfahrt durch die Fantasie der M\u00e4dchen, die aus dem gesellschaftlichen Normkorsett ausbrechen. Mit \u00fcbersprudelnden visuellen Einf\u00e4llen, im Sound der Epoche und versetzt mit virtuosen Animationen von Barbara Rupik lernen wir das Paar vielleicht nicht zu verstehen, aber zumindest teilweise zu erf\u00fchlen. [Rainer Mende]\\nVIKA!Agnieszka Zwiefka, PL\/DE 2023, 74 Min.\\nMit 84 Jahren ist Virginia \u201eVika\u201c Szmydt die \u00e4lteste DJane Polens, wenn nicht Europas. Sie h\u00e4lt Vortr\u00e4ge in Altersheimen, legt bei Tanzabenden Rock\u2019N\u2019Roll und Swing auf und auf queeren Demos Techno. Doch die Suche nach der ewigen Jugend st\u00f6\u00dft sp\u00e4testens dann an ihre Grenzen, wenn man alleine nicht mehr aus der Badewanne kommt.\\nVon ihren jugendlichen Klient*innen wird Vika als Ikone gefeiert, ist mitten drin im Leben und damit nicht nur in Seniorenwohnanlagen, sondern auch in Polens Subkultur angekommen, die f\u00fcr mehr Selbstbestimmung und weniger Tradition streitet \u2013 im Alter und anderswo. Doch wie sieht es dahinter aus? Vikas Sohn wirft ihr vor, zwar mit 30 Kilogramm Schallplatten durch halb Polen zu fahren, aber nicht um die Ecke, um sich sein Spiel in der Nationalmannschaft anzugucken. Zwischen Karriere und K\u00e4lte \u2013 auch Vika ist dieser Widerspruch bewusst, aber das Musikmachen macht einfach zu viel Spa\u00df. 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Ein beeindruckendes Portr\u00e4t, das sowohl den Zeitgeist der sp\u00e4ten 1980er-Jahre als auch den ewigen Kampf einer Frau um das Recht, sie selbst zu sein, einf\u00e4ngt.\nDer Name von Lech Wal\u0119sa, dem F\u00fchrer der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung, wird nur einmal erw\u00e4hnt. \"Lasst sie spielen, die politischen Jungs\", sagt Ela zu ihren Zimmergenossen in der Psychiatrie, als sie pl\u00f6tzlich anfangen, \u00fcber die Nachrichten zu diskutieren. IMAGO beruht auf einer realen Geschichte, die Co-Autorin und Hauptdarstellerin Lena G\u00f3ra spielt ihre eigene Mutter. Ela G\u00f3ra war K\u00fcnstlerin und ein Star der Punk-Underground-B\u00fchnen der baltischen \u201eDreistadt\u201c Gda\u0144sk, Gdynia, Sopot. Doch sie hatte auch mit einer bipolaren St\u00f6rung zu k\u00e4mpfen und ging v\u00f6llig unvorbereitet in ihre unerwartete Mutterschaft, aus der sich ihr Partner, ein extrovertierter Maler, kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes verabschiedet. Regisseurin Olga Chajdas nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine psychedelische Reise in die Welt der Underground-Clubs, wo das Publikum in Trance zu einem neuen Song erstarrt, in verrauchte Bars und in beengte Wohnungen, in denen sich ganze Familien in v\u00f6lliger Lieblosigkeit zusammenkauern. Doch selbst, oder gerade wegen dieser Bedingungen gedeihen Kreativit\u00e4t und Freiheit, entgegen aller Widerst\u00e4nde.APOKAWIXA\/ IT CAME FROM THE WATERXawery \u017bu\u0142awski, PL 2022, 120 Min\nPeace, Rave, Sex, jede Menge Drogen und die Rache der Natur: Der Neureichensohn Kamil l\u00e4sst kurz nach Corona in der v\u00e4terlichen Villa am Ostseestrand mal so richtig die Sau raus. Doch Papa macht seine Millionen mit der Verklappung von Giftstoffen im Meer \u2013 alle Badenden werden hier zum D\u00e4mon. Polens erster Zombie-Film ist ein furioser Popart-Fantasy-\u00d6ko-Kom\u00f6dien-Thriller.\nNach fast zwei Jahren im Lockdown muss es mal eine richtig gro\u00dfe Party sein: Kamil l\u00e4dt zum Mega-Event im v\u00e4terlichen Palast, das Schloss ist aus dem 17. Jahrhundert, der Pool von heute. Doch der in der Ostsee verklappte D\u00fcnger l\u00e4sst die Cyanobakterien wachsen, mit Folgen f\u00fcr alle, der hier ins Wasser gehen. So wird das Fest der Liebe nicht nur von einer Gruppe rechtsextremer Hooligans und dem \u00f6rtlichen Klub-Mafiosi erschwert (er ist sauer, dass er an Kamils Party nicht mitverdient), sondern auch dadurch, dass schon bald alle Partyg\u00e4nger*innen zu Zombies werden. Bis auf sechs, die unter der F\u00fchrung des cleveren Apokalyptikers Blitz, Grunge-Rocker und selbsternannter H\u00fcter des Waldes, Menschen geblieben sind. Regisseur Xawery \u017bu\u0142awski hat sich mit seinen gekonnt ekklektizistischen filmischen Scheinehen zwischen Genre und Autorenfilm einen Namen gemacht, IT CAME FROM THE WATER ist eher kommerzielles Kino, wenn auch folgerichtig der abgedrehten Art.LIVE\/ Na \u017cywo (WB Kurzfilm FFC 2023)Mara Tamkovich, PL 2022, 13 Min\nW\u00e4hrend die Staatsmacht auf den Minsker Stra\u00dfen gewaltvoll gegen die Protestierenden vorgeht, berichten zwei Journalistinnen live aus der K\u00fcche einer Privatwohnung. Doch die Zeit scheint gegen sie zu arbeiten.AS IT WAS (WB Kurzfilm FFC 2023)Damian Kocur\/Anastasia Solonevych, PL\/UA 2023, 15 Min\nNach einem Streit mit ihrem Freund f\u00e4hrt eine junge Frau nach Hause. Dort spielt sie Piano, feiert, spaziert durch den Sonnenaufgang. Alles scheint normal, aber nichts ist normal, denn zu Hause ist Kyjiw. Zarter Film \u00fcber den Versuch eines Alltagslebens inmitten des Krieges.SELF (WB Kurzfilm FFC 2023)Konrad Kultys, PL 2023, 19 min\nEin junges M\u00e4dchen wird aus dem Krankenhaus entlassen \u2013 ihr Gesicht emotionslos, im Arm ein Neugeborenes. W\u00e4hrend die Familie noch so tut, als w\u00e4re alles normal, schleicht sich bereits das Unbehagen in die Bilder und die Frage: Kann das gut gehen?BROYS\/ BRATY (Wettbewerb U18 Jugendfilm)Marcin Filipowicz, PL 2022, Spielfilm 82 MinSinnsuche der Skateboard-Br\u00fcder im stylishen Schwarzwei\u00df-Hipster-Look. Nach dem Tod der Mutter entgleitet Bartek und Filip langsam ihr Leben. Intime und raue Irrfahrt der Gef\u00fchle durch die Wirren des Erwachsenwerdens.Filip ist siebzehn, aber immer noch das vertr\u00e4umte Skater-Kid von damals. Sein \u00e4lterer Bruder Bartek will wegziehen, um endlich alleine zu leben. Ihr letzter gemeinsamer Sommer. Alles nicht so leicht, seitdem die Mutter gestorben ist. Die beiden versuchen noch immer, damit klarzukommen. Bartek ist ein Hitzkopf, trinkt und kifft. Filip ist sch\u00fcchtern und sensibel. Dazu kommt ihr depressiver Vater und die Drogen. Und ein M\u00e4dchen, das beiden den Kopf verdreht. In hoch\u00e4sthetischen Schwarzwei\u00df-Bildern gelingt Marcin Filipowicz ein feinf\u00fchliges und gleichzeitig hartes Portr\u00e4t zweier gegens\u00e4tzlicher Br\u00fcder, das von den letzten verwunschenen Tagen erz\u00e4hlt, bevor sich alles \u00e4ndern wird. Eine Suche nach Identit\u00e4t und dem eigenen Platz in der Welt, in der Hubert Milkowski, Polens Pendant zu Timoth\u00e9e Chalamet, als Filip brilliert.DANGEROUS GENTLEMEN\/ NIEBEZPIECZNI D\u017bENTELMENIMaciej Kawalski, PL 2022, Spielfilm, 107 Min\nZakopane, 1914. Der Arzt und Autor Tadeusz Boy-\u017bele\u0144ski erwacht nach einer durchzechten Nacht. An die Ereignisse der letzten Stunden kann er sich nicht erinnern, und dann wird auch noch eine Leiche auf dem Sofa gefunden. Eine rasante \u201eHangover\u201c-Variante aus der Endphase der Belle Epoque zwischen Sittenbild, Klamauk und politischem Verwirrspiel, die anspielungsreich und intelligent polnische und damit europ\u00e4ische Geschichte auf die Schippe nimmt.\nTadeusz Boy-\u017bele\u0144ski, Witkacy, Joseph Conrad und Bronis\u0142aw Malinowski stehen vor einem R\u00e4tsel: sie wissen nicht, wer der Tote in ihrem Wohnzimmer ist. Bald stellt sich heraus, es ist Marquis Boy, ein Schriftsteller mit franz\u00f6sischem Pass, der einer Verwechslung zum Opfer fiel, seine M\u00f6rder hatten es eigentlich auf den Arzt Tadeusz \u017bele\u0144ski abgesehen. Die vier bekannten Pers\u00f6nlichkeiten der Boh\u00e8me haben jedoch keine Zeit zu verlieren, denn die Polizei klopft bereits an der T\u00fcr. Was folgt, ist eine ereignisreicher Ritt durch die Berglandschaft der Tatra, inklusive Gastaufritte von Wladimir Lenin und J\u00f3zef Pi\u0142sudski. Das \u201epolnische Paris\u201c Zakopane entpuppt sich nun als Schauplatz einer riesigen Verschw\u00f6rung, in die K\u00fcnstler wie Politiker, Revolution\u00e4re wie Gangster verwickelt sind. In seinem Debutfilm zeigt Maciej Kawalski Ikonen der polnischen Kultur und Politik in einem neuen Licht. Der Arzt, Vortragsreisende und Weltverbesserer Tadeusz \u201eBoy\u201c \u017bele\u0144ski ist einer realen Figur aus der polnischen Kulturgeschichte entnommen, ebenso andere in die Handlung eingebundene Mitstreiter wie der Pianist Karol Szymanowski und der Schriftsteller Stanis\u0142aw Ignacy Witkiewicz. Eine fesselnde Geschichte voller Witz und Abenteuer, dargeboten durch mitrei\u00dfende schauspielerische Leistungen von prominenten Darstellern wie Tomasz Kot (Cold War) und Andrzej Seweryn (Im Sumpf, R\u00f3\u017cyczka).THE HIDDEN WEB\/ Ukryta sie\u0107Piotr Adamski, PL 2023, Spielfilm, 100 Min\nWenn die J\u00e4gerin zur Gejagten wird: Bei Recherche \u00fcber den t\u00f6dlichen Autounfall eines TV-Stars kommt eine Social Media-Journalistin einem Kinderporno-Ring auf die Spur. Schon bald erh\u00e4lt sie Droh-Mails, ein Sex-Post mit ihr geht viral. Packender Hardboiled-Thriller mit Adrenalin-Effekt, bei dem die Moral st\u00e4ndig die Seiten wechselt \u2013 wenn es sie jemals gab.\nJudita hat Erfolg und will noch mehr davon. Genauso wie ihr Publikum hat sie ein Faible f\u00fcr Rei\u00dferisches und Flippiges. Vom Unfallort postet sie ein Bild des blutig entstellten Opfers \u2013 Anlass f\u00fcr dessen betuchte Familie und ihre Anw\u00e4lte, Judita \u00f6ffentlich anzugehen. Sp\u00e4testens als ein privates Sexbildchen mit Judita im Netz auftaucht, steckt sie ausweglos in einer Schlammschlacht fest, in der sie st\u00e4ndig gezwungen ist, auf das n\u00e4chste Investigations-Level zu klettern - sie wei\u00df, dass sie es mit Profis zu tun hat. Bei ihren Recherchen merkt sie zu sp\u00e4t, dass sie jemandem in die Quere kommt, der ganz andere Intentionen hat. Regisseur Piotr Adamski machte 2019 mit seinem dystopischen Arthaus-Vorstadtportrait EASTERN (FFC 2020) auf sich aufmerksam, jetzt legt er noch eine kr\u00e4ftige Schippe Action drauf. THE HIDDEN WEB steht in der Tradition polnischer Mainstream-Filme, die reale politische und gesellschaftliche Skandale zwischen Abh\u00f6raff\u00e4ren, Korruption und Kindesmissbrauch mit dramaturgischem Verve, Star-Potenzial und gekonntem Genre-Handwerk kommerziell ausbeuten - und damit gleichzeitig die Doppelmoral des gegenw\u00e4rtigen politischen Establishments in Polen herausfordern.MAN OF IRON\/Cz\u0142owiek z \u017celaza\/Der Mann aus Eisen (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Andrzej Wajda, PL 1981, 153 Min\nRevolte und Verrat! W\u00e4hrend an den Gdansker Werften die Arbeit ruht, bekommt ein abgehalfterter Journalist den Auftrag, belastendes Material gegen den Streikf\u00fchrer zu sammeln. Packendes Politdrama \u00fcber die Entstehung der Solidarno\u015b\u0107-Bewegung.Andrzej Wajda erkundet das Herz der polnischen Revolution von 1980, aus der die Solidarno\u015b\u0107-Bewegung hervorging. Inmitten des Streiks der Werftarbeiter in Danzig erh\u00e4lt der Journalist Winkel den brisanten Auftrag, eine Reportage \u00fcber den Streikf\u00fchrer Maciej Tomczyk anzufertigen. W\u00e4hrend der Journalist immer tiefer in Maciejs Geschichte eintaucht, entdeckt er eine komplexe Familiengeschichte und die feurige Seele des Widerstands. Wajda f\u00e4ngt nicht nur in die politischen und sozialen Umw\u00e4lzungen Polens in dieser Zeit ein, sondern skizziert auch geschickt den moralischen Konflikt, mit dem sich Winkel konfrontiert sieht. Die Erkenntnis, dass seine Arbeit instrumentalisiert wird, um gegen Tomczyk zu intrigieren, l\u00e4sst ihn am Sinn seiner Arbeit zweifeln. Denn er versteht ihn. Clever nutzte Andrzej Wajda die Ereignisse von 1980 und drehte gro\u00dfe Teile des Films w\u00e4hrend der tats\u00e4chlichen Streiks. 1981 gab es daf\u00fcr die Goldene Palme in Cannes.March 68\/ Marzec '68 (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Krzysztof Lang, PL 2022, 122 MinEine Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund studentischer Unruhen und staatlichem Antisemitismus im sozialistischen Polen des Jahres 1968. Hat eine junge Liebe zwischen Hetzkampagne, B\u00fcrgermiliz und Geheimdienst-Intrige eine Chance?Als Janek Hania auf den Stra\u00dfen des n\u00e4chtlichen Warschaus davor rettet, von einem Auto \u00fcberfahren zu werden, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Hanias Vater, ein Arzt, wurde aus fadenscheinigen Gr\u00fcnden entlassen. Er ist Jude und damit Opfer der antisemitischen Hetzkampagne, die im Zuge des Sechstagekrieges in fast allen Ostblock-Staaten gegen den \u201eZionismus\u201c und den \u201eisraelischen Imperialismus\u201c gefahren wird. Ministerpr\u00e4sident Wladys\u0142aw Gomu\u0142ka beschuldigt die in der Volksrepublik Polen verbliebenen Juden und J\u00fcdinnen zudem, als Agent_innen Israels und des Westens die Strippenzieher*innen der studentischen Proteste zu sein, die nach der Absetzung von Adam Mickiewicz\u2019 Theaterklassiker \u201eDie Ahnenfeier\u201c (\u201eDziady\u201c) wegen \u201eantisowjetischer Tendenzen\u201c im M\u00e4rz 1968 ausbrechen. Janeks Vater ist wiederum als hohes Tier im Geheimdienst ma\u00dfgeblich an Repression und Gewalt gegen die Demonstrant*innen beteiligt\u2026 Aus der Perspektive eines jungen Liebespaars erz\u00e4hlt Regisseur Krzysztof Lang, wie \u00dcberlebende von Shoah und Ghetto mit ihren Familien zur Emigration aus ihrem polnischen Heimatland gezwungen werden. Ein Film, der das Lebensgef\u00fchl junger Leute zwischen Partys, Jazz, Romantik und Aufbruchsstimmung schildert, das jedoch von der Willk\u00fcr der Staatsmacht zerst\u00f6rt wird. Historische Archivaufnahmen von Warschau im Jahr 1968 erg\u00e4nzen den Spielfilm, der ungesch\u00f6nt ein dunkles Kapitel j\u00fcngerer polnischer Geschichte aufrollt.Strajk \u2013 Die Heldin von Danzig\/ Strajk \u2013 bohaterka z Gda\u0144ska (Filmreihe WAS VON GESCHICHT \u00dcBRIG BLEIBT)Volker Schl\u00f6ndorff, DE\/PL 2006, 104 MinVon der Werft zur Weltgeschichte. Packendes Biopic von Volker Schl\u00f6ndorff. Eine Kranf\u00fchrerin lehnt sich gegen das sozialistische System Polens auf und wird zur heimlichen Legende, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft f\u00fcr ihren Sohn.In den rauchenden Hallen einer Danziger Werft ackert die alleinerziehende Mutter Agnieszka bis zur Ersch\u00f6pfung. Ihr Flei\u00df bleibt nicht unbemerkt und sie wird mehrfach als \"Heldin der Arbeit\" geehrt. Doch als sie Zeugin eines t\u00f6dlichen Werksunfalls wird, kann sie nicht l\u00e4nger schweigen und wird zur Stimme der Entr\u00fcsteten und zur Zielscheibe \u00fcbler Repressalien. Mit unersch\u00fctterlichem Mut konfrontiert Agnieszka die Betriebsleitung und fordert bessere Arbeitsbedingungen, w\u00e4hrend eine aufkeimende Streikbewegung bald das ganze Land erfasst. Brillant verk\u00f6rpert Katharina Thalbach die leidenschaftlich unerschrockene Agnieszka, die sich trotz aller Widrigkeiten niemals unterkriegen l\u00e4sst. Schl\u00f6ndorffs STRAJK \u2013 DIE HELDIN VON DANZIG entfaltet sich als tief bewegende Chronik \u00fcber den unersch\u00fctterlichen Willen einer Frau und eines Volkes, das sich gegen die Unterdr\u00fcckung eines korrupten Systems und f\u00fcr Gerechtigkeit auflehnt und so eine neue \u00c4ra ins Rollen bringt.POLSKIE HORIZONTY: DER WEIBLICHE BLICK\nIn den letzten Jahren machten in der internationalen Festivallandschaft verst\u00e4rkt Filme von weiblichen Regisseurinnen aus Polen von sich Reden und auch die zunehmende Anzahl nationaler Auszeichnungen f\u00fcr Produktionen polnischer Regisseurinnen zeugt von einem positiven Trend in der gesamten Branche. Dennoch ist der Kampf weiblicher Filmschaffender um F\u00f6rderung und Anerkennung weiterhin von zahlreichen und unterschiedlich motivierten Hindernissen bestimmt. Das FFC zeigt beispielhaft eine Auswahl ganz unterschiedlicher Filme polnischer Regisseurinnen, in deren Zentrum denn auch meist weibliche Identifikationsfiguren stehen; mit dabei alle drei Filme von Agnieszka Smoczy\u0144ska. Mit IMAGO, dem neuen Film von Olga Chajdas, ist \u00fcbrigens ein bemerkenswerter und ungew\u00f6hnlicher Film einer weiteren renommierten polnischen Regisseurin im diesj\u00e4hrigen FFC-Wettbewerb zu sehen. Die Reihe wird unterst\u00fctzt von der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit.AUTUMN GIRL Bo we mnie jest seksKatarzyna Klimkiewicz, PL 2021, 105 Min.\nPolen in den 1960er-Jahren. Kalina J\u0119drusik gilt als die \u201eMarylin Monroe Polens\u201c \u2013 Diva und Sex-Symbol, Femme fatale und Feministin. Eine Frau, die nach ihren eigenen Regeln lebte \u2013 und damit damit nicht nur die Gesellschaft, sondern auch den Staat herausforderte, bei Partei und Fernsehen aneckte. Als Musical inszenierte Emanzipationsgeschichte.\nKatarzyna Klimkiewicz\u2018 Film setzt der fr\u00fchen \u201ePop-Ikone\u201c ein Denkmal \u2013 und erz\u00e4hlt mit hohem Ausstattungs- und Unterhaltungswert einen Teil polnischer (Pop)-Geschichte aus einem pers\u00f6nlichen Blickwinkel, der am Ende immer politischer wird. Mit ihrem Unabh\u00e4ngigkeitsdrang ist J\u0119drusik heute ein Vorbild f\u00fcr Frauen, die das machen, was normal ist: unabh\u00e4ngig sein. Eine Geschichte, die leider noch immer nicht aus der Zeit gefallen ist.Fugue\/ FugaAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/CZ\/SUI 2018, 100 Min\nVor zwei Jahren war die brave Mutter aus der Gegend von Wroclaw pl\u00f6tzlich verschwunden und hatte sich ohne jegliche Erinnerung in Warschau neu erfunden. Als starke, selbstbewusste Frau hat sie sich durchs Leben geboxt, bis eine TV \u2010Sendung ihre Identit\u00e4t offenlegt Nun ist sie zur\u00fcck in den Armen ihrer Familie und k\u00f6nnte sich dort kaum fremder f\u00fchlen.\nIn dunklen Bildern und mit mutigem Sounddesign entbl\u00e4ttert die Regisseurin das zerrissene Innere ihrer Hauptfigur, der sie stets dicht auf den Fersen bleibt. Dass diese nicht zwingend sympathisch, aber stets nachvollziehbar bleibt, ist neben einem gekonnten Schnitt vor allem der grandiosen Leistung der Hauptdarstellerin zu verdanken, welche Blicke tief in die Seele ihrer Figur zul\u00e4sst, ohne sie vollst\u00e4ndig zu entr\u00e4tseln. Der Film wurde mit dem Polnischen Filmpreis Or\u0142y (dt. Adler) in der Kategorie \u201eEntdeckung des Jahres\" ausgezeichnet.HELAAnna Kasperska, PL 2022, 81 Min\nDie rebellische Teenagerin Hela eckt \u00fcberall an, weshalb sie schon wieder in einem Jugendheim gelandet ist. Dabei will sie eigentlich nur eins: sich um ihre kleine Schwester k\u00fcmmern. Und deshalb ist sie aus diesem Heim auch schon wieder ausgebrochen. Eindr\u00fcckliches Portrait einer jungen Frau zwischen Trotz und Verantwortungsgef\u00fchl, getragen von einer wunderbaren Hauptdarstellerin.Die Vollwaisin Hela wird auf der Flucht aus dem Heim von zwei Cops erwischt und wieder eingefangen. Im neuen Heim wird sie von ihren Mitinsassinnen b\u00f6sartig gemobbt und verpr\u00fcgelt. Die Ordensschwestern, die die Anstalt betreiben, haben mehr Interesse daran, dass ihre Institution funktioniert und dabei wenig \u00c4rger macht, als daran, sich um ihre Schutzbefohlenen zu k\u00fcmmern. Entsprechend h\u00e4lt sich auch das Mitleid mit Hela in engen Grenzen. Die flieht erneut und schafft es, ihre kleine Schwester Zuzia aus der Pflegefamilie zu entf\u00fchren. Gemeinsam stellen die beiden fest, dass so ein Vagabundendasein auch nicht so toll ist.ILLUSION\/ IluzjaMarta Minorowicz, PL 2022, 89 Min.\nHannas Tochter ist vor einigen Monaten spurlos verschwunden. Die Polizei ist ratlos, doch die Lehrerin gibt die Suche nach ihrem Kind nicht auf, hofft, bangt, verzweifelt und sucht sich Hilfe im \u00dcbernat\u00fcrlichen. Mit viel Talent f\u00fcr ausdrucksstarke Bilder erkundet Marta Minorowicz Seelenlandschaften unter der K\u00e4seglocke einer leisen Verzweiflung, deren Ton allm\u00e4hlich rauer wird \u2013 und immer tiefer eindringt in die Psychologie von Verschw\u00f6rungstheorien.\nGedreht im Ostseeraum bei Gdynia, lotet der Film aus, wann Verzweiflung ins Irrationale kippt. Da die Polizei, so nimmt jedenfalls Hanna an, ihren Job nicht richtig macht, nimmt sie die Suche selber in die Hand. Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschwimmen: lag da wirklich dieser Knopf vom Mantel ihrer Tochter? Wieviel Hoffnung k\u00f6nnen die Spinner geben, die immer wieder anrufen und behaupten, das verschwundene M\u00e4dchen mal hier, mal da gesehen zu haben? Will die Polizei ihr wirklich nicht helfen, oder einfach p\u00fcnktlich in den\nFeierabend? Und warum wird, schleichend, der Glaube an das \u00dcbernat\u00fcrliche vom Trostpflaster zum Rettungsanker? Vielleicht ist Minorowicz\u2018 Beobachtung ja nicht nur auf eine Mutter anwendbar, die ihre Tochter verloren hat, sondern auch auf eine ganze Gesellschaft, die an Verzweiflungssymptomen leidet. Und sich die Fakten so hinbiegt, dass sie nicht mehr ein Weltbild st\u00f6ren, dass von dem Imperativ gebildet wird, dass doch alles \u201enormal\u201c zu bleiben hat. Eine Illusion, die Hanna an den Rand der Schizophrenie f\u00fchrt.SHREDS\/ Strz\u0119pyBeata Dzianowicz, PL 2022, 98 Min\nEin Familiendrama im Wandel der Jahreszeiten. Im Winter gehen der Ingenieur und Universit\u00e4tsprofessor Gerard und sein Sohn Adam noch gemeinsam zum Jagen. Im Fr\u00fchling hat der Vater bereits Alzheimer und verliert zunehmend den Sinn f\u00fcr die Realit\u00e4t. Beklemmende Et\u00fcde \u00fcber das schwierige Zusammenleben, wenn eine unheilbare Krankheit alles andere dominiert und das Leben der ganzen Familie auf den Kopf stellt.\nDer zweite Spielfilm der Dokumentarfilmregisseurin Beata Dzianowicz f\u00fchrt in eine schlesische Kleinstadt zur Familie der Pateroks, die alle zusammen in einer Wohnung leben. Die Stimmung unter den drei Generationen ist heiter und liebevoll. Bis bei dem etwa 60-j\u00e4hrigen Gerard Alzheimer ausbricht. Er legt pl\u00f6tzlich seine Spiegelreflexkamera in die Sp\u00fclmaschine oder uriniert vor seinen Student*innen w\u00e4hrend einer Vorlesung in einen Blumentopf. Bald wird er zunehmend zu einer Herausforderung f\u00fcr das Familienleben. Adam interessiert sich fast manisch nur noch f\u00fcr seinen Vater und setzt daf\u00fcr auch seine eigene Ehe und das Verh\u00e4ltnis zu seiner Tochter aufs Spiel. Gerard selbst wird immer mehr zu einer Gefahr f\u00fcr alle. Dzianowicz interessiert sich in SHREDS weniger f\u00fcr die Krankheit Alzheimer, als f\u00fcr die Auswirkungen auf ein bisher intaktes Familienleben. Ein Film mit therapeutischem Wiedererkennungswert f\u00fcr alle, die solche oder \u00e4hnliche Situationen hinter sich haben oder gerade durchmachen.SILENT LAND\/ Cicha ziemia (#FEATURE #DRAMA #DIVERSITY)Aga Woszczy\u0144ska, PL\/IT 2021, 113 MinUrlaub mit Hindernissen: Anna und Adam, gutaussehend, smart, erfolgreich, haben eine Luxusvilla in Italien gebucht. Doch der Pool ist ohne Wasser, der Ventilator funktioniert nicht, und zwischen den beiden knirscht es. Als dann vor der Haust\u00fcr noch ein Unfall passiert, l\u00e4sst sich die emotionale Kontrolle nur noch mit \u00e4u\u00dferster Disziplin aufrechterhalten.Die Stimmung ist also eh schon distanziert. Der Pool wird von einem illegalen Arbeitsmigranten aus Nordafrika repariert, der bei den Arbeiten ums Leben kommt. Wer tr\u00e4gt die Verantwortung? Der Vermieter schaltet auf Durchzug, die Polizei ist \u00fcberfordert, Anna und Adam entscheiden sich, den Vorfall zu ignorieren, doch nat\u00fcrlich ist das nicht m\u00f6glich. Messerscharf inszenierter Konzeptfilm \u00fcber Verantwortung und das Wegducken vor Verantwortung, schlechte Kommunikation, Vorurteile und das arrogante Verh\u00e4ltnis zwischen Nord und S\u00fcd.The Lure \/ C\u00f3rki dancingu\/ SirenengesangAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL 2015, 92 Min\n\u201eZieht uns heraus \/ F\u00fcrchtet euch nicht \/ Wir werden euch schon nicht auffressen!\" Mit diesem Gesang lenken zwei Nixen die Aufmerksamkeit einer feiernden Gesellschaft an der Weichsel auf sich. An Land gezogen, finden sie sich mitten in der bonbonbunten Welt der Achtzigerjahre wieder. In einem Tanzclub sollen sie als neue B\u00fchnenattraktion die Kassen klingeln lassen, doch die Gestalten aus dem Fluss lassen sich nicht domestizieren.\nMit ihrem Deb\u00fct als Regisseurin und Drehbuchautorin hat Smoczy\u0144ska im Handumdrehen das Publikum erobert, aber auch irritiert und \u00fcberfordert. Das wilde Genre-Crossover aus Musical, romantischer Kom\u00f6die, modernem M\u00e4rchen, Ostalgie-Trip, Trash und Horror l\u00e4sst viele Interpretationsm\u00f6glichkeiten zu \u2013 von einer Sozialstudie der sp\u00e4ten Volksrepublik kurz vor ihrem Untergang \u00fcber eine Allegorie auf das ungez\u00fcgelte Weibliche bis hin zu einer alternativen Geschichte der Warschauer Wappenfigur, der bewaffneten Seejungfer.The Silent TwinsAgnieszka Smoczy\u0144ska, PL\/USA\/GB 2022, 113 min\nDie unzertrennlichen Zwillinge June und Jennifer Gibbons leben in den Siebzigerjahren mit ihren Eltern und Geschwistern in der walisischen Provinz. Die Familie kommt aus Barbados und die dunkelh\u00e4utigen Sch\u00fclerinnen erleben den \u00fcblichen Alltagsrassismus, wachsen aber im Grunde beh\u00fctet auf. Trotzdem passiert eines Tages das Unvorstellbare: Sie verstummen. Lehrer*innen, \u00c4rzt*innen und Psycholog*innen m\u00fchen sich an ihnen ab, aber kein Wort kommt mehr \u00fcber ihre Lippen. Einzelgespr\u00e4che, Schulverweis, Hausunterricht \u2013 keine Ma\u00dfnahme vermag es, sie wieder zum Sprechen zu bringen.\nDoch hinter der Mauer des Schweigens verbirgt sich eine \u00fcberbordende Fantasie. In den sch\u00fctzenden vier W\u00e4nden ihres kunterbunten Kinderzimmers entwerfen die Schwestern ihre eigene Welt aus Puppentheater, Radiosendungen, Liedern und Geschichten. Dort ist Sprache auch kein Hindernis, sie plaudern ununterbrochen miteinander \u2013 mehr noch, sie entwickeln literarische Ambitionen und beginnen, ihre Geschichten niederzuschreiben. Aus den Kindern werden Teenies, die sich von Abenteuern f\u00fcr ihre Texte inspirieren lassen \u2013 nicht immer in den Grenzen des Legalen und nach wie vor schweigend. Aus der Sicht der Gesellschaft sind solche Regelbrecherinnen nicht l\u00e4nger tragbar.\nAgnieszka Smoczy\u0144ska versucht sich nicht an einer realistischen, historisch exakten Rekonstruktion der authentischen Geschichte, sondern l\u00e4dt ein zu einer Achterbahnfahrt durch die Fantasie der M\u00e4dchen, die aus dem gesellschaftlichen Normkorsett ausbrechen. Mit \u00fcbersprudelnden visuellen Einf\u00e4llen, im Sound der Epoche und versetzt mit virtuosen Animationen von Barbara Rupik lernen wir das Paar vielleicht nicht zu verstehen, aber zumindest teilweise zu erf\u00fchlen. [Rainer Mende]\nVIKA!Agnieszka Zwiefka, PL\/DE 2023, 74 Min.\nMit 84 Jahren ist Virginia \u201eVika\u201c Szmydt die \u00e4lteste DJane Polens, wenn nicht Europas. Sie h\u00e4lt Vortr\u00e4ge in Altersheimen, legt bei Tanzabenden Rock\u2019N\u2019Roll und Swing auf und auf queeren Demos Techno. Doch die Suche nach der ewigen Jugend st\u00f6\u00dft sp\u00e4testens dann an ihre Grenzen, wenn man alleine nicht mehr aus der Badewanne kommt.\nVon ihren jugendlichen Klient*innen wird Vika als Ikone gefeiert, ist mitten drin im Leben und damit nicht nur in Seniorenwohnanlagen, sondern auch in Polens Subkultur angekommen, die f\u00fcr mehr Selbstbestimmung und weniger Tradition streitet \u2013 im Alter und anderswo. Doch wie sieht es dahinter aus? Vikas Sohn wirft ihr vor, zwar mit 30 Kilogramm Schallplatten durch halb Polen zu fahren, aber nicht um die Ecke, um sich sein Spiel in der Nationalmannschaft anzugucken. Zwischen Karriere und K\u00e4lte \u2013 auch Vika ist dieser Widerspruch bewusst, aber das Musikmachen macht einfach zu viel Spa\u00df. 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