{"id":4508,"date":"2006-02-08T15:39:00","date_gmt":"2006-02-08T14:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?p=4508"},"modified":"2021-05-27T15:46:11","modified_gmt":"2021-05-27T13:46:11","slug":"zeitgenossische-polnische-kunst-kondycje-wirklichkeit-sinnlichkeit-korperlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2006\/02\/08\/zeitgenossische-polnische-kunst-kondycje-wirklichkeit-sinnlichkeit-korperlichkeit\/","title":{"rendered":"ZEITGEN\u00d6SSISCHE POLNISCHE KUNST &#8222;Kondycje. Wirklichkeit. Sinnlichkeit. K\u00f6rperlichkeit&#8221;."},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"h3_title\">\u00a0<\/h3>\n<div class=\"edytor programm\">\n<p class=\"news-info\"><strong>Mi 08.02.2006 <\/strong>Galerie des Polnischen Instituts D\u00fcsseldorf<\/p>\nIm Rahmen des Deutsch-Polnischen Jahres 2005\/ 2006 l\u00e4dt das Polnische Institut D\u00fcsseldorf ein zur einer Begegnung mit Werken namhafter zeitgen\u00f6ssischer polnischer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler:<br \/>Pawe\u0142 Althamer, El\u017cbieta Jab\u0142o\u0144ska, Grzegorz Klaman, Katarzyna Kozyra, Zofia Kulik, Konrad Kuzyszyn, Ma\u0142gorzata Markiewicz, Marzanna Morozewicz und Artur Zmijewski<br \/>Die Ausstellung ist ein Ausschnitt aus der Sammlung II der Galeria Arsena\u0142 in Bia\u0142ystok, die im Rahmen des Programms \u201eZeichen der Zeit\u201c des Kulturministeriums der Republik Polen st\u00e4ndig erweitert wird.<br \/>Die ausgew\u00e4hlten Werke befassen sich direkt mit der Condition Humaine, mit dem Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Realit\u00e4t, zur Sinnlichkeit, zur K\u00f6rperlichkeit und Sexualit\u00e4t. In ihnen erscheinen die Reflexionen der K\u00fcnstler \u00fcber zwischenmenschliche Beziehungen, \u00fcber verschiedene Formen der Abh\u00e4ngigkeit und Macht, \u00fcber potenzielle M\u00f6glichkeiten und Resignation.<br \/><br \/>MANDALA von ZOFIA KULIK ist eine Art figurales Ornament, harmonisch und sch\u00f6n. Aber gleichzeitig zeigt es das ganze B\u00f6se, das daraus resultiert, wenn der Mensch in den H\u00e4nden anderer Menschen oder Machtsysteme zum Werkzeug wird. Die Benutzung des Menschen als ornamentales Motiv nimmt ihm die W\u00fcrde, obwohl das Modell seine Posen aus der christlichen wie auch der sozrealistischen Ikonografie entleiht, wird der Mensch versachlicht und entm\u00fcndigt. Das Werk f\u00fchrt unsere Gedanken zu totalit\u00e4ren Systemen und stellt die Frage nach den Rechten des Individuums.<br \/><br \/>KATARZYNA KOZYRA geht an das Thema Freiheit anders heran. In dem Diptychon \u201eCZERWI\u0143SKI II\u201d zeigt sie die Gestalt eines misshandelten Mannes, der in Embryohaltung auf den Symbolen Rotes Kreuz und Halbmond liegt. Es ist eine weitere Variante ihrer bekannten Arbeit \u201eBlutsbande\u201d, die eine Reflexion \u00fcber den Balkankrieg ist. Die Fotografien zeigen das Drama eines Menschen auf, der unfreiwillig in die Kriegshandlungen verwickelt ist, aber auch, mehr universell, das Drama der zuf\u00e4lligen Opfer. Leid ist nicht gegengewertet durch die Hilfe der humanit\u00e4ren Hilfsorganisationen, die oftmals auch in die Ideologien verwickelt sind. In einer Wirklichkeit, die mit religi\u00f6sem Fanatismus durchsetzt ist, ist der Mensch nur so viel wert wie die Kohl- und Blumenkohlk\u00f6pfe, die um Czerwi\u0144ski herum \u201edrapiert\u201c sind.<br \/><br \/>Ein Beispiel f\u00fcr das \u201emenschliche Gesicht\u201c in der feministischen Kunst ist die Arbeit von EL\u017bBIETA JAB\u0141O\u0143SKA. Das Triptychon \u201eSUPERMUTTER\u201c bezieht sich zweifellos auf den Begriff \u201ePolnische Mutter\u201c, der in sich selbst Ironie und Frohsinn enth\u00e4lt. Drei Fotografien zeigen die Autorin in den R\u00e4umen ihrer Wohnung mit ihrem Sohn auf dem Scho\u00df. Die Mutter nimmt die Gestalt der Superhelden der Popkultur an: Superman, Batman, und Spiderman. Das Idealbild der Frau, die neben der Notwendigkeit, die h\u00e4uslichen und beruflichen Pflichten zu bew\u00e4ltigen, jeden Tag auch noch ein sch\u00f6nes, l\u00e4chelndes Gesicht zeigt, stundenlang mit dem Kind spielt und zudem seine tief versteckten Tr\u00e4ume realisiert, ist ein recht universales Erwartungsmodell. Au\u00dfer den Figuren der Popkultur \u00fcbernimmt Jab\u0142o\u0144ska aber auch Elemente der christlichen Ikonographie \u2013 ihre \u201eSupermutter\u201c adaptiert Posen, die charakteristisch sind f\u00fcr Darstellungen der Madonna mit Kind &#8211; was ihr eine besondere Bedeutung verleiht.<br \/><br \/>Einen separaten Platz in der Ausstellung nehmen die Kunstwerke ein, die einen direkten Bezug zur Weiblichkeit aufweisen:<br \/>Das von MARZANNA MOROZEWICZ in eigener Technik aus Packpapier mit Rosenmotiv kreierte \u201eSELBSTBILDNIS\u201c, das auf einem hohen rosafarbenen Postament steht, scheint eine Affirmation der Weiblichkeit zu sein, ein Ausdruck der Selbstakzeptanz. Das \u201eSelbstbildnis\u201c bildet den unteren Teil des Gesichts der K\u00fcnstlerin, die Kinnkontur und den Hals ab \u2013 als Ausdruck der Andeutung, aber nicht der Unsicherheit. Es strahlt W\u00fcrde und innere Harmonie aus.<br \/>Jede der \u201eBLUMEN\u201c von MA\u0141GORZATA MARKIEWICZ ist die Spur einer intimen Performance \u2013 einer pers\u00f6nlichen Geste der K\u00fcnstlerin. Am Platz des Ausziehens zur\u00fcckgelassen, bilden die Elemente der Kleider eine \u00e4sthetische Form, die an eine Blume erinnert. Es ist eine Art von Spiel mit dem Zuschauer und mit seinen erotischen Assoziationen, eine Art von Versuchung. Aber gleichzeitig zeigen sie Abwesenheit, und k\u00f6nnen als verlassene Maske, als Vorhang an-gesehen werden. Ohne den K\u00f6rper erregen sie unsere Vorstellungskraft, gebieten uns mehr zu vermuten, als wir in Wirklichkeit sehen k\u00f6nnten.<br \/>W\u00e4hrend in den Arbeiten von Markiewicz der K\u00f6rper abwesend ist, bringt GRZEGORZ KLAMAN mit \u201eKATABASIE\u201c wirkliche K\u00f6rperteile in die Kunst ein \u2013 Pr\u00e4parate von einem Auge, einer Zunge und einem Ohr. Er behandelt sie wie Gegenst\u00e4nde, was angesichts der Fortschritte in der Medizin als verst\u00e4ndliche und begr\u00fcndete Ma\u00dfnahme erscheint: So wie die Teile des Motors sich zu einem Mechanismus zusammenf\u00fcgen, so bilden die Teile eines K\u00f6rpers einen funktionierenden \u201emenschlichen Mechanismus\u201d. Aber das bedeutet nicht, dass Klaman die Teile des K\u00f6rpers nicht hoch achtet, im Gegenteil: Er bewahrt sie in \u201eSarkophagen\u201d, beleuchtet sie und gibt ihnen den besonderen Charakter des Exponats.<br \/>In seiner Arbeit \u201eOBJEKTE DES SEINS\u201d wirft KONRAD KUZYSZYN \u00e4hnliche Probleme auf. In den lichtdurchstr\u00f6mten Fotos, die mit gro\u00dfer Sorgfalt im Innern eines Medizinschrankes untergebracht sind, erkennen wir die K\u00f6rperteile als Objekte der Sch\u00f6nheit von \u00e4sthetischer Bedeutung.<br \/>Zwei Filme erg\u00e4nzen die Ausstellung:<br \/>\u201eVIDEOCLIP\u201c von PAWE\u0141 ALTHAMER, eine Reflexion \u00fcber die Condition der jungen Genera-tion in Polen, \u00fcber ihre Perspektiven f\u00fcr die Zukunft und ihre Vorstellungen.<br \/>\u201eUNSER LIEDERBUCH\u201d von ARTUR \u017bMIJEWSKI zeigt polnische Juden, die seit vielen Jahren in Israel wohnen. Am Ende des Lebens erinnern sie sich an patriotische und lyrische polnische Lieder, die sie w\u00e4hrend ihrer Kindheit in Polen erlernt haben.<br \/>In beiden Filmen haben wir so etwas wie einander gegen\u00fcberstehende, fragmentarische Bilder von Polen: Seine Zukunft, die mit den Augen der jungen Leute nicht immer optimistisch gesehen wird, und den Teil Polens, der zusammen mit den alten Leuten weggeht, die selbst \u00fcber so viele Jahre hinweg au\u00dfer Landes einen Teil der polnischen Kultur bewahrt haben.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Mi 08.02.2006 Galerie des Polnischen Instituts D\u00fcsseldorf Im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jahres 2005\/ 2006 l\u00e4dt das Polnische Institut D\u00fcsseldorf ein zur einer Begegnung mit Werken namhafter zeitgen\u00f6ssischer polnischer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler:Pawe\u0142 Althamer, El\u017cbieta Jab\u0142o\u0144ska, Grzegorz Klaman, Katarzyna Kozyra, Zofia Kulik, Konrad Kuzyszyn, Ma\u0142gorzata Markiewicz, Marzanna Morozewicz und Artur ZmijewskiDie Ausstellung ist ein Ausschnitt aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":4509,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[25,103],"tags":[],"class_list":["post-4508","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kunst","category-programm"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>ZEITGEN\u00d6SSISCHE POLNISCHE KUNST &quot;Kondycje. 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In ihnen erscheinen die Reflexionen der K\u00fcnstler \u00fcber zwischenmenschliche Beziehungen, \u00fcber verschiedene Formen der Abh\u00e4ngigkeit und Macht, \u00fcber potenzielle M\u00f6glichkeiten und Resignation.MANDALA von ZOFIA KULIK ist eine Art figurales Ornament, harmonisch und sch\u00f6n. Aber gleichzeitig zeigt es das ganze B\u00f6se, das daraus resultiert, wenn der Mensch in den H\u00e4nden anderer Menschen oder Machtsysteme zum Werkzeug wird. Die Benutzung des Menschen als ornamentales Motiv nimmt ihm die W\u00fcrde, obwohl das Modell seine Posen aus der christlichen wie auch der sozrealistischen Ikonografie entleiht, wird der Mensch versachlicht und entm\u00fcndigt. Das Werk f\u00fchrt unsere Gedanken zu totalit\u00e4ren Systemen und stellt die Frage nach den Rechten des Individuums.KATARZYNA KOZYRA geht an das Thema Freiheit anders heran. In dem Diptychon \u201eCZERWI\u0143SKI II\u201d zeigt sie die Gestalt eines misshandelten Mannes, der in Embryohaltung auf den Symbolen Rotes Kreuz und Halbmond liegt. Es ist eine weitere Variante ihrer bekannten Arbeit \u201eBlutsbande\u201d, die eine Reflexion \u00fcber den Balkankrieg ist. Die Fotografien zeigen das Drama eines Menschen auf, der unfreiwillig in die Kriegshandlungen verwickelt ist, aber auch, mehr universell, das Drama der zuf\u00e4lligen Opfer. Leid ist nicht gegengewertet durch die Hilfe der humanit\u00e4ren Hilfsorganisationen, die oftmals auch in die Ideologien verwickelt sind. In einer Wirklichkeit, die mit religi\u00f6sem Fanatismus durchsetzt ist, ist der Mensch nur so viel wert wie die Kohl- und Blumenkohlk\u00f6pfe, die um Czerwi\u0144ski herum \u201edrapiert\u201c sind.Ein Beispiel f\u00fcr das \u201emenschliche Gesicht\u201c in der feministischen Kunst ist die Arbeit von EL\u017bBIETA JAB\u0141O\u0143SKA. Das Triptychon \u201eSUPERMUTTER\u201c bezieht sich zweifellos auf den Begriff \u201ePolnische Mutter\u201c, der in sich selbst Ironie und Frohsinn enth\u00e4lt. Drei Fotografien zeigen die Autorin in den R\u00e4umen ihrer Wohnung mit ihrem Sohn auf dem Scho\u00df. Die Mutter nimmt die Gestalt der Superhelden der Popkultur an: Superman, Batman, und Spiderman. Das Idealbild der Frau, die neben der Notwendigkeit, die h\u00e4uslichen und beruflichen Pflichten zu bew\u00e4ltigen, jeden Tag auch noch ein sch\u00f6nes, l\u00e4chelndes Gesicht zeigt, stundenlang mit dem Kind spielt und zudem seine tief versteckten Tr\u00e4ume realisiert, ist ein recht universales Erwartungsmodell. Au\u00dfer den Figuren der Popkultur \u00fcbernimmt Jab\u0142o\u0144ska aber auch Elemente der christlichen Ikonographie \u2013 ihre \u201eSupermutter\u201c adaptiert Posen, die charakteristisch sind f\u00fcr Darstellungen der Madonna mit Kind - was ihr eine besondere Bedeutung verleiht.Einen separaten Platz in der Ausstellung nehmen die Kunstwerke ein, die einen direkten Bezug zur Weiblichkeit aufweisen:Das von MARZANNA MOROZEWICZ in eigener Technik aus Packpapier mit Rosenmotiv kreierte \u201eSELBSTBILDNIS\u201c, das auf einem hohen rosafarbenen Postament steht, scheint eine Affirmation der Weiblichkeit zu sein, ein Ausdruck der Selbstakzeptanz. Das \u201eSelbstbildnis\u201c bildet den unteren Teil des Gesichts der K\u00fcnstlerin, die Kinnkontur und den Hals ab \u2013 als Ausdruck der Andeutung, aber nicht der Unsicherheit. Es strahlt W\u00fcrde und innere Harmonie aus.Jede der \u201eBLUMEN\u201c von MA\u0141GORZATA MARKIEWICZ ist die Spur einer intimen Performance \u2013 einer pers\u00f6nlichen Geste der K\u00fcnstlerin. Am Platz des Ausziehens zur\u00fcckgelassen, bilden die Elemente der Kleider eine \u00e4sthetische Form, die an eine Blume erinnert. Es ist eine Art von Spiel mit dem Zuschauer und mit seinen erotischen Assoziationen, eine Art von Versuchung. Aber gleichzeitig zeigen sie Abwesenheit, und k\u00f6nnen als verlassene Maske, als Vorhang an-gesehen werden. Ohne den K\u00f6rper erregen sie unsere Vorstellungskraft, gebieten uns mehr zu vermuten, als wir in Wirklichkeit sehen k\u00f6nnten.W\u00e4hrend in den Arbeiten von Markiewicz der K\u00f6rper abwesend ist, bringt GRZEGORZ KLAMAN mit \u201eKATABASIE\u201c wirkliche K\u00f6rperteile in die Kunst ein \u2013 Pr\u00e4parate von einem Auge, einer Zunge und einem Ohr. Er behandelt sie wie Gegenst\u00e4nde, was angesichts der Fortschritte in der Medizin als verst\u00e4ndliche und begr\u00fcndete Ma\u00dfnahme erscheint: So wie die Teile des Motors sich zu einem Mechanismus zusammenf\u00fcgen, so bilden die Teile eines K\u00f6rpers einen funktionierenden \u201emenschlichen Mechanismus\u201d. Aber das bedeutet nicht, dass Klaman die Teile des K\u00f6rpers nicht hoch achtet, im Gegenteil: Er bewahrt sie in \u201eSarkophagen\u201d, beleuchtet sie und gibt ihnen den besonderen Charakter des Exponats.In seiner Arbeit \u201eOBJEKTE DES SEINS\u201d wirft KONRAD KUZYSZYN \u00e4hnliche Probleme auf. In den lichtdurchstr\u00f6mten Fotos, die mit gro\u00dfer Sorgfalt im Innern eines Medizinschrankes untergebracht sind, erkennen wir die K\u00f6rperteile als Objekte der Sch\u00f6nheit von \u00e4sthetischer Bedeutung.Zwei Filme erg\u00e4nzen die Ausstellung:\u201eVIDEOCLIP\u201c von PAWE\u0141 ALTHAMER, eine Reflexion \u00fcber die Condition der jungen Genera-tion in Polen, \u00fcber ihre Perspektiven f\u00fcr die Zukunft und ihre Vorstellungen.\u201eUNSER LIEDERBUCH\u201d von ARTUR \u017bMIJEWSKI zeigt polnische Juden, die seit vielen Jahren in Israel wohnen. Am Ende des Lebens erinnern sie sich an patriotische und lyrische polnische Lieder, die sie w\u00e4hrend ihrer Kindheit in Polen erlernt haben.In beiden Filmen haben wir so etwas wie einander gegen\u00fcberstehende, fragmentarische Bilder von Polen: Seine Zukunft, die mit den Augen der jungen Leute nicht immer optimistisch gesehen wird, und den Teil Polens, der zusammen mit den alten Leuten weggeht, die selbst \u00fcber so viele Jahre hinweg au\u00dfer Landes einen Teil der polnischen Kultur bewahrt haben."},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2006\/02\/08\/zeitgenossische-polnische-kunst-kondycje-wirklichkeit-sinnlichkeit-korperlichkeit\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/elzbieta-jablonska.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/05\/elzbieta-jablonska.jpg","width":640,"height":480},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2006\/02\/08\/zeitgenossische-polnische-kunst-kondycje-wirklichkeit-sinnlichkeit-korperlichkeit\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"ZEITGEN\u00d6SSISCHE POLNISCHE KUNST &#8222;Kondycje. 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