{"id":5107,"date":"2013-01-11T13:46:00","date_gmt":"2013-01-11T12:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?p=5107"},"modified":"2021-06-30T14:02:06","modified_gmt":"2021-06-30T12:02:06","slug":"witold-lutoslawski-jahr-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2013\/01\/11\/witold-lutoslawski-jahr-2013\/","title":{"rendered":"Witold Lutos\u0142awski &#8211; Jahr 2013"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"h3_title\">\u00a0<\/h3>\n<div class=\"edytor programm\">\n<p class=\"news-info\"><strong>Fr 11.01.2013 &#8211; Sa 14.12.2013 <\/strong>Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 D\u00fcsseldorf<\/p>\n<strong>WITOLD LUTOS\u0141AWSKI JAHR 2013:\u00a0<a href=\"http:\/\/lutoslawski.culture.pl\/web\/lutoslawskien\/\">http:\/\/lutoslawski.culture.pl\/web\/lutoslawskien\/<\/a><\/strong><br \/>\u201e<em><strong>Lutos\u0142awskis Musik ist so gebaut, sie ist von solch einer Tiefe und Sch\u00f6nheit, dass es einem wirklich den Atem verschl\u00e4gt<\/strong><\/em>.\u201c Anne-Sophie Mutter<br \/><br \/>2013 wird der 100. Geburtstag des polnischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Witold Lutos\u0142awski (1913-1994) gefeiert, der zu den gr\u00f6\u00dften K\u00fcnstlern des 20. Jahrhunderts z\u00e4hlt. Seine Musik gilt als beispielhaft f\u00fcr ein perfektes Gleichgewicht zwischen Tradition und Avantgarde. Die Tonhalle D\u00fcsseldorf und das Polnische Institut D\u00fcsseldorf laden im Januar 2013 zu einem Witold Lutos\u0142awski gewidmeten Konzertzyklus ein.<br \/><br \/>KONZERTTERMINE:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tonhalle-duesseldorf.de\/\">www.tonhalle-duesseldorf.de<\/a><br \/><u>Freitag,\u00a011.01.2013, 20.00 Uhr<br \/>Sonntag,\u00a013.01.2013, 11.00 Uhr<br \/>Montag,\u00a014.01.2013, 20.00 Uhr<\/u><br \/><strong>D\u00fcsseldorfer Symphoniker<\/strong>,\u00a0<strong>Claudia Barainsky<\/strong>\u00a0(Sopran),\u00a0<strong>Andrey Boreyko<\/strong>\u00a0(Dirigent)<br \/>Konzertprogramm:<br \/>Maurice Ravel, Le tombeau de Couperin<br \/>Krzysztof Meyer, Chansons d&#8217;un r\u00eaveur solitaire (Auftrag der D\u00fcsseldorfer Symphoniker)<br \/>Maurice Ravel, Pavane pour une infante d\u00e9funte<br \/>Witold Lutos\u0142awski, Konzert f\u00fcr Orchester<br \/><br \/><u>Samstag,\u00a012.01.2013<\/u><br \/>&#8211; 19.00 Uhr:\u00a0<strong>Gespr\u00e4ch\u00a0<\/strong>mit dem Komponisten, Lutos\u0142awski- Biograph und Freund,\u00a0<strong>Prof. Krzysztof Meyer\u00a0<\/strong>und der Musikwissenschaftlerin\u00a0<strong>Dr. Danuta Gwizdalanka<\/strong>.<br \/>&#8211; 20.00 Uhr:\u00a0<strong>Konzert des Ensemble Diff\u00e9rance<\/strong><br \/>Konzertprogramm:<br \/>Witold Lutos\u0142awski, Zwei Et\u00fcden f\u00fcr Klavier<br \/>Frank Zabel, Concertino f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug<br \/>Stefan Thomas, Neues Werk f\u00fcr Klavier, Schlagzeug und Elektronik<br \/>Witold Lutos\u0142awski, Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini (Fassung f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug von Marta Ptaszy\u0144ska)<br \/>B\u00e9la Bart\u00f3k, Sonate f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug<br \/><br \/>\u201e<em><strong>Musik ist im Grunde ein gro\u00dfes Geheimnis. Wir wissen nicht, wie und warum sie bestimmte Reaktionen in uns hervorruft und Ursprung von Erlebnissen unerh\u00f6rten Reichtums ist. K\u00f6nnten wir das Geheimnis der Musik enth\u00fcllen, das, was ihr Wesen ausmacht und es in Worte fassen, dann w\u00fcrde die Musik \u00fcberfl\u00fcssig. Gl\u00fccklicherweise ist das unm\u00f6glich<\/strong><\/em>.\u201c Witold Lutos\u0142awski\u00a0<br \/><br \/>Aus dem Programmheft zu den Symphoniekonzerten am 11.,13.+14.1.:<br \/><em><strong>Volkst\u00fcmlich maskierte Moderne \u2013 Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c<\/strong><\/em><br \/>Intrada, Passacaglia, Toccata, Choral \u2013 die Satztitel von Witold Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c lassen an Barockmusik denken. Der Gesamttitel jedoch bezieht sich auf Bela Bartok und dessen gleichnamiges Werk aus dem Jahr 1943. \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 diese Bezeichnung erscheint widersinnig, denn \u00fcblicherweise ist ein Konzert ein Stuck, in dem ein Soloinstrument einem Orchester gegen\u00fcbertritt. Der Solist darf seine ganze Virtuosit\u00e4t zeigen, w\u00e4hrend das Orchester ihn begleitet oder auch dramatische Akzente setzt. Doch genau wie Bartok wollte auch Lutos\u0142awski die besonderen F\u00e4higkeiten nicht eines Solisten, sondern eines ganzen Klangk\u00f6rpers herausstellen. Witold Rowicki, der Leiter des nach dem Zweiten Weltkrieg neu begr\u00fcndeten Warschauer Philharmonischen Orchesters, hatte 1950 ein \u201eherausforderndes\u201c Stuck bei ihm in Auftrag gegeben. Fertigstellen konnte Lutos\u0142awski das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c allerdings erst 1954. Der Name Bartok steht aber noch f\u00fcr etwas anderes: die Verschmelzung osteurop\u00e4ischer Volksmusik mit fortgeschrittener Kunstmusik. Um die Attraktivit\u00e4t Bartoks f\u00fcr einen polnischen Komponisten wie Lutos\u0142awski zu verstehen, muss man sich die Machtverh\u00e4ltnisse der Zeit vergegenw\u00e4rtigen. Die Sowjetunion hatte nach dem Krieg ihren Einfluss auf ganz Osteuropa ausgedehnt \u2013 mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Kulturpolitik der betroffenen L\u00e4nder. Gem\u00e4\u00df der Doktrin des \u201esozialistischen Realismus\u201c wurde zum Beispiel Lutos\u0142awskis erste Symphonie 1949 als \u201eformalistisch\u201c eingestuft und verboten. Der Begriff \u201eFormalismus\u201c umfasste im Jargon der Kulturfunktionare praktisch alles, was nicht dem Geschmack der gro\u00dfen Masse entgegenkam \u2013 vor allem Atonalit\u00e4t und Dissonanzen. Dem propagierten \u201eRealismus\u201c gen\u00fcgten dagegen volksliedhafte Melodien und die harmonische Sprache des 19. Jahrhunderts. Erst ab 1956, drei Jahre nach Stalins Tod, \u00f6ffnete sich Polen der Neuen Musik, und auch Lutos\u0142awski nutzte jetzt die M\u00f6glichkeit, sich mit den verschiedenen Avantgarde-Str\u00f6mungen auseinanderzusetzen. Er war in dieser Zeit Mitbegr\u00fcnder des Festivals \u201eWarschauer Herbst\u201c, des wichtigsten Forums Neuer Musik in Osteuropa. Und er entwickelte einen eigenen Kompositionsstil, der sich durch die von John Cage inspirierte \u201ebegrenzte Aleatorik\u201c (also die Einbeziehung von Zufall und Improvisation) sowie durch eine eigenwillige Adaption der Zw\u00f6lftontechnik auszeichnete. Doch bis es soweit war, galt es Kompromisse zu schlie\u00dfen. Wie viele seiner Kollegen half sich auch Lutos\u0142awski durch Einbeziehung von Volksmusik. Sie sollte die von der Kulturb\u00fcrokratie geforderte Verst\u00e4ndlichkeit garantieren. Allerdings greift das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 im Unterschied zu manchen Gelegenheits-und Brotarbeiten Lutos\u0142awskis \u2013 polnische Folklore nur recht oberfl\u00e4chlich auf: Masowische (aus der Gegend um Warschau stammende) Melodien dienen als Rohmaterial. Sie werden mit neuen Harmonien, atonalen Kontrapunkten und neobarocken Satzformen kombiniert und haben daher nur noch geringen Einfluss auf die endg\u00fcltige Gestalt der Musik. Elegant umging Lutos\u0142awski so die ihm auferlegten Beschr\u00e4nkungen und schrieb ein anspruchsvolles, pers\u00f6nlich gef\u00e4rbtes Werk.<br \/>J\u00fcrgen Ostmann<br \/><br \/><br \/><strong>\u201eIch liebe das Franz\u00f6sische\u201c<br \/>Ein Gespr\u00e4ch mit Krzysztof Meyer<\/strong><br \/>Offiziell war Krzysztof Penderecki sein Lehrer, doch es gibt zwei Komponisten, die den geb\u00fcrtigen Krakauer Krzysztof Meyer weit starker beeinflussten: zum einen Dmitri Schostakowitsch, den er immer wieder in Moskau besuchte, und zum anderen Witold Lutos\u0142awski, der ihm in Warschau privaten Kompositionsunterricht gab. Von ihnen mag Meyer auch die k\u00fcnstlerischen Ziele \u00fcbernommen haben, die seitdem sein Komponieren bestimmen \u2013 Auspr\u00e4gung einer unverwechselbar eigenen Tonsprache, Verantwortung f\u00fcr jede Note und das Bem\u00fchen, den H\u00f6rer \u201eseelisch zu erreichen und zu bereichern\u201c. Ziele, die er immer auch seinen eigenen Sch\u00fclern zu vermitteln suchte \u20131966 bis 1987 an der Krakauer Musikakademie und von 1987 bis 2008 an der K\u00f6lner Musikhochschule. Krzysztof Meyer leistete Beitrage zu altehrw\u00fcrdigen Gattungen wie Symphonie, Konzert, Streichquartett, Sonate, Messe oder Oper, die er aber mit neuen Inhalten f\u00fcllte. Ein Werk, das Verwurzelung in der Tradition mit einer gro\u00dfen Offenheit gegen\u00fcber aktuellen Ideen und Kompositionstechniken verbindet.<br \/><br \/><em><strong>Herr Meyer, bereits vor 16 Jahren waren Sie bei der Urauff\u00fchrung eines Ihrer Werke in der Tonhalle zugegen. Was ist es f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn man als Komponist die Urauff\u00fchrung eines eigenen St\u00fcckes hautnah miterlebt?<\/strong><\/em><br \/><br \/>Man erwartet die ersten Proben mit Spannung und Neugier, nicht ohne Lampenfieber sogar. Ich w\u00fcrde sagen, die Proben sind f\u00fcr mich spannender als die Urauff\u00fchrung selbst. Das ist ja letztendlich die erste Konfrontation zwischen dem, was ich mir innerlich vorgestellt habe und dem, was ich bei der ersten Probe h\u00f6re. Dabei erfahre ich in der Regel eine gewisse Unzufriedenheit und mache deswegen nach der Urauff\u00fchrung noch kleine und manchmal sogar gr\u00f6\u00dfere Korrekturen. Ich erinnere mich sehr gut, wie hervorragend Boris Pergamenschikov mein Cellokonzert 1996 gespielt hat, es war f\u00fcr mich eine Offenbarung. Ich erinnere mich auch detailliert, wie lange wir nach dem Konzert diskutiert haben und was ich in meiner Partitur sp\u00e4ter ge\u00e4ndert habe.<br \/><br \/><em><strong>Sie haben Gedichte des franz\u00f6sischen Symbolisten Paul Verlaine f\u00fcr Ihr neues vokalsymphonisches Werk ausgew\u00e4hlt. War es \u201eZufall\u201c im besten Sinne oder ein lang gehegter Wunsch, Verlaine in Musik zu setzen?<\/strong><\/em><br \/><br \/>Das war gar kein Zufall. Die Werke von Paul Verlaine geh\u00f6ren zu meiner Lieblingspoesie und eignen sich sehr gut f\u00fcr eine Vertonung. Lange hatte ich nach einem passenden Text gesucht, den ich schlie\u00dflich in den Gedichten von Verlaine fand. Au\u00dferdem war mir auch von vornherein klar, dass ich franz\u00f6sische Poesie vertonen werde. Ich liebe das Franz\u00f6sische in Verbindung mit Gesang und seine Prosodie mit dem Akzent auf der letzten Wortsilbe. Von den Sprachen, die ich kenne und gern vertone, steht mir das Franz\u00f6sische ganz ohne Frage am n\u00e4chsten.<br \/><br \/><em><strong>Verlaines Gedichte strotzen geradezu vor Expressivit\u00e4t. Wie laufen Klangsprache von Wort und Musik zusammen?<\/strong><\/em><br \/><br \/>Wie es immer bei mir ist, war der allgemeine Abriss des St\u00fcckes entstanden, bevor ich die richtigen Verse gefunden hatte. Jede meiner Vokalkompositionen ist ein mehrschichtiges Gebilde, deren rein klanglicher Ablauf in engem Zusammenhang mit dem poetischen Ablauf steht. Trotzdem denke ich zuerst rein musikalisch, ohne einen passenden Text zu haben. Wenn mir die allgemeine Konzeption des Werkes endlich klar ist, beginne ich nach einer geeigneten Poesie zu suchen. Genauer gesagt: Mir diktiert die allgemeine Vorstellung von dem Werk die Wahl eines entsprechenden Textes. Daraus wird ersichtlich, dass ich eine vokal-instrumentale Komposition immer als das Resultat der sich st\u00e4ndig gegenseitig beeinflussenden Schichten \u2013 der poetischen und der musikalischen verstehe.<br \/><br \/><em><strong>Die D\u00fcsseldorfer Symphoniker setzen in diesem Konzert einen starken Akzent Richtung Polen, indem sie nicht nur Ihre Orchesterlieder vorstellen, sondern auch das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c Ihres Weggef\u00e4hrten Witold Lutos\u0142awski spielen. Was verbindet Sie mit Lutoslawski?<\/strong><\/em><br \/><br \/>Ich liebe die Musik von Witold Lutos\u0142awski, und es ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Freude, in einer Zeit zu leben, in der die Musik dieses Komponisten sich die allgemeine Anerkennung erringt. Ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck, Lutos\u0142awski pers\u00f6nlich kennengelernt zu haben. Nach meinem Debut beim Warschauer Herbst 1965 hat er mir vorgeschlagen, sich zu privaten Konsultationen zu treffen. Ich muss sagen, dass er ein hervorragender Lehrer war. Neben dem Kompositionsunterricht ma\u00df er st\u00e4ndig der musikalischen Allgemeinbildung gro\u00dfe Bedeutung bei. Seine Bemerkungen waren stets unglaublich pr\u00e4zise. Vor allem alles, was mit der Harmonik zu tun hatte, erkl\u00e4rte er besonders klar und deutlich. Er war der Meinung, dass die Harmonik von vielen zeitgen\u00f6ssischen Komponisten vernachl\u00e4ssigt wird und betonte, dass es h\u00f6chste Zeit ist, \u201ewieder harmonisch zu denken\u201c.<br \/><br \/><em><strong>J\u00fcngst ist eine umfangreiche Lutos\u0142awski-Biografie aus Ihrer Feder erschienen. Gibt es Parallelen zwischen dem Schreiben von B\u00fcchern und dem Schreiben von Musik?<\/strong><\/em><br \/><br \/>Nein, gar keine. Bucher und Artikel zu schreiben ist eine Art von Hobby, das Komponieren dagegen \u2013 mein Beruf!<br \/><br \/>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Ariane Stern.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Fr 11.01.2013 &#8211; Sa 14.12.2013 Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 D\u00fcsseldorf WITOLD LUTOS\u0141AWSKI JAHR 2013:\u00a0http:\/\/lutoslawski.culture.pl\/web\/lutoslawskien\/\u201eLutos\u0142awskis Musik ist so gebaut, sie ist von solch einer Tiefe und Sch\u00f6nheit, dass es einem wirklich den Atem verschl\u00e4gt.\u201c Anne-Sophie Mutter 2013 wird der 100. 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Die Tonhalle D\u00fcsseldorf und das Polnische Institut D\u00fcsseldorf laden im Januar 2013 zu einem Witold Lutos\u0142awski gewidmeten Konzertzyklus ein.KONZERTTERMINE:\u00a0www.tonhalle-duesseldorf.deFreitag,\u00a011.01.2013, 20.00 UhrSonntag,\u00a013.01.2013, 11.00 UhrMontag,\u00a014.01.2013, 20.00 UhrD\u00fcsseldorfer Symphoniker,\u00a0Claudia Barainsky\u00a0(Sopran),\u00a0Andrey Boreyko\u00a0(Dirigent)Konzertprogramm:Maurice Ravel, Le tombeau de CouperinKrzysztof Meyer, Chansons d'un r\u00eaveur solitaire (Auftrag der D\u00fcsseldorfer Symphoniker)Maurice Ravel, Pavane pour une infante d\u00e9funteWitold Lutos\u0142awski, Konzert f\u00fcr OrchesterSamstag,\u00a012.01.2013- 19.00 Uhr:\u00a0Gespr\u00e4ch\u00a0mit dem Komponisten, Lutos\u0142awski- Biograph und Freund,\u00a0Prof. Krzysztof Meyer\u00a0und der Musikwissenschaftlerin\u00a0Dr. Danuta Gwizdalanka.- 20.00 Uhr:\u00a0Konzert des Ensemble Diff\u00e9ranceKonzertprogramm:Witold Lutos\u0142awski, Zwei Et\u00fcden f\u00fcr KlavierFrank Zabel, Concertino f\u00fcr zwei Klaviere und SchlagzeugStefan Thomas, Neues Werk f\u00fcr Klavier, Schlagzeug und ElektronikWitold Lutos\u0142awski, Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini (Fassung f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug von Marta Ptaszy\u0144ska)B\u00e9la Bart\u00f3k, Sonate f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug\u201eMusik ist im Grunde ein gro\u00dfes Geheimnis. Wir wissen nicht, wie und warum sie bestimmte Reaktionen in uns hervorruft und Ursprung von Erlebnissen unerh\u00f6rten Reichtums ist. K\u00f6nnten wir das Geheimnis der Musik enth\u00fcllen, das, was ihr Wesen ausmacht und es in Worte fassen, dann w\u00fcrde die Musik \u00fcberfl\u00fcssig. Gl\u00fccklicherweise ist das unm\u00f6glich.\u201c Witold Lutos\u0142awski\u00a0Aus dem Programmheft zu den Symphoniekonzerten am 11.,13.+14.1.:Volkst\u00fcmlich maskierte Moderne \u2013 Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201cIntrada, Passacaglia, Toccata, Choral \u2013 die Satztitel von Witold Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c lassen an Barockmusik denken. Der Gesamttitel jedoch bezieht sich auf Bela Bartok und dessen gleichnamiges Werk aus dem Jahr 1943. \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 diese Bezeichnung erscheint widersinnig, denn \u00fcblicherweise ist ein Konzert ein Stuck, in dem ein Soloinstrument einem Orchester gegen\u00fcbertritt. Der Solist darf seine ganze Virtuosit\u00e4t zeigen, w\u00e4hrend das Orchester ihn begleitet oder auch dramatische Akzente setzt. Doch genau wie Bartok wollte auch Lutos\u0142awski die besonderen F\u00e4higkeiten nicht eines Solisten, sondern eines ganzen Klangk\u00f6rpers herausstellen. Witold Rowicki, der Leiter des nach dem Zweiten Weltkrieg neu begr\u00fcndeten Warschauer Philharmonischen Orchesters, hatte 1950 ein \u201eherausforderndes\u201c Stuck bei ihm in Auftrag gegeben. Fertigstellen konnte Lutos\u0142awski das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c allerdings erst 1954. Der Name Bartok steht aber noch f\u00fcr etwas anderes: die Verschmelzung osteurop\u00e4ischer Volksmusik mit fortgeschrittener Kunstmusik. Um die Attraktivit\u00e4t Bartoks f\u00fcr einen polnischen Komponisten wie Lutos\u0142awski zu verstehen, muss man sich die Machtverh\u00e4ltnisse der Zeit vergegenw\u00e4rtigen. Die Sowjetunion hatte nach dem Krieg ihren Einfluss auf ganz Osteuropa ausgedehnt \u2013 mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Kulturpolitik der betroffenen L\u00e4nder. Gem\u00e4\u00df der Doktrin des \u201esozialistischen Realismus\u201c wurde zum Beispiel Lutos\u0142awskis erste Symphonie 1949 als \u201eformalistisch\u201c eingestuft und verboten. Der Begriff \u201eFormalismus\u201c umfasste im Jargon der Kulturfunktionare praktisch alles, was nicht dem Geschmack der gro\u00dfen Masse entgegenkam \u2013 vor allem Atonalit\u00e4t und Dissonanzen. Dem propagierten \u201eRealismus\u201c gen\u00fcgten dagegen volksliedhafte Melodien und die harmonische Sprache des 19. Jahrhunderts. Erst ab 1956, drei Jahre nach Stalins Tod, \u00f6ffnete sich Polen der Neuen Musik, und auch Lutos\u0142awski nutzte jetzt die M\u00f6glichkeit, sich mit den verschiedenen Avantgarde-Str\u00f6mungen auseinanderzusetzen. Er war in dieser Zeit Mitbegr\u00fcnder des Festivals \u201eWarschauer Herbst\u201c, des wichtigsten Forums Neuer Musik in Osteuropa. Und er entwickelte einen eigenen Kompositionsstil, der sich durch die von John Cage inspirierte \u201ebegrenzte Aleatorik\u201c (also die Einbeziehung von Zufall und Improvisation) sowie durch eine eigenwillige Adaption der Zw\u00f6lftontechnik auszeichnete. Doch bis es soweit war, galt es Kompromisse zu schlie\u00dfen. Wie viele seiner Kollegen half sich auch Lutos\u0142awski durch Einbeziehung von Volksmusik. Sie sollte die von der Kulturb\u00fcrokratie geforderte Verst\u00e4ndlichkeit garantieren. Allerdings greift das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 im Unterschied zu manchen Gelegenheits-und Brotarbeiten Lutos\u0142awskis \u2013 polnische Folklore nur recht oberfl\u00e4chlich auf: Masowische (aus der Gegend um Warschau stammende) Melodien dienen als Rohmaterial. Sie werden mit neuen Harmonien, atonalen Kontrapunkten und neobarocken Satzformen kombiniert und haben daher nur noch geringen Einfluss auf die endg\u00fcltige Gestalt der Musik. Elegant umging Lutos\u0142awski so die ihm auferlegten Beschr\u00e4nkungen und schrieb ein anspruchsvolles, pers\u00f6nlich gef\u00e4rbtes Werk.J\u00fcrgen Ostmann\u201eIch liebe das Franz\u00f6sische\u201cEin Gespr\u00e4ch mit Krzysztof MeyerOffiziell war Krzysztof Penderecki sein Lehrer, doch es gibt zwei Komponisten, die den geb\u00fcrtigen Krakauer Krzysztof Meyer weit starker beeinflussten: zum einen Dmitri Schostakowitsch, den er immer wieder in Moskau besuchte, und zum anderen Witold Lutos\u0142awski, der ihm in Warschau privaten Kompositionsunterricht gab. Von ihnen mag Meyer auch die k\u00fcnstlerischen Ziele \u00fcbernommen haben, die seitdem sein Komponieren bestimmen \u2013 Auspr\u00e4gung einer unverwechselbar eigenen Tonsprache, Verantwortung f\u00fcr jede Note und das Bem\u00fchen, den H\u00f6rer \u201eseelisch zu erreichen und zu bereichern\u201c. Ziele, die er immer auch seinen eigenen Sch\u00fclern zu vermitteln suchte \u20131966 bis 1987 an der Krakauer Musikakademie und von 1987 bis 2008 an der K\u00f6lner Musikhochschule. Krzysztof Meyer leistete Beitrage zu altehrw\u00fcrdigen Gattungen wie Symphonie, Konzert, Streichquartett, Sonate, Messe oder Oper, die er aber mit neuen Inhalten f\u00fcllte. Ein Werk, das Verwurzelung in der Tradition mit einer gro\u00dfen Offenheit gegen\u00fcber aktuellen Ideen und Kompositionstechniken verbindet.Herr Meyer, bereits vor 16 Jahren waren Sie bei der Urauff\u00fchrung eines Ihrer Werke in der Tonhalle zugegen. Was ist es f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn man als Komponist die Urauff\u00fchrung eines eigenen St\u00fcckes hautnah miterlebt?Man erwartet die ersten Proben mit Spannung und Neugier, nicht ohne Lampenfieber sogar. Ich w\u00fcrde sagen, die Proben sind f\u00fcr mich spannender als die Urauff\u00fchrung selbst. Das ist ja letztendlich die erste Konfrontation zwischen dem, was ich mir innerlich vorgestellt habe und dem, was ich bei der ersten Probe h\u00f6re. Dabei erfahre ich in der Regel eine gewisse Unzufriedenheit und mache deswegen nach der Urauff\u00fchrung noch kleine und manchmal sogar gr\u00f6\u00dfere Korrekturen. Ich erinnere mich sehr gut, wie hervorragend Boris Pergamenschikov mein Cellokonzert 1996 gespielt hat, es war f\u00fcr mich eine Offenbarung. Ich erinnere mich auch detailliert, wie lange wir nach dem Konzert diskutiert haben und was ich in meiner Partitur sp\u00e4ter ge\u00e4ndert habe.Sie haben Gedichte des franz\u00f6sischen Symbolisten Paul Verlaine f\u00fcr Ihr neues vokalsymphonisches Werk ausgew\u00e4hlt. War es \u201eZufall\u201c im besten Sinne oder ein lang gehegter Wunsch, Verlaine in Musik zu setzen?Das war gar kein Zufall. Die Werke von Paul Verlaine geh\u00f6ren zu meiner Lieblingspoesie und eignen sich sehr gut f\u00fcr eine Vertonung. Lange hatte ich nach einem passenden Text gesucht, den ich schlie\u00dflich in den Gedichten von Verlaine fand. Au\u00dferdem war mir auch von vornherein klar, dass ich franz\u00f6sische Poesie vertonen werde. Ich liebe das Franz\u00f6sische in Verbindung mit Gesang und seine Prosodie mit dem Akzent auf der letzten Wortsilbe. Von den Sprachen, die ich kenne und gern vertone, steht mir das Franz\u00f6sische ganz ohne Frage am n\u00e4chsten.Verlaines Gedichte strotzen geradezu vor Expressivit\u00e4t. Wie laufen Klangsprache von Wort und Musik zusammen?Wie es immer bei mir ist, war der allgemeine Abriss des St\u00fcckes entstanden, bevor ich die richtigen Verse gefunden hatte. Jede meiner Vokalkompositionen ist ein mehrschichtiges Gebilde, deren rein klanglicher Ablauf in engem Zusammenhang mit dem poetischen Ablauf steht. Trotzdem denke ich zuerst rein musikalisch, ohne einen passenden Text zu haben. Wenn mir die allgemeine Konzeption des Werkes endlich klar ist, beginne ich nach einer geeigneten Poesie zu suchen. Genauer gesagt: Mir diktiert die allgemeine Vorstellung von dem Werk die Wahl eines entsprechenden Textes. Daraus wird ersichtlich, dass ich eine vokal-instrumentale Komposition immer als das Resultat der sich st\u00e4ndig gegenseitig beeinflussenden Schichten \u2013 der poetischen und der musikalischen verstehe.Die D\u00fcsseldorfer Symphoniker setzen in diesem Konzert einen starken Akzent Richtung Polen, indem sie nicht nur Ihre Orchesterlieder vorstellen, sondern auch das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c Ihres Weggef\u00e4hrten Witold Lutos\u0142awski spielen. Was verbindet Sie mit Lutoslawski?Ich liebe die Musik von Witold Lutos\u0142awski, und es ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Freude, in einer Zeit zu leben, in der die Musik dieses Komponisten sich die allgemeine Anerkennung erringt. Ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck, Lutos\u0142awski pers\u00f6nlich kennengelernt zu haben. Nach meinem Debut beim Warschauer Herbst 1965 hat er mir vorgeschlagen, sich zu privaten Konsultationen zu treffen. Ich muss sagen, dass er ein hervorragender Lehrer war. Neben dem Kompositionsunterricht ma\u00df er st\u00e4ndig der musikalischen Allgemeinbildung gro\u00dfe Bedeutung bei. Seine Bemerkungen waren stets unglaublich pr\u00e4zise. Vor allem alles, was mit der Harmonik zu tun hatte, erkl\u00e4rte er besonders klar und deutlich. Er war der Meinung, dass die Harmonik von vielen zeitgen\u00f6ssischen Komponisten vernachl\u00e4ssigt wird und betonte, dass es h\u00f6chste Zeit ist, \u201ewieder harmonisch zu denken\u201c.J\u00fcngst ist eine umfangreiche Lutos\u0142awski-Biografie aus Ihrer Feder erschienen. Gibt es Parallelen zwischen dem Schreiben von B\u00fcchern und dem Schreiben von Musik?Nein, gar keine. Bucher und Artikel zu schreiben ist eine Art von Hobby, das Komponieren dagegen \u2013 mein Beruf!Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Ariane Stern.\"},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2013\/01\/11\/witold-lutoslawski-jahr-2013\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/Witold-Lutoslawski-fot-juliusz-multarzynski-imit.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/Witold-Lutoslawski-fot-juliusz-multarzynski-imit.jpg\",\"width\":808,\"height\":584,\"caption\":\"Rok Witolda Lutos\u0142awskiego (wykorzystanie zdj\u0119cia wy\u0142\u0105cznie za zgod\u0105 IMIT) fot. 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Die Tonhalle D\u00fcsseldorf und das Polnische Institut D\u00fcsseldorf laden im Januar 2013 zu einem Witold Lutos\u0142awski gewidmeten Konzertzyklus ein.KONZERTTERMINE:\u00a0www.tonhalle-duesseldorf.deFreitag,\u00a011.01.2013, 20.00 UhrSonntag,\u00a013.01.2013, 11.00 UhrMontag,\u00a014.01.2013, 20.00 UhrD\u00fcsseldorfer Symphoniker,\u00a0Claudia Barainsky\u00a0(Sopran),\u00a0Andrey Boreyko\u00a0(Dirigent)Konzertprogramm:Maurice Ravel, Le tombeau de CouperinKrzysztof Meyer, Chansons d'un r\u00eaveur solitaire (Auftrag der D\u00fcsseldorfer Symphoniker)Maurice Ravel, Pavane pour une infante d\u00e9funteWitold Lutos\u0142awski, Konzert f\u00fcr OrchesterSamstag,\u00a012.01.2013- 19.00 Uhr:\u00a0Gespr\u00e4ch\u00a0mit dem Komponisten, Lutos\u0142awski- Biograph und Freund,\u00a0Prof. Krzysztof Meyer\u00a0und der Musikwissenschaftlerin\u00a0Dr. Danuta Gwizdalanka.- 20.00 Uhr:\u00a0Konzert des Ensemble Diff\u00e9ranceKonzertprogramm:Witold Lutos\u0142awski, Zwei Et\u00fcden f\u00fcr KlavierFrank Zabel, Concertino f\u00fcr zwei Klaviere und SchlagzeugStefan Thomas, Neues Werk f\u00fcr Klavier, Schlagzeug und ElektronikWitold Lutos\u0142awski, Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini (Fassung f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug von Marta Ptaszy\u0144ska)B\u00e9la Bart\u00f3k, Sonate f\u00fcr zwei Klaviere und Schlagzeug\u201eMusik ist im Grunde ein gro\u00dfes Geheimnis. Wir wissen nicht, wie und warum sie bestimmte Reaktionen in uns hervorruft und Ursprung von Erlebnissen unerh\u00f6rten Reichtums ist. K\u00f6nnten wir das Geheimnis der Musik enth\u00fcllen, das, was ihr Wesen ausmacht und es in Worte fassen, dann w\u00fcrde die Musik \u00fcberfl\u00fcssig. Gl\u00fccklicherweise ist das unm\u00f6glich.\u201c Witold Lutos\u0142awski\u00a0Aus dem Programmheft zu den Symphoniekonzerten am 11.,13.+14.1.:Volkst\u00fcmlich maskierte Moderne \u2013 Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201cIntrada, Passacaglia, Toccata, Choral \u2013 die Satztitel von Witold Lutos\u0142awskis \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c lassen an Barockmusik denken. Der Gesamttitel jedoch bezieht sich auf Bela Bartok und dessen gleichnamiges Werk aus dem Jahr 1943. \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 diese Bezeichnung erscheint widersinnig, denn \u00fcblicherweise ist ein Konzert ein Stuck, in dem ein Soloinstrument einem Orchester gegen\u00fcbertritt. Der Solist darf seine ganze Virtuosit\u00e4t zeigen, w\u00e4hrend das Orchester ihn begleitet oder auch dramatische Akzente setzt. Doch genau wie Bartok wollte auch Lutos\u0142awski die besonderen F\u00e4higkeiten nicht eines Solisten, sondern eines ganzen Klangk\u00f6rpers herausstellen. Witold Rowicki, der Leiter des nach dem Zweiten Weltkrieg neu begr\u00fcndeten Warschauer Philharmonischen Orchesters, hatte 1950 ein \u201eherausforderndes\u201c Stuck bei ihm in Auftrag gegeben. Fertigstellen konnte Lutos\u0142awski das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c allerdings erst 1954. Der Name Bartok steht aber noch f\u00fcr etwas anderes: die Verschmelzung osteurop\u00e4ischer Volksmusik mit fortgeschrittener Kunstmusik. Um die Attraktivit\u00e4t Bartoks f\u00fcr einen polnischen Komponisten wie Lutos\u0142awski zu verstehen, muss man sich die Machtverh\u00e4ltnisse der Zeit vergegenw\u00e4rtigen. Die Sowjetunion hatte nach dem Krieg ihren Einfluss auf ganz Osteuropa ausgedehnt \u2013 mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Kulturpolitik der betroffenen L\u00e4nder. Gem\u00e4\u00df der Doktrin des \u201esozialistischen Realismus\u201c wurde zum Beispiel Lutos\u0142awskis erste Symphonie 1949 als \u201eformalistisch\u201c eingestuft und verboten. Der Begriff \u201eFormalismus\u201c umfasste im Jargon der Kulturfunktionare praktisch alles, was nicht dem Geschmack der gro\u00dfen Masse entgegenkam \u2013 vor allem Atonalit\u00e4t und Dissonanzen. Dem propagierten \u201eRealismus\u201c gen\u00fcgten dagegen volksliedhafte Melodien und die harmonische Sprache des 19. Jahrhunderts. Erst ab 1956, drei Jahre nach Stalins Tod, \u00f6ffnete sich Polen der Neuen Musik, und auch Lutos\u0142awski nutzte jetzt die M\u00f6glichkeit, sich mit den verschiedenen Avantgarde-Str\u00f6mungen auseinanderzusetzen. Er war in dieser Zeit Mitbegr\u00fcnder des Festivals \u201eWarschauer Herbst\u201c, des wichtigsten Forums Neuer Musik in Osteuropa. Und er entwickelte einen eigenen Kompositionsstil, der sich durch die von John Cage inspirierte \u201ebegrenzte Aleatorik\u201c (also die Einbeziehung von Zufall und Improvisation) sowie durch eine eigenwillige Adaption der Zw\u00f6lftontechnik auszeichnete. Doch bis es soweit war, galt es Kompromisse zu schlie\u00dfen. Wie viele seiner Kollegen half sich auch Lutos\u0142awski durch Einbeziehung von Volksmusik. Sie sollte die von der Kulturb\u00fcrokratie geforderte Verst\u00e4ndlichkeit garantieren. Allerdings greift das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c \u2013 im Unterschied zu manchen Gelegenheits-und Brotarbeiten Lutos\u0142awskis \u2013 polnische Folklore nur recht oberfl\u00e4chlich auf: Masowische (aus der Gegend um Warschau stammende) Melodien dienen als Rohmaterial. Sie werden mit neuen Harmonien, atonalen Kontrapunkten und neobarocken Satzformen kombiniert und haben daher nur noch geringen Einfluss auf die endg\u00fcltige Gestalt der Musik. Elegant umging Lutos\u0142awski so die ihm auferlegten Beschr\u00e4nkungen und schrieb ein anspruchsvolles, pers\u00f6nlich gef\u00e4rbtes Werk.J\u00fcrgen Ostmann\u201eIch liebe das Franz\u00f6sische\u201cEin Gespr\u00e4ch mit Krzysztof MeyerOffiziell war Krzysztof Penderecki sein Lehrer, doch es gibt zwei Komponisten, die den geb\u00fcrtigen Krakauer Krzysztof Meyer weit starker beeinflussten: zum einen Dmitri Schostakowitsch, den er immer wieder in Moskau besuchte, und zum anderen Witold Lutos\u0142awski, der ihm in Warschau privaten Kompositionsunterricht gab. Von ihnen mag Meyer auch die k\u00fcnstlerischen Ziele \u00fcbernommen haben, die seitdem sein Komponieren bestimmen \u2013 Auspr\u00e4gung einer unverwechselbar eigenen Tonsprache, Verantwortung f\u00fcr jede Note und das Bem\u00fchen, den H\u00f6rer \u201eseelisch zu erreichen und zu bereichern\u201c. Ziele, die er immer auch seinen eigenen Sch\u00fclern zu vermitteln suchte \u20131966 bis 1987 an der Krakauer Musikakademie und von 1987 bis 2008 an der K\u00f6lner Musikhochschule. Krzysztof Meyer leistete Beitrage zu altehrw\u00fcrdigen Gattungen wie Symphonie, Konzert, Streichquartett, Sonate, Messe oder Oper, die er aber mit neuen Inhalten f\u00fcllte. Ein Werk, das Verwurzelung in der Tradition mit einer gro\u00dfen Offenheit gegen\u00fcber aktuellen Ideen und Kompositionstechniken verbindet.Herr Meyer, bereits vor 16 Jahren waren Sie bei der Urauff\u00fchrung eines Ihrer Werke in der Tonhalle zugegen. Was ist es f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn man als Komponist die Urauff\u00fchrung eines eigenen St\u00fcckes hautnah miterlebt?Man erwartet die ersten Proben mit Spannung und Neugier, nicht ohne Lampenfieber sogar. Ich w\u00fcrde sagen, die Proben sind f\u00fcr mich spannender als die Urauff\u00fchrung selbst. Das ist ja letztendlich die erste Konfrontation zwischen dem, was ich mir innerlich vorgestellt habe und dem, was ich bei der ersten Probe h\u00f6re. Dabei erfahre ich in der Regel eine gewisse Unzufriedenheit und mache deswegen nach der Urauff\u00fchrung noch kleine und manchmal sogar gr\u00f6\u00dfere Korrekturen. Ich erinnere mich sehr gut, wie hervorragend Boris Pergamenschikov mein Cellokonzert 1996 gespielt hat, es war f\u00fcr mich eine Offenbarung. Ich erinnere mich auch detailliert, wie lange wir nach dem Konzert diskutiert haben und was ich in meiner Partitur sp\u00e4ter ge\u00e4ndert habe.Sie haben Gedichte des franz\u00f6sischen Symbolisten Paul Verlaine f\u00fcr Ihr neues vokalsymphonisches Werk ausgew\u00e4hlt. War es \u201eZufall\u201c im besten Sinne oder ein lang gehegter Wunsch, Verlaine in Musik zu setzen?Das war gar kein Zufall. Die Werke von Paul Verlaine geh\u00f6ren zu meiner Lieblingspoesie und eignen sich sehr gut f\u00fcr eine Vertonung. Lange hatte ich nach einem passenden Text gesucht, den ich schlie\u00dflich in den Gedichten von Verlaine fand. Au\u00dferdem war mir auch von vornherein klar, dass ich franz\u00f6sische Poesie vertonen werde. Ich liebe das Franz\u00f6sische in Verbindung mit Gesang und seine Prosodie mit dem Akzent auf der letzten Wortsilbe. Von den Sprachen, die ich kenne und gern vertone, steht mir das Franz\u00f6sische ganz ohne Frage am n\u00e4chsten.Verlaines Gedichte strotzen geradezu vor Expressivit\u00e4t. Wie laufen Klangsprache von Wort und Musik zusammen?Wie es immer bei mir ist, war der allgemeine Abriss des St\u00fcckes entstanden, bevor ich die richtigen Verse gefunden hatte. Jede meiner Vokalkompositionen ist ein mehrschichtiges Gebilde, deren rein klanglicher Ablauf in engem Zusammenhang mit dem poetischen Ablauf steht. Trotzdem denke ich zuerst rein musikalisch, ohne einen passenden Text zu haben. Wenn mir die allgemeine Konzeption des Werkes endlich klar ist, beginne ich nach einer geeigneten Poesie zu suchen. Genauer gesagt: Mir diktiert die allgemeine Vorstellung von dem Werk die Wahl eines entsprechenden Textes. Daraus wird ersichtlich, dass ich eine vokal-instrumentale Komposition immer als das Resultat der sich st\u00e4ndig gegenseitig beeinflussenden Schichten \u2013 der poetischen und der musikalischen verstehe.Die D\u00fcsseldorfer Symphoniker setzen in diesem Konzert einen starken Akzent Richtung Polen, indem sie nicht nur Ihre Orchesterlieder vorstellen, sondern auch das \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c Ihres Weggef\u00e4hrten Witold Lutos\u0142awski spielen. Was verbindet Sie mit Lutoslawski?Ich liebe die Musik von Witold Lutos\u0142awski, und es ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Freude, in einer Zeit zu leben, in der die Musik dieses Komponisten sich die allgemeine Anerkennung erringt. Ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck, Lutos\u0142awski pers\u00f6nlich kennengelernt zu haben. Nach meinem Debut beim Warschauer Herbst 1965 hat er mir vorgeschlagen, sich zu privaten Konsultationen zu treffen. Ich muss sagen, dass er ein hervorragender Lehrer war. Neben dem Kompositionsunterricht ma\u00df er st\u00e4ndig der musikalischen Allgemeinbildung gro\u00dfe Bedeutung bei. Seine Bemerkungen waren stets unglaublich pr\u00e4zise. Vor allem alles, was mit der Harmonik zu tun hatte, erkl\u00e4rte er besonders klar und deutlich. Er war der Meinung, dass die Harmonik von vielen zeitgen\u00f6ssischen Komponisten vernachl\u00e4ssigt wird und betonte, dass es h\u00f6chste Zeit ist, \u201ewieder harmonisch zu denken\u201c.J\u00fcngst ist eine umfangreiche Lutos\u0142awski-Biografie aus Ihrer Feder erschienen. Gibt es Parallelen zwischen dem Schreiben von B\u00fcchern und dem Schreiben von Musik?Nein, gar keine. Bucher und Artikel zu schreiben ist eine Art von Hobby, das Komponieren dagegen \u2013 mein Beruf!Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Ariane Stern."},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2013\/01\/11\/witold-lutoslawski-jahr-2013\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/Witold-Lutoslawski-fot-juliusz-multarzynski-imit.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/Witold-Lutoslawski-fot-juliusz-multarzynski-imit.jpg","width":808,"height":584,"caption":"Rok Witolda Lutos\u0142awskiego (wykorzystanie zdj\u0119cia wy\u0142\u0105cznie za zgod\u0105 IMIT) fot. 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