{"id":7713,"date":"2016-03-17T15:24:00","date_gmt":"2016-03-17T14:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?p=7713"},"modified":"2022-10-12T15:26:24","modified_gmt":"2022-10-12T13:26:24","slug":"museum-der-polen-die-juden-gerettet-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2016\/03\/17\/museum-der-polen-die-juden-gerettet-haben\/","title":{"rendered":"Museum der Polen, die Juden gerettet haben"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"h3_title\">\u00a0<\/h3>\n<div class=\"edytor programm\">\n<p class=\"news-info\"><strong>Do 17.03.2016 <\/strong>17.15 Uhr<br \/>Markowa, Woivodschaft Podkarpackie, Polen<\/p>\nAm 17. M\u00e4rz 2016 er\u00f6ffnete das\u00a0<strong>Museum der Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben<\/strong>, in Markowa seine Pforten. Es tr\u00e4gt den Namen der\u00a0<strong>Familie Ulma<\/strong>\u00a0und w\u00fcrdigt jene Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs unter der deutschen Besatzung Juden zu retten versucht bzw. gerettet haben. Das Museum wurde im Dorf Markowa (Karpatenvorland) errichtet, wo deutsche Feldj\u00e4ger am 24. M\u00e4rz 1944 acht Juden aus den Familien Szall und Goldman ermordet haben. Ebenso wurde auch die gesamte Familie Ulma, bei der diese acht Menschen versteckt waren, hingerichtet: J\u00f3zef Ulma und seine hochschwangere Frau Wiktoria sowie die sechs Kinder der Familie, darunter auch die \u00e4lteste, achtj\u00e4hrige Tochter Stasia.<br \/><br \/><strong>Die feierliche Er\u00f6ffnung des neuen Museums fand statt im Beisein des polnischen Staatspr\u00e4sidenten Andrzej Duda und zahlreicher ausl\u00e4ndischer G\u00e4ste.\u00a0<\/strong><br \/><br \/>Vorrangiges Ziel des Museums ist das Gedenken an und die Verbreitung des Wissens \u00fcber jene Polen, die w\u00e4hrend der deutschen Besatzung der vom Dritten Reich zur Vernichtung verurteilten j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, &#8211; trotz der daf\u00fcr drohenden Todesstrafe &#8211; Hilfe geleistet haben.<br \/><br \/>Das Museum in Markowa ist somit die erste Einrichtung dieser Art in Polen, die allen Juden rettenden Polen gewidmet ist. Bisher existierte in Polen keine Institution, die im breiten Kontext und auf systematische Weise Menschen vorstellen w\u00fcrde, die ihren j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern zur Hilfe eilten.\u00a0<br \/><br \/>Im Museum werden u. a. Fotos pr\u00e4sentiert, die durch J\u00f3zef Ulma gemacht wurden und Markowa und seine Einwohner in der Vorkriegszeit und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs zeigen (Dauerausstellung). In den Sammlungen sind auch mehrere Originalfotos zu finden, darunter einige mit dem Blut von Opfern des deutschen Verbrechens vom 24. M\u00e4rz 1944 beschmierte Bilder. Ebenso befindet sich in den Museumssammlungen auch die T\u00fcr mit den Einschussl\u00f6chern, die w\u00e4hrend der Hinrichtung der Familie Baranek, die ebenfalls Juden Hilfe geleistet hatte, entstanden sind. Dar\u00fcber hinaus werden auch die Schicksale von Polen gezeigt, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden Hilfe geleistet haben. \u00dcberdies schildern die ausgestellten Exponate die polnisch-j\u00fcdischen Beziehungen in der Vorkriegszeit, w\u00e4hrend der deutschen Besatzung sowie in der Nachkriegsperiode. In Zukunft sind auch Filmvorf\u00fchrungen, Unterrichtsbesuche f\u00fcr Jugendliche, Diskussionen und wissenschaftliche Konferenzen geplant. Das Museum m\u00f6chte auch Jugendliche aus Israel zu Bildungsprogrammen einladen.\u00a0<br \/><br \/>Eine der Ideen der Museumsgestalter besteht darin, anderen Menschen gegen\u00fcber eine positive Einstellung zu propagieren, daher sind auch Treffen mit Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben, und mit ihren Familien vorgesehen. Au\u00dferdem werden Dokumentationsarbeiten gef\u00fchrt &#8211; es werden (schriftliche oder m\u00fcndliche) Berichte von lebenden Zeitzeugen der Vernichtung der Juden und ihrer Rettung durch Polen gesammelt, ebenso wie derjenigen, deren T\u00e4tigkeit von der Einstellung der Gerechten unter den V\u00f6lkern inspiriert wurde.<br \/><br \/>Laut Meinung von Historikern wurden in der Zeit der deutschen Besatzung ca. 2900 Juden von mindestens 1600 Polen aus dem Gebiet der heutigen Woiwodschaft Karpatenvorland versteckt gehalten. Die Deutschen ermordeten in diesem Gebiet ca. 200 Polen, die Juden gerettet hatten. Im Unterschied zu den Westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern drohte in dem durch das Dritte Reich besetzten Polen f\u00fcr jede Hilfeleistung an Juden die Todesstrafe. Dennoch halfen ihnen viele Polen, die selbst an die grausamste Repressionsma\u00dfnahmen seitens der deutschen Okkupanten ausgesetzt waren, und setzten zus\u00e4tzlich damit nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben ihrer ganzen Familie aufs Spiel. Viele von ihnen wurden nach dem Krieg durch das Institut Yad Vashem als \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c geehrt. Gegenw\u00e4rtig betr\u00e4gt die Zahl der ausgezeichneten Polinnen und Polen rund 6500 Personen, es ist die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die mit diesem Ehrentitel ausgezeichnet wurde.<br \/><br \/>Kurze Geschichte der Familie Ulma und der Familien Didner, Gr\u00fcnfeld und Goldman<br \/><br \/>J\u00f3zef Ulma wurde am 2. M\u00e4rz 1900 in Markowa geboren. Er besuchte eine lokale Grundschule und dann einen Agrarkurs in Pilzno. Er befasste sich mit Gartenbau, Bienen- und Seidenspinnerzucht sowie mit Buchbinderei. Aus Leidenschaft war er aber Fotograf. Ulma hat tausende Fotos gemacht, die das Leben der Einwohner von Markowa dargestellt haben, darunter bei Hochzeiten, Taufen, Theaterauff\u00fchrungen. Er war Mitglied der katholischen Jugendorganisation und sp\u00e4ter im Verband der L\u00e4ndlichen Jugend der Republik Polen \u201eWici\u201c t\u00e4tig, wo er als Bibliothekar und Vorsitzender der Gartensektion arbeitete.<br \/><br \/>Wiktoria Ulma, geborene Niemczak, wurde am 10. November 1912 in Markowa geboren. Nach Abschluss der lokalen Grundschule in Markowa besuchte sie Kurse an der Volkshochschule in Ga\u0107. \u00dcberdies trat sie im Amateurtheater in Markowa auf.<br \/><br \/>J\u00f3zef und Wiktoria heirateten im Jahre 1935. Im Laufe ihrer neunj\u00e4hrigen Ehe hatten sie sechs Kinder: Stanis\u0142awa (geb. 1936), Barbara (geb. 1937), W\u0142adys\u0142aw (geb. 1938), Franciszek (geb. 1940), Antoni (geb. 1941) i Maria (geb. 1942).<br \/><br \/>W\u00e4hrend der deutschen Besatzung, sicherlich gegen Ende 1942, versteckte die Familie Ulma trotz Armut und Lebensgefahr acht Juden: Saul Goldman und seine vier S\u00f6hne (ihre Namen sind nicht bekannt &#8211; in Markowa nannte man sie: die Schallas), zwei T\u00f6chter und die Enkelin von Chaim Goldman aus Markowa, Lea\/Layka Didner mit ihrer Tochter und Genia\/Golda Gr\u00fcngeld.<br \/><br \/>Das Versteck von Juden bei der Familie Ulma wurde den Deutschen vermutlich durch einen polnischen Polizisten des Generalgouvernements aus \u0141a\u0144cut verraten. Am 24. M\u00e4rz 1944 kamen f\u00fcnf deutsche Feldj\u00e4ger und einige Polizisten des Generalgouvernements vor das Haus der Familie Ulma. Der Kommandant war Oberleutnant Eilert Dieken. Zun\u00e4chst wurden die Juden ermordet, dann J\u00f3zef und die im siebenten Monat schwangere Wiktoria. Danach beschloss Dieken, auch die Kinder zu erschie\u00dfen. In wenigen Minuten kamen 17 Menschen ums Leben.<br \/><br \/>Die Familie Ulma wurde auf dem Friedhof in Markowa beigesetzt. Die Juden, die gemeinsam mit ihnen ermordet wurden, ruhen auf dem Friedhof in Jagie\u0142\u0142a (dem Ort der Beisetzung von 41 weiteren Holocaustopfern aus Markowa).<br \/><br \/>Im etwa 4500 Bewohner z\u00e4hlenden Dorf Markowa war die Familie Ulma nicht die einzige, die Juden versteckt hielt. Zumindest 20 Juden aus diesem Ort \u00fcberlebten die deutsche Besatzung in f\u00fcnf Bauernh\u00e4usern. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Markowa ca. 120 Juden.<br \/><br \/>Im Jahre 1995 wurden Wiktoria und J\u00f3zef Ulma vom israelischen Gedenkinstitut Yad Vashem posthum mit dem Titel \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c geehrt. In 2003 wurde in der Di\u00f6zese Przemy\u015bl der Seligsprechungsprozess der Familie Ulma eingeleitet. In 2004 wurde in Markowa ein Denkmal enth\u00fcllt, das an diese heldenhaften Menschen und ihre Sch\u00fctzlinge erinnert. In 2010 hat der damalige Staatspr\u00e4sident der Republik Polen, Lech Kaczy\u0144ski die Familie Ulma mit dem Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet. Im Jahr 2013 hat das Gedenkinstitut Yad Vashem auf seiner Webseite festgestellt:<br \/><br \/>\u201eDas Verbrechen an der Familie Ulma &#8211; als die ganze Familie gemeinsam mit den versteckten Juden ermordet wurde \u2013 ist zu einem Symbol der polnischen Aufopferung und des polnischen Martyriums w\u00e4hrend der deutschen Besatzung geworden\u201c.<br \/><br \/>Allj\u00e4hrlich kommen tausende Menschen &#8211; Pilger, Jugendliche, darunter viele Israelis (etwa 5000) nach Markowa, um der Familie Ulma die Ehre zu erweisen.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Do 17.03.2016 17.15 UhrMarkowa, Woivodschaft Podkarpackie, Polen Am 17. M\u00e4rz 2016 er\u00f6ffnete das\u00a0Museum der Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben, in Markowa seine Pforten. 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Dennoch halfen ihnen viele Polen, die selbst an die grausamste Repressionsma\u00dfnahmen seitens der deutschen Okkupanten ausgesetzt waren, und setzten zus\u00e4tzlich damit nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben ihrer ganzen Familie aufs Spiel. Viele von ihnen wurden nach dem Krieg durch das Institut Yad Vashem als \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c geehrt. Gegenw\u00e4rtig betr\u00e4gt die Zahl der ausgezeichneten Polinnen und Polen rund 6500 Personen, es ist die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die mit diesem Ehrentitel ausgezeichnet wurde.Kurze Geschichte der Familie Ulma und der Familien Didner, Gr\u00fcnfeld und GoldmanJ\u00f3zef Ulma wurde am 2. M\u00e4rz 1900 in Markowa geboren. Er besuchte eine lokale Grundschule und dann einen Agrarkurs in Pilzno. Er befasste sich mit Gartenbau, Bienen- und Seidenspinnerzucht sowie mit Buchbinderei. Aus Leidenschaft war er aber Fotograf. Ulma hat tausende Fotos gemacht, die das Leben der Einwohner von Markowa dargestellt haben, darunter bei Hochzeiten, Taufen, Theaterauff\u00fchrungen. Er war Mitglied der katholischen Jugendorganisation und sp\u00e4ter im Verband der L\u00e4ndlichen Jugend der Republik Polen \u201eWici\u201c t\u00e4tig, wo er als Bibliothekar und Vorsitzender der Gartensektion arbeitete.Wiktoria Ulma, geborene Niemczak, wurde am 10. November 1912 in Markowa geboren. Nach Abschluss der lokalen Grundschule in Markowa besuchte sie Kurse an der Volkshochschule in Ga\u0107. \u00dcberdies trat sie im Amateurtheater in Markowa auf.J\u00f3zef und Wiktoria heirateten im Jahre 1935. 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M\u00e4rz 2016 er\u00f6ffnete das\u00a0Museum der Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben, in Markowa seine Pforten. Es tr\u00e4gt den Namen der\u00a0Familie Ulma\u00a0und w\u00fcrdigt jene Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs unter der deutschen Besatzung Juden zu retten versucht bzw. gerettet haben. Das Museum wurde im Dorf Markowa (Karpatenvorland) errichtet, wo deutsche Feldj\u00e4ger am 24. M\u00e4rz 1944 acht Juden aus den Familien Szall und Goldman ermordet haben. Ebenso wurde auch die gesamte Familie Ulma, bei der diese acht Menschen versteckt waren, hingerichtet: J\u00f3zef Ulma und seine hochschwangere Frau Wiktoria sowie die sechs Kinder der Familie, darunter auch die \u00e4lteste, achtj\u00e4hrige Tochter Stasia.Die feierliche Er\u00f6ffnung des neuen Museums fand statt im Beisein des polnischen Staatspr\u00e4sidenten Andrzej Duda und zahlreicher ausl\u00e4ndischer G\u00e4ste.\u00a0Vorrangiges Ziel des Museums ist das Gedenken an und die Verbreitung des Wissens \u00fcber jene Polen, die w\u00e4hrend der deutschen Besatzung der vom Dritten Reich zur Vernichtung verurteilten j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, - trotz der daf\u00fcr drohenden Todesstrafe - Hilfe geleistet haben.Das Museum in Markowa ist somit die erste Einrichtung dieser Art in Polen, die allen Juden rettenden Polen gewidmet ist. Bisher existierte in Polen keine Institution, die im breiten Kontext und auf systematische Weise Menschen vorstellen w\u00fcrde, die ihren j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern zur Hilfe eilten.\u00a0Im Museum werden u. a. Fotos pr\u00e4sentiert, die durch J\u00f3zef Ulma gemacht wurden und Markowa und seine Einwohner in der Vorkriegszeit und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs zeigen (Dauerausstellung). In den Sammlungen sind auch mehrere Originalfotos zu finden, darunter einige mit dem Blut von Opfern des deutschen Verbrechens vom 24. M\u00e4rz 1944 beschmierte Bilder. Ebenso befindet sich in den Museumssammlungen auch die T\u00fcr mit den Einschussl\u00f6chern, die w\u00e4hrend der Hinrichtung der Familie Baranek, die ebenfalls Juden Hilfe geleistet hatte, entstanden sind. Dar\u00fcber hinaus werden auch die Schicksale von Polen gezeigt, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden Hilfe geleistet haben. \u00dcberdies schildern die ausgestellten Exponate die polnisch-j\u00fcdischen Beziehungen in der Vorkriegszeit, w\u00e4hrend der deutschen Besatzung sowie in der Nachkriegsperiode. In Zukunft sind auch Filmvorf\u00fchrungen, Unterrichtsbesuche f\u00fcr Jugendliche, Diskussionen und wissenschaftliche Konferenzen geplant. Das Museum m\u00f6chte auch Jugendliche aus Israel zu Bildungsprogrammen einladen.\u00a0Eine der Ideen der Museumsgestalter besteht darin, anderen Menschen gegen\u00fcber eine positive Einstellung zu propagieren, daher sind auch Treffen mit Polen, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben, und mit ihren Familien vorgesehen. Au\u00dferdem werden Dokumentationsarbeiten gef\u00fchrt - es werden (schriftliche oder m\u00fcndliche) Berichte von lebenden Zeitzeugen der Vernichtung der Juden und ihrer Rettung durch Polen gesammelt, ebenso wie derjenigen, deren T\u00e4tigkeit von der Einstellung der Gerechten unter den V\u00f6lkern inspiriert wurde.Laut Meinung von Historikern wurden in der Zeit der deutschen Besatzung ca. 2900 Juden von mindestens 1600 Polen aus dem Gebiet der heutigen Woiwodschaft Karpatenvorland versteckt gehalten. Die Deutschen ermordeten in diesem Gebiet ca. 200 Polen, die Juden gerettet hatten. Im Unterschied zu den Westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern drohte in dem durch das Dritte Reich besetzten Polen f\u00fcr jede Hilfeleistung an Juden die Todesstrafe. Dennoch halfen ihnen viele Polen, die selbst an die grausamste Repressionsma\u00dfnahmen seitens der deutschen Okkupanten ausgesetzt waren, und setzten zus\u00e4tzlich damit nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben ihrer ganzen Familie aufs Spiel. Viele von ihnen wurden nach dem Krieg durch das Institut Yad Vashem als \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c geehrt. Gegenw\u00e4rtig betr\u00e4gt die Zahl der ausgezeichneten Polinnen und Polen rund 6500 Personen, es ist die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die mit diesem Ehrentitel ausgezeichnet wurde.Kurze Geschichte der Familie Ulma und der Familien Didner, Gr\u00fcnfeld und GoldmanJ\u00f3zef Ulma wurde am 2. M\u00e4rz 1900 in Markowa geboren. Er besuchte eine lokale Grundschule und dann einen Agrarkurs in Pilzno. Er befasste sich mit Gartenbau, Bienen- und Seidenspinnerzucht sowie mit Buchbinderei. Aus Leidenschaft war er aber Fotograf. Ulma hat tausende Fotos gemacht, die das Leben der Einwohner von Markowa dargestellt haben, darunter bei Hochzeiten, Taufen, Theaterauff\u00fchrungen. Er war Mitglied der katholischen Jugendorganisation und sp\u00e4ter im Verband der L\u00e4ndlichen Jugend der Republik Polen \u201eWici\u201c t\u00e4tig, wo er als Bibliothekar und Vorsitzender der Gartensektion arbeitete.Wiktoria Ulma, geborene Niemczak, wurde am 10. November 1912 in Markowa geboren. Nach Abschluss der lokalen Grundschule in Markowa besuchte sie Kurse an der Volkshochschule in Ga\u0107. \u00dcberdies trat sie im Amateurtheater in Markowa auf.J\u00f3zef und Wiktoria heirateten im Jahre 1935. Im Laufe ihrer neunj\u00e4hrigen Ehe hatten sie sechs Kinder: Stanis\u0142awa (geb. 1936), Barbara (geb. 1937), W\u0142adys\u0142aw (geb. 1938), Franciszek (geb. 1940), Antoni (geb. 1941) i Maria (geb. 1942).W\u00e4hrend der deutschen Besatzung, sicherlich gegen Ende 1942, versteckte die Familie Ulma trotz Armut und Lebensgefahr acht Juden: Saul Goldman und seine vier S\u00f6hne (ihre Namen sind nicht bekannt - in Markowa nannte man sie: die Schallas), zwei T\u00f6chter und die Enkelin von Chaim Goldman aus Markowa, Lea\/Layka Didner mit ihrer Tochter und Genia\/Golda Gr\u00fcngeld.Das Versteck von Juden bei der Familie Ulma wurde den Deutschen vermutlich durch einen polnischen Polizisten des Generalgouvernements aus \u0141a\u0144cut verraten. Am 24. M\u00e4rz 1944 kamen f\u00fcnf deutsche Feldj\u00e4ger und einige Polizisten des Generalgouvernements vor das Haus der Familie Ulma. Der Kommandant war Oberleutnant Eilert Dieken. Zun\u00e4chst wurden die Juden ermordet, dann J\u00f3zef und die im siebenten Monat schwangere Wiktoria. Danach beschloss Dieken, auch die Kinder zu erschie\u00dfen. In wenigen Minuten kamen 17 Menschen ums Leben.Die Familie Ulma wurde auf dem Friedhof in Markowa beigesetzt. Die Juden, die gemeinsam mit ihnen ermordet wurden, ruhen auf dem Friedhof in Jagie\u0142\u0142a (dem Ort der Beisetzung von 41 weiteren Holocaustopfern aus Markowa).Im etwa 4500 Bewohner z\u00e4hlenden Dorf Markowa war die Familie Ulma nicht die einzige, die Juden versteckt hielt. Zumindest 20 Juden aus diesem Ort \u00fcberlebten die deutsche Besatzung in f\u00fcnf Bauernh\u00e4usern. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Markowa ca. 120 Juden.Im Jahre 1995 wurden Wiktoria und J\u00f3zef Ulma vom israelischen Gedenkinstitut Yad Vashem posthum mit dem Titel \u201eGerechte unter den V\u00f6lkern\u201c geehrt. In 2003 wurde in der Di\u00f6zese Przemy\u015bl der Seligsprechungsprozess der Familie Ulma eingeleitet. In 2004 wurde in Markowa ein Denkmal enth\u00fcllt, das an diese heldenhaften Menschen und ihre Sch\u00fctzlinge erinnert. In 2010 hat der damalige Staatspr\u00e4sident der Republik Polen, Lech Kaczy\u0144ski die Familie Ulma mit dem Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet. Im Jahr 2013 hat das Gedenkinstitut Yad Vashem auf seiner Webseite festgestellt:\u201eDas Verbrechen an der Familie Ulma - als die ganze Familie gemeinsam mit den versteckten Juden ermordet wurde \u2013 ist zu einem Symbol der polnischen Aufopferung und des polnischen Martyriums w\u00e4hrend der deutschen Besatzung geworden\u201c.Allj\u00e4hrlich kommen tausende Menschen - Pilger, Jugendliche, darunter viele Israelis (etwa 5000) nach Markowa, um der Familie Ulma die Ehre zu erweisen."},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2016\/03\/17\/museum-der-polen-die-juden-gerettet-haben\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2022\/10\/Muzeum-Ulmow.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2022\/10\/Muzeum-Ulmow.jpg","width":524,"height":348},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2016\/03\/17\/museum-der-polen-die-juden-gerettet-haben\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Museum der Polen, die Juden gerettet haben"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#website","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/","name":"Instytut Polski w Dusseldorfie","description":"Instytuty Polskie","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"pl-PL"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#\/schema\/person\/6b4b76776c5d49a1eb862046e311998e","name":"kolinskia","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/9bb79075402c1d25f1e9e4e8260c2d13?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/9bb79075402c1d25f1e9e4e8260c2d13?s=96&d=mm&r=g","caption":"kolinskia"},"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/author\/kolinskia\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7713"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7715,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7713\/revisions\/7715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}