{"id":8953,"date":"2023-05-02T14:03:00","date_gmt":"2023-05-02T12:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?p=8953"},"modified":"2023-07-31T12:25:38","modified_gmt":"2023-07-31T10:25:38","slug":"agnieszka-kurant-uncomputables","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2023\/05\/02\/agnieszka-kurant-uncomputables\/","title":{"rendered":"Agnieszka Kurant &#8211; Uncomputables"},"content":{"rendered":"\n<p>14.05 \u2013 16.07.2023 Kunstverein Hannover<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/ausstellungen\/1680-agnieszka-kurant\">Agnieszka Kurant &#8211; Ausstellungen &#8211; Kunstverein Hannover (kunstverein-hannover.de)<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Kunstverein Hannover pr\u00e4sentiert die erste institutionelle Einzelausstellung der K\u00fcnstlerin Agnieszka Kurant (geb. 1978, Polen) in Deutschland.<\/strong> Die in New York lebende Konzeptk\u00fcnstlerin untersucht in ihren Arbeiten Ph\u00e4nomene kollektiver und nicht-menschlicher Intelligenzen (von Bakterien und Schleimpilzen bis hin zu k\u00fcnstlicher Intelligenz), die Zukunft von Arbeit und Kreativit\u00e4t sowie die extraktivistische Wirtschaft des digitalen \u00dcberwachungskapitalismus. Ihre aktuelle Ausstellung vereint eine Reihe von Arbeiten, von denen einige zuvor im Guggenheim Museum, New York, im Castello di Rivoli, Turin, und im Centre Pompidou, Paris, zu sehen waren und die sich mit den Auswirkungen von Technologie auf Ver\u00e4nderungen und Konzepte von pluraler Subjektivit\u00e4t und kollektivem Handeln befassen.<\/p>\n<p>Kurants Werke m\u00f6chte man als alchemistische Mutationen von Energie und Materie bezeichnen, sie unterliegen, wie lebende Organismen, einer st\u00e4ndigen, nahezu evolution\u00e4ren Ver\u00e4nderung. Die K\u00fcnstlerin schafft Bedingungen, in denen sich unvorhersehbare, instabile Formen \u2013 etwa Assemblagen und Amalgamierungen \u2013 aus komplexen Systemen menschlicher und nicht-menschlicher Milieus offenbaren: seien es Millionen von Molek\u00fclen, Mikroben, Termiten, Geisterarbeiter:innen oder Demonstrant:innen.<\/p>\n<p>In\u00a0<em>Chemical Garden\u00a0<\/em>(2021\u201323) entstehen pflanzen\u00e4hnliche kristalline Strukturen aus einer Mischung anorganischer Chemikalien: Metallsalze, die wesentliche Bestandteile moderner Computer sind. Paradoxerweise richtet die moderne industrielle Gewinnung dieser Elemente, die einst die Evolution des Lebens auf der Erde erm\u00f6glichten, verheerende Sch\u00e4den in den nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen an.<\/p>\n<p>Kurants\u00a0<em>Conversions<\/em>\u00a0sind sich st\u00e4ndig entwickelnde Fl\u00fcssigkristallbilder, welche die schwankenden Emotionen der Mitglieder verschiedener Protestbewegungen auf der ganzen Welt in wechselnde, hypnotisierende Muster \u00fcbersetzen.\u00a0<\/p>\n<p><em>Post Fordite<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Sentimentite<\/em>\u00a0erforschen hybride, spekulative geologische Formen anthropogener Natur, w\u00e4hrend in\u00a0<em>Semiotic Life\u00a0<\/em>(2022\/23) ein Wacholder-Bonsai auf eine 3D-gedruckte Form trifft: die algorithmische Vorhersage einer zuk\u00fcnftigen Form, die diese Baumart als optimal f\u00fcr ihre Entwicklung annehmen k\u00f6nnte. Allerdings nicht symbiotisch, sondern eher als Rennen, bei dem das Lebendige zwangsl\u00e4ufig die Vorhersage \u00fcberholt.<\/p>\n<p>In\u00a0<em>Alien Internet\u00a0<\/em>wird ein formwandelnder Superorganismus aus Ferrofluid (einer 1963 von der NASA entwickelten Substanz) in einem elektromagnetischen Feld \u00fcber Daten tausender Tiere weltweit digital gesteuert und imaginiert eine zuk\u00fcnftige kollektive nicht-menschliche Lebensform. W\u00e4hrend in der Arbeit\u00a0<em>Ohne Titel<\/em>\u00a0(2014) ein st\u00e4hlernes F\u00f6rderband kontinuierlich operiert und sich in sein eigenes Spiegelbild aufl\u00f6st, reflektiert es ebenfalls die unendliche R\u00fcckkopplungsschleife von Automatisierung, Energiekreislauf und immaterieller Arbeit.<\/p>\n<p>Die wissenschaftsgest\u00fctzte \u00d6konomie betrachtet jedes Zukunftsszenario als M\u00f6glichkeit \u2013 als Abfolge von Ereignissen, die konfiguriert, quantifiziert und somit berechnet werden kann \u2013 und verwirft schnell die Ergebnisse, die nicht der Vision des unidirektionalen Fortschritts entsprechen. Agnieszka Kurant betrachtet hierin Energie als die Schl\u00fcsselw\u00e4hrung. Auf der Suche nach ihren Transformationen erforscht sie die grassierenden Geschichten und \u00fcberholten Visionen von Nekro-Zuk\u00fcnften \u2013 vergangene fiktionale und utopische Spr\u00fcnge, die schnell zu gro\u00dfen steilen Abh\u00e4ngen in neoliberalen Abgr\u00fcnden wurden. All diese erweisen sich als nicht berechenbar.<\/p>\n<p>Die Ausstellung wird unterst\u00fctzt von der Schering Stiftung, vom Adam Mickiewicz Institute, Warschau, von der Rudolf Augstein Stiftung und dem Polnischen Institut D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Dank an Tanya Bonakdar Gallery, New York und Sitterwerk, Kunstgiesserei St. Gallen<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n<p>Samstag 13.5., 19.00 Uhr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/2279-agnieszka-kurant-uncomputablessimon-dennynbspmetaverse-landscapes\">Agnieszka Kurant,\u00a0<em>Uncomputables<\/em><br \/>Simon Denny,\u00a0<em>Metaverse Landscapes<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/2279-agnieszka-kurant-uncomputablessimon-dennynbspmetaverse-landscapes\">Er\u00f6ffnung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 14.5., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Mittwoch 17.5., 18.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon Denny<br \/>Mit Direktor Christoph Platz-Gallus<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 21.5., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 28.5., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 4.6.,\u00a015.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 11.6., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Donnerstag 15.6., 18.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von Agnieszka Kurant und Simon Denny Mit Direktor Christoph Platz-Gallus<\/a><\/p>\n<p>Donnerstag 15.6., 19.00 Uhr:\u00a0<em><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/3374-ki-korper-kolonialismus-imaginare-der-automation\">KI, Ko\u0308rper, Kolonialismus. Imagina\u0308re der Automation.<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/3374-ki-korper-kolonialismus-imaginare-der-automation\">Mit Dr. Sara Morais dos\u00a0Santos Bruss<\/a><\/p>\n<p>Samstag 17.6., 18.00\u201323.30 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/3376-nacht-der-museen-2023\">Nacht der Museen 2023<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 18.6., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 25.6., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 2.7., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Mittwoch 5.7., 18.00 Uhr:\u00a0<a href=\"http:\/\/%0dGespra\u0308ch%20im%20Rahmen%20von%20www.futurehistories.today%0dMit%20Jan%20Groos%0d\">Gespra\u0308ch im Rahmen von www.futurehistories.today<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/%0dGespra\u0308ch%20im%20Rahmen%20von%20www.futurehistories.today%0dMit%20Jan%20Groos%0d\">Mit Jan Groos<\/a><\/p>\n<p>Donnerstag 6.7., 18.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon Denny<br \/>Mit Assistenzkuratorin Carlota G\u00f3mez<\/a><\/p>\n<p>Donnerstag 6.7., 19.00 Uhr:\u00a0<em><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/3378-bohmische-landschaften-und-hyperspaces-oder-wie-wir-uns-den-digitalen-raum-aneignen\">Bo\u0308hmische Landschaften und Hyperspaces \u2013 oder wie wir uns den digitalen Raum aneignen<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/kalender\/3378-bohmische-landschaften-und-hyperspaces-oder-wie-wir-uns-den-digitalen-raum-aneignen\">Mit Dr. Marlene Wenger<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 9.7., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>Donnerstag 13.7., 18.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon Denny<br \/>Mit Assistenzkuratorin Carlota G\u00f3mez<\/a><\/p>\n<p>Sonntag 16.7., 15.00 Uhr:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-hannover.de\/de\/vermittlung\/1745-fhrungen\">Sonntagsf\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.05 \u2013 16.07.2023 Kunstverein Hannover Agnieszka Kurant &#8211; Ausstellungen &#8211; Kunstverein Hannover (kunstverein-hannover.de) Der Kunstverein Hannover pr\u00e4sentiert die erste institutionelle Einzelausstellung der K\u00fcnstlerin Agnieszka Kurant (geb. 1978, Polen) in Deutschland. 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Die K\u00fcnstlerin schafft Bedingungen, in denen sich unvorhersehbare, instabile Formen \u2013 etwa Assemblagen und Amalgamierungen \u2013 aus komplexen Systemen menschlicher und nicht-menschlicher Milieus offenbaren: seien es Millionen von Molek\u00fclen, Mikroben, Termiten, Geisterarbeiter:innen oder Demonstrant:innen.\\nIn\u00a0Chemical Garden\u00a0(2021\u201323) entstehen pflanzen\u00e4hnliche kristalline Strukturen aus einer Mischung anorganischer Chemikalien: Metallsalze, die wesentliche Bestandteile moderner Computer sind. Paradoxerweise richtet die moderne industrielle Gewinnung dieser Elemente, die einst die Evolution des Lebens auf der Erde erm\u00f6glichten, verheerende Sch\u00e4den in den nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen an.\\nKurants\u00a0Conversions\u00a0sind sich st\u00e4ndig entwickelnde Fl\u00fcssigkristallbilder, welche die schwankenden Emotionen der Mitglieder verschiedener Protestbewegungen auf der ganzen Welt in wechselnde, hypnotisierende Muster \u00fcbersetzen.\u00a0\\nPost Fordite\u00a0und\u00a0Sentimentite\u00a0erforschen hybride, spekulative geologische Formen anthropogener Natur, w\u00e4hrend in\u00a0Semiotic Life\u00a0(2022\/23) ein Wacholder-Bonsai auf eine 3D-gedruckte Form trifft: die algorithmische Vorhersage einer zuk\u00fcnftigen Form, die diese Baumart als optimal f\u00fcr ihre Entwicklung annehmen k\u00f6nnte. Allerdings nicht symbiotisch, sondern eher als Rennen, bei dem das Lebendige zwangsl\u00e4ufig die Vorhersage \u00fcberholt.\\nIn\u00a0Alien Internet\u00a0wird ein formwandelnder Superorganismus aus Ferrofluid (einer 1963 von der NASA entwickelten Substanz) in einem elektromagnetischen Feld \u00fcber Daten tausender Tiere weltweit digital gesteuert und imaginiert eine zuk\u00fcnftige kollektive nicht-menschliche Lebensform. 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All diese erweisen sich als nicht berechenbar.\\nDie Ausstellung wird unterst\u00fctzt von der Schering Stiftung, vom Adam Mickiewicz Institute, Warschau, von der Rudolf Augstein Stiftung und dem Polnischen Institut D\u00fcsseldorf.\\nDank an Tanya Bonakdar Gallery, New York und Sitterwerk, Kunstgiesserei St. Gallen\\nVeranstaltungen\\nSamstag 13.5., 19.00 Uhr\\nAgnieszka Kurant,\u00a0UncomputablesSimon Denny,\u00a0Metaverse Landscapes\\nEr\u00f6ffnung\\nSonntag 14.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\\nMittwoch 17.5., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon DennyMit Direktor Christoph Platz-Gallus\\nSonntag 21.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\\nSonntag 28.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\\nSonntag 4.6.,\u00a015.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\\nSonntag 11.6., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\\nDonnerstag 15.6., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von Agnieszka Kurant und Simon Denny Mit Direktor Christoph Platz-Gallus\\nDonnerstag 15.6., 19.00 Uhr:\u00a0KI, Ko\u0308rper, Kolonialismus. 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Die in New York lebende Konzeptk\u00fcnstlerin untersucht in ihren Arbeiten Ph\u00e4nomene kollektiver und nicht-menschlicher Intelligenzen (von Bakterien und Schleimpilzen bis hin zu k\u00fcnstlicher Intelligenz), die Zukunft von Arbeit und Kreativit\u00e4t sowie die extraktivistische Wirtschaft des digitalen \u00dcberwachungskapitalismus. Ihre aktuelle Ausstellung vereint eine Reihe von Arbeiten, von denen einige zuvor im Guggenheim Museum, New York, im Castello di Rivoli, Turin, und im Centre Pompidou, Paris, zu sehen waren und die sich mit den Auswirkungen von Technologie auf Ver\u00e4nderungen und Konzepte von pluraler Subjektivit\u00e4t und kollektivem Handeln befassen.\nKurants Werke m\u00f6chte man als alchemistische Mutationen von Energie und Materie bezeichnen, sie unterliegen, wie lebende Organismen, einer st\u00e4ndigen, nahezu evolution\u00e4ren Ver\u00e4nderung. Die K\u00fcnstlerin schafft Bedingungen, in denen sich unvorhersehbare, instabile Formen \u2013 etwa Assemblagen und Amalgamierungen \u2013 aus komplexen Systemen menschlicher und nicht-menschlicher Milieus offenbaren: seien es Millionen von Molek\u00fclen, Mikroben, Termiten, Geisterarbeiter:innen oder Demonstrant:innen.\nIn\u00a0Chemical Garden\u00a0(2021\u201323) entstehen pflanzen\u00e4hnliche kristalline Strukturen aus einer Mischung anorganischer Chemikalien: Metallsalze, die wesentliche Bestandteile moderner Computer sind. Paradoxerweise richtet die moderne industrielle Gewinnung dieser Elemente, die einst die Evolution des Lebens auf der Erde erm\u00f6glichten, verheerende Sch\u00e4den in den nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen an.\nKurants\u00a0Conversions\u00a0sind sich st\u00e4ndig entwickelnde Fl\u00fcssigkristallbilder, welche die schwankenden Emotionen der Mitglieder verschiedener Protestbewegungen auf der ganzen Welt in wechselnde, hypnotisierende Muster \u00fcbersetzen.\u00a0\nPost Fordite\u00a0und\u00a0Sentimentite\u00a0erforschen hybride, spekulative geologische Formen anthropogener Natur, w\u00e4hrend in\u00a0Semiotic Life\u00a0(2022\/23) ein Wacholder-Bonsai auf eine 3D-gedruckte Form trifft: die algorithmische Vorhersage einer zuk\u00fcnftigen Form, die diese Baumart als optimal f\u00fcr ihre Entwicklung annehmen k\u00f6nnte. Allerdings nicht symbiotisch, sondern eher als Rennen, bei dem das Lebendige zwangsl\u00e4ufig die Vorhersage \u00fcberholt.\nIn\u00a0Alien Internet\u00a0wird ein formwandelnder Superorganismus aus Ferrofluid (einer 1963 von der NASA entwickelten Substanz) in einem elektromagnetischen Feld \u00fcber Daten tausender Tiere weltweit digital gesteuert und imaginiert eine zuk\u00fcnftige kollektive nicht-menschliche Lebensform. W\u00e4hrend in der Arbeit\u00a0Ohne Titel\u00a0(2014) ein st\u00e4hlernes F\u00f6rderband kontinuierlich operiert und sich in sein eigenes Spiegelbild aufl\u00f6st, reflektiert es ebenfalls die unendliche R\u00fcckkopplungsschleife von Automatisierung, Energiekreislauf und immaterieller Arbeit.\nDie wissenschaftsgest\u00fctzte \u00d6konomie betrachtet jedes Zukunftsszenario als M\u00f6glichkeit \u2013 als Abfolge von Ereignissen, die konfiguriert, quantifiziert und somit berechnet werden kann \u2013 und verwirft schnell die Ergebnisse, die nicht der Vision des unidirektionalen Fortschritts entsprechen. Agnieszka Kurant betrachtet hierin Energie als die Schl\u00fcsselw\u00e4hrung. Auf der Suche nach ihren Transformationen erforscht sie die grassierenden Geschichten und \u00fcberholten Visionen von Nekro-Zuk\u00fcnften \u2013 vergangene fiktionale und utopische Spr\u00fcnge, die schnell zu gro\u00dfen steilen Abh\u00e4ngen in neoliberalen Abgr\u00fcnden wurden. All diese erweisen sich als nicht berechenbar.\nDie Ausstellung wird unterst\u00fctzt von der Schering Stiftung, vom Adam Mickiewicz Institute, Warschau, von der Rudolf Augstein Stiftung und dem Polnischen Institut D\u00fcsseldorf.\nDank an Tanya Bonakdar Gallery, New York und Sitterwerk, Kunstgiesserei St. Gallen\nVeranstaltungen\nSamstag 13.5., 19.00 Uhr\nAgnieszka Kurant,\u00a0UncomputablesSimon Denny,\u00a0Metaverse Landscapes\nEr\u00f6ffnung\nSonntag 14.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nMittwoch 17.5., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon DennyMit Direktor Christoph Platz-Gallus\nSonntag 21.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nSonntag 28.5., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nSonntag 4.6.,\u00a015.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nSonntag 11.6., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nDonnerstag 15.6., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von Agnieszka Kurant und Simon Denny Mit Direktor Christoph Platz-Gallus\nDonnerstag 15.6., 19.00 Uhr:\u00a0KI, Ko\u0308rper, Kolonialismus. Imagina\u0308re der Automation.\nMit Dr. Sara Morais dos\u00a0Santos Bruss\nSamstag 17.6., 18.00\u201323.30 Uhr:\u00a0Nacht der Museen 2023\nSonntag 18.6., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nSonntag 25.6., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nSonntag 2.7., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nMittwoch 5.7., 18.00 Uhr:\u00a0Gespra\u0308ch im Rahmen von www.futurehistories.today\nMit Jan Groos\nDonnerstag 6.7., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon DennyMit Assistenzkuratorin Carlota G\u00f3mez\nDonnerstag 6.7., 19.00 Uhr:\u00a0Bo\u0308hmische Landschaften und Hyperspaces \u2013 oder wie wir uns den digitalen Raum aneignen\nMit Dr. Marlene Wenger\nSonntag 9.7., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\nDonnerstag 13.7., 18.00 Uhr:\u00a0Kuratorische Einf\u00fchrung in das Werk von\u00a0Agnieszka Kurant und\u00a0Simon DennyMit Assistenzkuratorin Carlota G\u00f3mez\nSonntag 16.7., 15.00 Uhr:\u00a0Sonntagsf\u00fchrung\n\u00a0\n\u00a0","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2023\/05\/02\/agnieszka-kurant-uncomputables\/#breadcrumb"},"inLanguage":"pl-PL","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2023\/05\/02\/agnieszka-kurant-uncomputables\/"]}],"@context":"https:\/\/schema.org","startDate":"2023-05-14","endDate":"2023-07-16","eventStatus":"EventScheduled","eventAttendanceMode":"OfflineEventAttendanceMode","location":{"@type":"place","name":"","address":"","geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"","longitude":""}}},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2023\/05\/02\/agnieszka-kurant-uncomputables\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/344718263_1638331013272255_5084503386874205054_n.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/344718263_1638331013272255_5084503386874205054_n.jpg","width":1440,"height":1800},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/2023\/05\/02\/agnieszka-kurant-uncomputables\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Agnieszka Kurant &#8211; Uncomputables"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#website","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/","name":"Instytut Polski w Dusseldorfie","description":"Instytuty Polskie","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"pl-PL"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#\/schema\/person\/6b4b76776c5d49a1eb862046e311998e","name":"kolinskia","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/9bb79075402c1d25f1e9e4e8260c2d13?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/9bb79075402c1d25f1e9e4e8260c2d13?s=96&d=mm&r=g","caption":"kolinskia"},"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/author\/kolinskia\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8953"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9107,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8953\/revisions\/9107"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8954"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/duesseldorf\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}