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SUMMARY:Andrzej-Wajda-Jahr 2026
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DESCRIPTION:Am 6. März 2026 wäre Andrzej Wajda 100 Jahre alt geworden. Aus diesem
Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026
offiziell als „Andrzej-Wajda-Jahr“ ausgerufen. Im Programm des
Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauergäste - im Rahmen des
Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der
Retrospektive „Meister der Regie“ in den Technischen Sammlungen Dresden
(2017) oder in den Vorträgen „Wajda und die anderen“ (2016 in
Słubice) und „Wajda und seine Erben“ (2022 in Halle/Saale).
Über Andrzej Wajda
[caption id="attachment_17337" align="alignleft" width="200"] Andrzej Wajda
2016 in Gdynia, drei Wochen vor seinem Tod[/caption]
Wajda wurde am 6. März 1926 in Suwałki geboren, wo er auch seine Kindheit
und frühe Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom, wo sein
Vater Jakub Wajda – Berufsoffizier der polnischen Armee – stationiert
war. In Radom besuchte er als Teenager geheime Kurse und lernte kurzzeitig
an einer privaten Malereischule, während er gleichzeitig als Lagerist,
Träger, Küfer, Schlosser und Zeichner im Eisenbahnbüro arbeitete.
Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda 1946–1950 Malerei an der
Akademie der Bildenden Künste in Kraków und anschließend Regie an der
neu gegründeten Filmhochschule in Łódź. 1955 begann er mit seinem
Kinodebüt „Pokolenie” (Eine Generation), nach einem Weg zu suchen, um
eines seiner wichtigsten künstlerischen und ethischen Ziele zu
verwirklichen – für diejenigen zu sprechen, welche den Zweiten Weltkrieg
nicht überlebt hatten. Seine nächsten Filme „Kanał“ (Der Kanal) und
„Popiół i diament“ (Asche und Diamant, nach einem Roman von Jerzy
Andrzejewski) machten den damals 32-jährigen Künstler zu einem der
wichtigsten Regisseure der jungen Generation in Europa und begründeten
eine „polnische Filmschule“ genannte Strömung, welche die polnische
martyrologische Tradition und und den romantischen Heroismus in Frage
stellte.
In über 60 Jahren vielseitiger kreativer Tätigkeit, die auch
Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterstücke, Zeichnungen, Gemälde
und Drehbücher hervorbrachte, drehte Wajda über 40 Langspielfilme. Viele
davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen
Kinos gezählt. Von der internationalen Filmwelt geschätzt, wurde Wajda
betitelt als „Sänger der schwierigen polnischen Geschichte, der ihr eine
universelle Dimension zu verleihen wusste“, als „Filmpoet verlorener
Dinge“, als „wichtigster Filmregisseur Polens der Nachkriegszeit“,
als „Chronist seines Landes, moralische Instanz, Gesellschaftskritiker
mit der Kamera“ oder als „einer der großen Regisseure der Welt, dank
denen das 20. Jahrhundert zu einem großen Jahrhundert des Kinos wurde“.
Wajda gilt als Regisseur, der mit seinen Filmen in die polnische Geschichte
eingreifen wollte, indem er Asche, Verbitterung und historische Qualen in
Filme verwandelte, die wie Diamanten glänzten – und als ein Künstler,
der sich bis zum Ende für Freiheit und Demokratie in Polen engagierte.
Inhalt
1 / Filmregisseur2 / Theaterregisseur3 / Bürger4 / Lehrer5 / Preisträger6
/ Filmografie
 
 
 
 
1 / FILMREGISSEUR
Nach dem Abschluss eines Studiums an der Filmhochschule in Łódź
arbeitete Andrzej Wajda bei Alexander Ford an dessen Filmen „Chopins
Jugend“ (1952) und „Die Fünf aus der Barskastraße“ (1954) mit.
Seine Laufbahn als Regisseur begann er in der Ära des sog. sozialistischen
Realismus, widersetzte sich jedoch dessen Leitlinien. Stattdessen
verhandelte er in seinen ersten drei Filmen bewegende und ethisch komplexe
Themen. Seine Trilogie zeigte das Drama junger Menschen, die vom Krieg
gezeichnet und in ein neues System hineingeworfen wurden, welches sie
auseinander treibt und vor ungewollte Herausforderungen stellt, die
vielleicht noch schwieriger sind als der Überlebenskampf. „Eine
Generation“ (1955), „Der Kanal“ (1957) und „Asche und Diamant“
(1958), beschrieben die Qualen und Spaltungen Polens im Zweiten Weltkrieg
sowie der Nachkriegszeit und brachten Wajda internationale Anerkennung.
Bereits in seinen ersten Filmen erwies sich der Regisseur als Künstler,
der die Realität genau beobachtete und die Zeit mit ihren Widersprüchen
und Herausforderungen einfing – als ein Schöpfer, der sehr sensibel für
Form und Symbolik war und einen originellen Filmstil entwickelte.
Wajda kehrte immer wieder zum Thema „Krieg“ zurück, welches seine
Generation tief geprägt hatte – in „Lotna“ (1959), „Samson“
(1961), „Landschaft nach der Schlacht“ (1970), „Liebe zwischen den
Fronten“ (1993), „Korczak“ (1990), „Die Karwoche“ (1995) und
„Das Masaker von Katyn“ (2007). Der letztgenannte Titel war auch eine
Rückkehr zu einem persönlichen Trauma, mit dem Wajda sein ganzes Leben
lang gerungen hatte – in Katyn war der Vater des Regisseurs ermordet
worden. In seinem Drang, vergangene Ereignisse zu beschreiben, ihre
tragische Erinnerung zu bewahren und Figuren dem Vergessen zu entreißen,
war Wajda – mit seinem Imperativ, den Verstorbenen Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen – ein Geistesverwandter Maria Janions, der Autorin
des Buchs „Do Europy tak, ale z naszymi umarłymi“ (Ja nach Europa,
aber mit unseren Toten).
Ein eigenes Kapitel in Andrzej Wajdas Schaffen bilden seine
Literaturverfilmungen – visionäre Adaptionen unter anderem von Stefan
Żeromskis „Zwischen Feuer und Asche“ (1965), Jarosław Iwaszkiewiczs
„Das Birkenwäldchen“ (1970) und „Die Mädchen von Wilko“ (1979),
„Die Hochzeit“ (1973) von Stanisław Wyspiański, das als Meisterwerk
des Weltkinos gefeierte Epos „Das gelobte Land“ (1975) nach einem Roman
von Stanisław Reymont, die Klassiker „Die Rache“ (2002) nach
Aleksander Fredro und „Pan Tadeusz“ (1999) nach Adam Mickiewicz, der in
Frankreich gedrehte „Danton“ (1983) nach einem Drama von Stanisława
Przybyszewska und die Joseph-Conrad-Verfilmung „Die Schattenlinie“
(1976). Durch seine Beschäftigung mit Literaturklassikern prägte Wajda im
Laufe seiner gesamten Karriere das Bild Polens in der Vorstellung und
kollektiven Identität seiner Landsleute – mit all seinen
Klassenunterschieden, seinen Archetypen und Symbolen sowie seiner immer
noch präsenten, von nationalen Dämonen geprägte Vergangenheit. In Zeiten
verschärfter Zensur wählte Wajda literarische Texte als Vorlagen, um
Polen weiterhin auf eindringliche und kritische Weise thematisieren zu
können. Mit jeder dieser kritischen Reflexionen der Vergangenheit war für
ihn aber auch die Aufforderung verbunden, in die Zukunft zu schauen,
nationale Schemata zu durchbrechen und Verantwortung übernehmen. 
Andrzej Wajda begleitete mit seinen Filmen ebenso die polnische
Zeitgeschichte – mehr noch, die Filme selbst spielten eine wichtige Rolle
bei den politischen Umwälzungen der 70er- und 80er-Jahre. Seine Arbeiten
„Der Mann aus Marmor“ (1977), „Der Mann aus Eisen“ (1981) und
„Wałęsa – Der Mann der Hoffnung“ (2013), die – wie der Regisseur
einräumte – teilweise „im Auftrag” der am Solidarność-Aufstand
beteiligten Arbeiter gedreht worden waren und von der westlichen Presse als
„Citizen Kane des Ostblocks” bezeichnet wurden, porträtierten die
Gewerkschaften als eine Bewegung des Widerstands gegen die Regierung und
des romantischen Patriotismus. In „Ohne Betäubung“ (1978) – einem
der bedeutendsten Werke des sog. „Kinos der moralischen Unruhe“ –
machte Wajda auf staatliche Mechanismen zur Zerstörung außergewöhnlicher
Individuen aufmerksam. Zu diesem Thema kehrte er in seinem letzten Werk
„Afterimages“ (2016) noch einmal zurück, das zu einem von Sorge um die
politische Zukunft Polens geprägten Vermächtnis des Regisseurs wurde.
Eine eigene Kategorie in Wajdas Schaffen bilden persönliche, subjektiv
geprägte Filme. Sie setzten sich zusammen aus Fragmenten genial
beobachteter Realität, Emotionen und dem Versuch, dem Unaussprechlichen
Form zu verleihen. Wajda webte seine Sprache und filmische Empfindsamkeit
aus Erinnerungen an einst gesehene Bilder, Lichtfragmenten, ungewöhnlichen
Landschaften und abgelauschten Dialogen sowie überraschend treffenden
Metaphern. Wie kein anderer konnte er vom Prozess des Abschiednehmens
erzählen („Der Kalmus“ 2009) oder von den Versuchen, sich mit einer
plötzlichen Abwesenheit zu arrangieren und mit einem Leben, das seine
Substanz in einen leeren, scheinbar unfüllbaren Raum gießt („Alles zu
verkaufen“ 1968). Als Werke, welche vom Geist eines gesellschaftlichen
Umbruchs und von einer fieberhaften Suche nach sich selbst in dieser neuen
Realität erzählen, sind Filme wie „Die unschuldigen Zauberer“ (1960)
oder „Fliegenjagd“ (1969) in Erinnerung geblieben.
2 / THEATERREGISSEUR
Im Theater machte sich Andrzej Wajda als versierter und aufmerksamer
Interpret von Dostojewski, Wyspiański und Shakespeare einen Namen. Sein
Bühnenwerk mit fast 50 Inszenierungen prägte die Geschichte des
polnischen Theaters.
Wajda arbeitete häufig zwischen den Dreharbeiten zu seinen Filmen für das
Theater. Seine Begegnungen mit Bühnen-Schauspieler*innen führten
gelegentlich zur weiteren Zusammenarbeit – diesmal auf der Leinwand;
gelegentlich war es auch umgekehrt. Seine erste Bühnenproduktion, bei der
er instinktiv beschloss, das Talent von Zbigniew Cybulski zu nutzen, mit
dem er kurz zuvor am Set von „Asche und Diamant“ zusammengearbeitet
hatte, war „Kapelusz pełen deszczu“ (Ein Hut voller Regen, 1959) im
Teatr Wybrzeże in Gdańsk. Es folgten Inszenierungen von „Hamlet“
(viermal), „Die Hochzeit“, „Die Dämonen“, „Danton“,
„Nastasja Filipowna“, „Schuld und Sühne“, „Der Dibbuk“ und
„Macbeth“ (zweimal). Die Rückkehr zu bereits inszenierten Werken war
für Wajda keine Wiederholung früherer Inszenierungen, sondern eine neue
szenische Lesart, abhängig von Personen und Gegebenheiten, neu
aufgegriffen aus der Perspektive aktueller Erfahrungen des Regisseurs und
des Publikums. Wajda inszenierte auch im Ausland – unter anderem in
Stockholm, Weimar, Berlin, Tokio, Moskau, Yale und Budapest.
Dostojewski betrachtete er als seinen größten Lehrer in den Fächern
Dramatik und menschliche Natur. Wajda sagte über ihn: „Er war ein
Visionär und Prophet der schlechten Nachrichten. Er sah die Anspannung der
Sehnen, er sah die dunklen Seiten unserer Persönlichkeit und leider
stellte sich heraus, dass er mit seiner Beurteilung anderer Menschen
weitgehend Recht hatte. Raskolnikow schreibt, bevor er die Alte mit einer
Axt tötet, einen ganzen Artikel, in dem er dieses Verbrechen
gewissermaßen erklärt. Viele Jahre später, als die ganze Welt in Blut
versank, stellte sich heraus, dass auch diese Verbrechen ideologisch
motiviert waren, in Nazi-Deutschland oder in der Sowjetunion. Dostojewski
hat auch diese Morde vorhergesehen. Verbrechen, die zuerst gerechtfertigt
und dann begangen wurden.“ Andrzej Wajda war vor allem mit Theatern in
Gdańsk, Warschau und Kraków verbunden und auch künstlerischer Leiter des
Teatr Powszechny in Warschau.
3 / BÜRGER
Andrzej Wajda war gesellschaftlich außerordentlich engagiert – nicht nur
mit seinen Filmen, sondern auch durch die Initiierung vieler wichtiger
Veranstaltungen, Traditionen und Projekte, welche die polnische
Kulturlandschaft nachhaltig verändert haben und deren Wirkung oft weit
über die Grenzen des Landes hinausreichte.
In der Volksrepublik Polen sammelte die Geheimpolizei über 1.000 Seiten
verschiedener Materialien (Denunziationen, Protokolle privater und
öffentlicher Treffen, Berichte, Empfehlungen usw.) über den mit der
„Solidarność” verbundenen Regisseur.  Aus ihrem Register wurde Wajda
erst im Juli 1989 gestrichen, als er bereits offiziell Senator der Republik
Polen war, gewählt in den ersten freien Wahlen seit Kriegsende. Die
Film-Trilogie „Der Mann aus Marmor“, „Der Mann aus Eisen“ und
„Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung“ war eine Hommage an das Phänomen
Solidarność und ihren Anführer Lech Wałęsa. Sie half der Welt, dieses
Phänomen und seine Funktionsweise zu verstehen.
Nachdem Andrzej Wajda 1987 den renommierten Kyoto-Preis – auch als
„japanischer Nobelpreis“ bekannt – erhalten hatte, gründete der für
seine Liebe zur japanischen Kunst bekannte Künstler in Kraków das Museum
für japanische Kunst und Technik Manggha. Es beherbergt die
„heimatlose” Sammlung japanischer Kunst von Feliks „Manggha”
Jasieński – einem Reisenden und Sammler, der seine Kollektion 1920 der
Stadt Kraków schenkte. Diese Sammlung begeisterte Wajda als jungen
Studenten der Akademie der Bildenden Künste in Kraków. Es war das erste
Museum in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Bau vollständig aus
privaten Mitteln finanziert wurde, und ist heute der größte Schatz der
japanischen Kultur in Mitteleuropa. Es umfasst über 10.000 Exponate
japanischer Kunst und Kunsthandwerks.
Wajda initiierte auch die Errichtung der Stanisław-Wyspiański- und
Józef-Czapski-Pavillons in Kraków, in denen mit Hilfe von Krystyna
Zachwatowicz-Wajdowa und dem Nationalmuseum Kraków – dem Kuratorium
beider Einrichtungen – Werke und Exponate zusammengestellt wurden, die
mit dem Leben, Schaffen und Erbe dieser für die polnische Kultur
bedeutenden Künstler in Verbindung stehen.
Andrzej Wajda schob zahlreiche weitere kulturelle und museale Initiativen
an, darunter das Zentrum für zeitgenössische Kunst „Elektrownia“ in
Radom, das der Regisseur gemeinsam mit seiner Frau unterstützte, indem er
dem Zentrum viele wertvolle Exponate und Kunstwerke aus seiner eigenen
Sammlung schenkte. Darüber hinaus organisierte er in Polen und im Ausland
zahlreiche Ausstellungen und Initiativen zur Förderung polnischer
Künstler und ihres Œuvres.
Wajda bekleidete viele verantwortungsvolle und prestigeträchtige Ämter
und widmete darin seine Zeit dem Wohl der Gesellschaft, mit der er sich
ideell verbunden fühlte. Als Vorsitzender des Verbandes Polnischer
Filmemacher verhandelte er mit Behörden über neue Regeln für die
Kinematografie in Polen – insbesondere über Fragen der Unabhängigkeit
der Filmproduktion und der Einschränkung von Zensur. Er war an Lech
Wałęsas Vorbereitungen auf die Wahlkampf-Rededuelle beteiligt und
unterstützte während des Wahlkampfs vor den ersten freien Wahlen 1989 die
Kandidaten der Opposition inhaltlich und bei der Imageberatung. Bei diesen
Wahlen wurde Wajda auch selbst zum Senator gewählt. Er setzte sich aktiv
für freie Medien ein – in seinem Haus im Warschauer Stadtteil Żoliborz
wurde der Vertrag über die Gründung der Firma Agora unterzeichnet, dem
Herausgeber der „Gazeta Wyborcza” – der ersten unabhängigen
Tageszeitung im freien Polen. Wajda war einer der drei Unterzeichner des
Vertrags.
4 / LEHRER
Ein wichtiger Tätigkeitsbereich von Andrzej Wajda war die Pädagogik. In
den 1960er-Jahren war er Dozent an der Fakultät für Regie der Staatlichen
Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź. Er war Initiator
und künstlerischer Leiter des von 1972 bis 1983 bestehenden Filmstudios
„X”. 2002 gründete er in Warschau die Andrzej-Wajda-Meisterschule für
Filmregie, die bis heute erfolgreich tätig ist und zahlreiche für das
polnische Kino bedeutende Dokumentar- und Spielfilmregisseur*innen
hervorgebracht hat. Die Wajda School hat inzwischen mehrere hundert
Kurzfilme produziert, die auf den größten Filmfestivals gezeigt wurden.
Mit ihrem offenen, interdisziplinären und kollegialen Ansatz – ähnlich
wie einst die Filmstudios vor 1989 – ermöglicht sie es Kandidat*innen
mit vielversprechenden Leistungen, die nicht unbedingt aus Filmkreisen
stammen müssen, ihre Projekte umzusetzen – unter Aufsicht erfahrener und
angesehener Pädagog*innen, die selbst als Filmschaffende tätig sind. In
seinem Testament äußerte Andrzej Wajda den Wunsch, dass aus den Tantiemen
seiner filmischen Werke Stipendien für begabte junge Menschen finanziert
werden sollen.
5 / PREISTRÄGER
Andrzej Wajda wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen
und Auszeichnungen geehrt und erhielt Orden für sein künstlerisches
Schaffen ebenso wie für sein soziales Engagement.
Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen im Rahmen mit seiner Teilnahme an
renommierten Festivals gehören die Silberne und Goldene Palme in Cannes,
FIPRESCI-Preise, Goldene Löwen des Polnischen Spielfilmfestivals in
Gdańsk, vier Oscar-Nominierungen und ein Oscar für das Lebenswerk,
Césars, der Europäische Filmpreis Felix, der Goldene Löwe der
Internationalen Filmfestspiele von Venedig, die Platinlöwen des Polnischen
Spielfilmfestivals von Gdynia für das Lebenswerk, der Goldene Bär der
Berlinale, Preise für sein Lebenswerk bei den Internationalen
Filmfestspielen von Sevilla und dem Festival Plus Camerimage, der Preis des
Polnischen Filmverbandes und die Goldene Ente des Fachmagazins „Film“.
Zu den höchsten staatlichen Auszeichnungen, die Wajda verliehen wurden,
gehören unter anderem das Großkreuz des Ordens Polonia Restituta, der
japanische Orden der Aufgehenden Sonne, der bulgarische
Kyrill-und-Method-Orden, das Komturkreuz des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland, das französische Komturkreuz der Ehrenlegion,
das Komturkreuz des Ordens für Kunst und Literatur und Offizierskreuz der
Ehrenlegion, das Komturkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik
Ungarn, der ukrainische Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen, die
Goldmedaille Gloria Artis, der Orden des Weißen Adlers, der Kyoto-Preis
der japanischen Inamori-Stiftung für Verdienste um die Entwicklung von
Wissenschaft, Technik und menschlichem Denken und der Große Preis der
polnischen Kulturstiftung. Der Regisseur erhielt außerdem
Ehrendoktorwürden zahlreicher Hochschulen, darunter der Kunstakademie
Warschau, der American University in Washington, der Staatlichen Hochschule
für Film, Fernsehen und Theater in Łódź, der Jagiellonen-Universität
in Kraków, der Filmakademie Moskau, der Belarusischen Kunstakademie und
der Pädagogischen Universität in Kraków. Außerdem war er Ehrenmitglied
der Französischen Akademie der Schönen Künste.
6 / FILMOGRAFIE
Andrzej Wajda hat fast 60 Filme gedreht – Spielfilme, Dokumentarfilme,
Kurzfilme sowie zahlreiche Fernsehproduktionen. Im Vorwort zum Album, das
der Gesamtausgabe seiner Werke beiliegt und dem Meister zu seinem 90.
Geburtstag feierlich überreicht wurde, schrieb er: „Meine Filme
entstanden über mehrere Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Epochen des
Kinos. Ich habe versucht, an den politischen Ereignissen nicht nur unseres
Landes teilzunehmen – ich war in diesen Jahren auch Teil der
gesamteuropäischen Veränderungen in der Filmkunst. In „Asche und
Diamant“ habe ich dank Cybulski auf amerikanische Schauspiel-Vorbilder
zurückgegriffen. Ich war kein Einzelgänger, deshalb gab es polnische
Filme weltweit und sie konnten andere erreichen, unabhängig von Sprache
und von unserer Vergangenheit, die auf der Leinwand nicht leicht
darzustellen war. […] Ich möchte den Menschen, die solche Bedingungen
für das polnische Kino erkämpft haben, meinen Dank aussprechen. Unsere
Filmwelt hat seit den ersten Nachkriegsjahren Schritt für Schritt am
Prozess der Erlangung politischer und künstlerischer Freiheit
teilgenommen. Sie hat diese Freiheiten konsequent erweitert – von
Aleksander Ford und Wanda Jakubowska über Jerzy Kawalerowicz und Jerzy
Bossak bis hin zum Kampf um das Überleben des Kinos während des
Kriegszustands in den 1980er-Jahren. Ich bin glücklich, dass auch ich an
diesem Prozess teilnehmen durfte – mit meinen Filmen und meiner
künstlerischen Autorität als Regisseur.“
1955 Pokolenie / Eine Generation1957 Kanał / Der Kanal1958 Popiół i
diament / Asche und Diamant1959 Lotna1960 Niewinni czarodzieje / Die
unschuldigen Zauberer1961 Powiatowa Lady Makbet / Blut der Leidenschaft1961
Samson1962 Miłość dwudziestolatków / Liebe mit zwanzig / L’Amour à
vingt ans1965 Popioły / Legionäre | Zwischen Feuer und Asche / The
Ashes1968 Bramy raju / Die Pforten des Paradieses1968 Przekładaniec /
Rollkuchen1968 Wszystko na sprzedaż / Alles zu verkaufen1969 Polowanie na
muchy / Fliegenjagd1970 Krajobraz po bitwie / Landschaft nach der
Schlacht1970 Brzezina / Das Birkenwäldchen1972 Piłat i inni / Pilatus und
andere – Ein Film für Karfreitag / Pilate and Others1973 Wesele / Die
Hochzeit / The Wedding1975 Ziemia obiecana / Das gelobte Land1976 Smuga
cienia / Die Schattenlinie1976 Umarła klasa / Die tote Klasse1977
Człowiek z marmuru / Der Mann aus Marmor1978 Bez znieczulenia / Ohne
Betäubung1979 Panny z Wilka / Die Mädchen von Wilko1980 Dyrygent / Der
Dirigent1981 Człowiek z żelaza / Der Mann aus Eisen1983 Danton1983
Miłość w Niemczech / Eine Liebe in Deutschland1986 Kronika wypadków
miłosnych / Chronik von Liebesunfällen / A Chronicle of Amorous
Accidents1988 Biesy / Die Dämonen / Les Possédés / The Posessed1990
Korczak1993 Pierścionek z orłem w koronie / Liebe zwischen den
Fronten1994 Nastazja / Nastasja1995 Wielki tydzień / Die Karwoche1996
Panna Nikt / Fräulein Niemand / Miss Nobody1999 Pan Tadeusz / Sir
Thaddeus2000 Wyrok na Franciszka Klosa / Die Verurteilung des Franciszek
Kłos2002 Zemsta / Die Rache2007 Katyń / Das Massaker von Katyn2009
Tatarak / Der Kalmus2013 Wałęsa – Człowiek z nadziei / Wałęsa. Der
Mann aus Hoffnung2016 Powidoki / Afterimage
 
 
 
 
Texte: Wajda Film CentreÜbersetzung &amp; Bearbeitung: Rainer Mende
(Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)
 
Info: wajda.pisf.pl, https://ckf.waw.pl/en/andrzej-wajda-en/bio
 
Titelbild © Wajda Film Centre
 
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