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SUMMARY:Lipiński Quartet &amp; Monika Kruk: Mendelssohn Kontexte
UID:https://instytutpolski.pl/leipzig/2025/09/10/lipinski-quartet-monika-kruk/
LOCATION:Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
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DESCRIPTION:Monika Kruk (Klavier)
Lipiński Quartet:Karolina Podorska (1. Geige)Magdalena Ziarkowska-Kołacka
(2. Geige)Agnieszka Żyniewicz (Bratsche)Marcin Misiak (Violoncello)
Das Programm des Konzerts zeigt drei äußerst persönliche Facetten der
Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Obwohl die Werke in
unterschiedlichen Epochen und unter verschiedenen Umständen entstanden
sind, verbindet sie die Intensität der Emotionen sowie die
außergewöhnliche Fähigkeit, individuelle Erfahrungen in die universelle
Sprache der Musik zu übersetzen.
Die Kombination dieser drei Kompositionen erzählt eine Geschichte von
Erinnerung, Verlust und der Kraft des menschlichen Geistes. Von Mendelssohn
Bartholdys romantischer Elegie über Weinbergs spannungsreiche und
nachdenkliche Musik bis hin zu Laks‘ subtiler, von innerer
Ausgeglichenheit geprägter Sprache zeigt das Programm, wie persönliche
Erfahrungen der Komponisten zur Quelle von Werken mit zeitloser
Wirkungskraft werden können. Die kammermusikalische Besetzung schränkt
den Ausdruck hier nicht ein – im Gegenteil, sie ermöglicht eine
außergewöhnliche Aufrichtigkeit.
Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)Streichquartett Nr. 6 f-moll op.
80 
Szymon Laks (1901–1983)Klavierquintett
Mieczysław Weinberg (1919–1996)Streichtrio
Den Auftakt des Abends bildet das 6. Streichquartett in f-Moll op. 80 von
Felix Mendelssohn Bartholdy – das letzte vollendete Kammermusikwerk des
Komponisten. Es entstand 1847, kurz nach dem plötzlichen Tod seiner
geliebten Schwester Fanny, die für Mendelssohn Bartholdy nicht nur seine
engste Vertraute, sondern auch eine herausragende Pianistin und Komponistin
war. Im Gegensatz zu den früheren Quartetten des Komponisten strahlt das
Quartett op. 80 Dramatik, Unruhe und heftige Kontraste aus. Es ist eine
musikalische Aufzeichnung von Trauer, Schmerz und innerer Zerrissenheit,
die als eines der ergreifendsten Werke im Schaffen des Komponisten gilt.
Das Schaffen von Mieczysław Wejnberg, einem der herausragendsten
Komponisten des 20. Jahrhunderts, nimmt  erst in den letzten Jahrzehnten
den ihm gebührenden Platz im weltweiten Repertoire ein. In Weinbergs Musik
verflechten sich Einflüsse der jüdischen, russischen und
mitteleuropäischen Tradition, und seine persönlichen Erfahrungen mit
Krieg, Emigration und dem Verlust seiner Liebsten spiegeln sich in der
tiefen Ausdruckskraft seiner Werke wider. Sein Streichtrio besticht durch
seine meisterhafte Komposition, seinen reichhaltigen Klang sowie seine
außergewöhnliche Ausdruckskraft und führt die Zuhörer*innen von
Momenten intimer Besinnung hin zu dramatisch spannungsgeladenen
Höhepunkten.
Den Abschluss des Konzerts bildet das Klavierquintett von Szymon Laks –
einem Komponisten, Dirigenten und Schriftsteller, dessen Leben von den
Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und seiner Zeit im Konzentrationslager
Auschwitz geprägt wurde. Obwohl sich sein Schaffen nicht direkt auf seine
Kriegserlebnisse bezieht, zeichnet es sich durch eine außergewöhnliche
Klarheit der Form sowie eine subtile Verbindung der französischen
Tradition mit polnischer melodischer Sensibilität aus. Sein
Klavierquintett ist ein Beispiel für Laks‘ reifen Stil – voller Lyrik,
rhythmischer Energie und raffinierter kammermusikalischer Erzählkunst, in
der jedes Instrument seine eigene, individuelle Stimme behält.
Das Lipiński Quartet ist ein Streichquartett, das der Musikakademie in
Wrocław verbunden ist, deren Namenspatron Karol Lipiński ist – ein
herausragender polnischer Geiger, Komponist und Kammermusiker des 19.
Jahrhunderts, der lange Zeit in Dresden wirkte. Robert Schumann widmete ihm
das Werk „Carneval“, Niccolo Paganni würdigte Lipiński als
„zweitbesten Geiger der Welt“.
Die Musiker*innen des Lipiński Quartet verbindet die Leidenschaft für die
Aufführung von Kammermusik, aber auch eine rege Solist*innen- und
Lehrtätigkeit. Sie sind Preisträger*innen renommierter Wettbewerbe und
nehmen aktiv an zahlreichen internationalen Festivals teil, darunter das
Edinburgh International Festival, der Warschauer Herbst, die „Verrückten
Tage der Musik“, das Vevey Spring Classic, das
Felix-Mendelssohn-Kammermusikfestival in Duszniki sowie Wratislavia
Cantans. Die Musiker*innen sind zudem im renommierten Ensemble NFM
Orkiestra Leopoldinum vereint, das in einer der bedeutendsten Musikstätten
Europas – dem Nationalen Musikforum in Wrocław (Narodowe Forum Muzyczne
Wrocław) – tätig ist.
[caption id="attachment_19868" align="aligncenter" width="700"]
Monika Kruk[/caption]
Die Pianistin Monika Kruk absolvierte die Karol-Lipiński-Musikhochschule
in Wrocław und vertiefte ihre Ausbildung durch das Vokalcoachingprofil.
Sie studierte in der Klavierklasse von Michał Szczepański und Kammermusik
bei Magdalena Blum. Weiterhin absolvierte sie ein Aufbaustudium in
Liedgestaltung in Warschau. Sie erspielte sich zahlreiche Stipendien und
Preise bei Wettbewerben und traf auf Musikerinnen wie Jerzy Marchwiński,
Olga Pasiecznik, Jadwiga Rappé, Stephen Drury, Esther de Bros, Ubaldo
Fabbri und Ronan O’Hora. Mit Aleksandra Kubas-Kruk (Sopran) und Anna
Bernacka (Mezzosopran) wirkte sie an der Ersteinspielung der Lieder von
Mieczysław Weinberg zu Texten von Julian Tuwim und Adam Mickiewicz mit:
„Weinberg (un)discovered“ (DUX, 2023). Diese Aufnahme brachte ihr die
Nominierung für den renommierten polnischen Musikpreis „Fryderyk“ ein.
Mit Michał Marcol (Violine) und Krzysztof Karpeta (Violoncello) spielte
sie als Weltpremiere Kammermusik von Paul Caro ein (SPMK Records, 2023).
Sie konzertiert als Kammermusikerin in Polen wie im Ausland und initiiert
Aufnahmen von Musik zu Texten polnischer Lyriker*innen. Für ihre jüngste
Aufnahme mit Werken polnischer Komponisten für Oboe und Klavier erhielt
sie große Anerkennung in Polen und im Ausland. 2019 erhielt sie ihren
künstlerischen Doktortitel. Sie arbeitet an der
Karol-Lipiński-Musikhochschule in Wrocław in den Bereichen Kammermusik
und Korrepetition.
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig
Info: amuz.wroc.pl/en/academy/ensembles/lipinski-quartetEintritt: freiOrt:
Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
 
 
Foto Lipiński Quartet © Łukasz Rajchert
 
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