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SUMMARY:14. Jabłonowski-Vorlesung: Zwischen Leipzig und Wien
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LOCATION:Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
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DESCRIPTION:Zum Nationalfeiertag der Republik Polen und zum 150. Jahrestag der
Gründung der Leipziger Slavistik
17:30 UhrBegrüßung &amp; Einführung von Bernd Karwen (Polnisches
Institut Berlin – Filiale Leipzig) und Prof. Dr. Miloš Řezník
(Präses der Societas Jablonoviana, Technische Universität Chemnitz)
anschließendVortrag von Prof. Dr. Bogusław Dybaś über Samuel Bogumił
Lindes (1771–1847) Arbeit an seinem Wörterbuch
19:00 UhrVerleihung des Jabłonowski-Preises 2026 an den Historiker und
Ausstellungskurator Dr. Andrzej Hoja für innovative Ausstellungsprojekte
zur deutsch-polnischen Verflechtungsgeschichte im 20. JahrhundertLaudatio:
Prof. Dr. Miłosława Borzyszkowska-Szewczyk (Universität Gdańsk)
[caption id="attachment_20638" align="alignright" width="230"] Samuel
Bogumił Linde[/caption]
Samuel Bogumił Linde wurde 1771 in Toruń als Sohn schwedischstämmiger
Eltern geboren. 1789 ging er zum Studium nach Leipzig, wo er später als
Lektor für Polnisch an der Universität unterrichtete. In Leipzig lernte
Linde im Herbst 1793 polnische Reformpolitiker kennen, die nach der
Niederlage im Krieg gegen Russland 1792 in Sachsen Zuflucht gefunden
hatten. Zu ihnen gehörten Hugo Kołłątaj, Ignacy Potocki und Franciszek
Ksawery Dmochowski. Linde übersetzte die von diesem Kreis verfasste
Schrift „O ustanowieniu i upadku Konstytucji polskiej 3 maja 1791“
unter dem Titel „Vom Entstehen und Untergange der Polnischen Konstitution
vom 3ten May 1791“ ins Deutsche. Die deutsche Ausgabe erschien 1793.
Während seiner Leipziger Jahre fasste Linde vermutlich den Entschluss, ein
umfassendes Wörterbuch der polnischen Sprache zusammenzustellen. Den
größten Teil des Wörterbuchs erarbeitete Linde in Wien, wo er neun Jahre
lang die Bibliothek des polnischen Gelehrten und Sammlers Józef
Maksymilian Ossoliński betreute. Seine Büchersammlung bildete später den
Grundstock des Ossolineums, einer 1817 gegründeten polnischen Bibliotheks-
und Wissenschaftseinrichtung, die zunächst in Lemberg (heute Lwiw,
Ukraine) ihren Sitz hatte und heute in Wrocław ansässig ist. Für sein
Wörterbuch wertete Linde zahlreiche ältere polnische Texte aus und
dokumentierte den historischen Wortschatz anhand umfangreicher Belege. Die
sechs Bände des „Słownik języka polskiego“ erschienen zwischen 1807
und 1814.
Der Historiker Prof. Dr. Bogusław Dybaś ist Professor an der
Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń und zugleich am Institut für
Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften (IH PAN).
Der Historiker Andrzej Hoja promovierte 2014 an der Universität Gdańsk
und arbeitete unter anderem an Museen in Gdańsk und Greifswald. Den
Jabłonowski-Preis erhält er für seine Ausstellungsprojekte zur
deutsch-polnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. An der 2025 in Gdańśk
eröffneten Ausstellung „Unsere Jungs. Einwohner Danzig-Westpreußens in
der Armee des Dritten Reichs“ war er als Kurator beteiligt.
Die Ausstellung untersucht anhand einzelner Lebensgeschichten, unter
welchen Umständen Einwohner Danzig-Westpreußens in die Wehrmacht
gelangten, welche Erfahrungen sie während des Krieges machten und wie nach
1945 mit dieser Vergangenheit umgegangen wurde. In Polen löste die
Ausstellung eine öffentliche Debatte darüber aus, wie diese
Kriegserfahrungen dargestellt werden sollten. Die Laudatio hält Prof. Dr.
Miłosława Borzyszkowska-Szewczyk von der Universität Gdańsk.
Die seit 2013 anlässlich des polnischen Nationalfeiertags veranstaltete
Jabłonowski-Vorlesung erinnert an den polnischen Fürsten und
Wissenschaftsmäzen Józef Aleksander Jabłonowski (1711–1777), der sich
1768 in Leipzig niederließ. Die von ihm initiierte Societas Jablonoviana
nahm 1769 ihre Tätigkeit auf und erhielt 1774 ihre offizielle
Bestätigung. Die Gesellschaft schrieb Wettbewerbe für wissenschaftliche
Arbeiten zur polnischen und slawischen Geschichte sowie zu Mathematik,
Physik und Ökonomie aus. Sie unterstützte zudem die Einrichtung einer
Professur für slawische Sprachen an der Universität Leipzig. Diese wurde
1870 mit August Leskien besetzt. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor
für slawische Philologie im Jahr 1876 bildet den historischen Bezugspunkt
des diesjährigen Jubiläums. Polnisch hatte Linde an der Universität
bereits Ende des 18. Jahrhunderts unterrichtet.
Der Jabłonowski-Preis, dessen Vergabe 1999 wiederaufgenommen wurde, wird
heute alle zwei Jahre verliehen. Seit 2009 stellt die Universität Leipzig
das Preisgeld bereit.
Zur Vortragsreihe:
Die Jabłonowski-Vorlesung wurde 2013 auf Initiative des Polnischen
Instituts Berlin – Filiale Leipzig in Zusammenarbeit mit der Polnischen
Akademie der Wissenschaften (Warschau) und der Societas Jablonoviana e.V.
ins Leben gerufen. Sie findet jährlich am 11. November statt, dem
polnischen Nationalfeiertag anlässlich der Wiedererlangung der
Unabhängigkeit Polens 1918. Im Rahmen der Jabłonowski-Vorlesung werden
die neusten Entwicklungen und Innnovationen in den polnischen Natur- und
Geisteswissenschaften vorgestellt. Sie erinnern an den polnischen Fürsten
und Wissenschaftsmäzen Józef Aleksander Jabłonowski (1711–1777), der
sich 1768 in Leipzig niederließ. Die von ihm initiierte Societas
Jablonoviana nahm 1769 ihre Tätigkeit auf und erhielt 1774 ihre offizielle
Bestätigung. Die Gesellschaft schrieb Wettbewerbe für wissenschaftliche
Arbeiten zur polnischen und slawischen Geschichte sowie zu Mathematik,
Physik und Ökonomie aus. Sie unterstützte zudem die Einrichtung einer
Professur für slawische Sprachen an der Universität Leipzig. Diese wurde
1870 mit August Leskien besetzt. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor
für slawische Philologie im Jahr 1876 bildet den historischen Bezugspunkt
des diesjährigen Jubiläums. Polnisch hatte Linde an der Universität
bereits Ende des 18. Jahrhunderts unterrichtet.
Veranstalter: Societas Jablonoviana e. V. in Kooperation mit dem Polnischen
Institut Berlin – Filiale Leipzig und dem und dem Zentrum für
Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Programmflyer als PDF (600 KB)Info: societas-jablonoviana.euEintritt:
freiOrt: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
 
Titelfoto: Prof. Dr. Bogusław Dybaś © Andrzej Romański
 
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