{"id":29973,"date":"2026-03-26T09:43:37","date_gmt":"2026-03-26T08:43:37","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?p=29973"},"modified":"2026-04-02T14:52:18","modified_gmt":"2026-04-02T12:52:18","slug":"ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/","title":{"rendered":"Ausstellung: Linda Lach. all keys, all times"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"detail_top_part\" class=\"nav_is_fixed\">\n<div id=\"detail_top_part_content\">\n<div id=\"detail_intro_date\" class=\"detail_intro_title regular\"><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Ausstellungsdauer:<\/span> 07.03.2026 &#8211; 10.05.2026 <br \/><span style=\"text-decoration: underline\">Ort:<\/span> Salzburger Kunstverein, Hellbrunner Stra\u00dfe 3, 5020 Salzburg<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"col_container\">\n<div class=\"module module_text \" data-text=\"Enter text here\">\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr manche Betrachter:innen mag all keys, all times\u00a0wie ein Wartezimmer wirken, ein paradigmatischer Ort des zeitlosen Wartens: ein Ort, den man aufgrund von Symptomen betritt, die sich nicht diagnostizieren lassen; ein Ort, an dem man zwischen Daten und Entscheidungen verharrt. Man ist Teil des Systems, zweifellos \u2013 und doch nicht auf sein Tempo eingestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0Die Ausstellung basiert auf Oberfl\u00e4chen, die sich als sauber pr\u00e4sentieren, und auf Objekten, die Mikrounterbrechungen in der glatten Oberfl\u00e4che der Neutralit\u00e4t markieren, w\u00e4hrend sie zu banal erscheinen, um eine Bedeutung zu haben. Wir finden uns innerhalb eines Systems wieder, dessen Mechanismen vertraut, beinahe intim sind, sich jedoch nur schwer benennen lassen.<em>\u00a0all keys, all times<\/em>\u00a0inszeniert eine kontrollierte Umgebung \u2013 vielleicht im ersten Eindruck sogar minimalistisch \u2013 und erlaubt zugleich, dass sich kleine St\u00f6rungen ansammeln und verbreiten. Ein abgeh\u00e4ngtes Deckenelement, als selbsttragende Struktur innerhalb der Ausstellungsarchitektur, markiert den Raum. Der straff gespannte milchige Latex suggeriert zugleich Schutz und Einschr\u00e4nkung: eine Oberfl\u00e4che, die gl\u00e4ttet, versiegelt oder h\u00e4lt, w\u00e4hrend skulpturale Elemente im Raum das Raster st\u00f6ren.<br \/><br \/>Die Ausstellung entlehnt ihre konzeptuelle Spannung aus Systemen, die Universalit\u00e4t zu einem bestimmten Preis versprechen. Lach bezieht sich auf die Idee der \u201eall keys\u201c als einen Zustand, in dem Kompatibilit\u00e4t durch Vereinheitlichung erreicht wird\u00a0 \u2013 wo alles ausgew\u00e4hlt oder abgerufen werden kann, jedoch nur auf Kosten der Unterschiedlichkeit. In diesem Sinne widmet sich die Ausstellung der Politik der Standardisierung: der Art und Weise, wie Modularit\u00e4t und nahtloses Design zu emotionalen und historischen Technologien werden k\u00f6nnen. Die Formen im Raum befinden sich in einem eigent\u00fcmlichen Zustand: schwebend, vertraut und leicht verstimmt. Die Betrachter:innen sind eingeladen zu sp\u00fcren, wie Stillstand entsteht, wie Warten zur Struktur wird und wie sich die Gegenwart als dauerhaft anf\u00fchlen kann.<br \/><br \/>Unter der Latexdecke liegt eine gro\u00dfformatige skulpturale Form, die an eine Anzeigetafel erinnert \u2013 als w\u00e4re sie aus gro\u00dfer H\u00f6he herabgest\u00fcrzt. Sie wirkt wie ein Monument und gleichzeitig wie ein Tr\u00fcmmerhaufen. In der N\u00e4he zeigt ein kleines Video, kaum gr\u00f6\u00dfer als eine Briefmarke, eine Person, die in einem \u00fcberf\u00fcllten Raum steht. Die Person f\u00fchrt eine einfache, fast kindliche Geste aus: Sie bewegt den Arm, als w\u00fcrde sie eine Gl\u00fchbirne einschrauben. Jedes Element der Ausstellung tr\u00e4gt in sich die Spuren davon, wie, wo und unter welchen Bedingungen es entstehen konnte. In diesem Sinne ist Neutralit\u00e4t hier dicht angef\u00fcllt mit unausgesprochenen Bedingungen.<br \/><br \/>Eine der konzeptionellen Referenzen dieser Ausstellung ist die eigent\u00fcmliche Logik der Gleichschaltung, die dem als Werckmeister-Temperatur (1) bekannten Stimmungssystem zugrunde liegt, und ihr filmisches Weiterleben in\u00a0<em>Werckmeister Harmonies<\/em>\u00a0von B\u00e9la Tarr (2). In Werckmeisters musikalischem System erm\u00f6glichen zw\u00f6lf Tasten pro Oktave das Spielen in allen Tonarten, allerdings um den Preis des Verlusts der \u201enat\u00fcrlichen\u201c Harmonie. Alles wird spielbar, doch nichts klingt mehr vollkommen rein. Lach interpretiert dies als Metapher f\u00fcr die heutige Existenz, in der maximale Kompatibilit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird. In der Ausstellung erscheint diese Nivellierung als Gl\u00e4tte, als tonale Gleichm\u00e4\u00dfigkeit, die Formen der Transzendenz aush\u00f6hlt, ohne sie jedoch v\u00f6llig zu neutralisieren.<br \/><br \/>Ein Schl\u00fcssel verspricht eine \u201eStimmung\u201c, ein System, einen Weg hindurch; aber in einer Welt, die durch sich wiederholende Schnittstellen, standardisierte Optionen und vorgegebene Auswahlm\u00f6glichkeiten strukturiert ist, bedeutet Vervielf\u00e4ltigung nicht zwangsl\u00e4ufig Unterschiedlichkeit. Was wie ein unbegrenzter Zugang aussieht, kann zu einer weiteren Form der Eingrenzung werden. Lach nimmt diesen Zustand zugleich zum Thema und zum Material ihrer Ausstellung: eine abgeflachte Wirkung der Zeit, die sich weniger vorw\u00e4rtsbewegt als vielmehr zirkuliert.\u00a0<em>all keys, all times<\/em>\u00a0l\u00e4dt die Besucher:innen in eine Umgebung ein, in der das Versprechen des Schl\u00fcssels kompliziert ist: wo Zugang keinen Durchgang garantiert und wo \u201ealle Zeiten\u201c sowohl f\u00fcr Dauerhaftigkeit als auch f\u00fcr eine Schleife steht.<br \/><br \/><em>Kuratiert von Mirela Baciak.<\/em><br \/><em>In Auftrag gegeben und produziert vom Salzburger Kunstverein.<\/em><br \/><br \/><br \/>(1) Die Werckmeister-Temperatur bezeichnet ein musikalisches Stimmungssystem, das vom deutschen Organisten und Musiktheoretiker Andreas Werckmeister im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert entwickelt wurde. Als Kompromiss zwischen reiner (nat\u00fcrlicher) Stimmung und vollst\u00e4ndiger tonaler Flexibilit\u00e4t unterteilt das System die Oktave in zw\u00f6lf Tasten, die eine Modulation \u00fcber Tonarten hinweg auf Kosten der harmonischen Reinheit erm\u00f6glichen. Historisch gesehen wird die Werckmeister-Stimmung mit der Standardisierung westlicher Musiksysteme in Verbindung gebracht und oft als fr\u00fches Modell der Gleichschaltung angesehen, bei dem Universalit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird.<br \/><br \/>(2)\u00a0<em>Werckmeister Harmonies<\/em>\u00a0(2000) ist ein Film des ungarischen Regisseurs B\u00e9la Tarr, der lose auf L\u00e1szl\u00f3 Krasznahorkais Roman\u00a0<em>Die Melancholie des Widerstands\u00a0<\/em>basiert. Der Film spielt in einer Provinzstadt, die kurz vor dem Zusammenbruch steht, und nutzt extreme Dauer, Wiederholungen und tonale Neutralit\u00e4t, um ein Gef\u00fchl historischer Stagnation und existenzieller Schwebe zu erzeugen. Das Konzept der \u201eWerckmeister-Harmonie\u201c fungiert weniger als musikalischer Bezugspunkt, sondern vielmehr als Metapher f\u00fcr eine Welt, die durch erzwungenes Gleichgewicht im Gleichgewicht gehalten wird; in der Bewegung m\u00f6glich ist, aber Ver\u00e4nderungen blockiert bleiben.<br \/><br \/><em><u>Linda Lach<\/u>\u00a0(*1995, Warschau, PL) untersucht in ihrer k\u00fcnstlerischen Praxis Themen wie wiederkehrende \u00dcbertragungen und Intimit\u00e4t durch performative Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten und Poesie, wobei sie Materialien wie Holz, Leder, Baumwolle, Plastik und menschliche Milch einsetzt. Ihre materiellen Gesten erweitern die Pr\u00e4senz und die soziale Funktion von Skulptur und Performance, indem sie sich auf Atemporali\u00e4t, Selbstausbeutung und Akte der Brutalit\u00e4t konzentrieren, die jenseits unserer Kategorien von sicher und bedrohlich existieren. Angesichts der aktuellen politischen Gef\u00e4hrdung Osteuropas navigiert Lach in ihrer Praxis \u00fcber die Oberfl\u00e4che der fortlaufenden symbolischen Aufl\u00f6sung und besch\u00e4ftigt sich mit der unvermeidlichen reaktion\u00e4ren Reterritorialisierung unserer Realit\u00e4t.<\/em><br \/><br \/><br \/><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung von Linda Lach wird mit Unterst\u00fctzung des <a href=\"https:\/\/iam.pl\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adam Mickiewicz Institute<\/a>\u00a0und des\u00a0<a href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polnischen Instituts Wien<\/a>\u00a0realisiert.<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellungsdauer: 07.03.2026 &#8211; 10.05.2026 Ort: Salzburger Kunstverein, Hellbrunner Stra\u00dfe 3, 5020 Salzburg F\u00fcr manche Betrachter:innen mag all keys, all times\u00a0wie ein Wartezimmer wirken, ein paradigmatischer Ort des zeitlosen Wartens: ein Ort, den man aufgrund von Symptomen betritt, die sich nicht diagnostizieren lassen; ein Ort, an dem man zwischen Daten und Entscheidungen verharrt. 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Der straff gespannte milchige Latex suggeriert zugleich Schutz und Einschr\u00e4nkung: eine Oberfl\u00e4che, die gl\u00e4ttet, versiegelt oder h\u00e4lt, w\u00e4hrend skulpturale Elemente im Raum das Raster st\u00f6ren.Die Ausstellung entlehnt ihre konzeptuelle Spannung aus Systemen, die Universalit\u00e4t zu einem bestimmten Preis versprechen. Lach bezieht sich auf die Idee der \u201eall keys\u201c als einen Zustand, in dem Kompatibilit\u00e4t durch Vereinheitlichung erreicht wird\u00a0 \u2013 wo alles ausgew\u00e4hlt oder abgerufen werden kann, jedoch nur auf Kosten der Unterschiedlichkeit. In diesem Sinne widmet sich die Ausstellung der Politik der Standardisierung: der Art und Weise, wie Modularit\u00e4t und nahtloses Design zu emotionalen und historischen Technologien werden k\u00f6nnen. Die Formen im Raum befinden sich in einem eigent\u00fcmlichen Zustand: schwebend, vertraut und leicht verstimmt. 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In diesem Sinne ist Neutralit\u00e4t hier dicht angef\u00fcllt mit unausgesprochenen Bedingungen.Eine der konzeptionellen Referenzen dieser Ausstellung ist die eigent\u00fcmliche Logik der Gleichschaltung, die dem als Werckmeister-Temperatur (1) bekannten Stimmungssystem zugrunde liegt, und ihr filmisches Weiterleben in\u00a0Werckmeister Harmonies\u00a0von B\u00e9la Tarr (2). In Werckmeisters musikalischem System erm\u00f6glichen zw\u00f6lf Tasten pro Oktave das Spielen in allen Tonarten, allerdings um den Preis des Verlusts der \u201enat\u00fcrlichen\u201c Harmonie. Alles wird spielbar, doch nichts klingt mehr vollkommen rein. Lach interpretiert dies als Metapher f\u00fcr die heutige Existenz, in der maximale Kompatibilit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird. 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Lach nimmt diesen Zustand zugleich zum Thema und zum Material ihrer Ausstellung: eine abgeflachte Wirkung der Zeit, die sich weniger vorw\u00e4rtsbewegt als vielmehr zirkuliert.\u00a0all keys, all times\u00a0l\u00e4dt die Besucher:innen in eine Umgebung ein, in der das Versprechen des Schl\u00fcssels kompliziert ist: wo Zugang keinen Durchgang garantiert und wo \u201ealle Zeiten\u201c sowohl f\u00fcr Dauerhaftigkeit als auch f\u00fcr eine Schleife steht.Kuratiert von Mirela Baciak.In Auftrag gegeben und produziert vom Salzburger Kunstverein.(1) Die Werckmeister-Temperatur bezeichnet ein musikalisches Stimmungssystem, das vom deutschen Organisten und Musiktheoretiker Andreas Werckmeister im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert entwickelt wurde. Als Kompromiss zwischen reiner (nat\u00fcrlicher) Stimmung und vollst\u00e4ndiger tonaler Flexibilit\u00e4t unterteilt das System die Oktave in zw\u00f6lf Tasten, die eine Modulation \u00fcber Tonarten hinweg auf Kosten der harmonischen Reinheit erm\u00f6glichen. Historisch gesehen wird die Werckmeister-Stimmung mit der Standardisierung westlicher Musiksysteme in Verbindung gebracht und oft als fr\u00fches Modell der Gleichschaltung angesehen, bei dem Universalit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird.(2)\u00a0Werckmeister Harmonies\u00a0(2000) ist ein Film des ungarischen Regisseurs B\u00e9la Tarr, der lose auf L\u00e1szl\u00f3 Krasznahorkais Roman\u00a0Die Melancholie des Widerstands\u00a0basiert. Der Film spielt in einer Provinzstadt, die kurz vor dem Zusammenbruch steht, und nutzt extreme Dauer, Wiederholungen und tonale Neutralit\u00e4t, um ein Gef\u00fchl historischer Stagnation und existenzieller Schwebe zu erzeugen. Das Konzept der \u201eWerckmeister-Harmonie\u201c fungiert weniger als musikalischer Bezugspunkt, sondern vielmehr als Metapher f\u00fcr eine Welt, die durch erzwungenes Gleichgewicht im Gleichgewicht gehalten wird; in der Bewegung m\u00f6glich ist, aber Ver\u00e4nderungen blockiert bleiben.Linda Lach\u00a0(*1995, Warschau, PL) untersucht in ihrer k\u00fcnstlerischen Praxis Themen wie wiederkehrende \u00dcbertragungen und Intimit\u00e4t durch performative Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten und Poesie, wobei sie Materialien wie Holz, Leder, Baumwolle, Plastik und menschliche Milch einsetzt. Ihre materiellen Gesten erweitern die Pr\u00e4senz und die soziale Funktion von Skulptur und Performance, indem sie sich auf Atemporali\u00e4t, Selbstausbeutung und Akte der Brutalit\u00e4t konzentrieren, die jenseits unserer Kategorien von sicher und bedrohlich existieren. Angesichts der aktuellen politischen Gef\u00e4hrdung Osteuropas navigiert Lach in ihrer Praxis \u00fcber die Oberfl\u00e4che der fortlaufenden symbolischen Aufl\u00f6sung und besch\u00e4ftigt sich mit der unvermeidlichen reaktion\u00e4ren Reterritorialisierung unserer Realit\u00e4t.\\nDie Ausstellung von Linda Lach wird mit Unterst\u00fctzung des Adam Mickiewicz Institute\u00a0und des\u00a0Polnischen Instituts Wien\u00a0realisiert.\"},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/03\/643349921_1297549955526080_6578848018205375822_n-e1772527358644.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/03\/643349921_1297549955526080_6578848018205375822_n-e1772527358644.jpg\",\"width\":1620,\"height\":1270},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/pl\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Ausstellung: Linda Lach. all keys, all times\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/\",\"name\":\"Instytut Polski w Wiedniu\",\"description\":\"Instytuty Polskie\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"pl-PL\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/8d5323f296dd37d9db688cda4648396e\",\"name\":\"madanya\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/61b0eec0056672c478378dcc8a9e8e56?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/61b0eec0056672c478378dcc8a9e8e56?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"madanya\"},\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/author\/madanya\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Ausstellung: Linda Lach. all keys, all times - Instytut Polski w Wiedniu","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/","og_locale":"pl_PL","og_type":"article","og_title":"Ausstellung: Linda Lach. all keys, all times - Instytut Polski w Wiedniu","og_description":"Ausstellungsdauer: 07.03.2026 &#8211; 10.05.2026 Ort: Salzburger Kunstverein, Hellbrunner Stra\u00dfe 3, 5020 Salzburg F\u00fcr manche Betrachter:innen mag all keys, all times\u00a0wie ein Wartezimmer wirken, ein paradigmatischer Ort des zeitlosen Wartens: ein Ort, den man aufgrund von Symptomen betritt, die sich nicht diagnostizieren lassen; ein Ort, an dem man zwischen Daten und Entscheidungen verharrt. 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Man ist Teil des Systems, zweifellos \u2013 und doch nicht auf sein Tempo eingestimmt.\n\u00a0Die Ausstellung basiert auf Oberfl\u00e4chen, die sich als sauber pr\u00e4sentieren, und auf Objekten, die Mikrounterbrechungen in der glatten Oberfl\u00e4che der Neutralit\u00e4t markieren, w\u00e4hrend sie zu banal erscheinen, um eine Bedeutung zu haben. Wir finden uns innerhalb eines Systems wieder, dessen Mechanismen vertraut, beinahe intim sind, sich jedoch nur schwer benennen lassen.\u00a0all keys, all times\u00a0inszeniert eine kontrollierte Umgebung \u2013 vielleicht im ersten Eindruck sogar minimalistisch \u2013 und erlaubt zugleich, dass sich kleine St\u00f6rungen ansammeln und verbreiten. Ein abgeh\u00e4ngtes Deckenelement, als selbsttragende Struktur innerhalb der Ausstellungsarchitektur, markiert den Raum. Der straff gespannte milchige Latex suggeriert zugleich Schutz und Einschr\u00e4nkung: eine Oberfl\u00e4che, die gl\u00e4ttet, versiegelt oder h\u00e4lt, w\u00e4hrend skulpturale Elemente im Raum das Raster st\u00f6ren.Die Ausstellung entlehnt ihre konzeptuelle Spannung aus Systemen, die Universalit\u00e4t zu einem bestimmten Preis versprechen. Lach bezieht sich auf die Idee der \u201eall keys\u201c als einen Zustand, in dem Kompatibilit\u00e4t durch Vereinheitlichung erreicht wird\u00a0 \u2013 wo alles ausgew\u00e4hlt oder abgerufen werden kann, jedoch nur auf Kosten der Unterschiedlichkeit. In diesem Sinne widmet sich die Ausstellung der Politik der Standardisierung: der Art und Weise, wie Modularit\u00e4t und nahtloses Design zu emotionalen und historischen Technologien werden k\u00f6nnen. Die Formen im Raum befinden sich in einem eigent\u00fcmlichen Zustand: schwebend, vertraut und leicht verstimmt. Die Betrachter:innen sind eingeladen zu sp\u00fcren, wie Stillstand entsteht, wie Warten zur Struktur wird und wie sich die Gegenwart als dauerhaft anf\u00fchlen kann.Unter der Latexdecke liegt eine gro\u00dfformatige skulpturale Form, die an eine Anzeigetafel erinnert \u2013 als w\u00e4re sie aus gro\u00dfer H\u00f6he herabgest\u00fcrzt. Sie wirkt wie ein Monument und gleichzeitig wie ein Tr\u00fcmmerhaufen. In der N\u00e4he zeigt ein kleines Video, kaum gr\u00f6\u00dfer als eine Briefmarke, eine Person, die in einem \u00fcberf\u00fcllten Raum steht. Die Person f\u00fchrt eine einfache, fast kindliche Geste aus: Sie bewegt den Arm, als w\u00fcrde sie eine Gl\u00fchbirne einschrauben. Jedes Element der Ausstellung tr\u00e4gt in sich die Spuren davon, wie, wo und unter welchen Bedingungen es entstehen konnte. In diesem Sinne ist Neutralit\u00e4t hier dicht angef\u00fcllt mit unausgesprochenen Bedingungen.Eine der konzeptionellen Referenzen dieser Ausstellung ist die eigent\u00fcmliche Logik der Gleichschaltung, die dem als Werckmeister-Temperatur (1) bekannten Stimmungssystem zugrunde liegt, und ihr filmisches Weiterleben in\u00a0Werckmeister Harmonies\u00a0von B\u00e9la Tarr (2). In Werckmeisters musikalischem System erm\u00f6glichen zw\u00f6lf Tasten pro Oktave das Spielen in allen Tonarten, allerdings um den Preis des Verlusts der \u201enat\u00fcrlichen\u201c Harmonie. Alles wird spielbar, doch nichts klingt mehr vollkommen rein. Lach interpretiert dies als Metapher f\u00fcr die heutige Existenz, in der maximale Kompatibilit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird. In der Ausstellung erscheint diese Nivellierung als Gl\u00e4tte, als tonale Gleichm\u00e4\u00dfigkeit, die Formen der Transzendenz aush\u00f6hlt, ohne sie jedoch v\u00f6llig zu neutralisieren.Ein Schl\u00fcssel verspricht eine \u201eStimmung\u201c, ein System, einen Weg hindurch; aber in einer Welt, die durch sich wiederholende Schnittstellen, standardisierte Optionen und vorgegebene Auswahlm\u00f6glichkeiten strukturiert ist, bedeutet Vervielf\u00e4ltigung nicht zwangsl\u00e4ufig Unterschiedlichkeit. Was wie ein unbegrenzter Zugang aussieht, kann zu einer weiteren Form der Eingrenzung werden. Lach nimmt diesen Zustand zugleich zum Thema und zum Material ihrer Ausstellung: eine abgeflachte Wirkung der Zeit, die sich weniger vorw\u00e4rtsbewegt als vielmehr zirkuliert.\u00a0all keys, all times\u00a0l\u00e4dt die Besucher:innen in eine Umgebung ein, in der das Versprechen des Schl\u00fcssels kompliziert ist: wo Zugang keinen Durchgang garantiert und wo \u201ealle Zeiten\u201c sowohl f\u00fcr Dauerhaftigkeit als auch f\u00fcr eine Schleife steht.Kuratiert von Mirela Baciak.In Auftrag gegeben und produziert vom Salzburger Kunstverein.(1) Die Werckmeister-Temperatur bezeichnet ein musikalisches Stimmungssystem, das vom deutschen Organisten und Musiktheoretiker Andreas Werckmeister im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert entwickelt wurde. Als Kompromiss zwischen reiner (nat\u00fcrlicher) Stimmung und vollst\u00e4ndiger tonaler Flexibilit\u00e4t unterteilt das System die Oktave in zw\u00f6lf Tasten, die eine Modulation \u00fcber Tonarten hinweg auf Kosten der harmonischen Reinheit erm\u00f6glichen. Historisch gesehen wird die Werckmeister-Stimmung mit der Standardisierung westlicher Musiksysteme in Verbindung gebracht und oft als fr\u00fches Modell der Gleichschaltung angesehen, bei dem Universalit\u00e4t durch die Nivellierung von Unterschieden erreicht wird.(2)\u00a0Werckmeister Harmonies\u00a0(2000) ist ein Film des ungarischen Regisseurs B\u00e9la Tarr, der lose auf L\u00e1szl\u00f3 Krasznahorkais Roman\u00a0Die Melancholie des Widerstands\u00a0basiert. Der Film spielt in einer Provinzstadt, die kurz vor dem Zusammenbruch steht, und nutzt extreme Dauer, Wiederholungen und tonale Neutralit\u00e4t, um ein Gef\u00fchl historischer Stagnation und existenzieller Schwebe zu erzeugen. Das Konzept der \u201eWerckmeister-Harmonie\u201c fungiert weniger als musikalischer Bezugspunkt, sondern vielmehr als Metapher f\u00fcr eine Welt, die durch erzwungenes Gleichgewicht im Gleichgewicht gehalten wird; in der Bewegung m\u00f6glich ist, aber Ver\u00e4nderungen blockiert bleiben.Linda Lach\u00a0(*1995, Warschau, PL) untersucht in ihrer k\u00fcnstlerischen Praxis Themen wie wiederkehrende \u00dcbertragungen und Intimit\u00e4t durch performative Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten und Poesie, wobei sie Materialien wie Holz, Leder, Baumwolle, Plastik und menschliche Milch einsetzt. Ihre materiellen Gesten erweitern die Pr\u00e4senz und die soziale Funktion von Skulptur und Performance, indem sie sich auf Atemporali\u00e4t, Selbstausbeutung und Akte der Brutalit\u00e4t konzentrieren, die jenseits unserer Kategorien von sicher und bedrohlich existieren. Angesichts der aktuellen politischen Gef\u00e4hrdung Osteuropas navigiert Lach in ihrer Praxis \u00fcber die Oberfl\u00e4che der fortlaufenden symbolischen Aufl\u00f6sung und besch\u00e4ftigt sich mit der unvermeidlichen reaktion\u00e4ren Reterritorialisierung unserer Realit\u00e4t.\nDie Ausstellung von Linda Lach wird mit Unterst\u00fctzung des Adam Mickiewicz Institute\u00a0und des\u00a0Polnischen Instituts Wien\u00a0realisiert."},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/03\/643349921_1297549955526080_6578848018205375822_n-e1772527358644.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/03\/643349921_1297549955526080_6578848018205375822_n-e1772527358644.jpg","width":1620,"height":1270},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2026\/03\/26\/ausstellung-linda-lach-all-keys-all-times\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/pl\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Ausstellung: Linda Lach. all keys, all times"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/","name":"Instytut Polski w Wiedniu","description":"Instytuty Polskie","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"pl-PL"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/8d5323f296dd37d9db688cda4648396e","name":"madanya","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/61b0eec0056672c478378dcc8a9e8e56?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/61b0eec0056672c478378dcc8a9e8e56?s=96&d=mm&r=g","caption":"madanya"},"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/author\/madanya\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/users\/154"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29973"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30103,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29973\/revisions\/30103"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29973"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}