{"id":5712,"date":"2020-10-16T15:22:05","date_gmt":"2020-10-16T13:22:05","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?p=5712"},"modified":"2020-11-16T16:17:43","modified_gmt":"2020-11-16T15:17:43","slug":"busek-mit-johannes-paul-ii-barrieren-in-mitteleuropa-uberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/10\/16\/busek-mit-johannes-paul-ii-barrieren-in-mitteleuropa-uberwinden\/","title":{"rendered":"Busek: Mit Johannes Paul II. Barrieren in Mitteleuropa \u00fcberwinden"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;F\u00fcr den friedlichen Fall des 'Eisernen Vorhangs&#8217; war ein geistiger Prozess ausschlaggebend, f\u00fcr den Papst Johannes Paul II. ungeheuer wichtig war und dessen Rolle noch lange nicht wissenschaftlich aufgearbeitet ist.&#8221; &#8211; Diese These stellte Ex-Vizekanzler Erhard Busek in das Zentrum seiner Rede \u00fcber &#8222;Johannes Paul II. und Mitteleuropa&#8221;, die er am Donnerstagabend im Polnischen Institut in Wien hielt. Dass dieser Papst bleibende geistliche und politische Impulse gegeben hat, war Grundtenor einer anschlie\u00dfenden Expertendebatte mit dem tschechischen Bischof Tomas Holub, Prof. Jan Machniak aus Krakau, dem Generalsekret\u00e4r der Ungarischen Bischofskonferenz, Tamas Toth, dem slowakischen Priester Pavel Povazan und dem Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz, Prof. Wolfgang Buchm\u00fcller.<br \/><br \/>Busek, der schon als Wiener Vizeb\u00fcrgermeister lange vor der Wende im Jahr 1989 pers\u00f6nliche Kontakte mit Dissidenten, katholischen Intellektuellen und Menschenrechtsaktivisten aufgebaut hatte, berichtete davon, dass Johannes Paul II. den Ansto\u00df f\u00fcr das 1982 in Wien gegr\u00fcndete Institut f\u00fcr die Wissenschaften vom Menschen (IWM) gegeben hatte: &#8222;Ich erhielt von Johannes Paul II. einen Brief mit dem ausdr\u00fccklichen Ersuchen, daf\u00fcr zu sorgen, dass in Wien ein Institut f\u00fcr Philosophen, Soziologen und Theologen aus dem mitteleurop\u00e4ischen Raum geschaffen werden soll. Und mit diesem Brief ging ich zum damaligen Wiener B\u00fcrgermeister Leopold Gratz, der daf\u00fcr 1 Mio. Schilling bereitstellte&#8221;, so der Vorsitzende des IWM-Kuratoriums.<br \/><br \/>Mit dieser Initiative aber auch bei den &#8222;legend\u00e4ren Castel Gandolfo-Gespr\u00e4chen&#8221; habe sich der Papst als ein interessiert Zuh\u00f6render und an einem offenen, pluralistischen Dialog Interessierter gezeigt. &#8222;Johannes Paul II. wollte ein Europa, das mit den beiden Lungenfl\u00fcgeln in Ost und West atmet, leider haben wir uns in den letzten Jahren voneinander entfernt&#8221;, konstatierte Busek und empfahl: &#8222;Die Erinnerung an Johannes Paul II. soll uns helfen, einander wieder n\u00e4herzukommen.&#8221;<br \/><br \/>Barrieren \u00fcberwinden<br \/><br \/>&#8222;Spannungen und Spaltungen sind wieder gr\u00f6\u00dfer geworden, aber weniger zwischen den Nationen, sondern vielmehr innerhalb der Staaten und auch in der Kirche&#8221;, unterstrich Bischof Holub. Das Gegenmittel k\u00f6nne nur ein Dialog sein, der von der Bereitschaft zum Zuh\u00f6ren und der \u00dcberzeugung, dass der andere mich bereichern kann, getragen sein m\u00fcsse. Dazu seien &#8222;pers\u00f6nliche Begegnungen unentbehrlich&#8221; erg\u00e4nzte der ungarische Kirchenhistoriker Toth. Dialog, Begegnung und ein positives Interesse am konkreten Menschen habe gerade Johannes Paul II. ausgezeichnet, hielten die Diskutanten unisono fest, die diese Haltung des Papstes bei pers\u00f6nlichen Zusammentreffen mehrfach erleben konnten.<br \/><br \/>F\u00fcr die \u00dcberwindung bestehender Barrieren in Europa sei auch das gemeinsame Beten und Feiern des Glaubens wichtig, betonten die Geistlichen aus den f\u00fcnf L\u00e4ndern Mitteleuropas und verwiesen auf die verschiedenen Papstbesuche. So sei etwa der Mitteleurop\u00e4ische Katholikentag 2004 in Mariazell ganz nach dem Wunsch von Papst Johannes Paul II. gewesen, f\u00fchrte Prof. Buchm\u00fcller aus. Damals sei deutlich geworden, dass die Gl\u00e4ubigen aus den acht teilnehmenden L\u00e4ndern dieselben christlichen Wurzeln haben. &#8222;Europa w\u00fcrde es nicht schaden, etwas christlicher und solidarischer zu sein, auch und gerade zu Fl\u00fcchtlingen&#8221;, so der Zisterzienser. Dass der christliche Glaube eine verbindende Kraft in Europa ist, bekr\u00e4ftigte auch Prof. Machniak aus Krakau: Es gelte Christus und die christlichen Werte im Blick zu behalten, &#8222;darauf kann man weiterbauen in Europa&#8221;.<br \/><br \/>&#8222;F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!&#8221;<br \/><br \/>Und was w\u00fcrde Johannes Paul II. heute bei einem Besuch in den L\u00e4ndern Mitteleuropas sagen? &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!&#8221; Das w\u00e4re wohl das Erste, so der erst k\u00fcrzlich von dieser Krankheit genesene Bischof von Pilsen, Holub. &#8222;Er w\u00fcrde auch die verloren gegangene Solidarit\u00e4t thematisieren und mutig \u00fcber Sexualit\u00e4t sprechen, freilich im Wissen um die damit verbundenen Schwierigkeiten.&#8221;<br \/><br \/>&#8222;Den Ungarn w\u00fcrde der Papst sowie 1991 in Erinnerung rufen, dass wir gemeinsam frei sein k\u00f6nnen und dass wir den Dialog in Ungarn und dar\u00fcber hinaus brauchen, damit wir einander besser verstehen k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rte der Generalsekret\u00e4r des ungarischen Episkopats, Toth. \u00c4hnlich sah das auch der aus der Slowakei stammende und seit 2001 als Pfarrer in der Erzdi\u00f6zese Wien wirkende Povasan: &#8222;Johannes Paul II. w\u00fcrde den Slowaken zuh\u00f6ren und fragen: Was braucht ihr?&#8221;<br \/><br \/>Christliches Menschenbild<br \/><br \/>F\u00fcr den Lehrstuhlinhaber f\u00fcr spirituelle Theologie an der P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t in Krakau w\u00fcrde der Papst jene Frage ins Zentrum stellen, die auch schon den jungen Karol Wojtyla in seinen Gedichten und Theaterst\u00fccken besch\u00e4ftigt habe: &#8222;Wer ist der Mensch?&#8221; Machniak weiter: &#8222;Eine christliche Anthropologie, die den Menschen als Abbild und Gesch\u00f6pf Gottes, als Mann und Frau begreift&#8221;, das sei das gro\u00dfe Thema des Papstes aus Polen gewesen, dass er auch heute seinen Landsleuten nahebringen w\u00fcrde. Und auf Basis dieser Anthropologie w\u00fcrde Johannes Paul II. gegenw\u00e4rtige Ideologien genauso kritisieren, wie er es zu Lebzeiten mit totalit\u00e4ren Systemen gemacht habe.<br \/><br \/>Johannes Paul II. w\u00fcrde mit einer &#8222;positiven Botschaft in dreifacher Weise&#8221; die Menschen von heute ansprechen, so der Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz: &#8222;Gott liebt jeden Menschen, und der Mensch ist zu Liebe berufen, die Sinn stiftet&#8221;, das w\u00e4re seine religi\u00f6se Botschaft. Ethisch w\u00fcrde der Papst f\u00fcr eine &#8222;Kultur des Lebens&#8221; nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Debatte um die Sterbehilfe eintreten, und politisch w\u00fcrde er Europa Mut machen zu einem Mehr an Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarit\u00e4t und Menschenrechten. \u00d6sterreich w\u00fcrde er dabei in die Pflicht nehmen, &#8222;eine Br\u00fccke zu sein&#8221;, so Buchm\u00fcller.<br \/><br \/>Er\u00f6ffnet wurde der Abend vom Direktor des Polnischen Instituts, Rafal Sobczak, der auf die historische Rolle von Papst Johannes Paul II. zur friedlichen Wende 1989 in Europa einging. &#8222;Der Papst des 20. Jahrhunderts&#8221; habe nicht nur die Gr\u00fcndung der polnischen Solidarnosc unterst\u00fctzt, sondern auch das &#8222;Paneurop\u00e4ische Picknick&#8221; im Sommer 1989 an der \u00f6sterreichisch-ungarischen Grenze, das den Eisernen Vorhang l\u00f6chrig machte, bis hin zur &#8222;Samtenen Revolution&#8221; in Tschechien und zur &#8222;Singenden Revolution&#8221; im Baltikum.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.kathpress.at\/goto\/meldung\/1944404\/busek-mit-johannes-paul-ii.-barrieren-in-mitteleuropa-ueberwinden\">Kathpress Austria<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5715\" data-link=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?attachment_id=5715\" class=\"wp-image-5715\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-3-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5714\" data-link=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?attachment_id=5714\" class=\"wp-image-5714\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-2-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"585\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-1024x585.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5716\" data-link=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?attachment_id=5716\" class=\"wp-image-5716\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-1024x585.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-300x171.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-768x439.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-1536x877.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-4-2048x1169.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5718\" data-full-url=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?attachment_id=5718\" class=\"wp-image-5718\" srcset=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/Instytut-Polski-1-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;F\u00fcr den friedlichen Fall des 'Eisernen Vorhangs&#8217; 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Und mit diesem Brief ging ich zum damaligen Wiener B\u00fcrgermeister Leopold Gratz, der daf\u00fcr 1 Mio. Schilling bereitstellte\\\", so der Vorsitzende des IWM-Kuratoriums.Mit dieser Initiative aber auch bei den \\\"legend\u00e4ren Castel Gandolfo-Gespr\u00e4chen\\\" habe sich der Papst als ein interessiert Zuh\u00f6render und an einem offenen, pluralistischen Dialog Interessierter gezeigt. \\\"Johannes Paul II. wollte ein Europa, das mit den beiden Lungenfl\u00fcgeln in Ost und West atmet, leider haben wir uns in den letzten Jahren voneinander entfernt\\\", konstatierte Busek und empfahl: \\\"Die Erinnerung an Johannes Paul II. soll uns helfen, einander wieder n\u00e4herzukommen.\\\"Barrieren \u00fcberwinden\\\"Spannungen und Spaltungen sind wieder gr\u00f6\u00dfer geworden, aber weniger zwischen den Nationen, sondern vielmehr innerhalb der Staaten und auch in der Kirche\\\", unterstrich Bischof Holub. Das Gegenmittel k\u00f6nne nur ein Dialog sein, der von der Bereitschaft zum Zuh\u00f6ren und der \u00dcberzeugung, dass der andere mich bereichern kann, getragen sein m\u00fcsse. Dazu seien \\\"pers\u00f6nliche Begegnungen unentbehrlich\\\" erg\u00e4nzte der ungarische Kirchenhistoriker Toth. Dialog, Begegnung und ein positives Interesse am konkreten Menschen habe gerade Johannes Paul II. ausgezeichnet, hielten die Diskutanten unisono fest, die diese Haltung des Papstes bei pers\u00f6nlichen Zusammentreffen mehrfach erleben konnten.F\u00fcr die \u00dcberwindung bestehender Barrieren in Europa sei auch das gemeinsame Beten und Feiern des Glaubens wichtig, betonten die Geistlichen aus den f\u00fcnf L\u00e4ndern Mitteleuropas und verwiesen auf die verschiedenen Papstbesuche. So sei etwa der Mitteleurop\u00e4ische Katholikentag 2004 in Mariazell ganz nach dem Wunsch von Papst Johannes Paul II. gewesen, f\u00fchrte Prof. Buchm\u00fcller aus. Damals sei deutlich geworden, dass die Gl\u00e4ubigen aus den acht teilnehmenden L\u00e4ndern dieselben christlichen Wurzeln haben. \\\"Europa w\u00fcrde es nicht schaden, etwas christlicher und solidarischer zu sein, auch und gerade zu Fl\u00fcchtlingen\\\", so der Zisterzienser. Dass der christliche Glaube eine verbindende Kraft in Europa ist, bekr\u00e4ftigte auch Prof. Machniak aus Krakau: Es gelte Christus und die christlichen Werte im Blick zu behalten, \\\"darauf kann man weiterbauen in Europa\\\".\\\"F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!\\\"Und was w\u00fcrde Johannes Paul II. heute bei einem Besuch in den L\u00e4ndern Mitteleuropas sagen? \\\"F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!\\\" Das w\u00e4re wohl das Erste, so der erst k\u00fcrzlich von dieser Krankheit genesene Bischof von Pilsen, Holub. \\\"Er w\u00fcrde auch die verloren gegangene Solidarit\u00e4t thematisieren und mutig \u00fcber Sexualit\u00e4t sprechen, freilich im Wissen um die damit verbundenen Schwierigkeiten.\\\"\\\"Den Ungarn w\u00fcrde der Papst sowie 1991 in Erinnerung rufen, dass wir gemeinsam frei sein k\u00f6nnen und dass wir den Dialog in Ungarn und dar\u00fcber hinaus brauchen, damit wir einander besser verstehen k\u00f6nnen\\\", erkl\u00e4rte der Generalsekret\u00e4r des ungarischen Episkopats, Toth. \u00c4hnlich sah das auch der aus der Slowakei stammende und seit 2001 als Pfarrer in der Erzdi\u00f6zese Wien wirkende Povasan: \\\"Johannes Paul II. w\u00fcrde den Slowaken zuh\u00f6ren und fragen: Was braucht ihr?\\\"Christliches MenschenbildF\u00fcr den Lehrstuhlinhaber f\u00fcr spirituelle Theologie an der P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t in Krakau w\u00fcrde der Papst jene Frage ins Zentrum stellen, die auch schon den jungen Karol Wojtyla in seinen Gedichten und Theaterst\u00fccken besch\u00e4ftigt habe: \\\"Wer ist der Mensch?\\\" Machniak weiter: \\\"Eine christliche Anthropologie, die den Menschen als Abbild und Gesch\u00f6pf Gottes, als Mann und Frau begreift\\\", das sei das gro\u00dfe Thema des Papstes aus Polen gewesen, dass er auch heute seinen Landsleuten nahebringen w\u00fcrde. Und auf Basis dieser Anthropologie w\u00fcrde Johannes Paul II. gegenw\u00e4rtige Ideologien genauso kritisieren, wie er es zu Lebzeiten mit totalit\u00e4ren Systemen gemacht habe.Johannes Paul II. w\u00fcrde mit einer \\\"positiven Botschaft in dreifacher Weise\\\" die Menschen von heute ansprechen, so der Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz: \\\"Gott liebt jeden Menschen, und der Mensch ist zu Liebe berufen, die Sinn stiftet\\\", das w\u00e4re seine religi\u00f6se Botschaft. Ethisch w\u00fcrde der Papst f\u00fcr eine \\\"Kultur des Lebens\\\" nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Debatte um die Sterbehilfe eintreten, und politisch w\u00fcrde er Europa Mut machen zu einem Mehr an Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarit\u00e4t und Menschenrechten. \u00d6sterreich w\u00fcrde er dabei in die Pflicht nehmen, \\\"eine Br\u00fccke zu sein\\\", so Buchm\u00fcller.Er\u00f6ffnet wurde der Abend vom Direktor des Polnischen Instituts, Rafal Sobczak, der auf die historische Rolle von Papst Johannes Paul II. zur friedlichen Wende 1989 in Europa einging. \\\"Der Papst des 20. 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Dass dieser Papst bleibende geistliche und politische Impulse gegeben hat, war Grundtenor einer anschlie\u00dfenden Expertendebatte mit dem tschechischen Bischof Tomas Holub, Prof. Jan Machniak aus Krakau, dem Generalsekret\u00e4r der Ungarischen Bischofskonferenz, Tamas Toth, dem slowakischen Priester Pavel Povazan und dem Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz, Prof. Wolfgang Buchm\u00fcller.Busek, der schon als Wiener Vizeb\u00fcrgermeister lange vor der Wende im Jahr 1989 pers\u00f6nliche Kontakte mit Dissidenten, katholischen Intellektuellen und Menschenrechtsaktivisten aufgebaut hatte, berichtete davon, dass Johannes Paul II. den Ansto\u00df f\u00fcr das 1982 in Wien gegr\u00fcndete Institut f\u00fcr die Wissenschaften vom Menschen (IWM) gegeben hatte: \"Ich erhielt von Johannes Paul II. einen Brief mit dem ausdr\u00fccklichen Ersuchen, daf\u00fcr zu sorgen, dass in Wien ein Institut f\u00fcr Philosophen, Soziologen und Theologen aus dem mitteleurop\u00e4ischen Raum geschaffen werden soll. Und mit diesem Brief ging ich zum damaligen Wiener B\u00fcrgermeister Leopold Gratz, der daf\u00fcr 1 Mio. Schilling bereitstellte\", so der Vorsitzende des IWM-Kuratoriums.Mit dieser Initiative aber auch bei den \"legend\u00e4ren Castel Gandolfo-Gespr\u00e4chen\" habe sich der Papst als ein interessiert Zuh\u00f6render und an einem offenen, pluralistischen Dialog Interessierter gezeigt. \"Johannes Paul II. wollte ein Europa, das mit den beiden Lungenfl\u00fcgeln in Ost und West atmet, leider haben wir uns in den letzten Jahren voneinander entfernt\", konstatierte Busek und empfahl: \"Die Erinnerung an Johannes Paul II. soll uns helfen, einander wieder n\u00e4herzukommen.\"Barrieren \u00fcberwinden\"Spannungen und Spaltungen sind wieder gr\u00f6\u00dfer geworden, aber weniger zwischen den Nationen, sondern vielmehr innerhalb der Staaten und auch in der Kirche\", unterstrich Bischof Holub. Das Gegenmittel k\u00f6nne nur ein Dialog sein, der von der Bereitschaft zum Zuh\u00f6ren und der \u00dcberzeugung, dass der andere mich bereichern kann, getragen sein m\u00fcsse. Dazu seien \"pers\u00f6nliche Begegnungen unentbehrlich\" erg\u00e4nzte der ungarische Kirchenhistoriker Toth. Dialog, Begegnung und ein positives Interesse am konkreten Menschen habe gerade Johannes Paul II. ausgezeichnet, hielten die Diskutanten unisono fest, die diese Haltung des Papstes bei pers\u00f6nlichen Zusammentreffen mehrfach erleben konnten.F\u00fcr die \u00dcberwindung bestehender Barrieren in Europa sei auch das gemeinsame Beten und Feiern des Glaubens wichtig, betonten die Geistlichen aus den f\u00fcnf L\u00e4ndern Mitteleuropas und verwiesen auf die verschiedenen Papstbesuche. So sei etwa der Mitteleurop\u00e4ische Katholikentag 2004 in Mariazell ganz nach dem Wunsch von Papst Johannes Paul II. gewesen, f\u00fchrte Prof. Buchm\u00fcller aus. Damals sei deutlich geworden, dass die Gl\u00e4ubigen aus den acht teilnehmenden L\u00e4ndern dieselben christlichen Wurzeln haben. \"Europa w\u00fcrde es nicht schaden, etwas christlicher und solidarischer zu sein, auch und gerade zu Fl\u00fcchtlingen\", so der Zisterzienser. Dass der christliche Glaube eine verbindende Kraft in Europa ist, bekr\u00e4ftigte auch Prof. Machniak aus Krakau: Es gelte Christus und die christlichen Werte im Blick zu behalten, \"darauf kann man weiterbauen in Europa\".\"F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!\"Und was w\u00fcrde Johannes Paul II. heute bei einem Besuch in den L\u00e4ndern Mitteleuropas sagen? \"F\u00fcrchtet euch nicht vor Covid!\" Das w\u00e4re wohl das Erste, so der erst k\u00fcrzlich von dieser Krankheit genesene Bischof von Pilsen, Holub. \"Er w\u00fcrde auch die verloren gegangene Solidarit\u00e4t thematisieren und mutig \u00fcber Sexualit\u00e4t sprechen, freilich im Wissen um die damit verbundenen Schwierigkeiten.\"\"Den Ungarn w\u00fcrde der Papst sowie 1991 in Erinnerung rufen, dass wir gemeinsam frei sein k\u00f6nnen und dass wir den Dialog in Ungarn und dar\u00fcber hinaus brauchen, damit wir einander besser verstehen k\u00f6nnen\", erkl\u00e4rte der Generalsekret\u00e4r des ungarischen Episkopats, Toth. \u00c4hnlich sah das auch der aus der Slowakei stammende und seit 2001 als Pfarrer in der Erzdi\u00f6zese Wien wirkende Povasan: \"Johannes Paul II. w\u00fcrde den Slowaken zuh\u00f6ren und fragen: Was braucht ihr?\"Christliches MenschenbildF\u00fcr den Lehrstuhlinhaber f\u00fcr spirituelle Theologie an der P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t in Krakau w\u00fcrde der Papst jene Frage ins Zentrum stellen, die auch schon den jungen Karol Wojtyla in seinen Gedichten und Theaterst\u00fccken besch\u00e4ftigt habe: \"Wer ist der Mensch?\" Machniak weiter: \"Eine christliche Anthropologie, die den Menschen als Abbild und Gesch\u00f6pf Gottes, als Mann und Frau begreift\", das sei das gro\u00dfe Thema des Papstes aus Polen gewesen, dass er auch heute seinen Landsleuten nahebringen w\u00fcrde. 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