{"id":6226,"date":"2020-12-16T15:17:19","date_gmt":"2020-12-16T14:17:19","guid":{"rendered":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?p=6226"},"modified":"2021-02-11T11:18:35","modified_gmt":"2021-02-11T10:18:35","slug":"die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/","title":{"rendered":"&#8222;Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. Das war besonders in der Wirtschaft sichtbar, wo die Volksdemokratien bittere Niederlagen einstecken mussten. Die aufeinanderfolgenden Staatschefs der kommunistischen L\u00e4nder, die manchmal ein gewisses Ma\u00df an Autonomie genossen (wie Ungarn unter K\u00e1d\u00e1r in den 1960er und 1970er Jahren), waren von Moskau abh\u00e4ngig, welches sie nicht nur legitimierte, sondern auch ihre Legalit\u00e4t garantierte. Doch die Menschen in Mitteleuropa sahen das anders und begannen bereits in den 1980er Jahren diese Abh\u00e4ngigkeit immer mutiger in Frage zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Polen war das Festhalten an den Werten, in denen nationale, patriotische und christliche Ideen zum Ausdruck kamen, seit jeher eine wichtige Quelle des Widerstands. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade die Polen als erste in der Lage waren, der totalit\u00e4ren Macht nicht nur entgegenzutreten, sondern auch ihren Zusammenbruch herbeizuf\u00fchren. In seinem Buch <em>Die Kirche, die Linke, der Dialog <\/em>aus dem Jahr 1977 hat Adam Michnik als einer der ersten bemerkt, dass nur ein gemeinsames Vorgehen der oft als reaktion\u00e4r und der Obrigkeit gegen\u00fcber als kompromisslos wahrgenommenen Kirche mit der Linken, die bis dahin der Kirche gegen\u00fcber feindlich eingestellt war, das kommunistische Regime wirksam st\u00fcrzen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist kein Zufall, dass sich die Freiheitsbewegung in Polen so stark entwickelt hat. Das kommunistische System war hier n\u00e4mlich am schw\u00e4chsten verwurzelt, und die Geburt der Solidarno\u015b\u0107 im Jahr 1980 war das Ergebnis des Zusammenschlusses von drei Kr\u00e4ften: der gesellschaftlichen, genauer gesagt jener der Arbeiter (Streiks der Werftarbeiter), der national-katholischen, die durch die Wahl Karol Wojty\u0142as zum Papst im Jahr 1978 gest\u00e4rkt wurde und der demokratischen, dank der Beteiligung vieler Intellektueller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und obwohl in anderen L\u00e4ndern der Kommunismus vielleicht widerstandsf\u00e4higer war und ihre Regierungen die gesellschaftspolitischen Prozesse effektiver kontrollierten, brach dieses System 1989 trotz der Unterschiede in fast allen L\u00e4ndern Mitteleuropas zusammen. Das lag daran, dass die UdSSR nicht mehr in der Lage war, die Situation in ihrem Einflussbereich zu kontrollieren. Man kann das Ende des \u201erealen&#8221; Kommunismus in Mitteleuropa und den baltischen Staaten nicht verstehen, ohne die Machtverteilung innerhalb der Moskauer Zentrale selbst zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein spektakul\u00e4res Signal f\u00fcr den Verlust der F\u00e4higkeit der UdSSR, die Situation zu kontrollieren und angemessen auf Krisen zu reagieren, war der Umgang mit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Sowjets lieferten damals den Beweis f\u00fcr eine unglaubliche Ineffizienz bei der Beherrschung einer Realit\u00e4t, die sie selbst geschaffen hatten. Die Katastrophe zeigte auch, dass das Ende des Systems aus seiner Mitte heraus geschehen, und nicht nur, oder haupts\u00e4chlich, durch \u00e4u\u00dfere Faktoren verursacht werden kann. Obwohl diese Faktoren nat\u00fcrlich m\u00f6glicherweise auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Wenn nun das System nicht in der Lage war, eine solche Trag\u00f6die zu verhindern und sich ihr dann zu stellen, bedeutete dies, dass die Machthaber ihre F\u00e4higkeit verloren hatten, die eigene Gesellschaft zu kontrollieren. Gorbatschow hat dies verstanden und so wurde die Idee einer Politik der Glasnost geboren. Die Ereignisse des Jahres 1989 haben dies nur best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Transformation verlief nicht \u00fcberall im gleichen Tempo und auch nicht sofort in allen L\u00e4ndern. Der Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 hat nicht in allen neu entstandenen L\u00e4ndern demokratische Prozesse ausgel\u00f6st. Die Situation in der Ukraine und insbesondere in Wei\u00dfrussland ist nach wie vor besorgniserregend. Erst in diesem Jahr versucht dieses Land zum ersten Mal den Weg der Demokratisierung zu beschreiten. Andere L\u00e4nder, wie Albanien oder Jugoslawien, waren zwar formal kommunistisch, aber der Weg ihrer Transformation verlief anders als in den mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Und das Ende Jugoslawiens war \u00e4u\u00dferst turbulent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Unterschiede resultierten auch aus der St\u00e4rke des lokalen Kommunismus. Dort, wo dieses System als feindlich und von au\u00dfen aufoktroyiert empfunden wurde \u2013 in Polen, der Tschechoslowakei, der DDR, Ungarn \u2013 verlief die Transformation sehr rasch. Nationale Identit\u00e4t, Ablehnung des Systems durch die Bev\u00f6lkerung, demokratische Bestrebungen waren dort stark genug, um die Abh\u00e4ngigkeit so schnell, wie es die Umst\u00e4nde zulie\u00dfen, abzusch\u00fctteln. Jugoslawien und Albanien w\u00e4hlten einen anderen Weg. Zu Zeiten der Sowjetunion genoss Jugoslawien n\u00e4mlich eine Art Autonomie von Moskau. Albanien hingegen hatte eine Ideologie und ein Entwicklungsmodell angenommen, die dem chinesischen n\u00e4her standen als dem sowjetischen. Diese Unterschiede erwiesen sich in dem Augenblick als entscheidend, in welchem in diesem Teil Europas tiefgreifende demokratische Ver\u00e4nderungen begannen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Unterschiede zwischen den mittel- und westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern sind immer noch sichtbar. Erstere haben z.B. nicht mit Problemen aus ihrer kolonialen Vergangenheit zu k\u00e4mpfen. Das gilt aber auch f\u00fcr solche Bereiche wie Wirtschaft und Politik, wo die Unterschiede nur allzu offensichtlich sind. Die L\u00e4nder Mittel- und Osteuropas pflegten nach dem Krieg fast 50 Jahre lang eine auf zentraler Planung basierende Wirtschaft. Die \u00c4nderung des Wirtschaftsmodells nach 1989 musste mit ernsten sozialen und politischen Spannungen enden, was bis heute etwa in der Gestaltung der politischen B\u00fchne dieser L\u00e4nder sichtbar ist. Es muss noch viel Zeit vergehen, bis diese Unterschiede verblassen. In diesem Sinne &nbsp;kann man sagen, dass Europa nach wie vor in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Dieser Text erscheint gleichzeitig in der polnischen Monatsschrift \u201eWszystko Co Najwa\u017cniejsze&#8221; im Rahmen eines gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Nationales Gedenken umgesetzten Projekts.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist. Zu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":87,"featured_media":6225,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6226","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>&quot;Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen&quot; - Instytut Polski w Wiedniu<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"pl_PL\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen&quot; - Instytut Polski w Wiedniu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist. Zu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Instytut Polski w Wiedniu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2020-12-16T14:17:19+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-02-11T10:18:35+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1024\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1024\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"sienkiewiczj\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Napisane przez\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"sienkiewiczj\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Szacowany czas czytania\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"5 minut\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"event\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/\",\"name\":\"\\\"Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen\\\"\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#primaryimage\"},\"image\":[\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka-300x300.jpg\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\",\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\"],\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\",\"datePublished\":\"2020-12-16T14:17:19+02:00\",\"dateModified\":\"2021-02-11T10:18:35+02:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/c467341e03d74ebd7e73a7f5b6f0f563\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/\"]}],\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"startDate\":\"2020-12-16\",\"endDate\":\"2020-12-16\",\"eventStatus\":\"EventScheduled\",\"eventAttendanceMode\":\"OfflineEventAttendanceMode\",\"location\":{\"@type\":\"place\",\"name\":\"\",\"address\":\"\",\"geo\":{\"@type\":\"GeoCoordinates\",\"latitude\":\"\",\"longitude\":\"\"}},\"description\":\"Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.\\nZu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. Das war besonders in der Wirtschaft sichtbar, wo die Volksdemokratien bittere Niederlagen einstecken mussten. Die aufeinanderfolgenden Staatschefs der kommunistischen L\u00e4nder, die manchmal ein gewisses Ma\u00df an Autonomie genossen (wie Ungarn unter K\u00e1d\u00e1r in den 1960er und 1970er Jahren), waren von Moskau abh\u00e4ngig, welches sie nicht nur legitimierte, sondern auch ihre Legalit\u00e4t garantierte. Doch die Menschen in Mitteleuropa sahen das anders und begannen bereits in den 1980er Jahren diese Abh\u00e4ngigkeit immer mutiger in Frage zu stellen.\\nIn Polen war das Festhalten an den Werten, in denen nationale, patriotische und christliche Ideen zum Ausdruck kamen, seit jeher eine wichtige Quelle des Widerstands. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade die Polen als erste in der Lage waren, der totalit\u00e4ren Macht nicht nur entgegenzutreten, sondern auch ihren Zusammenbruch herbeizuf\u00fchren. In seinem Buch Die Kirche, die Linke, der Dialog aus dem Jahr 1977 hat Adam Michnik als einer der ersten bemerkt, dass nur ein gemeinsames Vorgehen der oft als reaktion\u00e4r und der Obrigkeit gegen\u00fcber als kompromisslos wahrgenommenen Kirche mit der Linken, die bis dahin der Kirche gegen\u00fcber feindlich eingestellt war, das kommunistische Regime wirksam st\u00fcrzen kann.\\nEs ist kein Zufall, dass sich die Freiheitsbewegung in Polen so stark entwickelt hat. Das kommunistische System war hier n\u00e4mlich am schw\u00e4chsten verwurzelt, und die Geburt der Solidarno\u015b\u0107 im Jahr 1980 war das Ergebnis des Zusammenschlusses von drei Kr\u00e4ften: der gesellschaftlichen, genauer gesagt jener der Arbeiter (Streiks der Werftarbeiter), der national-katholischen, die durch die Wahl Karol Wojty\u0142as zum Papst im Jahr 1978 gest\u00e4rkt wurde und der demokratischen, dank der Beteiligung vieler Intellektueller.\\nUnd obwohl in anderen L\u00e4ndern der Kommunismus vielleicht widerstandsf\u00e4higer war und ihre Regierungen die gesellschaftspolitischen Prozesse effektiver kontrollierten, brach dieses System 1989 trotz der Unterschiede in fast allen L\u00e4ndern Mitteleuropas zusammen. Das lag daran, dass die UdSSR nicht mehr in der Lage war, die Situation in ihrem Einflussbereich zu kontrollieren. Man kann das Ende des \u201erealen\\\" Kommunismus in Mitteleuropa und den baltischen Staaten nicht verstehen, ohne die Machtverteilung innerhalb der Moskauer Zentrale selbst zu ber\u00fccksichtigen.\\nEin spektakul\u00e4res Signal f\u00fcr den Verlust der F\u00e4higkeit der UdSSR, die Situation zu kontrollieren und angemessen auf Krisen zu reagieren, war der Umgang mit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Sowjets lieferten damals den Beweis f\u00fcr eine unglaubliche Ineffizienz bei der Beherrschung einer Realit\u00e4t, die sie selbst geschaffen hatten. Die Katastrophe zeigte auch, dass das Ende des Systems aus seiner Mitte heraus geschehen, und nicht nur, oder haupts\u00e4chlich, durch \u00e4u\u00dfere Faktoren verursacht werden kann. Obwohl diese Faktoren nat\u00fcrlich m\u00f6glicherweise auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Wenn nun das System nicht in der Lage war, eine solche Trag\u00f6die zu verhindern und sich ihr dann zu stellen, bedeutete dies, dass die Machthaber ihre F\u00e4higkeit verloren hatten, die eigene Gesellschaft zu kontrollieren. Gorbatschow hat dies verstanden und so wurde die Idee einer Politik der Glasnost geboren. Die Ereignisse des Jahres 1989 haben dies nur best\u00e4tigt.\\nDie Transformation verlief nicht \u00fcberall im gleichen Tempo und auch nicht sofort in allen L\u00e4ndern. Der Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 hat nicht in allen neu entstandenen L\u00e4ndern demokratische Prozesse ausgel\u00f6st. Die Situation in der Ukraine und insbesondere in Wei\u00dfrussland ist nach wie vor besorgniserregend. Erst in diesem Jahr versucht dieses Land zum ersten Mal den Weg der Demokratisierung zu beschreiten. Andere L\u00e4nder, wie Albanien oder Jugoslawien, waren zwar formal kommunistisch, aber der Weg ihrer Transformation verlief anders als in den mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Und das Ende Jugoslawiens war \u00e4u\u00dferst turbulent.\\nDie Unterschiede resultierten auch aus der St\u00e4rke des lokalen Kommunismus. Dort, wo dieses System als feindlich und von au\u00dfen aufoktroyiert empfunden wurde \u2013 in Polen, der Tschechoslowakei, der DDR, Ungarn \u2013 verlief die Transformation sehr rasch. Nationale Identit\u00e4t, Ablehnung des Systems durch die Bev\u00f6lkerung, demokratische Bestrebungen waren dort stark genug, um die Abh\u00e4ngigkeit so schnell, wie es die Umst\u00e4nde zulie\u00dfen, abzusch\u00fctteln. Jugoslawien und Albanien w\u00e4hlten einen anderen Weg. Zu Zeiten der Sowjetunion genoss Jugoslawien n\u00e4mlich eine Art Autonomie von Moskau. Albanien hingegen hatte eine Ideologie und ein Entwicklungsmodell angenommen, die dem chinesischen n\u00e4her standen als dem sowjetischen. Diese Unterschiede erwiesen sich in dem Augenblick als entscheidend, in welchem in diesem Teil Europas tiefgreifende demokratische Ver\u00e4nderungen begannen.\\nDie Unterschiede zwischen den mittel- und westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern sind immer noch sichtbar. Erstere haben z.B. nicht mit Problemen aus ihrer kolonialen Vergangenheit zu k\u00e4mpfen. Das gilt aber auch f\u00fcr solche Bereiche wie Wirtschaft und Politik, wo die Unterschiede nur allzu offensichtlich sind. Die L\u00e4nder Mittel- und Osteuropas pflegten nach dem Krieg fast 50 Jahre lang eine auf zentraler Planung basierende Wirtschaft. Die \u00c4nderung des Wirtschaftsmodells nach 1989 musste mit ernsten sozialen und politischen Spannungen enden, was bis heute etwa in der Gestaltung der politischen B\u00fchne dieser L\u00e4nder sichtbar ist. Es muss noch viel Zeit vergehen, bis diese Unterschiede verblassen. In diesem Sinne  kann man sagen, dass Europa nach wie vor in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.\\nDieser Text erscheint gleichzeitig in der polnischen Monatsschrift \u201eWszystko Co Najwa\u017cniejsze\\\" im Rahmen eines gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Nationales Gedenken umgesetzten Projekts.\"},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg\",\"width\":1024,\"height\":1024},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/pl\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&#8222;Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen&#8220;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website\",\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/\",\"name\":\"Instytut Polski w Wiedniu\",\"description\":\"Instytuty Polskie\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"pl-PL\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/c467341e03d74ebd7e73a7f5b6f0f563\",\"name\":\"sienkiewiczj\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"pl-PL\",\"@id\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/cb2b8c3eb2ad692da31a6ef44402cf09?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/cb2b8c3eb2ad692da31a6ef44402cf09?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"sienkiewiczj\"},\"url\":\"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/author\/sienkiewiczj\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\"Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen\" - Instytut Polski w Wiedniu","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/","og_locale":"pl_PL","og_type":"article","og_title":"\"Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen\" - Instytut Polski w Wiedniu","og_description":"Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist. Zu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. [&hellip;]","og_url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/","og_site_name":"Instytut Polski w Wiedniu","article_published_time":"2020-12-16T14:17:19+00:00","article_modified_time":"2021-02-11T10:18:35+00:00","og_image":[{"width":1024,"height":1024,"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"sienkiewiczj","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Napisane przez":"sienkiewiczj","Szacowany czas czytania":"5 minut"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"event","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/","name":"\"Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen\"","isPartOf":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#primaryimage"},"image":["https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka-300x300.jpg","https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg"],"thumbnailUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","datePublished":"2020-12-16T14:17:19+02:00","dateModified":"2021-02-11T10:18:35+02:00","author":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/c467341e03d74ebd7e73a7f5b6f0f563"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"pl-PL","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/"]}],"@context":"https:\/\/schema.org","startDate":"2020-12-16","endDate":"2020-12-16","eventStatus":"EventScheduled","eventAttendanceMode":"OfflineEventAttendanceMode","location":{"@type":"place","name":"","address":"","geo":{"@type":"GeoCoordinates","latitude":"","longitude":""}},"description":"Es muss noch viel Zeit vergehen, bis die aus dem Eisernen Vorhang resultierenden Unterschiede verblassen. In diesem Sinne kann man nach wie vor behaupten, dass Europa weiterhin in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.\nZu Beginn der 80er Jahre hatte der Kommunismus als Ideologie keine Macht mehr \u00fcber die Gesellschaft, seine Unf\u00e4higkeit zu regieren wurde immer gr\u00f6\u00dfer. Das war besonders in der Wirtschaft sichtbar, wo die Volksdemokratien bittere Niederlagen einstecken mussten. Die aufeinanderfolgenden Staatschefs der kommunistischen L\u00e4nder, die manchmal ein gewisses Ma\u00df an Autonomie genossen (wie Ungarn unter K\u00e1d\u00e1r in den 1960er und 1970er Jahren), waren von Moskau abh\u00e4ngig, welches sie nicht nur legitimierte, sondern auch ihre Legalit\u00e4t garantierte. Doch die Menschen in Mitteleuropa sahen das anders und begannen bereits in den 1980er Jahren diese Abh\u00e4ngigkeit immer mutiger in Frage zu stellen.\nIn Polen war das Festhalten an den Werten, in denen nationale, patriotische und christliche Ideen zum Ausdruck kamen, seit jeher eine wichtige Quelle des Widerstands. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade die Polen als erste in der Lage waren, der totalit\u00e4ren Macht nicht nur entgegenzutreten, sondern auch ihren Zusammenbruch herbeizuf\u00fchren. In seinem Buch Die Kirche, die Linke, der Dialog aus dem Jahr 1977 hat Adam Michnik als einer der ersten bemerkt, dass nur ein gemeinsames Vorgehen der oft als reaktion\u00e4r und der Obrigkeit gegen\u00fcber als kompromisslos wahrgenommenen Kirche mit der Linken, die bis dahin der Kirche gegen\u00fcber feindlich eingestellt war, das kommunistische Regime wirksam st\u00fcrzen kann.\nEs ist kein Zufall, dass sich die Freiheitsbewegung in Polen so stark entwickelt hat. Das kommunistische System war hier n\u00e4mlich am schw\u00e4chsten verwurzelt, und die Geburt der Solidarno\u015b\u0107 im Jahr 1980 war das Ergebnis des Zusammenschlusses von drei Kr\u00e4ften: der gesellschaftlichen, genauer gesagt jener der Arbeiter (Streiks der Werftarbeiter), der national-katholischen, die durch die Wahl Karol Wojty\u0142as zum Papst im Jahr 1978 gest\u00e4rkt wurde und der demokratischen, dank der Beteiligung vieler Intellektueller.\nUnd obwohl in anderen L\u00e4ndern der Kommunismus vielleicht widerstandsf\u00e4higer war und ihre Regierungen die gesellschaftspolitischen Prozesse effektiver kontrollierten, brach dieses System 1989 trotz der Unterschiede in fast allen L\u00e4ndern Mitteleuropas zusammen. Das lag daran, dass die UdSSR nicht mehr in der Lage war, die Situation in ihrem Einflussbereich zu kontrollieren. Man kann das Ende des \u201erealen\" Kommunismus in Mitteleuropa und den baltischen Staaten nicht verstehen, ohne die Machtverteilung innerhalb der Moskauer Zentrale selbst zu ber\u00fccksichtigen.\nEin spektakul\u00e4res Signal f\u00fcr den Verlust der F\u00e4higkeit der UdSSR, die Situation zu kontrollieren und angemessen auf Krisen zu reagieren, war der Umgang mit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Sowjets lieferten damals den Beweis f\u00fcr eine unglaubliche Ineffizienz bei der Beherrschung einer Realit\u00e4t, die sie selbst geschaffen hatten. Die Katastrophe zeigte auch, dass das Ende des Systems aus seiner Mitte heraus geschehen, und nicht nur, oder haupts\u00e4chlich, durch \u00e4u\u00dfere Faktoren verursacht werden kann. Obwohl diese Faktoren nat\u00fcrlich m\u00f6glicherweise auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Wenn nun das System nicht in der Lage war, eine solche Trag\u00f6die zu verhindern und sich ihr dann zu stellen, bedeutete dies, dass die Machthaber ihre F\u00e4higkeit verloren hatten, die eigene Gesellschaft zu kontrollieren. Gorbatschow hat dies verstanden und so wurde die Idee einer Politik der Glasnost geboren. Die Ereignisse des Jahres 1989 haben dies nur best\u00e4tigt.\nDie Transformation verlief nicht \u00fcberall im gleichen Tempo und auch nicht sofort in allen L\u00e4ndern. Der Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 hat nicht in allen neu entstandenen L\u00e4ndern demokratische Prozesse ausgel\u00f6st. Die Situation in der Ukraine und insbesondere in Wei\u00dfrussland ist nach wie vor besorgniserregend. Erst in diesem Jahr versucht dieses Land zum ersten Mal den Weg der Demokratisierung zu beschreiten. Andere L\u00e4nder, wie Albanien oder Jugoslawien, waren zwar formal kommunistisch, aber der Weg ihrer Transformation verlief anders als in den mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Und das Ende Jugoslawiens war \u00e4u\u00dferst turbulent.\nDie Unterschiede resultierten auch aus der St\u00e4rke des lokalen Kommunismus. Dort, wo dieses System als feindlich und von au\u00dfen aufoktroyiert empfunden wurde \u2013 in Polen, der Tschechoslowakei, der DDR, Ungarn \u2013 verlief die Transformation sehr rasch. Nationale Identit\u00e4t, Ablehnung des Systems durch die Bev\u00f6lkerung, demokratische Bestrebungen waren dort stark genug, um die Abh\u00e4ngigkeit so schnell, wie es die Umst\u00e4nde zulie\u00dfen, abzusch\u00fctteln. Jugoslawien und Albanien w\u00e4hlten einen anderen Weg. Zu Zeiten der Sowjetunion genoss Jugoslawien n\u00e4mlich eine Art Autonomie von Moskau. Albanien hingegen hatte eine Ideologie und ein Entwicklungsmodell angenommen, die dem chinesischen n\u00e4her standen als dem sowjetischen. Diese Unterschiede erwiesen sich in dem Augenblick als entscheidend, in welchem in diesem Teil Europas tiefgreifende demokratische Ver\u00e4nderungen begannen.\nDie Unterschiede zwischen den mittel- und westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern sind immer noch sichtbar. Erstere haben z.B. nicht mit Problemen aus ihrer kolonialen Vergangenheit zu k\u00e4mpfen. Das gilt aber auch f\u00fcr solche Bereiche wie Wirtschaft und Politik, wo die Unterschiede nur allzu offensichtlich sind. Die L\u00e4nder Mittel- und Osteuropas pflegten nach dem Krieg fast 50 Jahre lang eine auf zentraler Planung basierende Wirtschaft. Die \u00c4nderung des Wirtschaftsmodells nach 1989 musste mit ernsten sozialen und politischen Spannungen enden, was bis heute etwa in der Gestaltung der politischen B\u00fchne dieser L\u00e4nder sichtbar ist. Es muss noch viel Zeit vergehen, bis diese Unterschiede verblassen. In diesem Sinne  kann man sagen, dass Europa nach wie vor in zwei Bl\u00f6cke geteilt ist.\nDieser Text erscheint gleichzeitig in der polnischen Monatsschrift \u201eWszystko Co Najwa\u017cniejsze\" im Rahmen eines gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Nationales Gedenken umgesetzten Projekts."},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#primaryimage","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","contentUrl":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/M-Wieviorka.jpg","width":1024,"height":1024},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/2020\/12\/16\/die-lander-mitteleuropas-verbinden-gemeinsame-erfahrungen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/pl\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&#8222;Die L\u00e4nder Mitteleuropas verbinden gemeinsame Erfahrungen&#8220;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#website","url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/","name":"Instytut Polski w Wiedniu","description":"Instytuty Polskie","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"pl-PL"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/c467341e03d74ebd7e73a7f5b6f0f563","name":"sienkiewiczj","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"pl-PL","@id":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/cb2b8c3eb2ad692da31a6ef44402cf09?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/cb2b8c3eb2ad692da31a6ef44402cf09?s=96&d=mm&r=g","caption":"sienkiewiczj"},"url":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/author\/sienkiewiczj\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/users\/87"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6226"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6806,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6226\/revisions\/6806"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/instytutpolski.pl\/wien\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}