29.01.2026 Literatur, Programm

„Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“: Renate Schmidgall in Lesung und Gespräch

Donnerstag, den 29.01.2026, 19 Uhr

Moderation: Tul’si (Tuesday) Bhambry
Ort: Bibliothek des Polnischen Instituts Berlin, Burgstr. 27, 10178 Berlin, 1. OG
Eintritt frei

An dem Abend stellt Renate Schmidgall ihr Gedichtband „Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“ (erschienen 2024 im Secession Verlag) vor, in dem sie mit großer Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit die Welt um sie herum beschreibt. Beobachtungen des Alltags vermischen sich hier mit Reiseerlebnissen und den vielen besuchten Orten, von denen jeder eine Spur hinterlässt. Selbstporträts und Lebensläufe treffen auf die rücksichtslos vor sich hin rasende Zeit, auf ineinander übergehenden Jahreszeiten. Vieles passiert hier „…zwischen Türe und Angel. Wohnung an Wohnung, / Körper an Körper in der Küche, im dunklen / Hemd, Haut an Haut, wenn die Kinder schlafen.“

Bevor die Autorin begann, Gedichte zu schreiben, hat sie viele Jahre lang polnische Gedichte übersetzt. Beeinflusst von Dichtern wie Maciej Niemiec oder Adam Zagajewski, sieht sie ihr Schreiben mehr in der Tradition polnischer als deutscher Lyrik.   

Über den Gedichtband und die Enflüße der polnischen Literatur und der Arbiet als Übersetzerin auf das eigene Schreiben spricht Renate Schmidgall mit Tul’si (Tuesday) Bhambry.

Renate Schmidgall – geb. 1955 in Heilbronn. Studium der Slawistik und Germanistik in Heidelberg (M.A.). 1983 – 1996 Mitarbeiterin am Deutschen Polen-Institut Darmstadt. Seit 1996 freie Übersetzerin aus dem Polnischen, u.a. von Jacek Dehnel, Paweł Huelle, Marzanna Kielar, Mikołaj Łoziński, Jakub Małecki, Andrzej Stasiuk, Wisława Szymborska, Adam Zagajewski. Ausgezeichnet mit, u.a. dem Karl-Dedecius-Preis (2009), dem Preis des Polnischen PEN-Clubs (2015), dem Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2017) und dem Preis der polnischen Autorenvereinigung Zaiks (2023)

Tul’si (Tuesday) Bhambry arbeitet seit 2013 als Übersetzerin aus dem Polnischen und Deutschen ins Englische. 2015 gewann sie den Harvill-Secker-Nachwuchsübersetzerpreis. Ihre literarischen Übersetzungen sind u.a. in The Paris Review, Granta (online), Asymptote und Words Without Borders erschienen. Als promovierte Literaturwissenschaftlerin übersetzt sie auch gerne geistes- und sozialwissenschaftliche Bücher ins Englische. Sie lebt in Berlin.

Der Abend findet auf Deutsch statt.

Das Zitat stammt aus dem Gedicht „Nähe“.

[Foto: Edyta Dufaj]

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