1.01.2026 - 31.12.2026 Andere, Film, Programm, Spezial

Andrzej-Wajda-Jahr 2026

Zum 100. Geburtstag des polnischen Regisseurs (1926–2016)

Am 6. März 2026 wäre Andrzej Wajda 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als „Andrzej-Wajda-Jahr“ ausgerufen. Im Programm des Polnischen Instituts sind Wajdas Filme Dauergäste – im Rahmen des Festivals filmPOLSKA ebenso wie in Einzelvorstellungen, in der Retrospektive „Meister der Regie“ in den Technischen Sammlungen Dresden (2017) oder in den Vorträgen „Wajda und die anderen“ (2016 in Słubice) und „Wajda und seine Erben“ (2022 in Halle/Saale).

Über Andrzej Wajda

Andrzej Wajda 2016 in Gdynia, drei Wochen vor seinem Tod

Wajda wurde am 6. März 1926 in Suwałki geboren, wo er auch seine Kindheit und frühe Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom, wo sein Vater Jakub Wajda – Berufsoffizier der polnischen Armee – stationiert war. In Radom besuchte er als Teenager geheime Kurse und lernte kurzzeitig an einer privaten Malereischule, während er gleichzeitig als Lagerist, Träger, Küfer, Schlosser und Zeichner im Eisenbahnbüro arbeitete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda 1946–1950 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Kraków und anschließend Regie an der neu gegründeten Filmhochschule in Łódź. 1955 begann er mit seinem Kinodebüt „Pokolenie” (Eine Generation), nach einem Weg zu suchen, um eines seiner wichtigsten künstlerischen und ethischen Ziele zu verwirklichen – für diejenigen zu sprechen, welche den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt hatten. Seine nächsten Filme „Kanał” (Der Kanal) und „Popiół i diament” (Asche und Diamant, nach einem Roman von Jerzy Andrzejewski) machten den damals 32-jährigen Künstler zu einem der wichtigsten Regisseure der jungen Generation in Europa und begründeten eine „polnische Filmschule” genannte Strömung, welche die polnische martyrologische Tradition und den romantischen Heroismus in Frage stellte.

In über 60 Jahren vielseitiger kreativer Tätigkeit, die auch Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterstücke, Zeichnungen, Gemälde und Drehbücher hervorbrachte, drehte Wajda über 40 Langspielfilme. Viele davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen Kinos gezählt. Von der internationalen Filmwelt geschätzt, wurde Wajda betitelt als „Sänger der schwierigen polnischen Geschichte, der ihr eine universelle Dimension zu verleihen wusste”, als „Filmpoet verlorener Dinge”, als „wichtigster Filmregisseur Polens in der Nachkriegszeit”, als „Chronist seines Landes, moralische Instanz, Gesellschaftskritiker mit der Kamera” oder als „einer der großen Regisseure der Welt, dank denen das 20. Jahrhundert zu einem großen Jahrhundert des Kinos wurde”.

Wajda gilt als Regisseur, der mit seinen Filmen in die polnische Geschichte eingreifen wollte, indem er Asche, Verbitterung und historische Qualen in Filme verwandelte, die wie Diamanten glänzten – und als ein Künstler, der sich bis zum Ende für Freiheit und Demokratie in Polen engagierte.

Text: Wajda Film Centre
Übersetzung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)

 

 


 

FILMREGISSEUR

THEATERREGISSEUR

BÜRGER

LEHRER

PREISTRÄGER

 


 

FILMOGRAFIE

1955 Eine Generation / Pokolenie
1957 Kanał / Der Kanal
1958 Popiół i diament / Asche und Diamant
1959 Lotna
1960 Niewinni czarodzieje / Die unschuldigen Zauberer
1961 Powiatowa Lady Makbet / Blut der Leidenschaft
1961 Samson
1962 Miłość dwudziestolatków / Liebe mit zwanzig / L’Amour à vingt ans
1965 Popioły / Legionäre / Zwischen Feuer und Asche
1968 Bramy raju / Die Pforten des Paradieses
1968 Przekładaniec / Rollkuchen
1968 Wszystko na sprzedaż / Alles zu verkaufen
1969 Polowanie na muchy / Fliegenjagd
1970 Krajobraz po bitwie / Landschaft nach der Schlacht
1970 Brzezina / Das Birkenwäldchen
1972 Piłat i inni / Pilatus und andere – Ein Film für Karfreitag
1973 Wesele / Die Hochzeit
1975 Ziemia obiecana / Das gelobte Land
1976 Smuga cienia / Die Schattenlinie
1976 Umarła klasa / Die tote Klasse
1977 Człowiek z marmuru / Der Mann aus Marmor
1978 Bez znieczulenia / Ohne Betäubung
1979 Panny z Wilka / Die Mädchen von Wilko
1980 Dyrygent / Der Dirigent
1981 Człowiek z żelaza / Der Mann aus Eisen
1983 Danton
1983 Miłość w Niemczech / Eine Liebe in Deutschland
1986 Kronika wypadków miłosnych / Chronik von Liebesunfällen
1988 Biesy / Die Dämonen / Les Possédés
1990 Korczak
1993 Pierścionek z orłem w koronie / Liebe zwischen den Fronten
1994 Nastazja
1995 Wielki tydzień / Die Karwoche
1996 Panna Nikt / Fräulein Niemand
1999 Pan Tadeusz / Sir Thaddeus
2000 Wyrok na Franciszka Klosa
2002 Zemsta / Die Rache
2007 Katyń / Das Massaker von Katyn
2009 Tatarak / Der Kalmus
2013 Wałęsa – Człowiek z nadziei / Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung
2016 Powidoki / Afterimages

 


 

Info: wajda.pisf.plhttps://ckf.waw.pl/en/andrzej-wajda-en/bio

 

Titelbild © Wajda Film Centre
from to
Scheduled ical Google outlook Andere Film Programm Spezial