Auch bei der 76. Ausgabe des größten deutschen Filmfestivals sind wieder Filme zu sehen, die in Polen ko-/produziert wurden oder polnische Themen behandeln.
Sa / 14.2. / 14:00 / European Film Market / Polish Cinema Stand #183 / für Fachbesucher
Długie nogi krótkich metraży. Praktzczny panel dla filmowców w shortach
The Long Game of Short Films. A Practical Panel For Shorts Filmmakers
Diskussion mit Natalia Koniarz, Kamila Dorbach, Marlena Gabryszewska, Piotr Maślak, Ania Serdiukow, Ala Nunu, Marcin Małatyński und Dominik Mirecki
Moderation: Marta Krzeptowska
Sa / 14.2. / 17:00 / Cubix 5 / Vorstellung für Presse und Fachpublikum
Do / 19.2. / 18:15 / Urania
Fr / 20.2. / 16:30 / Cubix 8
Fr / 20.2. / 19:00 / Colosseum 1
Sa / 21.2. / 12:00 / Kino Betonhalle@Silent Green
Sa / 21.2. / 16:00 / Zoo Palast 2
Kontrewers
Berlinale Shorts
Dok, R: Zuza Banasińska, NL/PL 2026, 21min, poln./engl. OmeU
Der Geist eines besessenen Mädchens, das seit Jahrhunderten in einem Stein gefangen ist, begegnet der 102-jährigen Großmutter von Regisseur*in Zuza Banasińska. Die fromme Frau liegt in ihrem Wohnzimmer und wartet auf den Tod. Der Geist fühlt sich zu ihr hingezogen und hält sie für seine lange verschollene Mutter. Was als Spuk beginnt, verwandelt sich in einen surrealen, zärtlichen Dialog. Bei der Begegnung zwischen sich selbst, der Großmutter und dem Stein verwebt Zuza Banasińska Inszeniertes, Dokumentarisches und Archivmaterial. Der Akt des Filmens stellt dabei auch den Versuch dar, die Präsenz der Großmutter einzufangen und die Spuren ihres Lebens sowie der Leben all jener aufzuzeigen, deren Fürsorge und Traumata sie in sich trägt. Kontrewers versteht Besessenheit als eine nichtlineare Form der Kommunikation, als eine Aushandlung der Grenzen zwischen dem Selbst und dem Anderen. Was einst begraben war, taucht zwischen den Generationen wieder auf und zeigt sich in Körpern und Gesten – überall dort, wo Erinnerungen spürbar werden.
So / 15.2. / 15:00 / Cubix 5
Di / 17.2. / 19:00 / Deutsche Kinemathek – Halle
Fr / 20.2. / 16:30 / Cubix 5
La double vie de Véronique / Die zwei Leben der Veronika
Retrospektive
Spielfilm, R: Krzysztof Kieślowski, PL/NOR 1991, 98 min, frz./poln. OmeU, FSK 12
Polen 1990. Die Sängerin Weronika fühlt sich „nicht allein auf der Welt“. Tatsächlich lebt in Frankreich ihr Ebenbild – Véronique. Fast kommt es in Krakau zu einer Begegnung der beiden; doch schon fährt Véronique im Reisebus davon. Sie hat aber zuvor, ohne es zu bemerken, Weronika fotografiert. Auch Véronique ist Sängerin; auch ist sie herzkrank. Doch während Weronika für den Gesang ihr Leben gibt, gibt Véronique ihn auf und wird Musiklehrerin. Beim Besuch eines Marionettentheaters verliebt sie sich in den Puppenspieler. Als er sie wenige Nächte später anruft, hört Véronique auf einmal das Lied, das Weronika vor ihrem Tod sang.
Hier glüht die Magie zwischen Krzysztof Kieślowski, Darstellerin Irène Jacob und Komponist Zbigniew Preisner. Mit nur wenigen zeitgeschichtlichen Ankern operierend, macht Kieślowski sich die Stilmittel der französischen Postmoderne zu eigen. Offen für vielerlei Deutungen, lassen sich die im Film geschilderten „Herzenssachen“ und das gleichermaßen in Polen wie in Paris goldgelb strahlende Licht als Visionen des Regisseurs interpretieren: von einer latenten Seelenverwandtschaft, aber auch von einer ästhetischen Konvergenz zwischen Ostmittel- und Westeuropa.
So / 15.2. / 21:30 / Berlinale Palast
Mo / 16.2. / 18:45 / Uber Eats Music Hall
Mi / 18.2. / 10:00 / HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Do / 19.2. / 16:15 / Haus der Berliner Festspiele
So / 22.2. / 22:00 / Haus der Berliner Festspiele
Dust
Wettbewerb
Spielfilm, R: Anke Blondé, B/PL/GR/UK 2026, 109 min, niederl./engl. mit dt./engl. UT, Weltpremiere
Im Frühjahr 1999 erreicht die belgischen Unternehmer Luc und Geert die Nachricht, dass Journalisten ihr Netzwerk aus Briefkastenfirmen aufdecken wollen. Eine Vorstandssitzung wird eilig einberufen. Beweise müssen vernichtet, Diskretion erwirkt werden – schon morgen früh wird die Polizei vor der Tür stehen. Nach dem Meeting gehen beide auseinander und beginnen ihren letzten Tag als freie, reiche und mächtige Männer. Technikgenie Luc zieht sich in seine Villa zurück. Er bekommt den Eindruck, dass seine Frau Alma offenbar die ganze Zeit Bescheid wusste. Als er seinen Partner und Vertrauten Geert wiederholt nicht erreicht, wird ihm mulmig zumute. Der charismatische Salesman Geert hat in seinem bunkerartigen Haus Zuflucht in den Armen seines Fahrers und Liebhabers gesucht. Er verfügt über Insiderwissen und ringt mit der Versuchung zu handeln, wohl wissend, dass er damit diejenigen verraten würde, die ihm am nächsten stehen. Luc fährt zurück in die Firma und bleibt in einem gewaltigen Sturm mit dem Auto im Schlamm stecken. Wenig später findet Geert das verlassene Auto vor und gerät in Panik. Allmählich wird beiden klar, dass sie nicht auf der Flucht sind, sondern sich auf etwas zubewegen, dem sie nicht länger aus dem Weg gehen können: Verantwortung – und aufeinander.
Mo / 16.2. / 17:30 / Haus der Berliner Festspiele
Di / 17.2. / 15:30 / Urania
Mi / 18.2. / 10:00 / Cubix 7
Sa / 21.2. / 17:50 / Cubix 7
So / 22.2. / 22:30 / Cubix 5
Traces
Panorama Dokumente
Dok, R: Alisa Kovalenko & Marysia Nikitiuk, UKR/PL 2026, 85 min, ukr. OmeU, Weltpremiere
Der Film nimmt ukrainische Frauen in den Blick, die während des russischen Angriffskriegs sexuelle Gewalt und Folter erlebt haben und sich weigern, darüber zu schweigen. Er begleitet Iryna Dovhan, eine Betroffene, die zur Aktivistin geworden ist und die Erinnerungen betroffener Frauen in den zurückeroberten Gebieten der Ukraine dokumentiert. Anhand ihrer Geschichte schafft der Film das Porträt eines kollektiven Traumas, eröffnet aber auch Raum für Hoffnung. Iryna versammelt Überlebende in einem Kreis aus Mut und Fürsorge. Gemeinsam verwandeln sie ihren Schmerz in Kraft im Kampf für Wahrheit, Gerechtigkeit und gegenseitige Unterstützung. Traces ist nicht nur reine Dokumentation von Kriegsverbrechen, sondern auch ein Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit und die Solidarität unter den Frauen.
[Texte: Berlinale.de]
Info: https://www.berlinale.de
Ort: verschiedene Orte in Berlin
Foto: Premiere von "Viceroy's House" bei der Berlinale 2017 (Ausschnitt) © Martin Kraft / photo.martinkraft.com / Wikipedia / CC BY-SA 3.0