Berlin liegt im Osten: Wichtige Geister und Protagonist*innen aus Mittel- und Osteuropa prägen bis heute maßgeblich das Berliner Kulturleben. Ihren Einfluss sichtbar zu machen, ihre aktuellen Stimmen und Themen zu Wort kommen zu lassen und die Verbindungslinien zwischen Einst und Jetzt, Ost und West neu zu ziehen, ist das Anliegen des OSTPOL BERLIN Festivals.
Mit zweisprachigen Veranstaltungen und deutschen Übersetzungen, mit Lesungen, Konzerten, Vorträgen, Performances und Diskussionen leuchten die aktuellen Aspekte unserer Gegenwart in den lebendigen Farben der Künste auf. Das Programm wendet sich an das breite, vielsprachige Publikum (nicht nur) Berlins und lädt alle herzlich ein: Hier gibt es etliches Bemerkenswertes und Erstaunliches zu entdecken.
Und von hier gehen neue Impulse der kulturellen Kooperation in die internationale Kulturszene aus: Berlin als realexistierende geistige Heimat, die eine lebendige, innovative, gemeinsame Kultur ermöglicht.
Alle Veranstaltungen sind öffentlich und hauptsächlich auf Deutsch – mit fremdsprachigen Anteilen und Übersetzungen (bitte Hinweise zu den einzelnen Programmteilen beachten).
Programm (Auszug):
07.07. / 18:00
SUROWICA – Das Konzert
Traditionelle Folkgesänge aus Osteuropa und dem Balkan – live und a capella mit Polyphonie, Kreisgesängen und weißem Gesang, Rhythmen, Melodien und Emotionen – die magischen Kräfte menschlicher Stimmen mit Joanna Kordylewicz, Julitta Gorustowicz, Anna Svetozarov, Izabela Obłaczyńska und als Gästin an der fidel płocka Joanna Kordylewicz, Gastgeber: Martin Jankowski.
in deutscher und polnischer Sprache
10.07. / 16:00
Die Berlinskis – eine polnische Wundertüte
1. Fülle, also Leben in unterschiedlichen Sprachcodes
Vortrag von Dorota Danielewicz
Die bekannte Autorin und Journalistin Dorota Danielewicz beleuchtet das faszinierende Universum der Mehrsprachigkeit und gibt darüber Auskunft, wie unterschiedliche Sprachidentitäten den kreativen Alltag und die eigene Wahrnehmung prägen. Ein inspirierender Exkurs über das Leben, Denken und Schreiben im ständigen Wechsel zwischen Polnisch und Deutsch.
2. Poesie: Verdichten, erdichten
Lesung mit Urszula Usakowska-Wolff, Moderation: Dorota Danielewicz
Eine zweisprachige Lesung voller Humor, Wortwitz und tiefer poetischer Einblicke – die Lyrikerin Urszula Usakowska-Wolff verwebt polnische und deutsche Sprachwelten zu einem lebendigen Gesamtkunstwerk.
überwiegend in deutscher Sprache (polnische Anteile mit Übersetzung)
10.07. / 18:00
Agata Koch: Magnolien
Moderation: Magda Schwabe, Sprecherin: Dorota Danielewicz
Der Roman der polnischen Berliner Autorin Agata Koch wird erstmals in deutscher Sprache vorgestellt. In ihrem Debütroman begibt sich die Autorin aus Milanów (Ostpolen) auf die Suche nach ihren Wurzeln. Der Roman führt die Leser*innen durch Erinnerungen an die Kindheit, das Erwachsenwerden und spätere Lebenserfahrungen zwischen Polen und Berlin und vereint dabei die persönliche Geschichte mit dem Hintergrund historischer Umbrüche in Europa. Dabei thematisiert sie Fragen nach Identität, Erinnerung, Lebensweg und dem Mut, eigene Entscheidungen zu treffen.
in deutscher und polnischer Sprache (mit Übersetzung)
10.07. / 20:00
HÄUTUNGEN: Jazz & Performance
1. Konzert von Dagmara Korona (Gesang), Wojciech Jurgiel (Akkordeon) & Tomasz Krzyżanowski (Violine), Moderation: Magda Schwabe
Jazz und Chanson, Gefühl und Virtuosität – das polnische Berlin live! Dagmara Korona & Ensemble laden zu einer musikalischen Reise ein, die direkt das Herz berührt. Die ausdrucksstarke gesungene Poesie besticht durch leidenschaftliche Arrangements.
2. Bühnenperformance von Leon Dziemaszkiewicz
Moderation: Dorota Danielewicz
Der Ausnahmekünstler sprengt mit seiner radikalen Performance tradierte Genregrenzen und nutzt den Körper als Projektionsfläche. Das expressive, aufrüttelnde Kunsterlebnis wird das Publikum im Kern berühren und provozieren.
in deutscher, polnischer und englischer Sprache
Veranstalter: OSTPOL BERLIN Festival – mehrsprachiges Literaturfestival der mittel- und osteuropäischen Künstler*innen Berlins
Info: ostpol-berlin.de
Eintritt: 3–5 EUR pro Veranstaltung
Ort: Maschinenhaus (Kulturbrauerei), Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin
Fotos © Lukasz Bak / X-Verleih / RPC Good Boy Limited / Skopia Film