mit Florian Peters und Ewa-Maria Slaska
Moderation: Dorota Danielewicz
In deutscher Sprache
Eintritt frei
Wie hat die Beteiligung an der Solidarność-Bewegung das Leben der Betroffenen verändert? Die August-Vereinbarungen von 1980 waren ein bedeutender Moment der Geschichte, der die Menschen, die ihn erlebt haben, noch 46 Jahre danach bewegt. Sie haben erfahren, dass sie die Geschichte aus eigener Kraft bewegen können. Manche haben jedoch inzwischen vergessen, warum es wichtig war und dass sie Teil der Geschichte waren. So erging es einigen Protagonistinnen und Protagonisten des Buches „Amerikanischer Traum“ von Ewa Maria Slaska: den Solidarność-Aktivistinnen und -Aktivisten und ihren Familien, die über Berlin in die USA auswanderten. Die Herausforderungen des Lebens im Westen, von dem sie geträumt hatten, haben die Solidarność-Erfahrung in den Hintergrund treten lassen. Im Gespräch mit der Autorin Ewa Maria Slaska und dem Historiker Florian Peters diskutieren wir über die Solidarność-Bewegung als Erfahrung, über die Biografien der Solidarność-Aktivistinnen und -Aktivisten und die politischen sowie ökonomischen Ideen, die der Bewegung zugrunde lagen, und darüber, was aus ihnen im freien Polen wurde. Die Autorin Dorota Danielewicz moderiert die Diskussion.
Die aus Danzig stammende damalige Solidarność-Aktivistin Ewa Maria Slaska lebt seit 1985 als Autorin, Bloggerin, Journalistin, Verlegerin und Projektmanagerin in Berlin. In 80ern verbunden mit der polnischen Demokratiebewegung Solidarność. In ihrem neuesten Buch Amerykański sen /Amerikanischer Traum, einer Autofiktion, einem Roman mit hohem dokumentarischem Anteil, konzentriert sie sich auf das Leben zweier in Danzig (Gdańsk) geborener Menschen, aufgewachsen in der Volksrepublik Polen. Sie sind aktive Teilnehmer der Solidarność – Bewegung. In den 1980er Jahren wandern sie aus, erst nach West Berlin, dann in die Vereinigten Staaten. Sie suchen die Freiheit. Ob die Freiheit, die sie in Amerika finden, das ist, was sie sich erträumt haben?
ewamaria.blog; polkopedia.org
Dr. Florian Peters ist Historiker an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und arbeitet zur Geschichte des östlichen Europas im 20. Jahrhundert. Nach seinem Studium in Kiel und Poznań wurde er an der Humboldt-Universität Berlin mit einer preisgekrönten Studie zu Holocaust-Erinnerung und Geschichtspolitik in Polen promoviert. Es folgten Stationen als Postdoc auf einer DFG-geförderten Eigenen Stelle am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Seit 2021 forscht er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 294 zu den postsozialistischen Transformationen der Eigentumsregime in Polen und in der Ukraine. Seine Forschungsinteressen kreisen um die Frage, wie moderne Gesellschaften tiefgreifenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandel sinnstiftend gestalten. 2023 ist im Ch. Links Verlag das Buch „Von Solidarność zur Schocktherapie. Wie der Kapitalismus nach Polen kam.“ Von ihm erschienen.
Dorota Danielewicz, geb. 1964 in Poznań, Polen. Zweisprachige Publizistin, Schriftstellerin, auch Übersetzerin und Kulturmanagerin. In Berlin seit 1981. Absolventin der Slawistik und Ethnologie an der FU Berlin. Dorota Danielewicz war zehn Jahre lang Berliner Korrespondentin der polnischen Sektion bei Radio France International. Sie war Redakteurin und Moderatorin für Radio Multikulti (rbb) und beim Funkhaus Europa (WDR). 20 Jahre lang gestaltete sie in diesem Rahmen ein Literaturmagazin. 1986/87 wohnte sie in den USA, in New York, wo sie für das public relation department der UNO tätig war. Seit 1989 organisiert und moderiert sie deutsch-polnische Literaturlesungen. 2021 und 2025 war Dorota Danielewicz Kuratorin des erfolgreichen deutsch-polnischen Literaturforums UNRAST Berlin. Zuletzt erschienen sind „Der weisse Gesang. Die mutigen Frauen der belarussischen Revolution“ und „Jans Weg“ 2022 im Europa Verlag sowie „Berlin. Miasto, które niczemu się nie dziwi“, Wielka Litera, 2026.