17.03.2026 - 5.04.2026 Film, Programm

Filmretrospektive von Andrzej Wajda: Polens moralische Stimme

Das Wajda-Jahr 2026 eröffnet neue Perspektiven auf das Werk Andrzej Wajdas: Zum 100. Geburtstag und 10. Todestag zeigt eine Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria 10. zentrale Filme seines künstlerischen Schaffens.

Datum und Uhrzeit: Di., 17. März – So., 05. April 2026
Ort: Metro Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, , 1010 Wien 

Info und Karten

Zum 100. Geburtstag und zum 10. Todestag von Andrzej Wajda werden in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria ausgewählte Werke des international gefeierten Regisseurs gezeigt. Wajda, eine der prägenden Filmemacher des 20. Jahrhunderts und eine moralische Stimme Polens, schuf Filme, die tief im historischen Bewusstsein seines Landes verwurzelt sind und zugleich universelle Themen ansprechen.

Andrzej Wajda beim Dreh von Gelobten Land, 1974

Sein Werk ist politisch präzis, formal innovativ sowie emotional eindringlich und reflektiert die Hoffnungen, Traumata und Kämpfe eines ganzen Jahrhunderts. Die Retrospektive lädt dazu ein, Wajdas Kino neu zu entdecken als poetische Bildsprache, als kritisches Gedächtnis und als humanistische Betrachtung von Freiheit, Verantwortung und Erinnerung. 

Das Jahr 2026, vom Polnischen Senat zum Wajda Jahr gekührt,
bietet die Gelegenheit, Wajdas Schaffen aus neuen Perspektiven
zu betrachten. Die Retrospektive lädt dazu ein, Wajdas Kino
neu zu entdecken als poetische Bildsprache und als humanistische
Betrachtung von Freiheit und Verantwortung.

Die Auswahl umfasst zehn Filme, die Wajdas künstlerische  Entwicklung nachzeichnen und seine zentralen filmischen Motive sowie ästhetische Strategien sichtbar machen: (Die konkreten Daten werden im Februar bekannt gegeben.)

Kanał“ / Der Kanal“ (1957) 
Wajdas frühes Meisterwerk über die letzten Stunden des Warschauer Aufstands führt mit unnachgiebiger Intensität in die Dunkelheit der Kanalisation. Der Film markiert den Beginn seines Lebenswerks: die Auseinandersetzung mit der polnischen Geschichte und dem existenziellen Drama des Widerstands. 

„Popiół i diament“ / „Asche und Diamant“ (1958)   
Einer der ikonischsten Filme des osteuropäischen Kinos. In der Geschichte eines jungen Widerstandskämpfers, der nach Kriegsende zwischen Pflicht und Sehnsucht steht, entfaltet Wajda ein komplexes Bild einer Nation im Übergang.  

„Wszystko na sprzedaż“ / „Alles zu verkaufen“ (1968) 
Eine selbstreflexive, melancholische Meditation über den Verlust des Schauspielers Zbigniew Cybulski. Wajda verbindet Fiktion und Realität zu einem Film über Trauer, Künstleridentität und die Macht des Kinos – ein Schlüsselwerk seines Schaffens. 

„Brzezina“ / „Das Birkenwäldchen“ (1970)  
Auf Grundlage einer Erzählung von Jarosław Iwaszkiewicz entwirft Wajda ein leises, atmosphärisches Drama über Brüder, Liebe und Sterblichkeit. Der Naturraum wird zum poetischen Spiegel innerer Konflikte. 

„Ziemia obiecana“ / „Das gelobte Land“ (1975) 
Ein episches Panorama der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Wajda zeichnet das Aufsteigen und Scheitern dreier junger Unternehmer nach und entlarvt die zerstörerische Logik des Kapitalismus – bis heute hochaktuell. 

„Człowiek z marmuru“ / „Der Mann aus Marmor“ (1977) 
Ein Wendepunkt im politischen Kino Polens: Mit dokumentarischer Schärfe untersucht Wajda die Mechanismen staatlicher Propaganda. Die junge Filmemacherin Agnieszka wird zur Symbolfigur eines neuen, kritischen Bewusstseins. 

„Panny z Wilka“ / „Die Mägde von Wilko“ (1979)   
Ein lyrisches Drama über Erinnerung und verpasste Möglichkeiten. Wajda zeichnet ein feinsinniges Bild des Alterns und richtet den Blick zurück auf unerfüllte Lebenswege. 

Dyrygent / Dirigent“ (1980) 
Die Begegnung eines polnischen Orchesters mit einem weltberühmten Dirigenten eröffnet ein vielschichtiges Drama über Kunst, Autorität und die Reibungen zwischen Generationen. Wajda untersucht hier seine wiederkehrende Frage: Welche Verantwortung tragen Künstler? 

„Tatarak“ / „Der Kalmus“ (2009) 
Ein spätes, introspektives Werk, das Fiktion, persönliche Erinnerung und den Tod des Schauspielers Krystian Lupa miteinander verschränkt. Ein Film über Vergänglichkeit, Liebe und die Unruhe des Herzens – getragen von der großartigen Krystyna Janda. 

„Powidoki“ / „Nachbilder“ (2016) 
Wajdas letzter Film ist ein eindringliches Porträt des avantgardistischen Künstlers Władysław Strzemiński, der sich dem stalinistischen Druck entgegenstellt. Ein Vermächtnisfilm über Freiheit, Integrität und den Preis des Widerstands.


Veranstalter: Filmarchiv Austria, Polnisches Institut Wien


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