10.03.2022 - 16.04.2022 Archiv, Programm

Playing Architecture

BERLIN / Ausstellung des Architekturbüros OVO Grąbczewscy Architekci

Vernissage: 10.03.2022 / 19:00 Uhr mit einem Gespräch von Marcin Szczelina (Architecture Snob) mit Oskar Grąbczewski (OVO Grąbczewscy) und einem Konzert der Band Szklane Oczy

Anmeldung zur Eröffnung: ⇒ hier (Google Formulare)
Livestream der Vernissage: ⇒ hier (Instagram) / ⇒ hier (Zoom)

Das Architekturbüro OVO Grąbczewscy Architekci wurde 2002 von Barbara und Oskar Grąbczewski in Katowice gegründet und gehört zu den erfolgreichsten Büros in Polen. Es hat zahlreiche Projekte realisiert und Preise gewonnen, u. a. 2006 und 2016 den SARP-Preis des Verbandes Polnischer Architekten für das beste Gebäude. Ihr „Museum of Fire“ wurde 2017 für den Mies-van-der-Rohe-Preis nominiert. Aktuell realisiert OVO Grąbczewscy einen Wohnkomplex an Katowices Ausgehmeile ul. Mariacka (2019, 1. Preis im Wettbewerb).

Museum of Science (2018)

Architektur ist eine ernsthafte Angelegenheit – das gilt selbstverständlich auch für OVO Grąbczewscy Architekci. Funktionale, konstruktive, rechtliche und finanzielle Anforderungen sowie die Erwartungshaltung des Bauherrn bedingen, dass Architektur die „unfreieste“ aller Künste ist – Tendenz steigend. Um sich dennoch die für ihren Beruf notwendigen schöpferischen Freiräume zu erhalten, haben die Architekt*innen das Prinzip der Playing Architecture entwickelt. Es ermöglicht ihnen – trotz strikter Bedingungen – Visionen, Freiheit, Spaß, Forschung sowie Humor und werden den jeweiligen Bauaufgaben entsprechend angewendet.

Das „Museum of Fire“ (Żory, 2015) zum Beispiel sollte ursprünglich lediglich ein Infopavillon sein, bis die Architekten die Geschichte der Stadt (Żory, dt. „Feuer“) wörtlich nahmen. Beim Wettbewerb für das Małopolska Science Center in Kraków (2018, 3. Preis) wiederum wurden sechs eigentlich nicht miteinander vereinbare Konzepte überlagert. Das Verwaltungszentrum in Wielka Wieś (2016) schließlich wurde eigentlich gar nicht entworfen, stattdessen wurden schlicht Maßstab, Form und Material der umgebenden Bebauung kopiert.

Diese spielerische Haltung spiegelt sich auch im Ausstellungskonzept wider. Denn Playing Architecture ist nicht nur für Architekten konzipiert, sondern für jedermann. Die Besucher werden dazu aufgefordert mitzumachen, zu spielen und die Ausstellung zu verändern, um ihre eigene Vorstellung von Architektur umzusetzen. Das gewöhnliche Mantra „Bitte nicht anfassen“ wird ersetzt durch „please touch the exhibits“.

Planet Lem (2019)

Die Vernissage wird durch die junge polnische Frauen-Rockband Szklane Oczy musikalisch begleitet. Ania (Gesang, E-Gitarre), Aga (Bass, Chöre) und Ola (Schlagzeug) spielen seit 2016 noisigen Rock und lassen sich dabei von Punk, romantischer Lyrik und psychedelischen Klängen inspirieren. Das Trio wurde von der Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit dem Sanki-Preis ausgezeichnet und konnte den Wettbewerb „Dzielnica Brzmi Dobrze“ (Die Siedlung klingt gut) für sich entscheiden. Die Musikerinnen stehen auch unter der Schirmherrschaft der Initiative „UNESCO-Musikstadt Katowice“, obwohl ihr Debütalbum „Rzeczywistość“ (Realität) erst seit Januar 2020 in den Regalen steht.

Info: www.ovo-grabczewscy.pl, www.architekturgalerieberlin.de, www.instagram.com/szklane_oczy_
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: Di–Fr 14:00–19:00 Uhr, Sa 12:00–18:00 Uhr
Ort: Architektur Galerie, Karl-Marx-Allee 96, 10243 Berlin

 

Fotos © OVO Grąbczewscy Architekci / Tomasz Zakrzewski

 

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