1.03.2018 Aktuelles, Geschichte, Programm

Nationaler Gedenktag an die Verfemten Soldaten

01.03.2018 – 01.03.2018

In den Gefängnissen gefoltert, zum Tode verurteilt, danach in Vergessenheit geraten: Diese ist die Geschichte der Verfemten Soldaten, derer wir besonders am 1. März gedenken. Die Erinnerung an die Mitglieder des antikommunistischen Untergrunds der Jahre 1944-1956 erfuhr 2011 die lang erwartete Etablierung zu einem Nationalen Gedenktag an die Verfemten Soldaten. Er wird am 1. März begangen, dem Jahrestag der Vollstreckung des Todesurteils gegen die letzten Anführer der Vereinigung „Freiheit und Unabhängigkeit“.

Die Initiative zur Verabschiedung des Gesetzes über den neuen Nationalfeiertag ergriff 2010 Präsident Lech Kaczyński. Der Nationale Gedenktag an die Verfemten Soldaten wurde 2011 durch das polnische Parlament beschlossen – In Ehrerbietung den Helden des antikommunistischen Untergrunds, die in Verteidigung des Polnischen Staates und für das Recht zur Selbstbestimmung und Verwirklichung der Demokratiebestrebungen des polnischen Volkes sich der sowjetischen Aggression und der Unterwerfung durch das kommunistische Regime widersetzt hatten.

„Verfemte“ (wyklęci) oder auch „standhafte“ („niezłomni”) Soldaten werden Einheiten genannt, die in den Jahren 1944-1956 Teil des antikommunistischen Untergrunds waren. Die „verfemten Soldaten“ wollten die im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs errichtete Ordnung in Polen nicht akzeptieren. Nachdem Polen sich im sowjetischen Einflussbereich befand und die von den Kommunisten dominierte Provisorische Regierung der Nationalen Einheit die Macht im Land übernommen hatte, beschloss ein erheblicher Teil der Einheiten, die während des Krieges gegen Nazi-Deutschland gekämpft hatten, im Untergrund zu bleiben und Widerstand gegen die Armee und die Sonderverbände der UdSSR sowie die ihnen unterstellten polnischen Truppen zu leisten. In den Jahren der größten Aktivität des polnischen Untergrunds wirkten in seinem Rahmen rund 200 Tsd. Mitglieder. 20 Tsd. von ihnen kämpften als Partisanen, weitere Dutzende Tsd. sorgten für Zuflucht und Nachrichtenübermittlung.

Während des Stalinismus wurden diese standhaften Soldaten jahrelang vom kommunistischen Regime verfolgt, hingerichtet bzw. zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Militärtruppen, die Miliz sowie die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes waren stets rücksichtslos in der Bekämpfung antikommunistischer Zivilbevölkerung. In den Zeiten der Volksrepublik Polen wurde ein verfälschtes Bild der Untergrundsoldaten verbreitet und ihre patriotische Einstellung verschwiegen.

Die Wiederbelebung der Erinnerung an die Verfemten Soldaten sowie die Zuerkennung einer gebührenden Stellung in der polnischen Geschichte wurde in Polen erst nach 1989 möglich.

Anlässlich des Nationalen Gedenktages an die Verfemten Soldaten lädt das Polnische Institut zur Vorführung des Filmes „Der Verfemte“ (OmU, PL 2017, 105 Min.) von Konrad Łęcki ein. Die Handlung spielt im Polen der späteren 1940er-Jahre. Die Hauptfiguren sind Mitglieder des bewaffneten antikommunistischen Untergrunds, Menschen, die trotz der enormen Überlegenheit des Sicherheitsministeriums, bis zum Schluss für ihre Sache einstehen.

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