16.03.2018 Aktuelles, Geschichte, Programm

„Stella“ von Maciej Pawlicki

16.03.2018, 18:30
Polnisches Institut Wien

Stella Zylbersztajn-Tzur war 17, als ihr die Flucht aus dem Ghetto in der ostpolnischen Kleinstadt Łosice gelungen war. Ihre Mutter wurde aufgehalten, in das Vernichtungslager Treblinka transportiert und ebendort ermordet. Nach dem Tod der Mutter wurde Stella von mehr als 20 polnische Familien aus Łosice und Umgebung versteckt. Nach Kriegsende nahm Stella den katholischen Glauben an und trat nach der Matura dem Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen bei. Im Alter von 44 Jahren ging sie nach Israel, wo sie bis heute lebt. Auf Stellas Initiative wurden 23 Personen, die ihr Leben riskiert hatten, um die junge Frau vor der Ermordung zu retten, mit dem Ehrentitel der Gerechten unter den Völkern ausgezeichnet.

Der dokumentarische Spielfilm von Maciej Pawlicki (PL 2015, OmeU, 55 Min.) stellt ein Porträt einer tapferen Frau dar, die an die Vergangenheit zurückdenkt und diejenigen nie vergessen wird, die ihr Schicksal so immens beeinflusst haben. Stella Zylbersztajn-Tzur betont aber auch, dass das Leben im Hier und Jetzt am wichtigsten ist, und sie weist darauf hin, dass der Holocaust nie richtig aufgehört hat, weil es in der Welt noch immer viel Leid gibt. Gemeinsam mit anderen Jüdinnen aus Haifa, wo sie derzeit lebt, setzt sich Stella Zylbersztajn-Tzur für palästinensische Frauen ein. Wie ihre Freunde sagen, sind die Türen von ihrem Zuhause immer offen für Bedürftige.

Anlässlich des Nationalen Gedenktages für Polen, die Juden gerettet haben.

Adresse: Polnisches Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien
Eintritt/Tickets: Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: 01/533 89 61

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