10.10.2019 Programm, Wissen

„Eine Jude spricht Jiddisch“ – Vortrag und Konzert

Jiddisch, die Muttersprache der meisten Juden im östlichen Europa, erlebte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg: Aus dem zuerst bloßen „Jargon“ wurden eine vollwertige Kultursprache und ein wichtiger Identitätsfaktor. Bildung spielte dabei eine entscheidende Rolle. Doch über deren Entwicklung ist bisher wenig bekannt.

Dr. Evita Wiecki nutzt als Quelle ihrer Forschung Lehrbücher, die für den muttersprachlichen Unterricht des Jiddischen zwischen 1886 und 1964 in Polen herausgegeben wurden. An ihrem Beispiel lässt sich die Geschichte des modernen Jiddisch gut nachzeichnen. Es ist eine Geschichte, die trotz zahlreicher Brüche und Umbrüche durchaus Kontinuitäten aufweist.

Dr. Evita Wiecki, geboren in Warschau, ist seit 2010 Lektorin für Jiddisch am Historischen Seminar der LMU München, Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur. Sie beteiligt sich an zahlreichen Forschungs- und Übersetzungsprojekten, die mit jiddischer Sprache und Kultur zu tun haben. Wiecki hat unter anderem Yankev Glatshteyns auf Jiddisch verfassten Jugendroman „Emil und Karl“, der 1938 in Wien spielt, herausgegeben.

Nach dem Vortrag findet ein Konzert von Magda Brudzińska TRIO „THE BEST KLEZMER LOVE SONGS“ (Magda Brudzińska, Konrad Ligas, Szymon Frankowski) statt. Das Trio vereint Jazz, Klassik und Pop mit klassischer Klezmermusik und lässt auf diese Weise Tradition und Moderne miteinander verschmelzen. Die Musiker treten mit verschiedenen Klezmer-Formationen auf, nehmen an internationalen Festivals der Klezmermusik teil und arbeiten regelmäßig mit Orchestern aus Rundfunk und Fernsehen zusammen. An diesem Abend erwartet Sie in privater Atmosphäre eine faszinierende Reise durch die schönsten Liebeslieder der Klezmermusik

Einführung: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Langer, Institut für Judaistik der Universität Wien

Adresse: Polnisches Institut, Am Gestade 7, 1010 Wien
Eintritt/Tickets: Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: 01/533 89 61


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