9.04.2024 Geschichte, Programm

„Oral History und der Krieg“. Buchpräsentation mit Piotr Filipkowski

Der Autor analysiert die Lagererfahrungen von polnischen Überlebenden aus der Perspektive autobiografischer Erzählungen, die mit Überlebenden des KZ-Komplexes Mauthausen-Gusen aufgenommen wurden.

Datum und Uhrzeit: Di., 9. April,18.30 Uhr 

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die überarbeitete Dissertation von Dr. Piotr Filipkowski, die 2010 in Polen erstpubliziert wurde und 2019 auf Englisch erschien. Für Band 18 der Publikationsreihe „Mauthausen-Studien“ wurde diese wegweisende Arbeit der Oral History erstmals ins Deutsche übersetzt. Der Autor analysiert die Lagererfahrungen von polnischen Überlebenden aus der Perspektive autobiografischer Erzählungen, die großteils im Rahmen des Mauthausen Survivors Documentation Project in den Jahren 2001-2003 mit Überlebenden des KZ-Komplexes Mauthausen-Gusen aufgenommen wurden.
Der Historiker und Soziologe Piotr Filipkowski ist Mitarbeiter des Instituts für Soziologie und Philosophie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Er hat selbst an diesem Projekt mitgewirkt und mehr als 30 Interviews mit polnischen Überlebenden geführt. Seine Erfahrungen fließen in die Tiefenanalyse der erzählten Erinnerungen ein. Die Berücksichtigung kultureller und sozialer Rahmenbedingungen ermöglicht ein vielschichtiges Bild individueller polnischer Lagererfahrungen.

Filipkowski ist Mitautor – zusammen mit Philipp Ther und Forschungsteam aus Regensburg – der Monographie „In den Stürmen der Transformation. Zwei Werften zwischen Sozialismus und EU“ (Suhrkamp 2022).

Aktuelles Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld: Deutsche Konzentrationslager und ihre Darstellungen – von individuellen Zeugnissen zu soziologischen Theorien (finanziert durch die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung)

 

Einführung: Dr. Gregor Holzinger, Forschungsstelle Mauthausen Memorial / KZ-Gedenkstätte
 
Gesprächspartner: Dr. Alexander Prenninger
 
Dr. Alexander Prenninger – Projektkoordinator mehrerer Forschungsprojekte, darunter das „Mauthausen Survivors Research Project“, Herausgeber und Mitherausgeber mehrerer Bücher, darunter „Europa in Mauthausen“, sowie zahlreicher Artikel über KZ-Gedenkstätten, die Erinnerung an die Lager und die Deportation in das Lagersystem. Seine Forschungsinteressen sind die Verbindung von Oral History mit formalen Methoden, Netzwerkanalyse, Gedächtnisforschung und die Geschichte der Konzentrationslager, der Weltkriege, des Völkermords, der Deportation und internationaler Konflikte.
 

Ort: Polnisches Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien  

Info und Karten: Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: event.wien@instytutpolski.pl 

Veranstalter: Mauthausen Memorial | KZ-Gedenkstätte, Polnisches Institut Wien


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