1.07.2026 Design, Kunst, Programm

Ausstellung: „Dort, wo der Schatten endet“ von Maria Kiesner

In der Galerie des Institut werden fünfzehn Ölgemälde präsentiert, die modernistische Villen und Gebäude zeigen. Die Arbeiten veranschaulichen Architektur aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Lichtstimmungen und betonen dabei ihre Monumentalität, ihren Rhythmus sowie die Klarheit der reduzierten Formensprache.

Ausstellungseröffnung: Mi., 1. Juli, 18.30 Uhr
Dauer der Ausstellung:
Do., 2. Juli bis Di., 15. September
Ort: Galerie des Polnischen Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien

Info und Karten: Eintritt frei

 

Maria Kiesner ist Malerin und Absolventin der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Seit vielen Jahren vertieft sie in ihrem künstlerischen Schaffen konsequent ihr Interesse an der modernistischen Architektur und konzentriert sich dabei auf das Verhältnis von Baukörper, Licht und Raum. In ihrer Praxis entstehen Gemäldeserien, die der urbanen Architektur gewidmet sind und deren Form sowie Wirkung unter wechselnden Wetter- und Lichtbedingungen untersuchen. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Fotografien – sowohl gefundene als auch von der Künstlerin selbst angefertigte –, die ihr als visuelle Skizzen dienen.

In der Galerie des Polnisches Institut Wien werden fünfzehn Ölgemälde präsentiert, die modernistische Villen und Gebäude zeigen. Die Arbeiten veranschaulichen Architektur aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Lichtstimmungen und betonen dabei ihre Monumentalität, ihren Rhythmus sowie die Klarheit der reduzierten Formensprache.

„Maria Kiesner malt immer wieder dasselbe Motiv: Architektur vor dem Hintergrund des Himmels. Es gibt sehr viele dieser Gemälde. Sie werden seit vielen Jahren in einer charakteristischen Art und Weise gemalt. Im Grunde handelt es sich stets um dasselbe Bild – das Porträt eines Hauses. Ein Baukörper in einer bestimmten Lichtsituation. Häuser – ihre Fassaden, Fenster, Gesimse, Schornsteine, Treppen oder Brücken erscheinen einmal vor hellem, einmal vor dunklem Himmel. Häuser im Schatten oder in der Sonne, in dramatischen Kontrasten oder gedämpftem Licht, sind scheinbar ähnlich gemalt, aber jedes Mal anders.

Beim Betrachten der Ausstellungen der Künstlerin wird deutlich, dass dieses Thema nahezu unendlich viele Variationen zulässt. Die Stärke dieser Arbeiten liegt darin, dass sich die Perspektive des Betrachters ständig verändert: Einmal stehen wir den Gebäuden wie Riesen gegenüber und betrachten die Stadtlandschaft wie ein Modell, ein anderes Mal erscheinen wir als winzige Figuren vor überwältigenden, unüberwindbaren Mauern.

Trotz der Inspiration durch die Fotografie verliert sich hier die optische Unbeholfenheit dieses Mediums. Während ein Fotoabzug nur andeutet, was außerhalb des Bildausschnitts liegen könnte – in den Bildern von Maria Kiesner können wir das sehen. Verzerrungen entstehen dann, wenn das Gefühl der Monumentalität verstärkt werden soll. Die Reduktion der Elemente verstärkt die Strenge. Überflüssige Details werden mit Alles beginnt mit einer Fotografie – einer fertigen, gefundenen, meist herausragenden, aber oft auch banalen, postkartenartigen, angewandten Aufnahme. Neu ist, dass die Künstlerin begonnen hat, selbst die fotografischen Vorlagen anzufertigen. Kiesner verwendet die Kamera wie ein Skizzenbuch, in dem sie Proportionen der Architektur, die Faszination einer Lichtstimmung oder ein seltsames Detail festhält. Wenn man also nach etwas Neuem in ihrem langweilig konsequenten Schaffen suchen würde, wäre es die mutige Entscheidung, selbst die Fotos für ihre Bilder zu machen. Betrachtet man Kiesners Bilder, entsteht der Eindruck, dass die Malerin mehr über das dargestellte Motiv weiß. Sie muss fremde Fotografien nicht ergänzen oder den Eindruck der anderen verstärken, sondern erzählt von Anfang an ihre eigene Geschichte.“ – Stefan Paruch

 

Galerie Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 12–16 Uhr
Veranstalter: Polnisches Institut Wien

 


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