27.08.2026 Design, Programm

Interdisziplinäre Projektpräsentation: „Dress to Impress“ im Rahmen des 25. Internationalen Kongresses für Byzantinistik

Ein Projekt, das wissenschaftliche Forschung, Archäologie und Kunst miteinander verbindet und mittelalterliche Gewänder des christlichen Nubien anhand der Wandmalereien aus Faras rekonstruiert.

Datum und Uhrzeit: Do., 27. August 19.30 Uhr
Ort: Auditorium Maximum der Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien
Info und Karten: Eintritt frei

 

 

Das Forschungs- und Kunstprojekt der SWPS Universität und der Universität Warschau unter der Leitung von Dr. Karel Innemée und Dr. Agnieszka Jacobson-Cielecka widmet sich der Rekonstruktion von Gewändern aus dem christlichen Nubien auf Grundlage der Wandmalereien aus der Kathedrale von Faras. In einem mehrstufigen kreativen Prozess wurden fünf Kostüme rekonstruiert: zwei Beispiele königlicher Gewänder, zwei Gewänder von Königsmüttern sowie ein Bischofsgewand.

In der archäologischen und historischen Forschungsphase des Projekts wurde untersucht, wie das Christentum – eine neue Religion, die im 6. Jahrhundert von Konstantinopel aus nach Nubien gelangte – die offizielle Kleidung von Herrschern und religiösen Würdenträgern beeinflusste. Ähnlich wie heute waren Gewänder und dekorative Elemente Teil eines Systems nonverbaler Kommunikation, in dem jedes Detail eine bestimmte Bedeutung hatte. Monumentale Darstellungen von Mitgliedern des Hofes und des Klerus waren ein wichtiger Bestandteil der Ausstattung nubischer Kirchen. Sie sollten auf die Gläubigen wirken und die Verbindungen zwischen dem Königreich, der Kirche und dem göttlichen Ursprung der Macht hervorheben. Der Prozess der Rekonstruktion der Gewänder zeigte, welch wertvolle Wissensquelle diese Wandmalereien darstellen.

Die sorgfältig von Hand genähten, bestickten und mit gedruckten Mustern verzierten Kostüme schaffen eine greifbare Verbindung zur Vergangenheit. Sie vermitteln einen Eindruck von der körperlichen Erscheinung nubischer Würdenträger und geben Einblick in die sich wandelnde Ästhetik und Materialität ihrer Kleidung. Vor allem aber erzählen die Kostüme auf visuelle Weise von der kulturellen Entwicklung des Königreichs Nubien: Sie verbinden byzantinische Einflüsse aus der Zeit der Christianisierung mit Elementen der lokalen Kultur und dem exotischen Reiz des muslimischen Orients


Veranstalter: SWPS Universität Warschau, Universität Warschau, Universität Wien
Partner: Polnisches Institut Wien


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