24.06.2025 Kunst, Musik, Programm, Tanz

Performance von Królówczana Smuga & Finissage der Ausstellung von Patryk Różycki

Die von Adam Piętak geschaffene audiovisuelle Figur Królowczana Smuga verbindet rohe Gitarrenklänge mit einer verstörenden Stimme und thematisiert vergessene Biografien aus der polnischen Provinz. In kritischer Distanz zur Folklore nutzt sie traditionelle Ästhetik, um Heimat, Erinnerung und nationale Narrative zu hinterfragen.

Datum und Uhrzeit: Di., 24. Juni, 18:30
Ort: Polnisches Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien

Info und Karten: Eintritt frei I Anmeldung erforderlich: event.wien@instytutpolski.pl

 

Królowczana Smuga ist eine audiovisuelle Persönlichkeit, die von dem aus Biłgoraj stammenden Adam Piętak zum Leben erweckt worden ist. Die musikalische Erzählung wird von deformierten Gitarrenklängen angeführt, die an alte, verstaubte und vernachlässigte Instrumente erinnern. Dazu kommt eine Stimme, die alles andere als ein „weißer Gesang“ ist, sondern eher dem Gequake eines ramponierten Vagabunden ähnelt.

Die Wiederbelebung der Erinnerung an die stummen, unbequemen, verlorenen oder einfach verdrängten Menschen, die dennoch untrennbar mit der Kultur von Biłgoraj verbunden sind, wird zum Leitmotiv der Tätigkeit von Królówczana Smuga. Aber das ist kein Ethnozentrismus, Biłgoraj kann nur ein Bezugspunkt und ein Ausgangspunkt sein – eine Ermutigung, sich auf die Suche nach „verlorenen Wahrheiten“ in den eigenen Heimatländern zu machen. Królowczana Smuga reflektiert nicht nur eingehend das Schicksal ihrer Heimatstadt, sondern zeigt aus der Sicht einer kleinstädtischen Wandergroßmutter auf, wie schwierig das Verhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart ihrer Heimat zu sein scheint, und übt damit Kritik an der gemeinhin propagierten Geschichtspolitik.

Die von Królówczana Smuga entworfene „patriotisch-sportlich-ethnische“ Tracht, die der traditionellen Frauentracht von Biłgoraj und Tarnogród nachempfunden ist, ist ein karikierendes Spiegelbild des zeitgenössischen Quasipatriotismus und Ethnozentrismus – in einer Form, die eher an eine Art Fetisch erinnert. Die weiblichen Untertöne der Kreation sollen außerdem die Hegemonie des Stereotyps des „Männer-Patrioten“ als die einzig „richtige“ Art, seine Mutter zu lieben, in Frage stellen.

Es ist auch eine Kritik an der Folklore selbst, die seit vielen Jahren eine popkulturelle Renaissance erlebt, während sie gleichzeitig als Instrument zum Aufbau eines unvollständigen und daher illusorischen Archetyps der polnischen Identität – schöne, bunte, gutmütige Slawen – benutzt wird. Für Smuga ist Folk kein Museumsexponat oder ein restauriertes Freilichtmuseum – Folk findet hier und jetzt statt!

VeranstalterPolnisches Institut Wien


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