Polnisches Filmfestival
09.–16.09.2026 / Berlin & Potsdam


filmPOLSKA
, das größte polnische Filmfestival in Deutschland, wird vom 9. bis 16. September 2026 zum 21. Mal das Publikum in Berlin und Potsdam mit der polnischen Filmkultur konfrontieren, begeistern und zum Nachdenken anregen.
 

 

filmPOLSKA ist das größte polnische Filmfestival in Deutschland und wird vom Polnischen Institut Berlin veranstaltet. Das Festivalprogramm bietet ein breites Spektrum an Filmen und begleitenden Veranstaltungen.

Das Festival beginnt international und musikalisch – mit der Deutschland-Premiere des opulenten Biopics „Chopin. Eine Sonate in Paris“ von Michał Kwieciński. Er zeigt uns zwei Seiten der historischen Person – die gefeierte öffentliche und im Kontrast dazu die private, deren Liebesbeziehungen scheitern, die vom Verlust der Heimat geplagt ist und deren tödliche Krankheit sich wie ein Schatten über das rauschhafte Leben in den Salons Europas legt. Dabei konzentriert sich der Film auf die letzten Lebensjahre Fryderyk Chopins.

Michał Kwieciński: Chopin. Eine Sonate in Paris © Neue Visionen

Außerdem wird im Rahmen der Eröffnung wieder der filmPOLSKA Award verliehen. Der Ehrenpreis geht in diesem Jahr an den Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Volker Schlöndorff, der sich u. a. mit seinen Filmen „Die Blechtrommel“ (1979), „Der Unhold“ (1996) und „Strajk. Die Heldin von Danzig“ (2006) um die deutsch-polnischen Beziehungen verdient gemacht hat. Darüber hinaus wird ihm im Andrzej-Wajda-Jahr 2026 auch für sein Engagement für die deutsch-polnischen kulturellen Beziehungen gedankt – u. a. durch seine langjährige Freundschaft mit dem polnischen Star-Regisseur, seine Lehrtätigkeit an der Wajda School in Warschau sowie seine Einführungen zu Vorführungen von Wajdas Filmen in Deutschland.

Volker Schlöndorff

Im obligatorischen Wettbewerb wählen die Jury-Mitglieder Sarah Miro Fischer, Lisa Nawrocki und Rūta Švedkauskaitė unter sieben Arbeiten von Nachwuchs-Regisseur*innen den besten Film dieses Jahrgangs. Um den Preis bewerben sich das paradokumentarische Immigrations-Drama „Capo“ von Robert Kwilman, der Dokumentarfilm „Kinder des Staubs“ von Weronika Mliczewska, in dem ein Vietnamese seine US-amerikanischen Familie kennenlernt, die bildgewaltige Arthouse-Kriegs-Dystopie „Königreich“ von Michał Ciechomski, die Coming-of-Age-Komödie „LARP“ von Kordian Kądziela über einen jungen Rollenspieler in Liebes- und Lebenskrisen, der einfühlsame Dokumentarfilm „The Town That Drove Away“ von Natalia Pietsch und Grzegorz Piekarski über die Bewohner*innen einer kurdischen Stadt, die vollständig umziehen muss, das psychologisch dichte urbane Generationen-Porträt „Es gibt keine Geister in der Wohnung in der Guten Straße“ von Emi Buchwald und der stilistisch ausgefeilte Dokumentarfilm „Silver“ von Natalia Koniarz über die Schattenseiten der Weltwirtschaft am Beispiel der bolivianischen Bergbau-Stadt Potosí.

Weronika Mliczewska: Dziecko z pyłu / Kinder des Staubs

Das diesjährige Panorama „Extremsituationen“ zeigt in sechs aktuellen Filmen Protagonist*innen, die mit Herausforderungen zurechtkommen müssen, um nicht unter die Räder zu kommen. Gezeigt werden neben dem Eröffnungsfilm „Chopin. Eine Sonate in Paris“ von Michał Kwieciński das Sozialdrama „Der Bruder“ von Maciej Sobieszczański über den Kampf eines jungen Judoka gegen seine prekären Lebensverhältnisse, die Robert-Walser-Verfilmung „Ein Mann für alles“ von Anna und Wilhelm Sasnal über den Angestellten eines zwielichtigen Familienunternehmens, das düstere Drama „Home Sweet Home“ von Wojciech Smarzowski über häusliche Gewalt gegen Frauen, die Feel-Good-Sozialstudie „The Altar Boys“ von Piotr Domalewski über ein Teenie-Quartett, das  auf eigene Faust für Gerechtigkeit sorgt, und die Olga-Tokarczuk-Adaption „Winter im Zeichen der Krähe“ von Kasia Adamik, in dem eine englische Professorin 1981 in die Wirren des Kriegsrechts gerät.

Piotr Domalewski: Ministranci / The Altar Boys (Łukasz Bąk)

Im Andrzej-Wajda-Jahr 2026 beschäftigt sich die Retrospektive natürlich mit dem polnischen Meisterregisseur. Allerdings porträtieren die zehn Filme „Mr. X“ nicht nur als Mann auf dem Regiestuhl, sondern auch als Produzenten, der als künstlerischer Leiter der Produktionsgruppe „X“ jungen Talenten den Einstieg in die Filmwelt ermöglichte, über 80 Filmprojekte mitproduzierte und als Oppositioneller immer wieder mit der Staatsmacht aneinander geriet. Von Wajda selbst werden die Klassiker „Der Mann aus Marmor“ und „Der Mann aus Eisen“, die Auslands-Produktionen „Danton“ und „Der Dirigent“ sowie die außerhalb Polens wenig bekannte Adaption des Nationaldramas „Die Hochzeit“ von Stanisław Wyspiański zu sehen sein. Hinzu gesellen sich die Dramen „Fever“ und „A Woman Alone“ von Agnieszka Holland, der psychedelische Horror-Fiebertraum „The Devil“ von Andrzej Żuławski, die Kazimierz-Brandys-Verfilmung „The Mother of Kings“ von Janusz Zaorski sowie das Drama „Verhör einer Frau“ von Ryszard Bugajski – jene schonungslosen Abrechnung mit dem Stalinismus, die den Regisseur ins Exil und „X“ in die Zwangsauflösung trieb.

Andrzej Wajda bei den Dreharbeiten zu „Ziemia obiecana / Das gelobte Land“

Ein filmPOLSKA special nimmt unter dem Titel „Zwei Herzen. Berlin – Warschau“ das 35-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den Hauptstädten Deutschlands und Polens zum Anlass, um in drei aktuellen Spielfilmen ein an- und aufregendes Panorama der polnischen Hauptstadt zu entfalten. Dreh- und Angelpunkte sind dabei ebenfalls Beziehungen und Partnerschaften. In Pete Ohs Low-Budget-Produktion „Erupcja“ wird der Verlobungstrip eines Londoner Paars durch einer Warschauer Liebschaft aus früheren Zeiten gestört. Im Drama „Tell Me What You Feel“ von Łukasz Ronduda prallen in einer Beziehung zweier Künstler*innen neben Stadt und Land auch soziale Differenzen aufeinander. Die bild- und tongewaltige Boy-Meets-Girl-Geschichte „Photosensitive. Das Licht in deinen Augen“ von Tadeusz Śliwa thematisiert wiederum das Großstadtleben mit körperlichen Beeinträchtigungen und dreht dabei das Klischee vom starken und schwachen Geschlecht auf links.

Łukasz Ronduda: Powiedz mi, co czujesz / Tell Me What You Feel

Mit dem Pitching „Wajda School New Talents“ geht das Festival neue Wege. Junge polnische Filmemacher*innen präsentieren potenziellen ausländischen Partner*innen, Produzent*innen und Koproduzent*innen ihre aktuellen Projekte aus den Bereichen Spiel- und Dokumentarfilm. Das Pitching ist Teil des internationalen Programms der Wajda School (2002 von Andrzej Wajda und Wojciech Marczewski in Warschau gegründet) zum Wajda-Jahr 2026. Im Rahmen des Jubiläumsjahrs wird auch Wajdas Drama „Das Massaker von Katyn“ in der Topographie des Terrors gezeigt.

Tradition ist hingegen der alljährliche Workshop. Die Regisseurin Agnieszka Smoczyńska (u. a. „Sirenengesang“ und „The Silent Twins“) lädt unter dem Titel „How to Make Your First Movie – from Concept to Premiere“ aufstrebende Filmemacher*innen dazu ein, gemeinsam Filmideen auszuarbeiten – von der ersten Idee bis zum Drehbeginn.

Agnieszka Smoczynska © Zuza Krajewska

Gastfestival ist in diesem Jahr Millennium Docs Against Gravity. In zwei Jahrzehnten ist das Festival rasant gewachsen und hat sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte für die Dokumentarfilm-Branche in Europa entwickelt. Nach anfänglichen Vorführungen ausschließlich in der Hauptstadt findet das Festival nun gleichzeitig in Warschau, Wrocław, Gdynia, Lublin, Bydgoszcz, Katowice und Poznań statt. Vor fünf Jahren wurde das Festival zudem um ein Branchenprogramm erweitert – MDAG Industry zieht Jahr für Jahr immer mehr Vertreter*innen der Filmbranche an.

Joanna Ratajczak: Zaufaj mi / Trust me

Mit der von Anna Baumgart initiierten Reihe „Kunst im Kino“ würdigt filmPOLSKA seit einigen Jahren Künstler*innen, die auch filmisch aktiv sind, sowie Filmemacher*innen, die sich im Kunstbereich einen Namen gemacht haben. In diesem Jahr thematisiert die Gastkuratorin Maj Smoszna unter dem Titel „Breathe in, Berlin“ Aspekte des Atems: vom Verlust der Stimme, Reflexion über die Stille und Gesang bis hin zum Atem als Ausdruck des Widerstands und der emotionalen Verbindung zwischen Menschen in Filmarbeiten von Bogna Burska, Daniel Kotowski, Gosia Lehman, Filipka Rutkowska, Agata Siniarska & Diego Agulló. Ergänzt werden sie durch eine Performance von Agata Siniarska, Ilja Subkoff & ratmilk.

Agata Siniarska & Diego Agulló: Breathless

Nicht fehlen darf natürlich die obligatorische filmPOLSKA-Party. Die 2017 gegründete feministische Künstler*innenplattform Oramics ist mit den DJs Halina World (House) & Monster (Techno/Trance) zu Gast. Das Kollektiv fördert sowohl Frauen als auch queere und nicht-binäre Menschen in der elektronischen Musikszene. Gemeinsam mit zwei Oramics-Künstlerinnen aus Warschau werden die in der Ukraine geborene und in Berlin lebende Musiker*innen Sasha Senkin alias DJ nuarrrrr und Ksenia Kudryavets alias DJ Ksenia K die Tanzfläche beschallen.

Zahlreiche Gespräche mit Filmemacher*innen bieten die einmalige Gelegenheit, die Menschen hinter den Zelluloid-Kunstwerken kennenzulernen.

 


 

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin, filmPOLSKA

Unterstützer: Adam-Mickiewicz-Institut, Polski Instytut Sztuki Filmowej / Polish Film Institute, Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen aus dem Fond für Kulturförderung

Kooperationspartner: Cineville, Deutsches Historisches Museum / Zeughauskino, FilmFestival Cottbus, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Millenium Docs Against Gravity, Mokry Nos Psa, Polish Filmmakers Association, Topographie des Terrors, Wajda School & Studio

Medienpartner: Berliner Filmfestivals, Cosmo, Filmlöwin, Fluxfm, Indiekino & Cinematic Berlin, radio3, RAUSGEGANGEN, taz, The Berliner

Eintrittskarten sind ausschließlich in den jeweiligen Festival-Kinos vor Ort oder online auf den Websites der Kinos erhältlich. Die Eintrittspreise richten sich nach den jeweiligen Spielstätten.

Programmänderungen vorbehalten, aktuelle Informationen unter https://instytutpolski.pl/berlin oder auf den Social-Media-Kanälen.

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