Das Festival beginnt international und musikalisch – mit einem opulenten Biopic in Anwesenheit des Regisseurs. Außerdem wird im Rahmen der Eröffnung der filmPOLSKA Award an Volker Schlöndorff verliehen.

Chopin, Chopin! / Chopin, a Sonata in Paris / Chopin. Eine Sonate in Paris


PL 2025
114 min, OmdU
R: Michał Kwieciński
B: Bartosz Janiszewski
K: Michał Sobociński
S: Piasek & Wójcik
M: Robot Koch
D: Eryk Kulm, Joséphine de La Baume, Victor Meutelet, Lambert Wilson, Theo Grundmann Brechet, Karolina Gruszka, Maja Ostaszewska u. a.

 

Chopin. Eine Sonate in Paris © Neue Visionen

 

Paris in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts. Fryderyk bzw. Frédéric Chopin spielt im Salon Pleyel vor der gehobenen Gesellschaft und gibt pausenlos Klavierstunden, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die adeligen Damen himmeln ihn an, selbst der König gehört zu seinen Bewunderern. Aber richtig wohl fühlt sich der Pole nur in seinem engsten Freundeskreis, in dem er regelrecht aufblüht.

Wie der polnische Originaltitel „Chopin, Chopin!“ andeutet, geht es in dem opulenten Ausstattungsfilm um zwei Seiten einer historischen Person – die gefeierte öffentliche und im Kontrast dazu die private, deren Liebesbeziehungen scheitern, die vom Verlust der Heimat geplagt ist und deren tödliche Krankheit sich wie ein Schatten über das rauschhafte Leben in den Salons Europas legt.

Michał Kwieciński möchte weder ein Denkmal vergolden noch eine Ikone vom Sockel stoßen. Er pfeift auf millimetergenaue historische Rekonstruktion und biografische Langzeitstudien, sondern greift sich eine Phase aus Chopins Leben heraus, die er in einer der teuersten polnischen Filmproduktionen aller Zeiten rauschhaft vor uns ausbreitet. Dabei schreckt er vor elektronischen Sounds ebenso wenig zurück wie vor rasanten Szenenwechseln und ausufernden Kamerafahrten. Sein wertvollstes Ass im Ärmel ist aber Hauptdarsteller Eryk Kulm, der sich nicht nur mit Schwung in die Stimmungsschwankungen seines Vorbilds wirft, sondern für die Aufnahmen auch selbst in die Tasten gegriffen hat. [Rainer Mende]

 

Michał Kwieciński © Bożena Rożek

 

09.09. / 19:30 / Filmtheater Colosseum / zu Gast: Volker Schlöndorff & Michał Kwieciński