3.11.2026 Literatur, Programm

Oliwia Hälterlein und Matthias Nawrat: Was bleibt von der Herkunft?

BERLIN / 19:00 / Familiengeschichten zwischen Polen und Deutschland / Lesung und Gespräch

Moderation: Brygida Helbig & Anna Artwińska

Was bleibt von der Herkunft, wenn man in einem anderen Land aufwächst? Welche Geschichten werden in Familien weitergegeben – und welche gehen verloren? Und welche Rolle spielen Sprache und Erinnerung für die eigene Identität? Matthias Nawrat und Oliwia Hälterlein sprechen über ihre Bücher, ihr Schreiben und über Familiengeschichten zwischen Polen und Deutschland. Es geht um Migration und Mehrsprachigkeit, um Familie und Zugehörigkeit – und vor allem darum, wie persönliche und familiäre Erfahrungen zu Literatur werden. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum persönlichen Austausch und einen Büchertisch der Berliner Buchhandlung Dante Connection.

Oliwia Hälterlein stellt ihren Debütroman „Wir Töchter“ vor, in dem sie die Geschichte dreier Generationen von Frauen zwischen Polen und Deutschland erzählt. Auch Matthias Nawrat beschäftigt sich in seinen Büchern immer wieder mit Herkunft, Familie und Erinnerung – etwa in „Die Rückkehr nach Main“ in der Beziehung zwischen einem Sohn und seiner polnischen Mutter sowie in „Die vielen Tode meines Opas Jurek“, „Die Gebete für meine Vorfahren“ und in dem dieses Jahr erschienenen Roman „Das glückliche Schicksal“.

Der Abend bildet den Auftakt einer kleinen Lesereihe im Rahmen des von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung geförderten Projekts „Polnische Migrationsliteratur in Deutschland“ am Institut für Slavistik der Universität Leipzig. Zum Projektteam gehören Anna Artwińska, Małgorzata Zduniak und Brygida Helbig, begleitet von Karolina Golimowska (Polnisches Institut Berlin).

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.


Matthias Nawrat wurde 1979 in Opole geboren und studierte Biologie sowie literarisches Schreiben. Er veröffentlichte sechs Romane, unter anderem „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ (2015), „Der traurige Gast“ (2019), „Reise nach Maine“ (2021) und „Das glückliche Schicksal“ (2026). 2022 erschien sein Gedichtband „Gebete für meine Vorfahren“, 2024 der Essayband „Über allem ein weiter Himmel – Nachrichten aus Europa“. Nawrat lebt in Berlin.

Oliwia Hälterlein ist in Bydgoszcz geboren und lebt in Freiburg. Sie ist Autorin, Dramaturgin, Moderatorin und Konzeptionistin von künstlerischen Formaten. 2020 erschien ihr Essay „Das Jungfernhäutchen gibt es nicht“ im Maro Verlag. Am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hat sie Literarisches Schreiben studiert, daraus entstand ihr Debütroman „Wir Töchter“ (2026 bei C.H. Beck). Er wurde mit dem Bayern2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet und steht auf der Harbour-Front Debütpreis-Shortlist. Von Januar bis April war Hälterlein Atelier-Mondial-Stipendiatin an der Cité international des Arts in Paris, im September war sie Homines-Urbani-Stipendiatin in der Villa Decius in Kraków.

Anna Artwińska ist Professorin für slawistische Literaturwissenschaft am Institut für Slavistik der Universität Leipzig, wo sie zu slawischen und slawisch-jüdischen Literaturen und Kulturen lehrt und forscht. Zuvor war sie an den Universitäten in Poznań, Słubice, Kiel, Salzburg und Hamburg tätig.

Die in Berlin lebende Schrifstellerin und Literaturwissenschaftlerin Brygida Helbig, geboren in Szczecin, lebt seit 1983 in Deutschland. Ihre Erzählwerke „Niebko“ (Kleine Himmel), „Enerdowce i inne ludzie“ (Ossis und andere Leute) und „Inna od siebie“ (Anders als man selbst) wurden für renommierte polnische Literaturpreise nominiert, u.a. den Nike-Preis. Helbig promovierte an der Ruhr-Universität Bochum zu Maria Janion, habilitierte sich an der Humboldt-Universität zu Berlin zu Maria Komornicka / Piotr Odmieniec Włast, war Professorin an der Universität Poznań, Leiterin der Polonia-Geschäftsstelle (Biuro Polonii) in Berlin und zuletzt Stipendiatin des Deutschen Kulturforums Östliches Europa als Stadtschreiberin von Szczecin. Zuletzt erschien der zusammen mit ihrer Tochter verfasste Roman „W imię matki i córki“ (Im Namen der Mutter und Tochter). Sie ist auch Literatur-Podcasterin von Radio „Cosmo po polsku“.


Veranstalter: Institut für Slavistik der Universität Leipzig, Polnisches Institut Berlin & Polregio e.V.

Veranstaltung auf Facebook
Info:
brygidahelbig.de
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Burgstr. 27, 10178 Berlin

 

 

 

Foto Matthias Narat © privat / Foto Oliwia Hälterlein © MiNZ&KUNST

 

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