Spielfilm, R: Andrzej Wajda, PL 1957, 96 min, OmeU mit Einführung, Quiz und Gewinnspiel
Ende August 1944 steht der Warschauer Aufstand kurz vor seiner Niederschlagung. Eine Gruppe von Aufständischen wird von deutschen Soldaten eingekesselt und flüchtet ins unterirdische Kanalsystem, um sich in Sicherheit zu bringen. Gefahren und Hindernisse erschweren das Fortkommen, weshalb die Gruppe auseinanderfällt.
Andrzej Wajda schuf in „Kanał“ Bilder, die fortan die Darstellung der Warschauer Aufstands prägten. Zugleich irritierte sein Film elf Jahre nach Kriegsende die einheimische Kritik, denn statt eines Heldenepos hatte er eine Darstellung von Leid und Niederlage in schmerzhaftem Realismus geschaffen. „Kanał“, ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes, zeigt keine fehlerlosen Heldinnen und Helden, sondern widersprüchliche Menschen mit Stärken und Schwächen.
Eine der finalen Szenen, in der am Ende eines Kanals Hoffnung und Verzweiflung eindrücklich beieinander liegen, ist als verdeckte Chiffre des Regisseurs für die Passivität der sowjetischen Armee in die polnische Filmgeschichte eingegangen.
Am 6. März 2026 wäre Andrzej Wajda 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat der Senat der Republik Polen am 14. Mai 2025 das Jahr 2026 offiziell als „Andrzej-Wajda-Jahr“ ausgerufen.
Veranstalter: Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg in Kooperation mit dem FilmFestival Cottbus und dem Polnischen Institut Berlin

Info: facebook.com/monocottbus, wajda.pisf.pl, wfdif.pl
Eintritt: frei
Ort: Quasimono, Erich-Weinert-Str. 2, 03046 Cottbus
Titelfoto © WFDiF




