1956–2026 | Frames of Freedom. Programme zum 70. Jahrestag des Ungarischen Volksaufstandes von 1956
In diesem Jahr jährt sich zum 70. Mal der ungarische Aufstand von 1956. Aus diesem Anlass hat das Collegium Hungaricum Berlin ein einwöchiges Programm vorbereitet, um an dieses Ereignis und seine Opfer zu erinnern. Das Polnische Institut in Berlin freut sich, daran teilzunehmen und dem Programm einen polnischen Kontext hinzuzufügen: die Proteste und den Generalstreik, die im Juni 1956 in Posen stattfanden, sowie den gesellschaftlichen Aufbruch, der die Ungarn in ihrem Kampf um Freiheit unterstützte.
Am 23. Oktober 1956 begann der ungarische Volksaufstand mit einer friedlichen Kundgebung von Studierenden in Budapest. Die Forderung nach einem freien, demokratischen und unabhängigen Ungarn mündete rasch in einer landesweiten, bewaffneten Erhebung gegen die kommunistische Diktatur und die sowjetische Besatzung. Die Revolution erreichte in wenigen Tagen strukturelle Reformen und führte zur Bildung der Imre-Nagy-Regierung. Der neue Ministerpräsident erklärte die Neutralität des Landes. Doch die sowjetische Invasion am 4. November 1956 schlug den Volksaufstand brutal nieder. Im Anschluss daran wurden Hunderte hingerichtet, Tausende inhaftiert oder interniert, etwa 200.000 Ungarn flüchteten in den Westen. Seit 1990 ist der 23. Oktober offizieller Nationalfeiertag in Ungarn.
Anlässlich des 70. Jahrestages lädt das CHB zum gemeinsamen Erinnern und Gedenken ein.
EINTRITT FREI!
Teil des Multimedia-Programms „Frames of Freedom“ wird die studentische Kurzfilmstudie von Roman Załuski „Węgrzy potrzebują pomocy!“ („Die Ungarn brauchen Hilfe!“): ein impressionistischer Straßenfilm, der zeigt, wie die Polen auf die ungarischen Proteste reagieren. Er ist zusammen mit anderen Kurzfilmen vom 19. bis 23. Oktober zwischen 13 und 18 Uhr im Collegium Hungaricum zu sehen.
Nachfolgend das vollständige Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten:
Frames of Freedom
19.–23.10. | 13–18 Uhr und während der Abendveranstaltungen
Die Installation lädt zur multimedialen Auseinandersetzung mit dem Aufstand ein. Interaktive Stationen eröffnen Einblicke in den historisch-politischen Kontext und in persönliche Geschichten.
► Weitere Informationen
1956/70
19.10., 23.–25.10. | 19–23 Uhr
Das Fassadenkino im Panoramafenster des CHB erweckt die Revolution in großformatigen Bildern zum Leben. Auf den Originalaufnahmen leuchten die hoffnungsvoll-mutigen Gesichter von 1956 auf.
Daniel kehrt zurück
20.–21.10. | online | OmeU
Im Spielfilm von Pál Sándor aus dem Jahr 1983 wollen zwei junge Menschen nach dem gescheiterten Aufstand Ungarn verlassen, sie brechen jedoch unerwartet die Flucht ab. Link und Passwort zum Film werden am 20. Oktober kurz vor 19:00 Uhr in der Facebook-Gruppe CHB Filmklub online bekannt gegeben.
Weitere Informationen
Echo der Revolution
21.10. | 19 Uhr
Im Gedenkkonzert rufen Kompositionen und Textzeugnisse die kollektive Erfahrung der Revolution und die schmerzhaften Folgen der Emigration in Erinnerung.
Musik: Eszter Kruchio (Violine), Róza Radnóti (Klavier)
Text und Moderation: Stephan Szász und Csaba Kézér
► Weitere Informationen
Die Zeit bleibt stehen
22.10. | 19 Uhr | OmeU
Péter Gothárs Spielfilm (1982) ist ein atmosphärisches Porträt einer hoffnungslosen Jugend im Ungarn der 1960er Jahre, wo eine unbeugsame Generation an den Zwängen der Gesellschaft scheitern muss.
Weitere Informationen
Herbstfragmente
23.10. | 19 Uhr & 20 Uhr
Der eigens zum 70. Jahrestag deutsch untertitelte Dokumentarfilm Vier Tage (Regie: Tamás Babos) untersucht János Kádárs rätselhafte Kehrtwende nach dem 1. November 1956. Als Einstimmung darauf führen fünf selten gezeigte Kurzfilme die Ereignisse und die Folgen des ungarischen Volksaufstands vor Augen.
► Weitere Informationen
Veranstalter: Collegium Hungaricum Berlin, Polnisches Institut Berlin, FORTEPAN
Tickets: Eintritt frei
Ort: Collegium Hungaricum Berlin, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin