Bitte um ein Lied – Szymon Laks – Musik und Lesung mit Ania Vegry – Sopran und Katarzyna Wasiak – Klavier


Anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung des ehemaligen deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau laden das Polnische Institut Düsseldorf und die Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. ein in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf – zum Gedenkkonzert ein:
BITTE UM EIN LIED
SZYMON LAKS – Musik und Lesung
Ania Vegry, Sopran
Katarzyna Wasiak, Klavier
Frank Harders-Wuthenow, Moderation und Lesung
Donnerstag, 29.01.2026, 19.00 Uhr
Palais Wittgenstein Düsseldorf, Bilker Str. 7-9, 40213 Düsseldorf
Eintritt frei.
Um Anmeldung bis zum 26.01.2026 wird gebeten unter: duesseldorf@instytutpolski.pl
SZYMON LAKS (1901–1983) gehörte zu einer Gruppe von Komponisten, die von Ignacy Jan Paderewski und Karol Szymanowski gefördert wurden und deren Karriere in der Zwischenkriegszeit in Paris begann. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er als Kapellmeister des Lagerorchesters in Birkenau überlebte. Lange Zeit war er vor allem als Autor von Büchern bekannt, in denen er seine Erlebnisse und sein musikalisches Leben in Auschwitz dokumentierte (Gry oświęcimskie), doch heute genießt auch sein kompositorisches Schaffen zu Recht internationale Anerkennung. Das Konzert basiert auf dem Album „Simon Laks. Complete Works for Voice and Piano“ und präsentiert eine Auswahl der erhaltenen Lieder und Melodramen des Komponisten, die hauptsächlich zwischen Ende der 1930er und den 1960er Jahren entstanden sind. Aufgrund ihres herausragenden musikalischen und poetischen Wertes der vertonten polnischen und französischen Lyrik und vor allem angesichts des zutiefst humanistischen Zeugnisses, das sie durch das Schicksal ihres Schöpfers vermitteln, verdienen diese Werke einen besonderen Platz in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Die Sopranistin ANIA VEGRY wurde in London geboren und studierte bei Christiane Iven und Tereza Berganza. Sie ist Preisträgerin verschiedener internationaler Wettbewerbe und begann ihre Karriere als Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Seit 2020 ist sie am Anhaltischen Theater Dessau engagiert und gastiert außerdem an Opernhäusern in Frankreich, der Schweiz und Deutschland; außerdem ist sie Teil von Kent Naganos Projekt „Der Ring des Nibelungen“ in historisch informierter Aufführungspraxis. Ihr Konzertrepertoire reicht von Monteverdi bis zu Nono und Reimann. Zahlreiche CDs, u.a. Arien von Florian Leopold Gassmann, Hans Winterberg sowie die Aufnahme sämtlicher Lieder von Szymon Laks dokumentieren ihre Arbeit als Liedsängerin.
Die Pianistin KATARZYNA WASIAK begann ihr Studium in Wien und schloss ihr Masterstudium in Berlin ab; sie ist außerdem diplomierte Pädagogin und Kulturmanagerin. Neben Rundfunkaufnahmen für polnische, deutsche und österreichische Sender widmet sie sich besonders thematisch ausgerichteten Projekten zur Aufarbeitung historischer Hintergründe, etwa des polnisch-jüdischen Kulturerbes des 20. Jahrhunderts. Ihre Aufnahmen – darunter Kammermusik von Mieczsław Weinberg und die Lieder von Szymon Laks mit Ania Vegry – sind vielfach preisgekrönt. 2024 wirkte sie an der Neuproduktion der Oper „Die Passagierin“ von Weinberg an der Bayerischen Staatsoper unter Vladimir Jurowski als Korrepetitorin und Sprachcoach mit.
FRANK HARDERS-WUTHENOW studierte in Mainz und Hamburg Musikwissenschaft, Philosophie und Romanistik sowie Komposition/Theorie. Zwischen 1990 und 1996 war er als Musikdramaturg in Bielefeld und als Mitarbeiter der Franz Schreker-Gesellschaft in Paris tätig. Seit 1997 wirkt Frank Harders-Wuthenow als Lektor beim Musikverlag Boosey & Hawkes Berlin. Zudem ist er Produzent des Labels eda records und Vorstandsmitglied des Vereins Room28, der sich dem Vermächtnis der im Ghetto Theresienstadt internierten Künstler und Künstlerinnen widmet. Seine Arbeit umfasst zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen, Publikationen, Ausstellungen sowie Festival- und Konzertdramaturgien im Bereich „Verfemte Musik/Musik im Exil“.