Schauen Sie sich die Cover von „Polish Jazz“ an und hören Sie die Musik dahinter.
„Polish Jazz“ ist nicht nur eine Plattenreihe – sie ist ein Symbol für künstlerische Freiheit, Authentizität und zeitlose Qualität. Als die älteste kontinuierlich veröffentlichte Jazzplattenreihe der Welt anerkannt, prägt „Polish Jazz“ seit über sechs Jahrzehnten den Klang des europäischen Jazz.
Alles nahm 1965 seinen Anfang, als das erste Album der Reihe „Polish Jazz“ erschien. Mit den Warsaw Stompers markierte es die Geburtsstunde eines musikalischen Phänomens. Schon bald folgten Aufnahmen der Andrzej Kurylewicz’s Polish Big Band, Jan Ptaszyn Wróblewski’s Polish Jazz Quartet, Zbigniew Namysłowski Quartet, sowie des Andrzej Trzaskowski Quintetts, deren kühne Free-Jazz-Konzepte unmissverständlich verkündeten, dass der polnische Jazz über eine eigenständige und kraftvolle Stimme verfügte. Bis heute sind unter dem Signet „Polish Jazz“ mehr als 90 Alben erschienen – jedes von ihnen ein weiteres Kapitel einer außergewöhnlichen musikalischen Erzählung.
Im kommunistischen Polen der Nachkriegszeit war Jazz einst verboten. Ihn zu spielen erforderte Mut, und ihn zu hören bedeutete, Freiheit zu leben. Inspiriert von amerikanischen Jazzlegenden, die in Willis Conovers „Jazz Hour“ auf Voice of America zu hören waren, verwandelten polnische Musiker diese Einflüsse in etwas ganz Eigenes. Ihre Musik verband Lyrik und eine an Chopin erinnernde Melancholie mit Innovationsgeist, Experimentierfreude und emotionaler Tiefe. Diese Authentizität zog schon bald internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Polnische Jazzkünstler eroberten in der Folge die internationale Bühne. Krzysztof Komeda, Pianist und Komponist, wurde mit ikonischen Filmmusiken wie Rosemary’s Baby zu einer Legende in Hollywood. Die Vokalgruppe Novi Singers, bekannt für ihren klaren Klang und ihren innovativen Stil, wurde 1978 vom Magazin DownBeat zur besten Vokalgruppe der Welt gekürt. Urszula Dudziak revolutionierte den Vokaljazz durch den Einsatz elektronischer Klangprozessoren und Live-Voice-Loops und wurde 1979 von DownBeat – direkt hinter Ella Fitzgerald – auf den zweiten Platz weltweit gesetzt. Michał Urbaniak spielte unter anderem mit Miles Davis und avancierte in den Vereinigten Staaten zu einem Wegbereiter des Jazz-Fusion.
Das Herzstück und zugleich das Symbol der gesamten Reihe ist „Polish Jazz vol. 5 – Astigmatic“ von Krzysztof Komeda, eingespielt mit Tomasz Stańko und Zbigniew Namysłowski. Das legendäre Cover gestaltete Rosław Szaybo, einer der einflussreichsten Grafiker Polens, später künstlerischer Leiter bei CBS Records in London und Schöpfer des ikonischen Polish-Jazz-Logos. Diese einzigartige Verbindung von Musik und visueller Kunst macht „Polish Jazz“ zu etwas wahrhaft Besonderem – einem Treffpunkt der polnischen Jazzschule und der polnischen Plakatkunst.
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Labels „Polish Jazz“ hat Polskie Nagrania ein Doppel-Vinylalbum veröffentlicht, das die Hörerinnen und Hörer auf eine Reise durch sechs Jahrzehnte wegweisender Klangkunst einlädt.
Idee, grafische Gestaltung und Text stammen von Magdalena Majewska aus der Abteilung für Projekte, Programme und Partnerschaften des DDK des polnischen Außenministeriums. Die Plattencover sowie die Playlist der Stücke wurden von Polskie Nagrania zur Verfügung gestellt.

























