6.10.2021 - 3.11.2021 Film

Polnischer Film on Tour 9 – das neue polnische Kino

Supernova, Pollywood, Kill It and Leave This Town, Der Masseur, Sweat

Polnischer Film on Tour ist eine Veranstaltung des Polnischen Instituts Düsseldorf.
Weitere Infos: www.instytutpolski.pl/duesseldorf.de

ORT UND TERMINE
Kino Bambi, Klosterstr. 78, 40211 Düsseldorf, T.: 0211 353635, www.filmkunstkinos.de
MI 6.10.2021, 19:00 Uhr: Supernova von Bartosz Kruhlik
MI 13.10.2021, 19:00 Uhr: Pollywood von Paweł Ferdek
MI 20.10.2021, 19:00 Uhr: Kill It and Leave This Town von Mariusz Wilczyński
MI 27.10.2021, 19:00 Uhr: Der Masseur von Małgorzata Szumowska und Michał Englert
MI 3.11.2021, 19:00 Uhr: Sweat von Magnus von Horn

SUPERNOVA, Regie Bartosz Kruhlik
PL 2019, Thriller, Drama, 78 Min., OF mit deutschen Untertiteln
Das Leben entscheidet sich manchmal in einem Augenblick. Der Augenblick entscheidet manchmal über den Tod.

Drei Männer im Sommer, ein Ort und ein Ereignis, das das Leben eines jeden von ihnen entscheidend verändern wird. So beginnt das Debüt-Werk des jungen polnischen Regisseurs Bartosz Kruhlik. Die im realistischen Stil erzählte Geschichte schildert ein paar Stunden einer Gemeinschaft, in der sich eine schreckliche Tragödie ereignet. Der Film betrachtet Menschen, die unvermittelt aus ihrem Alltag herausgerissen werden und sich in einer Grenzsituation wiederfinden und stellt Fragen nach dem Wesen des Zufalls und des Schicksals. Der Film lässt sich in kein Genre einordnen und oszilliert zwischen Drama, Thriller und Katastrophenkino. Dabei wird der Zuschauer immer wieder mit schwierigen moralischen Fragen konfrontiert.


Auf dem polnischen Filmfestival in Gdynia 2019 erhielt der Regisseur den Preis für das beste Debüt. Der Film gewann auch den Kritikerpreis für den besten Film beim Internationalen Filmfestival in Dublin 2020 und den Hauptpreis beim Internationalen Filmfestival in Monterrey, Mexiko, und in Pune, Indien. Die Jury des Krakauer Off-Kamera-Festivals lobte in ihrer Begründung der Preisvergabe „die Originalität und expressive Schlichtheit der Darstellung der politischen und sozialen Spaltung Polens aber auch anderer Länder und die brillante Struktur der Handlung: intim, emotional, tragisch sowie metaphorisch.“

R. und B.: Bartosz Kruhlik, K.: Michał Dymek M.: Endy Yden, Sch.: Magdalena Chowańska, P.: Jerzy Kapuściński Studio Munka, Canal+ Polska, Jacek Bromski Stowarzyszenie Filmowców Polskich SFP, D.: Marek Braun, Marcin Hycnar, Marcin Zarzeczny, Agnieszka Skibińska, Anna Mrozowska, u.a.

POLLYWOOD, Regie Paweł Ferdek
PL 2020, Dokumentarfilm, Roadmovie, 85 Min., OF mit deutschen Untertiteln
Eine vielfarbige Reise in das Land der Filmträume

Seit mehr als hundert Jahren ist Hollywood das Zentrum der Filmwelt. Weniger bekannt ist, dass viele der wichtigsten Filmstudios von polnisch-jüdischen Emigranten in Kalifornien gegründet wurden. Warner Brothers, MGM, Twentieth Century Fox und Paramount Pictures sind alle zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden und haben der gesamten US-Filmindustrie ihren Stempel aufgedrückt. Ihre Produktionen feiern bis heute weltweit Erfolge. Regisseur Paweł Ferdek macht sich in seinem Film „Pollywood“ auf die Suche nach dem Erfolgsgeheimnis der polnischen und osteuropäischen Emigranten und der Pioniere des Kinos der Jahrhundertwende. Dabei verwirklicht er seinen ganz persönlichen American Dream. In seinem Roadmovie reist Ferdek zu den Geburtsstätten der späteren Hollywood-Gründer und wechselt immer wieder zwischen den Drehorten Kalifornien und Polen. Er trifft auch zeitgenössische Produzenten, die ihm verraten, wie sie selbst in der Traumfabrik erfolgreich wurden. Ferdek möchte nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern will auch selbst ein Teil dieser Erfolgsgeschichte sein, was ihm meisterhaft gelingt.

Auf dem Krakauer Filmfestival erhielt „Pollywood“ eine Auszeichnung für „eine vielfarbige Reise in das Land der Filmträume und der Hoffnung, dass alles möglich ist.“

R. und B.: Paweł Ferdek, K.: Andrzej Wojciechowski, Bartosz Nalazek, Nicolas Villegas, M.: Raphael Rogiński, Sch.: Paweł Witecki, Filip Drzewiecki, P.: Rafał Buks, Andrzej Krakowski, Małgorzata Kozioł East Beast, Izabela Łopuch HBO

KILL IT AND LEAVE THIS TOWN / Zabij to i wyjedź z tego miasta, Regie Mariusz Wilczyński
PL 2019, Animationsfilm, Horror, 88 Min., OF mit deutschen Untertiteln
Polnischer Oscar-Kandidat 2020 in der Kategorie Bester Animationsfilm

Nach dem Tod seiner Eltern flieht Mariusz, der Protagonist des Films, vor der Verzweiflung und findet Zuflucht im sicheren Land seiner Erinnerungen. Schon sein Name Mariusz lässt keinen Zweifel daran, dass es sich beim ihm um das Alter Ego des Regisseurs Mariusz Wilczyński handelt. An dem fiktiven Traumort ist die Zeit stehen geblieben und alle seine Angehörigen leben noch. Im Laufe der Jahre entwickelt er in seiner Vorstellung eine alternative Stadt. Eines Tages besuchen ihn die Helden und Idole seiner Kindheit, die er aus der Literatur und Comics kennt. Denn sie bleiben doch für alle Generationen ewig jung und lebendig. Als Mariusz entdeckt, dass auch sie alt geworden sind und es keine ewige Jugend gibt, beschließt er, ins wirkliche Leben zurückzukehren. Der Film hat autobiografische Züge, voller Reminiszenzen an Kindheitsbilder, in denen die Erinnerung an seine verstorbenen Eltern und an seine Heimatstadt Łódź wieder auflebt. Der Regisseur arbeitete 14 Jahre lang an seinem Werk. Der Film wurde im Februar 2020 auf der Berlinale gezeigt. Er wurde auf den Internationalen Animationsfilmfestivals in Annecy, Frankreich, und in Ottawa, Kanada, ausgezeichnet, wo er Grand Prix für den besten Film bekam.

R. und B.: Mariusz Wilczyński, SE.: Letko, Jakub Karwowski, M.: Tadeusz Nalepa, Sch.: Jarosław Barzan, P.: Ewa Puszczyńska Extreme Emotions, Stimmen der animierten Charakteren: Krystyna Janda, Andrzej Chyra, Maja Ostaszewska, Małgorzata Kożuchowska, Barbara Krafftówna, Anna Dymna, Gustaw Holoubek, Andrzej Wajda, Rafał Olbrychski, Marek Konrad, Irena Kwiatkowska, u.a.

DER MASSEUR / Śniegu już nigdy nie będzie, Regie Małgorzata Szumowska und Michał Englert
PL, D 2020, Drama, Geselschaftsatire, 113 Min., OF mit deutschen Untertiteln
Polnischer Oscar-Kandidat 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film

Der Film ist wie eine Kombination aus David Lynch und Lars von Trier. An einem nebligen Herbstmorgen taucht ein mysteriöser Mann aus einem dunklen Wald nahe Warschau auf. Der Mann stammt ursprünglich aus Prypjat in der Ukraine, wo sich 1986 die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignet hat. Der alleinstehende Migrant Zhenia bekommt einen Job als Masseur und konzentriert sich bei seinen Hausbesuchen auf die Warschauer High Society. Es dauert nicht lange und der geheimnisvolle Fremde mit dem auffälligen Akzent wird zum gefragten Mann in einer ansonsten farblosen Gated Community. Er wird ihre Sehnsüchte, Träume, persönliche Dramen, Lügen und Betrügereien kennenlernen. Man erzählt sich, dass seine Augen direkt in die Seele der Menschen blicken können und seine Hände wahre Magie vollbringen. Und je mehr Kunden er hat, desto mehr wird Zhenia wie ein Guru verehrt, der das Leben vor Ort für immer verändert, bis er selbst wie durch einen Houdini-Trick für immer verschwindet. Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem Mostra internazionale d’arte cinematografica di Venezia.

R.und B.: Małgorzata Szumowska und Michał Englert, K.: Michał Englert, Sch.: Jarosław Kamiński, Agata Cierniak, M.: Waldemar Pokromski, P.: Agnieszka Wasiak, Mariusz Włodarski Lava Films, Viola Fungen, Michael Weber Match Factory Produktion, D.: Alec Utgoff, Maja Ostaszewska, Agata Kulesza, Weronika Rosati, Łukasz Simlat, Andrzej Chyra, Krzysztof Czeczot, u.a.

SWEAT, Regie Magnus von Horn
PL, S 2020, Drama, 106 Min., OF mit deutschen Untertiteln
To be or not to be? Echter Mensch oder Fake?

Sylwia war auf dem Cover vieler Bodybuilding-Magazine und hat mehrere Workout-DVDs veröffentlicht. Sie teilt Details aus ihrem Leben und hat mehrere hunderttausend Follower auf Instagram. Sie ist selbständig und ihr Produkt ist ihr Körper. Das ist Teil ihres Berufs. Aber wer ist die Person vor der Handy-Cam wirklich? Wer ist sie privat abseits von Postings und Selbstvermarktung. „Ich bin fasziniert von emotionalen Exhibitionisten, wahrscheinlich weil ich mich selbst auf der anderen Seite befinde. Aus Angst, verurteilt zu werden, behalte ich meine Gefühle für mich und teile sie nur selten mit meinen Mitmenschen. Wenn ich also Menschen treffe, die sich mit Leichtigkeit und ohne Scham ausdrücken, werde ich neidisch“, sagt Regisseur Magnus von Horn über seinen neuesten Film. „Sweat“ wurde auf den Filmfestivals in Cannes, Toronto, Chicago u.a. gezeigt und hat große Anerkennung gefunden.

R. und B.: Magnus von Horn, K.: Michał Dymek, M.: Piotr Kurek, Sch.: Agnieszka Glińska, P.: Mariusz Włodarski, Lava Films, D.: Magdalena Koleśnik, Aleksandra Konieczna, Zbigniew Zamachowski, Julian Śnieżewski, u.a.



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