1.02.2022 - 31.03.2022 Kunst, Online-Film

Begegnung mit polnischer Kunst. Ölmalerei von Wojciech Fangor und Tomasz Tatarczyk mit Anetta Küchler-Mocny

Das Polnische Institut Düsseldorf lädt zum zweiten Teil der Online-Filmreihe ein: „Begegnung mit polnischer Kunst“: „Ölmalerei von Wojciech Fangor und Tomasz Tatarczyk“.

Das Polnische Institut Düsseldorf lädt zum zweiten Teil der Online-Filmreihe ein: „Begegnung mit polnischer Kunst“. In der zweiten Folge „Ölmalerei von Wojciech Fangor und Tomasz Tatarczyk“ präsentiert Anetta Küchler-Mocny, eine in Deutschland arbeitende polnische Künstlerin, die Pastose-Malereitechnik am Beispiel von Tomasz Tatarczyk und Sfumato-Malereitechnik am Beispiel von Wojciech Fangor.

Tomasz Tatarczyk (geboren am 15. Mai 1947 in Kattowitz, gestorben am 10. April 2010 in Warschau) war ein polnischer Maler. Er studierte an der Technischen Universität Warschau und an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Seine Abschlussarbeit reichte er bei Prof. Jan Tarasin ein. Er arbeitete als Dozent an der Fakultät für Malerei seiner Alma Mater. Seit 1984 arbeitete er mit der Galerie Foksal zusammen.
Tomasz Tatarczyk erhielt Stipendien von der Kościuszko-Stiftung und der Batory-Stiftung in den Vereinigten Staaten sowie von der Rockefeller Foundation in Italien. Er erhielt u.a. den Merit Award (während des ArtQuest’88 in Los Angeles) und den Grand Prix beim 1. Internationalen Zeichenwettbewerb in Wrocław 1999, während 1990 das Gemälde „Black Hill“ beim Festival der polnischen zeitgenössischen Malerei in Szczecin ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2008 erhielt er den Jan-Cybis-Preis.
Tomasz Tatarczyk hat seine eigene Formel der Malerei entwickelt, die sich auf die Erfahrung des engen Kontakts mit der Natur konzentriert. Er hat ein Element des Geheimnisvollen eingeführt und gleichzeitig die Stille, die von den Bildern ausgeht, intensiviert. Er hat auch den Eindruck der Monumentalität verstärkt. Charakteristisch für Tatarczyks Leinwände ist auch die zurückhaltende Farbgebung, die in der Regel auf der Spannung zwischen Licht und Dunkelheit basiert.
„Mein Atelier befindet sich an einem Ort abseits der Hektik der Großstadt“. – gestand er. – „Hier gibt es einen breiten Fluss, es gibt Hügel, Wälder, Felder, Schluchten und Klippen, wilde und zahme Tiere, gute und böse Menschen und Orte und Dinge, die durch ihre Anwesenheit gekennzeichnet sind, und wechselnde Jahreszeiten und Tage, wie es sie sonst nicht gibt. Hier ist alles viel intensiver zu spüren als in der Stadt. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass ich zur so genannten Welt der Zivilisation gehöre. So entsteht eine Art Chaos, in dem ich, wenn ich male, versuche, eine gewisse Ordnung zu finden, sozusagen gefiltert durch das, was ich weiß und was ich fühle. Eine Ordnung zu finden, wenn ich ein Fragment eines gewissen Ganzen betrachte, ein Detail, das vom Rest und dem Magnetismus dieses Details gereinigt ist.“
Die Werke von Tomasz Tatarczyk befinden sich in polnischen und ausländischen Sammlungen zeitgenössischer Kunst.
https://culture.pl/pl/tworca/tomasz-tatarczyk  

Wojciech Bonawentura Fangor (geboren am 15. November 1922 in Warschau, gestorben am 25. Oktober 2015 dort) war ein polnischer Maler, Grafiker, Plakatgestalter und Bildhauer. Er debütierte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und wechselte häufig seinen Stil – er schuf sowohl figurative als auch abstrakte Bilder.
Nach Privatstudien bei Felicjan Kowarski und Tadeusz Pruszkowski erhielt er 1946 sein Diplom an der Akademie der Schönen Künste in Warschau, wo er anschließend als Dozent lehrte. Er war einer der Begründer der polnischen Plakatschule. Zusammen mit Stanisław Zamecznik präsentierte er 1958 die Weltraum-Studie – das erste sog. Environment in Polen. Er war der Hauptgestalter der Op-Art-Mosaik am Bahnhof von Warszawa Śródmieście, die Jahrzehnte später als unbewegliches Denkmal anerkannt wurden.
1961 verließ er das Land, hielt sich in West-Berlin und in England auf und ließ sich in den Vereinigten Staaten nieder. Während seiner Auslandsaufenthalte hielt er Vorlesungen an zahlreichen Kunstschulen. Im Jahr 1999 kehrte er nach Polen zurück.
In den 1960er und 1970er Jahren schuf er eine Reihe von Gemälden mit charakteristischen Kreisen und Wellen, die optische Effekte erzeugen, die denen der Op-Art ähneln. In dieser Zeit schuf er seine weltweit berühmteste Serie von Werken mit den charakteristischen Kreisen und Wellen.  Er ist der erste und bisher der einzige polnische Künstler, der eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York hatte (1970). Dort zeigte er 37 Leinwände, die wegweisend für westlichen Op-Art-Forschungen waren und zu besonderen Symbolen der Op-Art geworden sind.

Bożena Kowalska schreibt über Fangors Werk aus dieser Zeit:
„Die Kreise des Künstlers waren ein ständiges, vielseitiges Experiment. In ihnen erprobte er auf immer neue Weise die Wirkung von leuchtenden oder gedämpften Farben in ihren Kombinationen, die Sättigung und den Grad der Helligkeit der Farbe, die Größe der Kreise, die größere oder geringere Breite ihrer Bänder und ihre Dichte, oder die asketische Sparsamkeit und Diskretion des Ausdrucks. Der Künstler verwendete in seinen Bildern auch alle aus der Farbenlehre bekannten Kontraste, insbesondere die Kontraste der auftauchenden und abnehmenden Farben sowie das Phänomen der Nachbilder“.
Im Jahr 2007 entwarf Wojciech Fangor die endgültige Dekoration von sieben Stationen der zweiten Linie der Warschauer U-Bahn, die zur größten unterirdischen Pop-Art-Galerie der Welt wurde.
Wenn man das vielfältige Schaffen von Wojciech Fangor verfolgt, sollte man betonen, dass der Künstler nie aufgehört hat, über den Raum nachzudenken, den er als einen Bereich physischer Empfindungen oder metaphorisch dargestellt hat. Dieser Raum ist ein wichtiges Motiv in seinem Werk.
https://culture.pl/en/artist/wojciech-fangor

Anetta Küchler-Mocny gehört zu den bedeutenden im Ausland wirkenden polnischen Malerinnen. In ihrer Arbeit greift sie nach den Wurzeln humanistischer Sensibilität, die tief in der polnischen und europäischen Tradition verankert sind. Auf sokratische Art und Weise werfen ihre Bilder wichtige Fragen auf und zwingen uns, selbst nach Antworten zu suchen. Ähnlich steht die Künstlerin den wichtigen Problemen und Ereignissen ihrer Heimat Polen gegenüber, wie dem Katyn-Massaker 1940, der Smolensk-Tragödie 2010 oder der Figur des polnischen Papstes, des Heiligen Johannes Paul II. Die Zyklen: „Grenzknoten“, „Verblassen“, „Verdecktes Paradies“, „Unter vier Augen“, „die, das, der. Versetzt“ und die für das Werk von Anetta Küchler-Mocny so wichtige Serie „Portraits“ präsentieren eine Künstlerin, die ihren eigenen, einzigartigen, erkennbaren und innovativen Stil entwickelt hat.
Das malerische Werk von Anetta Küchler-Mocny wird von den Kunstexperten hoch eingeschätzt. Sie greift nach einem sehr schwierigen Thema, das mittels der in der polnischen Tradition tief verwurzelten künstlerischen Metaphorik ausgedrückt wird. Dabei scheut sie nicht, dem Strom der politischen Korrektheit entgegenzutreten, der die Gedankenfreiheit einschränkt.
Anetta Küchler-Mocny wurde 1970 in Bydgoszcz (Polen) geboren. Seit 1995 lebt sie und arbeitet in Deutschland, wo sie von 1998-2005 das Studium an der Kunstakademie Münster bei Prof. Ludmilla von Arseniew, Prof. Mechthild Fritsch und Prof. Michael van Ofen absolvierte. Sie arbeitet in Berlin als freischaffende Künstlerin und ist als Dozentin in den Bereichen Kunst und Förderung der deutsch-polnischen Begegnungen durch Kultur tätig. In ihrer künstlerischen Arbeit widmet sie sich der Malerei, wobei der Mensch im Mittelpunkt ihres Schaffens steht. Sie stellte u.a. in Gdańsk, Berlin, Bochum, Münster, Prag, Gent, Budapest und Santiago de Chile aus.
www.anettakuechlermocny.de

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