19.04.2022 - 25.04.2022 Film

Polnisches Filmprogramm beim Festival goEast

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films: 19.-25.04.2022,  Wiesbaden
https://www.filmfestival-goeast.de/de/

**Eröffnungsfilm
FILM BALKONOWY / DER BALKONFILM, POL 2021 / 100 min / OmeU
Regie: Paweł Łoziński, Dokumentarisches Sozialexperiment
Über zwei Jahre hinweg fängt Paweł Łoziński die persönlichen Geschichten unterschiedlichster Individuen ein, die den Gehweg vor seinem Balkon passieren. Er positioniert seine Kamera, wartet bis seine Filmheld:innen den Bildausschnitt betreten und ermuntert sie, ehrlich, persönlich und offen von ihrem Dasein, ihren Gefühlen und der Bedeutung des Lebens zu sprechen. Jede dieser zufälligen Begegnungen entpuppt sich als emotionales Geständnis, intimer Dialog und rührendes Porträt diverser Menschen, deren Gedankengänge einen neuen Blickwinkel auf die Welt sowie auf das heutige Polen freigeben.

+Masterclass Paweł Łoziński (Moderation Kornel Miglus)

**Wettbewerb: CICHA ZIEMIA / STILLES LAND, POL, ITA, CZE 2021 / 113 min / OmeU
Regie: Aga Woszczyńska, Urlaubsdrama in Italien
Anna und Adam sind ein polnisches Traumpaar: Großgewachsen, sportlich und blond verbringen die beiden ihren Urlaub in einem Ferienhaus auf einer sonnigen italienischen Insel. Doch es bröckelt: Die Rollläden quietschen und der Pool ist außer Betrieb. Als bei der Reparatur ein arabischsprachiger, illegaler Arbeiter tödlich verunglückt, sehen die beiden tatenlos zu und verstricken sich in Lügen. Eine destruktive Spirale setzt ein. Aga Woszczyńska inszeniert in ihrem Spielfilmdebüt eine vordergründig perfekte Welt, doch ihre intensive Bildsprache entlarvt die oberflächliche Fratze unserer gesamten Wohlstandsgesellschaft.
Caligari Mi, 20.04. / 20:30 (+dU) – DEUTSCHLANDPREMIERE

**Bioskop-Sektion (außer Konkurrenz)
WESELE / DER HOCHZEITSTAG POL, LVA 2021 / 134 min / OmeU
Regie: Wojciech Smarzowski, Provokantes Hochzeitsdrama
Hochzeiten sind ein beliebtes Motiv im polnischen Kino: auch Altmeister Wojciech Smarzowski macht die Feier zum Mittelpunkt seines letzten Spielfilms. Das nichtsahnende Publikum könnte eine schwarze Komödie erwarten, doch der Regisseur verknüpft die klamaukigen Ereignisse auf einem Schweinebauernhof mit der düsteren Holocaust-Geschichte des Ortes. Langsam, aber sicher werden die Beziehungen der Familie zur polnischen Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg offenbart. Die Hochzeit in der Gegenwart wird von Rassismus, Habgier und Opportunismus geprägt – Gegenwart und Vergangenheit sind auf ewig miteinander verbunden.

**Kurzfilmprogramm:
PSIE POLE / HUNDEWIESE POL 2020 / 12 min / ohne Dialog
Regie: Michalina Musialik
Grafitskizzen, dynamische Animationen und die tragische Geschichte zweier Hunde, einer Katze und eines Vogels. Sie alle kämpfen ums Überleben, denn eines Morgens fällt ihre Besitzerin zu Boden und stirbt.

**VR-Programm:
GEFLÜSTER POL 2019 / 21 min / OmeU
Regie: Jacek Naglowski, 360 Dokumentarfilm
Im ländlichen Grenzgebiet von Polen und Ukraine lebt die „Flüsterin“, eine Wunderheilerin. Sie verwendet die Kraft von Worten, Gesten und Bildern, um Menschen zu heilen. In ihrer Welt sind Leben und Tod nicht nur biologische Prozesse, sondern Kräfte, die man anwenden kann.

**Spezialprogramm – 30 Jahre „Postsowjetisches“ Kino
PAPUSZA/ PÜPPCHEN POL 2013 / 131 min / OmeU
Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze, Historisches Filmporträt
Im Mittelpunkt des Films steht die problematische Beziehung der Romani-Dichterin Bronisława Wajs und des polnischen Schriftstellers Jerzy Ficowski, der Bronisława, die den Spitznamen „Papusza“ (Püppchen) trug, zum Schreiben ermutigte. Er ermöglichte die Übersetzung ihrer Werke ins Polnische und machte sie zu einer der bekanntesten Romani-Dichterinnen weltweit. Der Film schafft es, eine romantische Sicht auf das Volk der Roma zu vermeiden und berührt gleichzeitig komplizierte Themen wie Antiziganismus, den Holocaust an den Roma und die Stellung der Frau innerhalb der Roma-Gemeinschaft.

**Symposium: „Wo geht’s hier nach Osten? Godard, Kino und Ideologie in Mittel- und Osteuropa“
Vortrag: Dogmatic Filmmaking Anyone? The Dziga Vertov Group In The Eyes Of The Press IN THE POLISH PEOPLE’S REPUBLIC
Tomasz Poborca (University of Łódź)

PASAŻERKA / DIE PASSAGIERIN POL 1963 / 58 min / OmeU
Regie: Andrzej Munk, Witold Lesiewicz, Hybrides KZ-Drama
Wie filmt man Auschwitz? Zweifellos gab es für das Nachkriegskino keine heiklere Frage, und Godard selbst hat sich zu diesem Thema besonders lautstark geäußert. Unter seinen Anklagen gegen fiktive Darstellungen der Todeslager bekommt ein Film eine Gnadenfrist: DIE PASSAGIERIN wurde 1963 nach dem Tod seines Regisseurs in unvollendeter Form veröffentlicht. In dieser Fassung ist der Film ein hybrides Werk, einige der fiktiven Sequenzen des Films bleiben aber intakt, darunter eine ikonische Orchesteraufführung von Auschwitz-Insassen für ein Publikum aus KZ-Wächtern. Kultur und Barbarei sind laut Godard und Munk untrennbar miteinander verbunden.

KANAŁ / DER KANAL POL 1957 / 91 min / OmeU
Regie: Andrzej Wajda, Kriegsdrama
Die ersten Filme von Andrzej Wajda dienten als direkte Inspiration für die angehenden Filmemacher der französischen Nouvelle Vague. Sie waren ein konkretes Beispiel dafür, dass Filme von, für und über zeitgenössische Jugendliche möglich waren. Echos von Zbigniew Cybulskis Rolle in ASCHE UND DIAMANT sind im Protagonisten Michel Poiccard von AUßER ATEM zu sehen. Mit seiner Darstellung einer Gruppe junger Partisanen während des Warschauer Aufstands von 1944, die der Unterdrückung des Widerstands durch die Abwasserkanäle der Stadt entkommen, weist der zweite Film in Wajdas „Kriegstrilogie“ vielleicht die nachhaltigste Resonanz für Godard auf.

 

 

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