20.02.2026 - 24.06.2026 Film, Filmreihe, Programm

Andrzej Wajda Filmreihe in Düsseldorf

Andrzej Wajda-Jahr 2026

PROGRAMM DER ANDRZEJ WAJDA-FILMREIHE

BLACK BOX – Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf

https://www.duesseldorf.de/filmmuseum/black-box

FEBRUAR 2026

NIEWINNI CZARODZIEJE / DIE UNSCHULDIGEN ZAUBERER

PL 1960 · 84 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

20.02.2026, 19:30

 

MÄRZ 2026

POKOLENIE / EINE GENERATION

PL 1954 · 83 min OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

6.03.2026, 20:00

15.03.2026, 15:00

 

KANAŁ / DER KANAL

PL 1956 · 91 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 ·  R: Andrzej Wajda

21.03.2026, 19:00

25.03.2026, 20:00

 

POPIÓŁ I DIAMENT / ASCHE UND DIAMANT

PL 1958 · 99 min OmeU · digital DCP ·  FSK 12 · R: Andrzej Wajda

21.03.2026, 21:00

27.03.2026, 21:00

 

APRIL 2026

WSZYSTKO NA SPRZEDAŻ / ALLES ZU VERKAUFEN

PL 1968 · 94 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

08.04.2026, 20:00

11.04.2026, 19:00

 

KORCZAK

PL/DE/GB · 1990 · 113 min  · OmeU · digital DCP ·  FSK 12 ·  R: Andrzej Wajda

15.04.2026, 20:00

 

MAI 2026

DANTON

PL/FR/ 1982 · 130 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 ·  R: Andrzej Wajda

03.05.2026, 17:00

15.05.2026, 21:00

 

CZŁOWIEK Z MARMURU / DER MANN AUS MARMOR

PL 1976 · 153 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

20.05.2026, 20:00

 

CZŁOWIEK Z ŻELAZA / DER MANN AUS EISEN

PL 1981 · 147 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

24.05.2026, 20:00

 

ZIEMIA OBIECANA / DAS GELOBTE LAND

PL 1974 ·  179 min  · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

25.05.2026, 19:00

Vor dem Film Das gelobte Land findet im Kino Black Box um 18.00 Uhr ein Gespräch mit ANDRZEJ SEWERYN, Schauspieler und Generaldirektor des Teatr Polski in Warschau.

 

JUNI 2026

BRZEZINA / DAS BIRKENWÄLDCHEN

PL 1970 · 99 min  · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

04.06.2026, 18:00

06.06.2026, 21:00

PL 1970 · 99 min · OmeU · digitalDCP · ab 18 ¬ R: Andrzej Wajda B: Andrzej Wajda nach einer Vorlage von Jarosław Iwaszkiewicz K: Zygmunt Samosiuk · D: Daniel Olbrychski, Olgierd Łukaszewicz, Emilia Krakowska, Danuta Wodyńska, Elżbieta Żołek u.a. In einer verlassenen Waldlandschaft entfaltet sich ein intimes Kammerspiel über Krankheit, Vergänglichkeit und familiäre Entfremdung. Andrzej Wajdas Film aus dem Jahr 1970 basiert auf einer Erzählung von Jarosław Iwaszkiewicz und zählt zu den stilleren, literarisch geprägten Arbeiten des polnischen Regisseurs. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, deren gegensätzliche Lebensweise vor dem Hintergrund eines ländlichen Guts aufeinander- treffen: Der eine vom Tod gezeichnet, der andere scheinbar fest im Leben verankert. Wajda übersetzt die symbolisch aufgeladene Prosa Iwaszkiewicz’ in eine konsequent reduzierte Bildsprache, in der Natur nicht bloße Kulisse, sondern emotionaler Resonanzraum ist. Das Birkenwäldchen fungiert dabei als wiederkehrendes Motiv für Erinnerung, Verlust und die Unausweichlichkeit des Endes. Entstanden in einer Phase, in der sich das polnische Kino verstärkt existenziellen und psychologischen Fragestellungen zuwandte, verbindet der Film individuelle Tragik mit einer zeitlosen Reflexion über menschliche Nähe und Einsamkeit.

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PANNY Z WILKA / DIE MÄDCHEN VON WILKO

PL/FR 1979 · 116 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

12.06.2026, 19:00

21.06.2026, 15:00

PL 1979 · 111 min · OmeU · digitalDCP · ab 18 ¬ R: Andrzej Wajda B: Zbigniew Kamiński nach einer Vorlage von Jarosław Iwaszkiewicz K: Edward Kłosiński · D: Daniel Olbrychski, Anna Seniuk, Christine Pascal, Maja Komorowska, Stanisława Celińska u.a. In einer sommerlichen Gutslandschaft der polnischen Provinz der Zwischenkriegszeit kehrt ein Mann nach vielen Jahren an einen Ort seiner Jugend zurück. Wiktor, inzwischen Ingenieur und von einem Gefühl innerer Leere getrieben, besucht das Anwesen Wilko, wo er einst prägende Wochen verbrachte und die sechs Töchter des Gutsbesitzers kennenlernte. Die erneuten Begegnungen mit den inzwischen erwachsenen Frauen konfrontieren ihn mit Erinnerungen, verpassten Möglichkeiten und der Frage, wie sehr vergangene Entscheidungen sein gegenwärtiges Leben bestimmen. Jede von ihnen spiegelt einen anderen Entwurf von Nähe, Anpassung oder Selbstbehauptung, ohne dass sich die Vergangenheit einfach wiederholen ließe. Andrzej Wajda folgt der literarischen Vorlage von Jarosław Iwaszkiewicz und entwickelt daraus ein leises, präzise beobachtetes Dra ma über Zeit, Erinnerung und innere Reifung. In ruhigen Bildern und zurückhaltenden Dialogen entfaltet sich ein melancholisches Panorama, in dem Landschaft und Architektur zu Trägern von Erinnerung werden. Der Film gewinnt seine Intensität aus der feinen Verschiebung von Blicken, Gesten und unausgesprochenen Erwartungen – ein Nachdenken über Abschied, Vergänglichkeit und die Last des Gewesenen.

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POWIDOKI / AFTERIMAGE

PL 2016 · 100 min · OmeU · digital DCP ·  FSK 16 · R: Andrzej Wajda

24.06.2026, 20:00

In den letzten Lebensjahren eines kompromisslosen Künstlers entfaltet Andrzej Wajda ein konzentriertes Porträt von moralischer Standhaftigkeit unter politischem Druck. Der avantgardistische Maler und Kunsttheoretiker Władysław Strzemiński gerät im Polen der späten 1940er-Jahre zunehmend in Konflikt mit der stalinistischen Kulturpolitik, die den sozialistischen Realismus zur verbindlichen Norm erhebt. Weil er sich weigert, seine ästhetischen Überzeugungen zu widerrufen oder anzupassen, wird er systematisch aus dem öffentlichen Leben verdrängt: Er verliert seine Lehrtätigkeit, seine Ausstellungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie schließlich jede materielle Absicherung. Wajda rekonstruiert diesen Prozess der Auslöschung nüchtern und ohne Pathos, als schrittweise Entziehung von Sichtbarkeit und Würde. Zugleich wird die Beziehung zu seiner Tochter zum emotionalen Zentrum des Films und verleiht der politischen Repression eine private, existenzielle Dimension. In klar komponierten Bildern reflektiert der Film Strzemińskis eigene Theorie des „Nachbildes“: Wahrnehmung als etwas, das fort- besteht, selbst wenn das Sichtbare verschwindet.

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