
































Fotos: Andrzej Sikora (c) Polnisches Institut Düsseldorf
35 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag
Mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion feierten das Polnische Institut Düsseldorf, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Haus der Geschichte NRW am 22. Juni 2026 im Haus der Universität Düsseldorf den 35. Jahrestag des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags.
Auf dem Podium diskutierten Persönlichkeiten, die die deutsch-polnischen Beziehungen seit Jahren aktiv prägen:
Jan Tombiński, Chargé d’affaires a.i. der Republik Polen in Deutschland
Marek Krząkała, Abgeordneter des Sejm der Republik Polen und Vorsitzender der Polnisch-Deutschen Parlamentariergruppe
Cornelia Pieper, Staatsministerin a.D.
Rafał Sobczak, Gesandter und Direktor des Polnischen Instituts Düsseldorf
Basil Kerski, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen
Prof. Dr. Sebastian Płóciennik, Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt
Die Moderation übernahm Tomasz Lejman, Vorsitzender des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland sowie Journalist von Polsat News und Interia.pl.
Botschafter Jan Tombiński hob in seiner Keynote u.a. hervor – „dass die Fortschritte in der deutsch-polnischen Verständigung der vergangenen 35 Jahre heute sehr erfreulich sind, aber damals keineswegs selbstverständlich waren.“, „dass die gemeinsamen im Vertrag formulierten Ziele auch im 21. Jahrhundert Bestand haben.“- und weiter – „dass angesichts des steigenden wirtschaftlichen Austausches zwischen beiden Ländern der Förderung der polnischen Sprache in Deutschland eine größere Rolle beigemessen werden sollte.“
In seinem Grußwort betonte Rafał Sobczak: „Im Nachbarschaftsvertrag verpflichteten sich beide Staaten, u.a. die Tätigkeit kultureller Einrichtungen des jeweils anderen Landes zu fördern und den kulturellen Austausch zu unterstützen. Eine Grundlage für die spätere Errichtung des Polnischen Instituts in Düsseldorf 1993“.
Die Panelisten unterstrichen, dass vor allem engagierte Menschen auf beiden Seiten der Grenze den Vertrag mit Inhalt gefüllt und seine Wirkung weit über die ursprünglichen Vereinbarungen hinaus erweitert haben. Es wurde ferner auf die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Polen und Deutschland als Ausdruck einer fortschreitenden Europäisierung der bilateralen Beziehungen hingewiesen. Zu weiteren wichtigen Themen gehörte die Erinnerungspolitik, die jedoch in beiden Ländern zukunftsorientiert werden sollte. Einig waren sich alle: Die Zukunft beider Länder liegt im gemeinsamen Europa.
Unser herzlicher Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern und Diskutierenden sowie Vertretern der NRW-Landespolitik, der Stadt Düsseldorf, der Kultur- und Wissenschaftskreise sowie den Partnern des Polnischen Instituts Düsseldorf. Wir danken ihnen für diesen wichtigen Austausch und für ihr anhaltendes Engagement für eine lebendige deutsch-polnische Nachbarschaft.
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35. Jahrestag der Unterzeichnung des „Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ durch Bundeskanzler Helmut Kohl und Premierminister Jan Krzysztof Bielecki am 17. Juni 1991 in Bonn ist Anlass, einerseits die Errungenschaften beider Länder hervorzuheben, u.a. in den Bereichen Sicherheit, wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit, aber auch im sozialen, bildungspolitischen und kulturellen Bereich. Die Schwerpunkte der europäischen Geopolitik der letzten Jahre – im Angesicht des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – verschoben sich andererseits klar in Richtung osteuropäischer Grenze, wodurch Polen zum wichtigsten EU-Akteur in dieser Region wurde.
Der Vertrag ist gleichzeitig auch Rechtsgrundlage für die Tätigkeit des Polnischen Instituts Düsseldorf. Als einzige Einrichtung dieser Art in den westdeutschen Bundesländern wurde sie 1993 eröffnet. Die Gründung des Polnischen Instituts Düsseldorf steht in engem Zusammenhang mit dem Niedergang des Kommunismus und den politischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa in den Jahren 1989/1990.
Podiumsdiskussion
35. Jahrestag der Unterzeichnung des Deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags
Montag, 22. Juni 2026, um 19:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr
Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf