5.09.2026 Literatur, Musik, Programm

Erinnerung, Geschichte und Poesie: Lesung und Gespräch mit Grzegorz Kwiatkowski

Samstag, 5. September 2026, 17.00-18.30

Das Polnische Institut Berlin und das Deutsch-Polnische Haus laden herzlich zu einem besonderen literarischen Nachmittag ein: Am 5. September 2026 begrüßen wir polnischen Lyriker, Musiker und Erinnerungsaktivisten Grzegorz Kwiatkowski.

Seine prägnanten, oft minimalistischen Gedichte zeichnen sich durch eine dokumentarische Herangehensweise aus: Er reduziert die Sprache gezielt, um möglichst nah an der ungeschönten Brutalität historischer Fakten zu bleiben.

Kwiatkowskis Werk kreist um jene Kapitel der europäischen Geschichte, die gemeinhin als „die dunkelsten“ bezeichnet werden. Er behandelt nationalsozialistische Verbrechen, wie etwa die „Euthanasie“-Morde in seinem Gedichtband Karl-Heinz M. Dabei nutzt er die Lyrik als ein Medium, das ihm ermöglicht, in seinen Texten nicht nur Opfern, sondern auch Tätern und Mitläufern eine Stimme zu geben.Auf diese Weise versucht er die Mechanismen und Denkweisen offenzulegen, die die Verbrechen ermöglichten, und sie für die Leser begreifbar zu machen.

Seine Kunst ist mit seiner familiären Geschichte und seinem gesellschaftlichen Engagement eng verbunden. Grzegorz Kwiatkowskis Großvater Józef war Häftling im Konzentrationslager Stutthof. Dort wurde er gezwungen, Leichen vom Lagerspital in das Krematorium zu transportieren. Später wurde er als Zwangsarbeiter in Hamburg eingesetzt.

Grzegorz Kwiatkowski kämpfte jahrelang für die Erinnerung an das jüdische Ghetto in Danzig, das in einem Getreidespeicher auf der Speicherinsel in Danzig eingerichtet war. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er zudem, als er im Wald nahe dem ehemaligen KZ Stutthof weggeworfene Schuhe von Holocaust-Opfern entdeckte und daraufhin eine jahrelange Kampagne für die würdige Bewahrung dieser historischen Artefakte initiierte.

Im Zentrum dieser Veranstaltung steht Kwiatkowskis poetisches Schaffen und sein unermüdliches Engagement gegen die Verzerrung der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen.

 Das Gespräch mit dem Autor wird von Robert Parzer (Deutsch-Polnisches Haus) geführt. Gemeinsam werden sie die Hintergründe seiner Texte beleuchten und ausloten, wie Poesie als Instrument der aktiven Erinnerungsarbeit wirken kann.

Grzegorz Kwiatkowski wird im Anschluss an den literarischen Nachmittag um 19:30 mit seiner Band Trupa Trupa im Maschinenhaus in der Kluturbrauerei auftreten. Einlass ab 19:00, tickets dafür gibt es hier: https://www.greyzone-tickets.de/produkte/1339-tickets-trupa-trupa-maschinenhaus-berlin-am-05-09-2026

  • Ort: Polnisches Institut Berlin
  • Die Veranstaltung wird simultan deutsch-polnisch gedolmetscht.
  • Eintritt frei.


[Foto: Martyna Niećko, Biuro Literackie]

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