22.05.2022 Geschichte, Veranstaltungen, Wissen

Stadtspiel „Auf polnischen Spuren im Zentrum von Wien“

Wussten Sie, dass es im Zentrum Wiens nicht weniger als 50 Orte gibt, die mit der gemeinsamen polnisch-österreichischen Geschichte und Kultur verbunden sind, genauer gesagt: polnische Spuren in Österreich?

Polish Heritage Days ist eine aus Großbritannien stammende Initiative, die seit Jahren kultiviert wird. Ab Mai 2022 möchten wir weltweit den Reichtum der polnischen Kultur und des polnischen Erbes sowie die Verbindungen zwischen Polen und anderen Ländern – in unserem Fall Österreich – präsentieren.

Wussten Sie, dass es in Österreich viele Orte gibt, die mit der gemeinsamen polnisch-österreichischen Geschichte und Kultur verbunden sind? Nur im Zentrum Wiens nicht weniger als 50 Orte!

Wir möchten Sie zu einem Spiel einladen – einem Wettbewerb im Stadtraum von Wien. Die Aufgabe der TeilnehmerInnen (Einzelpersonen oder Gruppen von mehreren Personen) besteht darin, einer festgelegten Route im Stadtzentrum zu folgen und anhand von allgemeinen Hinweisen Orte zu finden, die mit der gemeinsamen polnisch-österreichischen Geschichte und Kultur verbunden sind. 


Termin: 22. Mai 2022, 15.00 Uhr
Zeit für die ganze Strecke: ca. 1,5 Stunden
Beginn und Ende: Polnisches Institut, Am Gestade 7, 1010 Wien
Veranstalter: Magazin „Polonika“ in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Wien und der Konsularabteilung der polnischen Botschaft 
Für weitere Informationen und Anmeldung: Tel. 00436641008298, redaktion@polonika.at


Agenor Goluchowski, polnisch-österreichischer Politiker

Das historische Gebäude am Minoritenplatz 1 beherbergt das Haus-, Hof- und Staatsarchiv, eine der wichtigsten staatlichen Institutionen Österreichs. Es ist interessant zu wissen, dass der polnisch-österreichische Politiker Agenor Gołuchowski maßgeblich an der Entstehung dieses Gebäudes beteiligt war. Seine Figur ist auf einem Wandgemälde im Inneren des Archivgebäudes verewigt.

Agenor Maria Adam Graf Gołuchowski (1849-1921), ein galizischer Graf, war ein bedeutender Politiker und Außenminister der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Er war von 1895 bis 1906, also mehr als ein Jahrzehnt, für die österreichisch-ungarische Diplomatie zuständig. Er galt als der beste Außenminister unter Kaiser Franz Joseph I.
Dank der Bemühungen von Agenor Gołuchowski, der sich nachdrücklich für den Bau eines modernen Gebäudes zur Unterbringung der Sammlungen des Haus-, Hof- und Staatsarchivs einsetzte, wurde das Gebäude des Haus-, Hof- und Staatsarchivs in den Jahren 1899-1902 errichtet. Das neue Gebäude des Haus-, Hof- und Staatsarchivs war eines der modernsten Archivgebäude der Welt.
Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv mit seinem umfangreichen Archiv, das den Zeitraum von 816 bis 1918, also mehr als 1000 Jahre österreichische Geschichte, abdeckt, bewahrt damit wertvolle Zeugnisse der Geschichte Mitteleuropas für künftige Generationen.

 


 

Der heilige Clemens Maria Hofbauer, Schutzpatron von Wien und Warschau

Die Kirche Maria am Gestade befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk, in der Salvatorgasse 12. In dieser prächtigen gotischen Kirche, die von der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen betreut wird, befindet sich die Reliquie des heiligen Clemens Maria Hofbauer, des Schutzpatrons von Wien und Warschau.

Die sterblichen Überreste des heiligen Clemens Maria sind in einem kleinen Sarg in einem Marmoraltar in der Seitenkapelle im mittleren Teil der Kirche untergebracht. Neben dem Altar befindet sich eine Statue des Heiligen, und an den Wänden der Kapelle sind zeitgenössische Gemälde zu sehen, die Orte zeigen, mit denen er besonders verbunden war: Tasovice, Tivoli, Rom, Warschau und Wien.
Der heilige Clemens Maria Hofbauer ist heute als „Apostel von Wien und Warschau“ bekannt. In den 21 Jahren seines Apostolats in Warschau wurde er mit Polen vertraut und betrachtete es als seine zweite Heimat.
Im Zentrum Wiens gibt es mehrere Orte, an denen der Figur dieses österreichischen und polnischen Heiligen gedacht wird, doch die wichtigste Gedenkstätte ist die Kirche Maria am Gestade.

 

 

 


 

Franciszek Trześniewski, der Wiener König der Brötchen

Mitten in Wien, in der Dorotheergasse 1, befindet sich ein Lokal mit einem großen Schild, auf dem „Trześniewski“ steht. Der Buchstabe „ś“ lässt sofort auf einen Zusammenhang mit Polen schließen. Und das zu Recht, denn Franciszek Trześniewski, wie er genannt wird, stammt aus Krakau.

Trześniewskis Brötchen sind ein eher ungewöhnliches kulinarisches „polnisches Andenken in Wien“. Erstaunlicherweise hat sich diese „Brötchen-Geschichte“ in der Stadt der Kuchen-Gourmets und Weinliebhaber zugetragen! Alles begann mit einem 1878 geborenen Migranten aus Krakau, Franciszek Trześniewski, der um die Jahrhundertwende nach Wien kam. Im Stadtzentrum, am Tiefen Graben, eröffnete er 1902 ein kleines, unauffälliges Brötchen-Buffet.
„Tschesnjewski, oder so ähnlich“ – so sprechen die Österreicher den Firmennamen in der Regel verdeckt aus. Der Werbeslogan von Trześniewski lautet „Trześniewski – Die unaussprechlich guten Brötchen“. Für die Österreicher bezieht sich „unaussprechlich“ nicht nur auf die Brötchen, sondern auch auf den Namen des Firmengründers. Die Wiener pflegen mit Humor zu sagen, dass Trześniewskis Brötchen so unsagbar lecker sind, wie das Wort Trześniewski für sie unaussprechlich ist.

 

 


 

Die Allegorie der Weichsel

In der Mitte der Freyung steht der zwischen 1844 und 1846 errichtete Austriabrunnen, der mit allegorischen Personifikationen der vier wichtigsten Flüsse innerhalb der Grenzen der Habsburgermonarchie geschmückt ist: Weichsel, Donau, Po und Elbe.

Der Grund für den Bau des Austriabrunnens war die Eröffnung eines neuen Wasserversorgungssystems, der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung.
Die Herrschaft Österreichs über alle vier Himmelsrichtungen wird durch die Wahl der Flüsse symbolisiert, da jeder von ihnen in ein anderes Meer mündet: die Weichsel in die Ostsee, die Donau in das Schwarze Meer, der Po in die Adria und die Elbe in die Nordsee.
Die vier Flüsse stehen auch für Völkergruppen: Slawen, Germanen, Italiener und Ungarn. Die Weichsel wird als langhaarige, mutige Göttin dargestellt. An ihrer linken Seite befindet sich ein Ruder. Sie ist mit einem Bärenfell über ihrem Kleid bekleidet. In ihren Händen hält sie die Schlüssel zur Wasserschleuse, die auf die Verbindung der Weichsel mit dem Fluss Nogat verweist, der vor der Mündung in die Danziger Bucht von der Weichsel abzweigt. Am Fuß der Statue, die die Weichsel symbolisiert, befindet sich die Inschrift: von Wiener Bürgern.

 

 

 


 

Johann III. Sobieski und die Befreiung Wiens

Die Befreiung Wiens wäre ohne den polnischen König nicht erfolgreich gewesen. An der Wand der Augustinerkirche in der Augustinerstraße Nr. 3 wird an ihn erinnert. 1983 wurde auf Initiative des Komitees zur Feier des 300. Jahrestages der Befreiung Wiens eine Gedenktafel an der Außenwand der Kirche angebracht, die an Jan III. Sobieski erinnert.

In dieser ehemaligen Hofkirche nahm Jan III. Sobieski am 13. September 1683, dem Tag nach dem Sieg, an einer Dankesmesse teil und sang das Triumphlied Te Deum Ladamus.
Eine wenig bekannte Erinnerung an die Schlacht um Wien befindet sich am Heldenplatz an der Fassade der Österreichischen Nationalbibliothek. Die siebte Skulptur rechts vom Haupteingang der Bibliothek zeigt einen polnischen Soldaten aus dem Heer von Johann III. Sobieski.
Und auf der Rückseite des Stephansdoms befindet sich die kleine Domgasse. Hier soll Jerzy Franciszek Kulczycki, der berühmte Held der Verteidigung Wiens im Jahr 1683, an der Nummer 8 gewohnt haben. Für seine Verdienste bei der Verteidigung Wiens im Jahr 1683 erhielt Franciszek Kulczycki von der Stadtverwaltung mehrere hundert Säcke Kaffee, die im osmanischen Lager zurückgelassen worden waren, sowie ein Mietshaus in der Domgasse 8. Es gelang ihm, in türkischer Tracht verkleidet durch das Lager des belagernden osmanischen Heeres zu gelangen und die anrückenden Entsatztruppen über die dramatische Lage der Stadt zu informieren. Kulczycki kehrte mit der Nachricht von der nahenden Befreiung nach Wien zurück, was die Bewohner der Hauptstadt bei Laune hielt und ihren Willen zur Verteidigung der Stadt stärkte.
War Franciszek Kulczycki wirklich der erste in Wien, der das Kaffeehausgeschäft aufnahm und den Wienern das Kaffeetrinken beibrachte? Darüber streiten sich die Historiker bis heute. Eines ist sicher: Kulczycki war eine historische Figur und ein Pole, an den in der Domgasse 8 eine Gedenktafel erinnert, die 1983 anlässlich des 300. Jahrestages der Schlacht bei Wien angebracht wurde.


Ziemia im Wiener Jazzclub ZWE 🗓

Unter den aufstrebenden jungen Jazzformationen in Österreich findet man wahrscheinlich keine, die noch nie im legendären Wiener Jazzclub ZWE gespielt hat.
31 07.2022 Musik, Veranstaltungen

Synesthetic Wednesday – trio_io 🗓

Die drei jungen MusikerInnen verbinden in ihren zeitgenössischen Kompositionen Elemente des Free Jazz mit Volksmusik und Soundexperimenten, dargebracht auf präparierten Instrumenten.
20 07.2022 Musik, Veranstaltungen

KINO WIE NOCH NIE: Silent Land 🗓

Fast schon bedrohlich weht die Meeresbrise durch den Garten eines kleinen Landhauses in Süditalien, wo ein polnisches Pärchen seinen Sommer verbringt. Der Sturm zieht allerdings erst auf, als ein illegaler Arbeiter vor ihren Augen tödlich verunglückt.
05 07.2022 06 07.2022 Film, Veranstaltungen