5.03.2026 Film, Programm, Vortrag Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig

Wajda und andere. Geschichte im polnischen Film 🗺

LEIPZIG / 18:30 / Vortrag zum 100. Geburtstag von Andrzej Wajda (1916–2016)

Multimedia-Vortrag von Rainer Mende (Polnisches Institut)

Kein filmisches Lebenswerk ist so eng mit der polnischen Geschichte – insbesondere der des 20. Jahrhunderts – verwoben wie das von Andrzej Wajda. Bereits in seinen frühen Filmen wie „Kanał / Der Kanal“ (1956) oder „Popiół i diament / Asche und Diamant“ (1958) blickte er auf das Nachkriegspolen und schuf dabei Bilder, die unsere Vorstellung dieser Zeit bis heute prägen – wie auch später in Klassikern wie „Der Mann aus Marmor“ (1977) oder „Der Mann aus Eisen“ (1981), „Korczak“ (1990) oder „Das Massaker von Katyń“ (2007). Es überrascht also nicht, dass auch sein letzter Film „Powidoki / Afterimages“ (2016) nicht nur eine historische Person, sondern auch eine Epoche in Bild und Ton zum Leben erweckte. In Literaturverfilmungen, Biografien und fiktiven Stoffen rückte Wajda neben den Protagonist*innen immer auch – in sehr unterschiedlichen Bildsprachen – die Zeit in den Fokus, in der sie leben.

Nach Wajdas Tod drängt sich die Frage auf, wer die große Lücke füllen wird, die er hinterlassen hat. Und vor allem: Wie wird sie gefüllt? Regisseur*innen unterschiedlicher Generationen zeigten in den vergangenen Jahren, wie vielfältig man Geschichte auf der Leinwand vermitteln kann – als episches Drama, versponnene Fantasy-Geschichte, Actionfilm, feministisches Musical oder sogar als romantische Komödie. Im Multimedia-Vortrag wird berichtet und vor allem an vielen Beispielen gezeigt, wie bunt und vielfältig Geschichtsunterricht im Spielfilm sein kann  – bei Wajda und bei seinen Nachfolger*innen.

Andrzej Wajda wurde am 6. März 1926 in Suwałki geboren, wo er auch seine Kindheit und frühe Jugend verlebte. Die Kriegsjahre verbrachte er in Radom. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Wajda Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Kraków und anschließend Regie an der neu gegründeten Filmhochschule in Łódź. In über 60 Jahren vielseitiger kreativer Tätigkeit, die auch Dokumentarfilme, Fernsehproduktionen, Theaterstücke, Zeichnungen, Gemälde und Drehbücher hervorbrachte, drehte Wajda über 40 Langspielfilme. Viele davon werden heute zu den Meilensteinen des polnischen und internationalen Kinos gezählt.

Anschließend findet um 20:00 Uhr das Gespräch „Mein Wajda“ mit Kornel Miglus statt.

TV-Tipp: Ab 1. März ist in der arte-Mediathek „Asche und Diamant“ zu sehen, am 4. März um 20:15 Uhr zeigt der Sender „Das Massaker von Katyn“.

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig

Info: https://instytutpolski.pl/leipzig/2025/12/31/andrzej-wajda-jahr-2026
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10. 04109 Leipzig

 

Foto: Andrzej Wajda bei den Dreharbeiten zu "Das Massaker von Katyn" © Pandastorm Pictures

 


Programm des Polnischen Instituts:

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