Leipzig liest polnische Literatur zur Leipziger Buchmesse 2026
Anlässlich der diesjährigen Veröffentlichung von „Ukrainische Horizonte“, einer Publikation zur gegenwärtigen Dramatik aus der Ukraine, präsentieren Katya Molchanova und Sebastian Anton fünf Textauszüge aus der Sammlung „Kein Kirschgarten“. Jeder dieser 15 Texte, die aus dem Frühjahr 2022 stammen, beschäftigt sich mit einem Baum, welcher gleichzeitig auch ein russisches Waffensystem bezeichnet. „Die Russen benennen ihre tödlichen Waffen nach Bäumen und schicken sie los, Menschen, Häuser und … Bäume zu zerstören.“ Mit dieser szenischen Lesung geben wir einen Einblick in die gegenwärtige ukrainische Dramatik. Die gelesenen Texte, die eine z.T. harte Kriegsrealität thematisieren, zeigen auch die vielfältigen Perspektiven der Autor*innen zum Ausbruch der vollumfassenden Invasion. Und trotz alledem finden sich auch leichte Momente und manchmal sogar ein absurder Augenblick mit Humor.
Disclaimer: Diese Veranstaltung enthält Darstellungen von Krieg und Gewalt. Die Inhalte können emotional belastend sein.
Die ukrainische Schauspielerin Katya Molchanova wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Das Mitglied der Ukrainischen und Europäischen Filmakademie ist für ihre emotionale Tiefe und genaue Beobachtung im Schauspiel bekannt. Als Absolventin der Berlinale Talents 2025 hat sie an unterschiedlichsten internationalen Fernseh- und Festivalprojekten teilgenommen. Seit Beginn der vollumfassenden Invasion lebt und arbeitet sie in Berlin und ist aktiv im kulturellen Leben eingebunden.
Sebastian Anton wurde in Kyjiw geboren und lebt seit 1991 in Deutschland. Nach dem Abitur absolvierte er ein Schauspielstudium an der Nationalen Universität für Theater, Film und Fernsehen in Kyjiw. Seit 2014 lebt er wieder in seiner zweiten Heimat Deutschland, in Berlin. Seit 2018 ist Anton staatlich geprüfter Dolmetscher für die ukrainische Sprache und übersetzte Dialoge für verschiedene ukrainische Film- bzw. Fernsehproduktionen und Serien für deutsche Privatsender und das ZDF. Übersetzungen von Auftragsstücken entstanden am Zoloti Vorota Theater in Kyjiw, der Berliner Schaubühne, den Münchner Kammerspielen, dem Nationaltheater Mannheim, dem Hans-Otto-Theater Potsdam, dem Jungen Theater Bonn, dem Theater Magdeburg, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Schauspielhaus Zürich. Seit 2020 ist Sebastian Anton Mitglied der Prüfungskommission für Ukrainisch am Landesministerium für Schule und Bildung Leipzig. Als Schauspieler ist er bekannt für The „Barber“ (2020), „Rock, Paper, Scissors“ (2024), „Psylibrium: A collection of Short Films by Sergiy Pudich“ (2025) und „Red Sniper – Die Todesschützin“ (2015).
Die künstlerische Einrichtung der Lesung wurde unterstützend von Stefan Kaminsky begleitet.
Veranstalter: Ukrainisches Institut in Deutschland und Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig, gefördert mit Mitteln des Auswärtigen Amtes
Info: de.ui.org.ua
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
