26.05.2026 - 31.05.2026 Film, Programm an der Neiße

23. Neiße Filmfestival 🗺

AN DER NEISSE / Filmkunst im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck

Seit 2004 präsentiert das Neiße Filmfestival jährlich im Mai in der Dreiländerregion zwischen Deutschland, Polen und Tschechien aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Was mit der Idee begann, Filme in drei Ländern zu zeigen, hat sich zu einer kulturellen Brücke für Filmfans aus den drei Nachbarländern entwickelt und ist inzwischen wichtiger Treffpunkt für nationale und internationale Filmschaffende und Vertreter*innen der Filmwirtschaft. Besonders und einzigartig am Neiße Filmfestival ist sein genreübergreifender und trinationaler Charakter mit Filmvorführungen an rund zwanzig Spielorten entlang der Neiße. Das Programm bietet auch in diesem Jahr drei Wettbewerbe und verschiedene Filmreihen sowie begleitende Veranstaltungen wie Konzerte, Workshops und Partys.

Seinen diesjährigen Ehrenpreis verleiht das NFF an den polnischen Regisseur Jan Komasa, einen der prägenden Filmemacher seiner Generation. Seine Arbeiten verbinden gesellschaftliche Analyse mit großer emotionaler Intensität, formaler Klarheit und markanter visueller Handschrift. Sie finden auch international große Beachtung. Im Rahmen der Ehrenpreis-Verleihung im Kronenkino Zittau wird sein neuer Film „Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ gezeigt.

Trailer: youtube.com/watch?v=_hQtG1Kk2Ew


Programm (Auswahl):

Neiße-Fisch: Ehrenpreis

Der „Neiße-Fisch: Ehrenpreis“ des 23. NEISSE NYSA NISA FILM FESTIVAL geht an den polnischen Regisseur Jan Komasa. Er ist einer der prägendsten Filmemacher seiner Generation. International bekannt wurde er mit „Suicide Room“ (2011), bevor er mit „Corpus Christi“ (2019) weitere weltweite Anerkennung erlangte und für einen Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film“ nominiert wurde. In seinen Filmen verbindet Komasa gesellschaftliche Analyse mit großer emotionaler Intensität und klarer visueller Handschrift. Filme wie „The Hater“ (2020) zeigen eindringlich die Mechanismen moderner Gesellschaften zwischen digitaler Öffentlichkeit und politischer Radikalisierung. Jan Komasa setzt sich auch in seinem neuen Film „Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ mit Macht, Moral und Identität auseinander. Gezeigt wird der Film im Rahmen der Ehrenpreis-Verleihung im Kronenkino Zittau.
Fr / 29. 05. / 19:00 / Zittau / Kronenkino

Heel / Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes
Spielfilm, R: Jan Komasa, UK/PL 2025, 110 min
Der 19-jährige Tommy lebt von Rücksichtslosigkeit, Gewalt und Selbstdarstellung in sozialen Medien – bis er entführt und im Keller einer Vorstadtfamilie festgehalten wird. Chris und Kathryn wollen aus ihm mit psychologischen Spielen und brutalen Methoden einen „braven Jungen“ machen. Jan Komasa entwickelt daraus keinen simplen Entführungsthriller, sondern ein verstörendes Kammerspiel über Erziehung, Macht und die Sehnsucht nach Nähe. Ein düsterer Film über moralischen und gesellschaftlichen Verfall, dysfunktionale Familienbilder und die Frage, ob Gewalt jemals mit Gewalt zu heilen ist.
Fr / 29.05. / 19:00 / Zittau / Kronenkino
Sa / 30.05. / 19:00 / Mittelherwigsdorf / Kulturfabrik Meda

Wettbewerb Spielfilm

Capo / Permit
R: Robert Kwilman, PL 2025, 83 min
Adrián ist ein junger Kolumbianer, der in Polen lebt und arbeitet. Er lockt weitere Arbeiter aus Lateinamerika in eine Firma, die sie letztlich nur ausbeutet. So wird er selbst immer mehr zum Teil eines Systems der Ausbeutung. Nach einem tödlichen Arbeitsunfall gerät seine fragile Position ins Wanken. Er muss Verantwortung übernehmen und entscheiden, auf wessen Seite er steht. Zugleich erkennt er die Wahrheit hinter den Lügen seit seiner Ankunft in Polen. Der Film beruht auf realen Berichten über eine Vermittlungsagentur.
Do / 28.05. / 16:00 / Zittau / Kronenkino / zu Gast: Karo Lorenz, Robert Kwilman
Fr / 29.05. / 18:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa / zu Gast: Robert Kwilman
Fr / 29.05. / 20:30 / Löbau / LÖBAULEBT / zu Gast: Robert Kwilman

Glorious Summer
R: Helena Ganjalyan & Bartosz Szpak, PL 2025, 90 min
Drei junge Frauen leben abgeschirmt und gut versorgt in einem alten Schloss. Es gibt Spiele und Zeit zum Faulenzen – aber auch Sprachunterricht wird gefordert. Eine unsichtbare Stimme lenkt ihren Alltag und sagt, was sie denken und tun sollen. Während nach außen noch alles ruhig und sorglos wirkt, stecken hinter der sommerlichen Idylle Kontrolle, Anpassung und Angst. Die Frauen beginnen, ihre Lage zu hinterfragen. Heimlich bereiten sie die Flucht über die hohen Mauern vor. Eine Parabel über Manipulation und Kontrolle sowie über den Preis von Sicherheit, Gehorsam und Freiheit.
Mi / 27.05. / 16:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa
Mi / 27.05. / 22:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 1
Fr / 29.05. / 20:00 / Görlitz / Camillo

Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej / Keine Geister in der Dobrastraße
R: Emi Buchwald, PL 2025, 90 min
Vier Geschwister stehen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Sie wollen eigene Wege gehen, ohne ihre Bindung zu verlieren. Der jüngste Bruder Benek leidet unter der Zurückweisung durch Franek. In schlaflosen Nächten wird er von einer Erscheinung verfolgt. Franek zieht sich von der Familie zurück. Er gerät in eine zerstörerische Beziehung und nimmt Drogen. Seine Zwillingsschwester Nastka sorgt sich um ihn und sucht zugleich selbst nach Liebe. Die älteste Schwester Jana hofft, mit einem Kunstprojekt Entlastung und Halt zu finden. Vier Biografien – verbunden und gefangen im familiären Konstrukt.
Do / 28.05. / 19:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 1 / zu Gast: Emi Buchwald
Sa / 30.05. / 11:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2
Sa / 30.05. / 18:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa

Kinų jūra / Chinesisches Meer
R: Jurgis Matulevičius, LT/PL/CZ/TW 2025, 95 min
Der gefeierte Kampfsport-Champion Osvald verletzt versehentlich ein Mädchen und wird vom Sportverband und internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Mit Schuldgefühlen sitzt er in seiner trostlosen Heimatstadt fest und verbringt die meiste Zeit im taiwanesischen Restaurant seines einzigen Freundes Ju-Long. In der Gruppentherapie verliebt er sich in die geheimnisvolle Skaiste, er findet einen Job als Trainer und träumt erstmals von einem besseren Leben. Doch seine Vergangenheit und die Gewalt holen ihn erneut ein.
Mi / 27.05. / 19:00 / Zittau / Kronenkino / zu Gast: Jurgis Matulevičius
Sa / 30.05. / 11:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 1

Wettbewerb Dokumentarfilm

Miasto, które wyjechało / Die Stadt, die fortging
R: Natalia Pietsch & Grzegorz Piekarski, PL 2025, 70 min
Tausende Jahre lag die Stadt Hasankeyf im Südosten der Türkei am Ufer des Tigris. Ein 2006 beschlossenes Großprojekt bedeutet das Ende des historischen Ortes. Die Stadt soll einem Staudamm weichen und die Bevölkerung nach „Neu-Hasankeyf“ umgesiedelt werden. Der Film folgt verschiedenen Bewohner:innen und wird so zum Porträt einer lokalen Gemeinschaft, deren Heimat mehr und mehr zerstört wird – bis sie 2020 vollständig in den Fluten des Tigris versunken ist. Eine stille Beobachtung des Alltäglichen, über dem sich immer dunklere Wolken zusammenbrauen.
Mi / 27.05. / 13:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2
Do / 28.05. / 19:00 / Weißwasser / Hafenstube im Soziokulturellen Zentrum Telux
Do / 28.05. / 22:00 / Mittelherwigsdorf / Kulturfabrik Meda

Silver
R: Natalia Koniarz, PL/FI/NO 2025, 79 min
Am Fuß des Cerro Rico liegt Boliviens höchstgelegene Silbermine. Seit der Kolonialzeit bestimmt die lebensgefährliche Arbeit in den Tiefen des Berges das Leben der ansässigen Familien. Kinder lernen früh, dass der Berg auch ihr Schicksal bestimmen wird. Der Tod ist allgegenwärtig, er gehört zur Geschichte und zum Schulalltag. Eindrucksvolle Bilder von der kargen Landschaft und dem beklemmenden Innern der Mine vermitteln die Ausweglosigkeit dieses Daseins, das dem Wohlstand einer anderen Welt dient, die unendlich weit entfernt scheint.
Mi / 27.05. / 19:00 / Varnsdorf / Městské divadlo
Do / 28.05. / 13:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2
Fr / 29.05. / 16:00 / Mittelherwigsdorf / Kulturfabrik Meda

Kē zhì de zì bái (颗痣的自白) / Bekenntnisse eines Muttermals
R: Mo Tan, CN/PL 2025, 92 min
Nach Jahren im Ausland kehrt Filmemacherin Mo Tan zu ihren Eltern nach China zurück und findet sich in altbekannten Familienmustern wieder. Die gut gemeinte Fürsorge der Eltern führt zu Konflikten, während Verwandte ständig nach dem „nächsten Schritt“ in ihrem Leben fragen. Doch die Beziehung zu ihrem Freund ist alles andere als stabil. Und dann ist da noch ihr Muttermal unter dem Auge, das laut chinesischer Gesichtslesekunst Unglück verheißt. In dem tragikomischen Selbstporträt prallen Tradition und moderne Werte aufeinander, erzählt mit viel Selbstironie und Stop-Motion-Animationen.
Mi / 27.05. / 19:00 / Mittelherwigsdorf / Kulturfabrik Meda / zu Gast: Mo Tan
Sa / 30.05. / 16:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa

Wettbewerb Kurzfilm

Shorts 1
u.a. The Final Test / Der letzte Test
Spielfilm, R: Yauheni Lytkin, BY/PL 2025, 8 min
In einem ungewöhnlichen Klassenzimmer kündigt eine Lehrerin eine Prüfung an, bei der es keine richtigen Antworten gibt. Dennoch ist die Vorgabe eindeutig: Alle Teilnehmenden müssen die volle Punktzahl erreichen.
Mi / 27.05. / 20:00 / Görlitz / Camillo
So / 31.05. / 13:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2

Shorts 2
u.a. Replace / Ersetzen
Anima, R: Ewelina Duffy, PL 2025, 7 min
Das Leben einer jungen Frau ist von harter Computerarbeit bestimmt. An einer Selfservice-Kasse taucht sie in eine Traumwelt ein, in der völlige Freiheit von Angst und Verantwortung durch Technik versprochen wird. Doch was wird aus ihr in einer völlig automatisierten Welt?
Niech zostanie bez tytułu / Lassen wir es ohne Titel
Dok, R: Mieszko Chomka, PL 2025, 15 min
In einem Videotagebuch teilt ein junger Mann wichtige Momente, die er mit seiner Freundin und seinem Freund in einem Jahr erlebt. Viele Entdeckungen, große Veränderungen aber auch enorme Unsicherheit werden offenbar.
Do / 28.05. / 16:00 / Mittelherwigsdorf / Kulturfabrik Meda / zu Gast: Ewelina Duffy
So / 31.05. / 15:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2

Shorts 3
u.a. Lucciola
Spielfilm, R: Aleksandra Neyman, PL 2025, 15 min
In einer Welt, in der Berührungen verboten sind, arbeitet die junge Masseurin Nina mit Handverlängerungen, um körperlichen Kontakt zu vermeiden. Sie besucht „Selbstberührungs“-Kurse, wiederholt dabei Mantras über Sicherheit und Distanz. Doch dann trifft sie Zocha, was alles verändert.
Martwe Tango / Totentango
Spielfilm, R: Jan Seraphim, PL 2025, 16 min
Stefan ist Leichenbestatter und hört bei der Arbeit gern Musik. Sie macht ihn glücklich und das Leben erträglich. Eines Tages findet er auf einem Trödelmarkt eine Tango-Schallplatte, die Tote auferweckt. Entdeckt Stefan jetzt das Tanzen?
Mattress Kingdom / Matratzen-Königreich
Anima, R: Agata Marta Rudnicka, Anima, PL 2025, 4 min
Pseudowissenschaftliche Behauptungen sind auf Social-Media weit verbreitet. Das Problem ist aber nicht nur die Desinformation, sondern der daraus resultierende Optimierungswahn. Das bekommt auch der Zyklop zu spüren.
Czernina / Blutsuppe
Spielfilm, R: Ida Kafka, PL 2025, 9 min
Magda spielt mit Freunden in einem Wald. Und dann ist da noch ein See mit Enten. Was anfangs harmlos erscheint, entwickelt sich für die Zwölfjährige dramatisch.
Mięta / Minze
Anima, R: Tomasz Grabowski, PL 2025, 18 min
Eine experimentelle und meditative Reise in eine imaginäre Zukunft, in der es keinen Ton mehr gibt. In fünf Kapiteln erkundet der Film den Körper als Erzählung, die Stille als Atmosphäre und die Gebärde als reinen Ausdruck.
Do / 28.05. / 19:00 / Zittau / Kronenkino
So / 31.05. / 17:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2

Shorts 4
u.a. W pomiędzy / Dazwischen
Dok, R: Mila Kreft-Sietnicka, D 2025, 11 min
Mit einem Kleinbus pendeln täglich Menschen zwischen Szczecin und Berlin. Wir begleiten die Reisenden auf ihrem Weg und erfahren, was dieses Leben zwischen zwei Ländern für sie bedeutet.
Poczekajmy jeszcze chwilę / Warten wir noch etwas länger
Spielfilm, R: Wiktoria Kwoka, PL 2025, 15 min
Polen in der Nachkriegszeit. Eines Tages erfährt Marysia von ihrer Mutter, die ein Konzentrationslager überlebt hat, dass deren Bruder – Marysias Onkel – zu Besuch kommen wird. Aber stimmt das? Die erlittenen Kriegstrauma der Mutter werden auch Marysias Leben prägen.
Niepowrót / Unumkehrbar
Spielfilm, R: Katarzyna Lewek, PL 2025, 18 min
Es ist ihr erstes Wiedersehen seit langem. Die Tochter besucht die Mutter. Was erzählen, was fragen? Eine Umarmung? Das kleine und bescheiden eingerichtete Elternhaus wird zum Schauplatz, an dem Realität und Sehnsucht aufeinanderprallen. Manchmal braucht es nicht viele Worte, um zu verstehen.
Death / Tod
Anima, R: Julia Medoń, PL 2025, 5 min
Eine Animation, frei nach dem gleichnamigen Gedicht von Joe Brainard (1942–1994), US-amerikanischer Künstler, Dichter und Bühnenbildner.
Fr / 29.05. / 16:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 1
So / 31.05. / 19:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2

Fokus: Transformations

Die Fokus-Reihe des NFF wirft 2026 unter dem Titel „Transformations“ – inspiriert vom Film „Alles andere zeigt die Zeit“ aus der Leipzig-Filmreihe von Andreas Voigt – einen nüchternen, vielstimmigen Blick auf die Systemtransformationen im ehemaligen Ostblock und dessen Gewinner und Verlierer bis heute – im Spiegel der Filme jener Zeit. Die Reihe blickt auf Umbrüche in Deutschland, Polen und Tschechien und erzählt von Menschen, die nach der Wende oder im Vorfeld großer Veränderungen Halt suchen, getäuscht werden, aufbegehren oder scheitern. Zwischen Nachwendealltag, Konsumversprechen, Gewalt, Fürsorge und Erinnerung entsteht ein vielschichtiges Panorama von Transformation – politisch, sozial, persönlich.

Cześć Tereska / Hallo, Tereska
Spielfilm, R: Robert Gliński, PL 2000, 86 min
Die 15-Jährige Tereska wächst in einem tristen Plattenbau zwischen Gewalt, Sprachlosigkeit und fehlenden Perspektiven auf. Was als Hoffnung auf ein anderes Leben beginnt, schlägt in Orientierungslosigkeit, Rebellion und Selbstzerstörung um. Der Film erzählt so nicht nur vom bitteren Absturz eines Mädchens, sondern vom generellen Zustand einer ganzen polnischen Generation nach dem Kommunismus: ohne Halt, verbindliche Werte, Zukunft. Aus Tereskas Weg wird das schonungslose Porträt einer entwurzelten „Generation X“, die zwischen sozialem Zerfall und innerer Leere verloren geht.
Do / 28.05. / 22:00 / Zittau / Kronenkino
Fr / 29.05. / 22:00 / SIeniawka / Kino Traktor

Syberyjska Lekcja / Sibirische Lektion
Dok, R: Wojciech Staroń, PL 1998, 58 min
Do / 28.05. / 18:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa
Sa / 30.05. / 16:30 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 1

Polski Blues

Kumotry / Gefährtinnen
Dok, R: Emilia Śniegoska, PL/DE 2025, 70 min
In einem polnischen Dorf im Nordosten Rumäniens führen Hanka und Bronka ein ruhiges, arbeitsames Leben. Die Ehemänner sind verstorben, die Kinder leben im Ausland. Unzertrennlich und mit unerschütterlichem Humor meistern die beiden Frauen ihren Alltag. Als der Ukraine-Krieg auch in ihre Ruhe und Abgeschiedenheit eindringt, schleicht sich Angst ein, die Kinder sind besorgt. Sollen sie das Dorf und einander verlassen oder bleiben – trotz des Risikos?
Do / 28.05. / 19:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2
Fr / 29.05. / 20:30 / Görlitz / Heine Kinobar

Życie dla początkujących / Leben für Anfänger
Spielfilm, R: Paweł Podolski, PL 2025, 76 min
Die schüchterne Vampirin Monia arbeitet in einem Pflegeheim, um sich von Blut zu ernähren, das unter hygienischen Bedingungen gewonnen wird. Eigentlich ein perfektes Leben in der Unsterblichkeit, bis ein anderer Vampir in dem Heim sein Unwesen treibt: Es ist Mirek, einst von Monia in einen Vampir verwandelt, der sein ewiges Leben beenden will. Er verlangt, dass Monia ihn tötet, sonst würde er den Heimbewohner ans Blut gehen. Monia will ihn vom Vorteil der Unsterblichkeit überzeugen und erhält Hilfe von Czarek, einem Sterblichen, der das Leben über alles liebt.
Mi / 27.05. / 18:00 / Zgorzelec / Kino PoZa NoVa / zu Gast: Paweł Podolski
Sa / 30.05. / 18:00 / Löbau / LÖBAULEBT

Youth Fighting
Anima, R : Łukasz Jan Kozak, PL 2025, 73 min
Lonia, eine neue Mitschülerin, kommt in die 7. Klasse der Grundschule. Romek und Damian wetteifern um ihre Aufmerksamkeit, was zu einer Reihe wilder Abenteuer führt. Lonia entdeckt das Leben in den Wohnsiedlungen von Zabrze, einer Industriestadt in Schlesien. Aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt der Animationsfilm von einer Kindheit im Polen der 1990er Jahre während des post-sowjetischen Umbruchs. Die Geschichte basiert auf den Erinnerungen des Regisseurs Łukasz Jan Kozak.
Mi / 27.05. / 17:00 / Görlitz / Camillo / zu Gast: Łukasz Kozak
Sa / 30.05. / 22:00 / SIeniawka / Kino Traktor

Człowiek do wszystkiego / Mann für alles
Spielfilm, R: Wilhelm Sasnal & Anka Sasnal, PL/UK 2025, 124 min
Von der Arbeitsvermittlung erhält der arbeitslose Buchbinder Joseph Marti eine scheinbar prestigeträchtige Anstellung: als Assistent von Herrn Tobler, einem wohlhabenden Ingenieur und Erfinder. Auf dem prächtigen Anwesen der Familie Tobler wird er bald zu einem “Mann für alles”, eine Mischung aus Assistent, gehorsamer Diener und Vertrauter der Hausherrin. Mit der Zeit erkennt er, dass hinter den verstaubten Vorhängen der Villa Geheimnisse lauern, die niemand lüften will. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert Walser aus dem Jahr 1908.
Mi / 27.05. / 19:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2
So / 31.05. / 16:00 / Görlitz / Camillo

Regionalia

Über Brücken / Over Bridges
Dok, R: Theresa Münnich, D 2025, 16 min
An der Lausitzer Neiße erzählen alte und zerstörte Brücken von verlorenen Verbindungen, vom Wandel der Region und von der Frage, was diese Bruchstellen für Europas Zukunft und seine Menschen bedeuten.
Sa / 30.05. / 22:00 / Großhennersdorf / Kunstbauerkino 2 / zu Gast: Theresa Münnich
So / 31.05. / 19:00 / Görlitz / Camillo / zu Gast: Theresa Münnich

Bedrock
Dok, R: Kinga Michalska, PL 2025, 95 min
Auf einer stillen Reise durch das heutige Polen beobachtet der Dokumentarfilm Menschen, deren Alltag in beziehungsweise auf Orten des Holocaust stattfindet. In intimen Szenen zeigt er, wie tief die Spuren der Gewalt in die Gegenwart reichen: Ein Mädchen besucht ihre Freundin in einer Psychiatrie auf dem Gelände eines früheren Lagers. Ein polnischer Jude sammelt die verstreuten Überreste jüdischer Opfer. Eine katholische Familie ringt mit Fragen nach Mitschuld. So entsteht ein eindringliches Bild von Erinnerung, Verantwortung, Verdrängung und Widersprüchen des heutigen Lebens.
Mi / 27.05. / 16:00 / Zittau / Kronenkino / zu Gast: Hanna Linkowska & Janusz Dąbkiewicz
Do / 28.05. / 17:00 / Görlitz / Camillo / zu Gast: Hanna Linkowska & Janusz Dąbkiewicz


Veranstalter: Kunstbauerkino e.V. in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und weiteren Partnern

Info: neissefilmfestival.net, facebook.com/neissefilmfestival
Ort: Orte entlang der Neiße in Deutschland, Polen und Tschechien

 

Bilder & Filmtexte © Neiße Filmfestival / Kunstbauerkino e.V.

 


Programm des Polnischen Instituts:

Polnisches Kino in Jena
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Film Programm Vortrag
Kino am Markt, Markt 5, 07743 Jena
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an der Neiße Map

Café Ukraїna #20: Frauenstimmen der echten Krim

LEIPZIG / 18:00 / Lesung und Diskussion mit den Autorinnen Olena Bogatyrenko und Elnara Nuriieva-Letova
22 05.2026 Diskussion, Literatur, Programm, Vortrag

Andrzej-Wajda-Jahr 2026 🗓 🗺

Zum 100. Geburtstag des polnischen Regisseurs (1926–2016)
01 01.2026 31 12.2026 Film, Programm

Andrzej-Wajda-Jahr 2026: Korczak 🗓 🗺

LEIPZIG / 20:00 / Schalom – Jüdische Woche (21.–28.06.2026) / Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen
25 06.2026 Film, Programm, Vortrag