Powstanie Warszawskie / Warschauer Aufstand 🗺
fabularisierter Dokumentarfilm, R: Jan Komasa, PL 2014, 87 min, OmdU
Einführung: Dr. Karol Mazur (Museum des Warschauer Aufstands)
Dokumentarfilme mit historischem Bildmaterial werden zunehmend technisch aufbereitet – Materialfehler werden digital korrigiert, stumme Szenen mit Geräuschen versehen, alte Fotos bekommen 3D-Effekte und Filmsequenzen werden nachkoloriert. Aber „Powstanie Warszawskie“ wollte mehr und begründete damit sein eigenes Genre: das „Non-Fiction-Drama“.
„Powstanie Warszawskie“ und der Spielfilm „Miasto 44“ haben mit Jan Komasa denselben Regisseur und erzählen mit unterschiedlichen Mitteln auch dieselbe Geschichte – das Drama vom Warschauer Aufstand. Während jedoch der fiktionale Film die Ereignisse vom Spätsommer 1944 aufwendig inszeniert, greift der Dokumentarfilm auf authentisches Bildmaterial zurück und übersetzt es mit enormem technischen Aufwand in eine Erzählung. Die bewegten Bilder wurden aufwendig und detailverliebt aufpoliert, mit Farben versehen und vertont. Dank der Hilfe von Lippenlesern lernten sogar die stummen Zeitzeugen der Aufnahmen wieder zu sprechen.
Zum Drama wird der Film jedoch, weil er eine Geschichte erzählt. Dreh- und Angelpunkt sind zwei Kameramänner, die Tag für Tag durch die zunehmend zerbombten Straßenschluchten Warschaus streifen und das Gefilmte kommentieren oder mit ihren Motiven ins Gespräch kommen. Damit erzählen sie nicht nur die Geschichte der Aufständischen und ihrer Helfer, sondern auch ihre eigene – denn das Material können wir heute nur deshalb sehen, weil die Widerständler die zwei Monate der Hoffnung und Enttäuschung von Kameraleuten unter ständiger Lebensgefahr dokumentieren ließen. Ihnen, den sonst stummen und vergessenen Helden der Filmgeschichte, ist dieser Film gewidmet.
Weitere Begleitveranstaltungen:
16.04.2026 / 19:00 / Polnisches Institut / Eintritt frei
Kanał / Der Kanal
Spielfilm, R: Andrzej Wajda, PL 1957, 96 min, OmdU, Einführung: Bernd Karwen & Rainer Mende (Polnisches Institut)
23.04.2026 / 12:00 / Bundesverwaltungsgericht / Eintritt frei
Sonderführung durch die Ausstellung
mit Dr. Karol Mazur (Museum des Warschauer Aufstands)
08.05.2026 / 19:00 / Polnisches Institut / Eintritt frei
Der Wiederaufbau geht weiter. Das Sächsische Palais und die Westfassade des Piłsudski-Platzes – Geschichte und Zukunft
Vortrag von Maria Wardzyńska (Pałac Saski Sp. z o.o.) & Tomasz Markiewicz (Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit) mit Kommentar von Arnold Bartetzky (GWZO)
Veranstalter der Ausstellung „Der Warschauer Aufstand 1944“ (30.03.–08.05.2026): Bundesverwaltungsgericht, Stadt Leipzig, Staatskanzlei Sachsen, Museum des Warschauer Aufstands, Konrad-Adenauer Stiftung Warschau & Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig, unterstützt von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
Info: 1944.pl, bverwg.de
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
Fotos © Museum des Warschauer Aufstands




