19.04.2026 Musik, Programm, Vortrag Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig

Gedenkkonzert mit neu entdeckten Werken von Szymon Laks 🗺

LEIPZIG / 16:00 / Zum Gedenken an den 83. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943

Mitwirkende:
Ania Vegry (Sopran)
Katarzyna Wasiak
(Klavier)
Bernd Karwen
 (Einführung)

Polnische Musiker*innen und ganz besonders polnisch-jüdische Musiker*innen und waren zwischen 1939 und 1945 in extremem Ausmaß dem Nazi-Terror ausgesetzt. Viele von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet, andere konnten sich ins Exil retten, wo ihre Karrieren oft zum Erliegen kamen.

In diesem Jahr erklingen neu entdeckte Werke von Szymon Laks in deutscher Uraufführung, darunter Lieder und Werke für Klavier solo: „Ballade (Hommage à Chopin)“ sowie die „Drei Warschauer Polonaisen“.

Szymon Laks (geb. 1901 in Warschau) lebte und wirkte ab 1926 in Paris. 1941 von den Vichy-Behörden aufgrund seiner jüdischen Herkunft inhaftiert und interniert, wurde er 1942 nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Lager als Leiter einer Kapelle in Mitglied, später als Arrangeur und Leiter des Lagerorchesters in Auschwitz II – Birkenau. Im Oktober 1944 wurde er ins KZ Dachau verlegt, wo er schließlich von US-amerikanischen Truppen befreit wurde. Danach kehrte er wieder nach Paris zurück.

Szymon Laks © Archives André Laks, Paris

Im Anschluss an das Konzert werden am Denkmal für die Leipziger Synagoge in der Gottschedstraße Blumen niedergelegt.


Katarzyna Wasiak begann ihr Klavierstudium mit 17 Jahren in Wien in der Klasse von Prof. O. Maisenberg und Prof. W. Watzinger. 2006 setzte sie ihr Studium in Berlin bei Prof. J. Rouvier fort und legte 2009 ihr künstlerisches Diplom ab. Sie vervollständigte ihre Ausbildung mit einem künstlerischen Masterstudium bei Prof. F. Bidini und legte noch zusätzlich ihr pädagogisches Diplom ab. Sie ist überdies diplomierte Kulturmanagerin. Wasiak ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe, u. a. in Dallas (USA), Vanves (Frankreich) und Villa de Capdepera (Spanien). Sie war zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Carinthischen Sommer, dem Schleswig-Holstein Musik Festival oder dem Arsonore Music Festival. Darüber hinaus trat bei der ARTE-Produktion „Europe@Home“ von Daniel Hope auf. Aufnahmen machte sie sowohl für den polnischen, deutschen sowie österreichischen Rundfunk als auch für die Plattenlabel DUX, Anagram und Eda Records. Wasiak musizierte mit dem Rundfunkorchester Warschau, dem Estnischen Nationalen Symphonieorchester, der Nationalen Philharmonie der Ukraine sowie mit Künstler*innen wie Michail Jurowski, Vladimir Jurowski, Jan Krenz und Daniel Hope.

Ania Vegry & Katarzyna Wasiak © Simon Pauly

Die in London geborene Ania Vegry studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) bei Christiane Iven und Charlotte Lehmann wie auch in Madrid bei Teresa Berganza. Bereits während ihres Studiums in Hannover wurde sie festes Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover, wo sie sich zahlreiche Fachpartien erarbeitete, darunter Pamina in „Die Zauberflöte“, Ilia in Idomeneo, Servilia in „La clemenza di Tito“ und Susanna in „Le nozze di Figaro“; für diese Partie erhielt sie in der Zeitschrift „Opernwelt“ eine Nominierung zur Nachwuchssängerin des Jahres. Darüber hinaus war Vegry als Gretel in „Hänsel und Gretel“, Ännchen in „Der Freischütz“ und Sophie in „Der Rosenkavalier“ zu erleben, sang Nanetta in Verdis „Falstaff“, Oscar in „Un ballo in maschera“ und Gilda in „Rigoletto“, Puccinis Musetta in „La Bohème“ und Lauretta in „Gianni Schicchi“ sowie Rosina in Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ und Madama Cortese in „Il viaggio a Reims“ wie auch Adina in Donizettis „Ĺelisir d́amore“, Cunegonde in Bernsteins „Candide“ und als Constance in Francis Poulencs „Les Dialogues des Carmelites“. Zudem hat sie zahlreiche Partien des zeitgenössischen Repertoires verkörpert, darunter Gabrielle in Pendereckis „Die Teufel von Loudun“, Minette in Henzes „Die englische Katze“ wie auch Hermione in Manfred Trojahns „Orest“ und Viola & Cesario in „Was ihr wollt“. Aktuell ist sie am Anhaltischen Theater Dessau verpflichtet, wo sie u.a. in Puccinis „La Boheme“ als Mimi zu hören sein wird.


Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig mit freundlicher Unterstützung der Raff-Foerderreuther-Stiftung (Berlin) sowie dem Freundeskreis des POLIN Museums e.V. – Verein zur Förderung des Museums der Geschichte der polnischen Juden in Warschau (JGiPL)

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig mit freundlicher Unterstützung der Raff-Foerderreuther-Stiftung (Berlin) sowie dem Freundeskreis des POLIN Museums e.V. – Verein zur Förderung des Museums der Geschichte der polnischen Juden in Warschau (JGiPL)

Info: www.aniavegry.com, www.katarzyna-wasiak.de, www.eda-records.com
Eintritt: frei
Ort:
Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig

 

Titelfoto: Szymon Laks © Archives André Laks, Paris

 


Programm des Polnischen Instituts:

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