23.04.2026 - 25.06.2026 Film, Programm, Vortrag Kino am Markt, Markt 5, 07743 Jena

Polnisches Kino in Jena 🗺

JENA / 19:45 / Spiel- und Dokumentarfilme zu FLINTA*-Perspektiven mit Einführungen

Das polnische Kino in Jena wurde im Frühjahr 2013 vom Imre Kertész Kolleg ins Leben gerufen. Seit dem Wintersemester 2025/26 wird die Reihe auf studentische Initiative hin von den Studentinnen der FSU Jena Sophia Menzel, Isabelle Mümpfer und Luise Schlieben weitergeführt, welche die Fördermittel eingeworben und die Organisation übernommen haben. Unter dem Schwerpunkt FLINTA*-Perspektiven – also Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen – haben sie Spiel- und Dokumentarfilme ausgewählt, die unterschiedliche Lebensrealitäten sowie gesellschaftliche und politische Themen wie Selbstbestimmung in Polen sichtbar machen. Zu jedem Film gibt es Einführungen.

Programm:

23.04.2026 / 19:45
Nie jesteś sama / Abortion Dream Team
R: Karolina Lucyna Domagalska, PL/SE 2024, 82 min, OmeU
Einführung: Medical Students for Choice & Isabelle Mümpfer
Jede dritte Frau weltweit erlebt und durchlebt eine Abtreibung. Doch in Polen schützt das Gesetz eher einen Fötus als das Leben einer Frau. Vier mutige Aktivistinnen betreiben eine Hotline und helfen so täglich hunderten Frauen. Ihr provokanter Slogan „Abtreibung ist okay!“ spaltet das Land: Während sie Tausende empowern, ziehen sie den Hass von Konservativen auf sich. Ihr Engagement hat Folgen. Eine Mitstreiterin bricht zusammen, einer anderen droht eine Gefängnisstrafe. Wird ihr Kampf für Selbstbestimmung weitergehen und hat das „Abortion Dream Team“ noch eine Zukunft?

28.05.2026 / 19:45
Kobieta z … / Frau aus Freiheit
Spielfilm, R: Małgorzata Szumowska & Michał Englert, PL/SVE 2023, 132 min, OmdU
Einführung: Jakub Szumski (Imre Kertész Kolleg Jena)
Polen in den frühen 1980ern. Während das Land dem Kommunismus allmählich den Rücken kehrt und sich zu einem demokratischen Staat wandelt, sucht Aniela Wesoły in einer Kleinstadt ihre Freiheit als Frau. Schon während ihrer Kindheit und Jugend als Andrzej beginnt sie, sich anders zu fühlen. Doch ihre Umgebung reagiert mit Unverständnis und Verdrängung. Ein halbes Leben lang lebt Aniela als Mann, sie hat einen Job im Büro, heiratet eine Frau, bekommt zwei Kinder. Doch weder die Widerstände in ihrer Familie noch staatliche Repressionen können sie davon abhalten, endlich die Person zu werden, die sie schon immer war. Vor dem Hintergrund der jüngeren historischen Entwicklungen in ihrer polnischen Heimat erzählen Małgorzata Szumowska und Michał Englert („Im Namen des …“) die epische Geschichte einer queeren Selbstermächtigung über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren. In Anlehnung an Andrzej Wajda und seine „Der Mann aus …“-Trilogie ergreift „Frau aus Freiheit“ Partei für die Marginalisierten des Landes und für eine offene Gesellschaft, in der trans* Menschen frei leben können.

25.06.2026 / 19:45
Papusza. Die Poetin der Roma
Spielfilm, R: Joanna Kos-Krauze & Krzysztof Krauze, PL 2013, 131 min, OmdU
Der Film schildert das Leben der Roma-Dichterin Bronisława Wajs, von ihrer Mutter liebevoll „Papusza“ genannt. Bei Papuszas Geburt 1910 in Ostpolen prophezeien ihr die Roma-Frauen, dass „sie allen großen Stolz oder große Scham“ bringen wird. Als junges Mädchen lernt sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin lesen und schreiben und entdeckt die Welt der Poesie. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Schriftsteller Jerzy Ficowski trifft, ermutigt sie dieser, ihre Gedichte aufzuschreiben. Ihre Werke erzählen von ihren Wünschen und Träumen, von der Liebe zur Natur und der Sehnsucht nach dem gemeinschaftlichen Reisen. Jahre später werden ihre Gedichte ins Polnische übersetzt und veröffentlicht. Papusza wird schlagartig berühmt. Doch für den Ruhm zahlt sie einen hohen Preis. „Papusza“ basiert auf der wahren Lebensgeschichte der ersten Dichterin der polnischen Roma. Die Regisseur*innen drehten einen poetischen, in betörenden Schwarzweiß-Bildern gehaltenen Film, der zugleich ein episches Geschichtspanorama darstellt.


Die Reihe „Polnisches Kino“ wird in studentischer Initiative mit Unterstützung des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien, des Imre Kertész Kollegs Jena, des Studierendenwerks Thüringen und des Polnischen Instituts Berlin – Filiale Leipzig durchgeführt.

Info: aleksander-brueckner-zentrum.org, kinoammarkt.de/de/programm/polnisches-kino
Ort: Kino am Markt, Markt 5, 07743 Jena

 

 


Programm des Polnischen Instituts:

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