14. Osteuropäische Filmtage Dresden 🗺
Die Osteuropäischen Filmtage bringen wieder eine Woche lang aktuelle Filme aus der Mitte und dem Osten Europas auf die Leinwand, von denen viele selten oder gar nicht im regulären Kinoprogramm zu sehen sind – die meisten von ihnen sind Dresden-Premieren.
Leitmotiv ist in diesem Jahr das Thema „Verbindungen. Was uns hält. Was uns trennt“. Wir sind verbunden mit Menschen, Orten und Erinnerungen. Manche Verbindungen geben uns Halt, andere engen uns ein. Manchmal entstehen sie unerwartet oder sie zerbrechen. Das Kino erzählt nicht nur von all diesen Verbindungen, es schafft auch Verbindungen, indem Filme dem Publikum neue kulturelle, soziale oder historische Perspektiven nahebringen. Filme können aber auch Vernetzungen zwischen Kultfilmen, Klassikern oder Filmschaffenden entstehen lassen. Szenen und Elemente, die über die Filmwelt hinausweisen und uns etwa mit Literatur und Musik verbinden.
In der Filmauswahl stellen sich Fragen wie: Wo und was ist Zuhause? Was verbindet uns mit unserer Familie? Was ist Gerechtigkeit? Wie fühlt sich Heimat an? Wie verarbeiten wir Schicksalsschläge und einschneidende historische Ereignisse? Wie überwinden wir Vorurteile? Wie befreien wir uns von schmerzhaften Bindungen und wie finden wir zur eigenen Identität?
Programm (Auswahl):
15.11. / 16:00 / Schauburg
Ministranci / The Altar Boys
Spielfilm, Regie: Piotr Domalewski, PL 2025, 110 min, poln. OmdU
In der polnischen Kleinstadt ist die Kirche das Zentrum des sozialen Lebens. Die Titelhelden sind von der Gleichgültigkeit der Erwachsenen gegenüber sozialer Ungerechtigkeit frustriert und beschließen, ihren eigenen, ungewöhnlichen Plan zur moralischen Erneuerung umzusetzen. Vermummt wie Zorro und mit Ambitionen wie Robin Hood werden sie zu Richtern, helfen Bedürftigen und verhängen Strafen für Sünden. Doch aus ihrem Spiel wird schnell mehr. Regisseur Domalewski erzählt von Freundschaft, Glauben und dem schwierigen Unterschied zwischen guter Absicht und richtigem Handeln.
17.11. / 17:00 / Schauburg
Otec / Father
Spielfilm, R: Tereza Nvotová, SVK/CZ/PL 2025, 103 min, OmdU
Michal hat alles – eine liebevolle Ehefrau, ein erfolgreiches Unternehmen und eine kleine Tochter, um die er sich fürsorglich kümmert. Bis zu jenem heißen Sommertag, an dem Arbeits- und Alltagsstress alles von ihm abverlangen und ein tragischer Vorfall sein Leben erschüttert. Seine Ehe droht zu zerbrechen und er sieht sich mit einer Haftstrafe konfrontiert. Michal ist von Schuld gezeichnet und sieht keinen Wert mehr darin, weiterzuleben. Erst als er erkennt, dass sein Unglück kein persönliches Versagen war, sondern tief in der menschlichen Psyche wurzelt, eröffnet sich ein zaghafter Weg zur Heilung. Die Regisseurin Tereza Nvotová verarbeitet mit ihrem Film eine wahre Begebenheit und sensibilisiert das Filmpublikum für dieses bedeutende Thema.
17.11. / 21:00 / Schauburg
Dom dobry / Home Sweet Home
Spielfilm, R: Wojciech Smarzowski, PL 2025, 108 min, OmdU
Gośka will ihr schwieriges Elternhaus hinter sich lassen und sieht in Grzesiek ihre Chance auf ein neues Leben. Gemeinsam reisen sie, heiraten und bekommen eine Tochter. Das neue Zuhause scheint der Beginn eines glücklichen Lebens zu sein. Doch die Idylle bekommt Risse: Was von außen nach einer perfekten Familie aussieht, wird für Gośka zunehmend zum Gefängnis. Wojciech Smarzowski erzählt mit großer Wucht von häuslicher Gewalt, Abhängigkeit und der gefährlichen Macht, die sich hinter einer vermeintlich heilen Fassade verbergen kann. Ein intensives Drama, das nachwirkt.
19.11. / 18:00 / Zentralkino
Polnischer Filmabend
Ministranci / The Altar Boys
Spielfilm, Regie: Piotr Domalewski, PL 2025, 110 min, poln. OmdU
Einführung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)
19.11. / 20:15 / Zentralkino
Polnischer Filmabend
Dom dobry / Home Sweet Home
Spielfilm, R: Wojciech Smarzowski, PL 2025, 108 min, OmdU
Einführung: Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)
22.11. / 13:30 / Zentralkino
Otec / Father
Spielfilm, R: Tereza Nvotová, SVK/CZ/PL 2025, 103 min, OmdU
22.11. / 17:30 / 17:30 / Zentralkino
Syberyjska lekcja / Sibirische Lektion
R: Wojciech Staroń, PL 1998, 58 min, poln.-russ. OmdU
zu Gast: Małgorzata & Wojciech Staroń
Moderation: Dr. Marina Scharlaj (TU Dresden)
Die Lehrerin Małgorzata und der Filmschul-Absolvent Wojciech reisen mit dem Zug 7.000 km in ein sibirisches Dorf, wo Małgorzata die Nachkommen polnischer Deportierter unterrichten möchte. Sie sieht sich mit harten Bedingungen, ausstehenden Löhnen, Lebensmittelknappheit und dem Zusammenbruch eines ganzen Landes konfrontiert. Doch zu ihren Schülern baut sie eine enge Beziehung auf. Anhand von tagebuchartigen Reflexionen wird ihr Alltag, ihr wachsendes Engagement und eine Erfahrung nachgezeichnet, die sie tiefgreifend verändert – auch noch ein Jahr nach ihrer Rückkehr in die Heimat.
Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Slavistik der TU Dresden
Veranstalter: KinoFabrik e. V. in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und weiteren Partnern

Programmheft als PDF (4 MB)
Programmtabelle als PDF (200 KB)
Info: kinofabrik-dresden.de/osteuropaeische-filmtage-dresden-2026, schauburg-dresden.de, zentralkino.de
Orte: Schauburg, Königsbrücker Str. 55, 01099 Dresden /
Zentralkino, Kraftwerk Mitte 16, 01067 Dresden
Texte © KinoFabrik e.V.