23.02.2026 Ausstellung, Diskussion, Literatur, Programm Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig

Café Ukraїna #17: Zeugnisse vom Leben auf der Krim 🗺

LEIPZIG / 18:30 / Ausstellungseröffnung von Aider Khatipov und Gespräch mit Olena Bogatyrenko, Elnara Nuriieva-Lietova und Sonja Kalmykova

#SolidarityWithUkraine

Im Februar, einem berüchtigten Monat in der Geschichte der Ukraine, geht es um ein Ereignis, welches zum Beginn des russischen Krieges gegen die gesamte Ukraine beitrug – die Besetzung der Autonomen Republik Krim im Februar/März 2014. Es geht um Lebensrealitäten unter russischer Okkupation und den Widerstand gegen das russische Besatzungsregime auf der Halbinsel im Schwarzen Meer.

Die Aktivistin des Freundeskreises der Ukraine Sonja Kalmykova spricht mit der Schriftstellerin Olena Bogatyrenko und der Mitbegründerin des krimtatarischen Bürgermediums SEMAAT Elnara Nuriieva-Lietova. Alle drei stammen aus verschiedenen Städten auf der Krim – u. a. Dschankoj und Simferopol – und berichten über ihre Erfahrungen vor, während und nach der Besetzung der ukrainischen Halbinsel im Jahr 2014.

Damit eröffnen sie auch eine Ausstellung mit grafischen Objekten des krimtatarischen Künstlers Aider Khatipov. Diese widmet sich der Deportation der Krimtataren am 18. Mai 1944 – einem der schrecklichsten Ereignisse in der Geschichte der Krim und ihres indigenen Volkes.

Um 17:00 Uhr findet in der Nikolaikirche unter dem Titel „Vier Jahre Krieg gegen die Ukraine“ ein Friedensgebet mit einer Gedenkrede des Übersetzers Thomas Weiler statt.


„Als Künstler trage ich eine sehr eigenartige, eklektische Mischung künstlerischer Bilder in mir. Ich sehe die schöne, reiche und komplexe Kultur sowie die Ästhetik der Krimtataren – und zugleich sehe ich die schreckliche, düstere historische Katastrophe, die das krimtatarische Volk getroffen hat. All das ist in mir eng miteinander verwoben.

Als die Krimtataren in ihre Heimat zurückkehrten, mussten sie ihre Geschichte, Kultur, ihren Alltag und ihre Traditionen von Grund auf, buchstäblich aus den einfachsten Materialien, wiederaufbauen – trotz zahlreicher Schwierigkeiten und Einschränkungen.

Ich habe oft darüber nachgedacht, ob ich den Prüfungen ebenso hätte standhalten können wie meine Vorfahren. Ob ich zum Beispiel ohne professionelle künstlerische Materialien hätte kreativ arbeiten können. Besonders beeindruckt hat mich, wie mein Großvater Ennan aus den einfachsten Dingen, die er auf der Straße fand, alles Notwendige für die Pflege des Hauses, des Gemüsegartens und des Gartens herstellte. Meine Großmutter Petje nähte Kleidung für die Familie aus ganz gewöhnlichen Stoffen und konnte aus nur drei Zutaten ein schmackhaftes Essen für die ganze Familie zubereiten.

Ich wollte versuchen, etwas aus einfachen Materialien zu schaffen, die in jedem Haushalt vorhanden sind. Und sofort dachte ich an Karton und Kohle – als Symbole dieser Erinnerung.

Ich verwende sie, um Oberflächen und eine Art Collagen oder Puzzles zu schaffen. Mit ihrer Hilfe stelle ich historische, schöne, tragische oder symbolische Szenen dar, die mit dem krimtatarischen Volk verbunden sind.“

Aider Khatipov


Zur Veranstaltungsreihe „Café Ukraїna“:

Seit jeher ist das Polnische Institut Berlin – Filiale Leipzig ein Ort europäischer Begegnungen, seit ca. 25 Jahren insbesondere auch mit Polens Nachbarland Ukraine. Davon zeugen Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Diskussionen. Besonders seit dem landesweiten russischen Angriffskrieg vom Februar 2022 ist das Institut verstärkt Ort der Begegnung mit ukrainischer Kultur und mit Ukrainer*innen geworden. Gemeinsam mit dem Freundeskreis der Ukraine in Leipzig öffnet es seit Juli 2024 seine Räume für monatliche Treffen, bei denen die Ukraine im Mittelpunkt steht – mit Gesprächsrunden, Autor*innenabenden, Filmvorführungen, Konzerten und vielem mehr. Sie bieten die Gelegenheit, im Kreise Gleichgesinnter zu sein und diesen Kreis zu erweitern.


Дорогі Друзі України!
Агресивна війна росії проти України триває вже 12й рік, та вже чотири роки триває повномасштабне вторгнення. Протягом цього часу твориться історія, поширювати яку є не тільки нашою привілеєю, як жителів Євроейсього Союзу та вільного світу, але і також нашим обов’язком.
Ніхто. Не має. Забути.
Саме тому der Freundeskreis der Ukraine in Leipzig починає регулярні щомісячні зуcтрічі, де ми усі, зможемо обговорити політичну ситуацію, пізнати більше про історію та культуру України, збирати пожертви, опинитися в колі однодумців, та розширювати це коло!
Усіх щиро запрошуємо!
Слава Україні!
 
***
Liebe Freund*innen der Ukraine!
Der aggressive und böse Krieg Russlands gegen die Ukraine dauert bereits das zwölfte Jahr und die Große Invasion dauert seit vier Jahren an. In diesem Zeitraum wird Geschichte geschrieben und die Verbreitung dieser Geschichte ist nicht nur unser Vorrecht als Einwohner der Europäischen Union und der freien Welt, sondern auch unsere Pflicht.
Niemand darf vergessen!
Deswegen startet der Freundeskreis der Ukraine in Leipzig regelmäßige monatliche Meet-Ups. Bei diesen Treffen wird die politische Situation besprochen, Interessantes über die Geschichte und Kultur der Ukraine vermittelt und Spenden gesammelt. Sie bieten die Gelegenheit, im Kreise Gleichgesinnter zu sein und diesen Kreis weiter zu erweitern.
Alle sind herzlich eingeladen!
Slava Ukraini!

Veranstalter: Freundeskreis der Ukraine in Leipzig und Ukrainische Gemeinschaft Leipzig „Oberih“ e.V. mit Unterstützung des Polnischen Instituts Berlin – Filiale Leipzig

Veranstaltung auf Facebook
Info: freundeskreisukrleipzig.wordpress.com
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig

 

Bilder © Aider Khatipov

 


Programm des Polnischen Instituts:

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