Silizium und Sinai. Jüdisches Ritual und digitale Gegenwart 🗺
Konzert von Barbara Gita (Schofar) und Pina Bettina Rücker (Klangschalen) sowie Vortrag von PD Dr. habil Katrin Steffen (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Das jüdische, rituell verwendete Schofar – von Barbara Gita elektronisch bearbeitet – tritt musikalisch in Beziehung zu Klangschalen, gespielt von Pina Bettina Rücker. Diese Klangschalen sind ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Silizium-Einkristallen.
Silizium-Einkristalle sind die Grundlage für unsere heutige Mikroelektronik. Computer und Handys wären nicht denkbar ohne die Erfindung des Einkristallziehens aus der Schmelze, welche den polnischen Wissenschaftler Jan Czochralski (1885–1953), berühmt gemacht hat. Sein sog. „Czochralski-Verfahren“ prägt die Mikroelektronik bei der Herstellung von reinen, monokristallinen Materialien bis heute.

Jan Czochralski (ca. 1910)
Ab 1940 arbeitete der polnische Chemiker mit Weltruf mit Zustimmung des polnischen Untergrunds für die deutsche Besatzungsmacht in Warschau. Insgeheim organisierte er Hilfe für Bedürftige im deutsch besetzten Warschau.
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig im Rahmen der Jüdischen Woche in Leipzig und der Fête de la musique in Kooperation mit dem Institut français de Leipzig
Info: leipzig.de/kultur-und-freizeit/veranstaltungen/jubilaeen-und-festivals/juedische-woche, tacheles.sachsen.de, janczochralski.com
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig